Der neue Sieger heißt Vaclav Safranek

Am vergangenen Sonntag um 16.50 Uhr war das 34. internationale Tennisturnier  um den Kalkan-Cup 2017 schon wieder  Geschichte. Und der Cup hatte einen neuen Sieger. Vaclav Safranek vom TC Iserlohn nahm den Pott nach 3:6, 6:1, 7:6 (7:2) mit nach Hause und freute sich sehr über seinen Erfolg: „„Ich freue mich sehr über meinen Sieg, bedanke mich für die Unterstützung und hoffe, dass ich im nächsten Jahr wieder mit dabei sein werde.“

Bis der Sieger ermittelt war, tummelten sich zuvor von Dienstag bis Sonntag über 100 Spieler  auf der Anlage des TV Aschaffenburg und der neue Turnierdirektor Theo Ostheimer, der vom bisherigen Direktor Günther Dillmann gut unterstützt wurde, sagte: „Wir haben heuer eine tolle Qualität und auch Quantität gehabt, die es so in der Art bei unserem Turnier noch nicht gab.“

Bei ein, zwei Grad Celsius startete die Veranstaltung am Dienstag. Trotz Regen, Graupelschauer, Wind und Eiseskälte waren die Spiele allesamt im Zeitplan und Ostheimer und sein gesamtes Team haben gute Arbeit geleistet.

Volle Qualifikation

Die Qualifikation war pickepacke voll besetzt und alle Spieler hochmotiviert. Freuen durfte sich der Veranstalter über die Zusage von Leopold Zima vom TC Großhesselohe, eines der größten Talente seiner Altersklasse in Deutschland und im Nachwuchskader des DTB zu finden. Auch auf Cedrik-Marcel Stebe (DR 15) freute sich der TVA. Immerhin stand er in seinem bisher besten Jahr 2012 unter den 100 weltbesten Spielern.

Am Ende der Quali setzten sich, bis auf einige Überraschungen, alle favorisierten Akteure durch. Nach der ersten Runde Hauptfeld am vergangenen Freitag war erneut nur ein „Ausreißer“ dabei. Der an sieben gesetzte Tom Schönenberg wurde mit einer Wildcard ausgestattet, musste aber die Segel streichen. Doch bereits hier kristallisierte sich heraus, dass Jan Choinski (RW Köln) und Vaclav Safranek wohl zu den Besten im Feld gehören.

 Samstag beginnt mit Verspätung

Am Samstag begannen die Achtelfinale mit Verspätung, da der Regen ein Spielen um 10 Uhr nicht zuließ. Doch auch diese Aufgabe wurde vom Organisationsteam gut gemeistert und bis zum Samstag Abend standen die Halbfinalisten fest. Etwas überraschend war das Ausscheiden von dem an drei gesetzten Marko Lenz, der sich im Achtelfinale gegen Jannis Kahlke mit 2:6, 4:6 geschlagen geben musste. Im Viertelfinale gaben sich die Favoriten keine Blöße.

Überraschung im Halbfinale

 Erst im Halbfinale gab es die nächste Überraschung. Der an zwei gesetzte Cedrik-Marcel Stebe musste sich deutlich Jan Choinski, Nummer acht der Setzliste, mit 2:6, 1:6 geschlagen geben. Zwar hatte Stebe etwas Probleme mit dem Schlagarm, doch das wollte er nicht als Ausrede gelten lassen. Sein Gegner spielte sehr gut auf und ließ dem nicht ganz fitten und dadurch in die Defensive gedrängten Stebe keine Chance.

Da auch die Nummer eins, Vaclac Safranek seinen Gegner Kahlke mit 6:3, 6:3 besiegte, kam es zum Endspiel zwischen Safranek (A15 der deutschen Rangliste) und Jan Choinski (49 DR). 

Der 22-jährige Safranek spielt in der zweiten Bundesliga für den TC Iserlohn, gewann insgesamt schon zehn Future-Turniere und wird in Tschechien an Nummer sechs geführt. Sein Gegner ist zwei Jahre jünger, spielt in der ersten Bundesliga für RW Köln und stand 2014 im Halbfinale bei den Junioren der US Open. 2016 erhielt er für den MercedesCup in Stuttgart eine Wildcard und feierte damit sein Debüt auf der ATP World Tour.

Druckvolle Schläge

Beide Akteure spielten sehr druckvoll, nutzten den gesamten Platz aus und schenkten sich nichts. 2:0, 3:2, und 4:3 führte Choinski im ersten Satz, ehe er ihn nach 45 Minuten mit 6:3 für sich entschied. Doch hier war schon abzusehen, dass Satz zwei kein Selbstläufer werden würde, denn Safranek ließ keinesfalls den Kopf hängen. Im Gegenteil. 3:0 und 4:1 legte der Tscheche vor. Choinski gab alles, machte nun aber ein paar Fehler zu viel und nach 25 Minuten stand es 6:1 für Safanek. Der dritte Satz musste die Entscheidung bringen. Bis dahin bekamen beide Spieler von den fachkundigen Zuschauern viel Szenenapplaus, denn sie zeigten sich beide läuferisch total auf der Höhe, gaben keinen noch so ausweglosen Ball verloren und variierten gut. Vor allem die Stopps der beiden sorgten immer wieder für ein „ah“ und „oh“ der Fans.

1:0 stand es in Satz drei für Choinski, ehe Safranek mit einem Doppelfehler auch das zweite Spiel abgeben musste. Der Tscheche schimpfte mit sich selbst, Choinski blieb unbeeindruckt, führte 4:1 und hatte Spielball zum 5:1. Aber die Nummer eins der Setzliste kam zurück, holte sich das hart umkämpfte 4:4. Beide Akteure zogen nun alle Register und Choinski ging mit 5:4 in Front. Safranek konterte und drehte das Ergebnis auf 6:5 zu seinen Gunsten. Die Zuschauer ahnten es. Es lief auf ein 6:6 hinaus. Der Tiebreak musste die Entscheidung bringen. Safranek agierte nun abgezockter, holte sich Punkt für Punkt und am Ende mit 7:2 den Sieg.