Holpert oder Lichtlein: wer ist der „Rekord-Mann“?

Liebe Leserinnen, liebe Leser, 

was für ein Durcheinander um den Bundesliga-Torhüter-Rekord. Wer ist denn nun der Rekordhalter? Jan Holpert oder Carsten Lichtlein? Die Meinungen gehen auseinander. Carsten Lichtlein hat am vergangenen Donnerstag die 619. Partie in seiner bisherigen Karriere absolviert. Der bisherige Spitzenreiter und Rekordhalter Jan Holpert steht bei 618 Einsätzen. 

Urplötzlich kommt die Handball-Bundesliga (HBL) um die Ecke und sagt, dass sie „in Vorbereitung auf den zu erwartenden historischen Rekord“ die Anzahl der Spiele von Jan Holpert und Carsten Lichtlein anhand gleicher Kriterien überprüft hat und Jan nun bei 625 Spielen steht.

HBL korrigiert

Der Grund ist wohl, dass als Einsatz gewertet wird, wenn ein Spieler auf dem Spielberichtsbogen steht. Ob er nun gespielt hat oder nicht, ist nicht relevant. Bei Jan Holpert wurden dadurch in der Vergangenheit anscheinend sieben Matches nicht gezählt. Dies wurde dementsprechend von der HBL nach oben korrigiert und Jan steht nun bei 625 Begegnungen. Allerdings hat dadurch auch Carsten vier Spiele mehr auf dem „Buckel“, also 622. Dies wurde allerdings (bisher) noch nicht in der Statistik berücksichtigt bzw. korrigiert. Die Frage sei erlaubt, wie so ein Hickhack, ein hin und her überhaupt passieren kann… Zwei so tollen und fairen Sportsleuten gegenüber ist das – in meinen Augen –  einfach unmöglich.

 Carsten’s aktueller Verein, der HC Erlangen, hält sich an die HBL und HC-Pressesprecherin Mira Olk sagte jüngst: „Carsten wird im Dezember Rekordhalter sein. Dann wird er geehrt, nicht vorher.“ Das Fachmagazin „HANDBALLWOCHE“ hingegen gratulierte ihm am Donnerstagabend via Facebook zur neuen Bestmarke unter dem Titel „Ehre, wem Ehre gebührt“. 

Der Torhüter selbst bleibt völlig relaxt und sagt: „Es ist egal, ob ich jetzt oder im Dezember Rekordhalter bin oder werde. Für die HANDBALLWOCHE bin ich es schon, für die HBL noch nicht. Hauptsache, ich bleibe verletzungsfrei und fit. Ich ärgere mich nicht darüber.“ 

Knappe Niederlage in Melsungen

Mehr geärgert hat ihn die knappe Niederlage in Melsungen. Mit 27:28 musste sich sein HCE am Donnerstagabend in Kassel knapp geschlagen geben. Dabei wäre, so der Keeper „mehr drin gewesen. Wir haben in der ersten Hälfte zu viele einfache Fehler gemacht.“ Mit 15:14 wurden die Seiten gewechselt und sehr eng ging es auch in den zweiten 30 Minuten zu. Antonio Metzner gelang das 26:27 (59.)  und 27:28. 35 Sekunden waren noch zu spielen und die Nerven waren bis zum Zerreißen angespannt. Carsten hielt den letzten Wurf von Kai Häfner und sein Team kam noch einmal in Ballbesitz. Doch in den letzten zehn Sekunden ließ sich Erlangen festmachen und musste sich hauchdünn geschlagen geben. „Es wäre toll gewesen, wenn wir einen Punkt hätten mit nach Hause nehmen können“, sagte Carsten. 

Am Sonntag kommt Magdeburg

Lange Zeit zum Ärgern und über die Niederlage nachzudenken, bleibt den Erlangern nicht. Bereits am Sonntag wartet mit dem SC Magdeburg der nächste Knaller. „Wir wissen um die Stärke des Gegners. Doch wir werden zuhause alles geben und mit Unterstützung unserer Fans ist alles drin“, so Carsten. Die Begegnung gegen Magdeburg ist der Abschluss der englischen Wochen. Der Oktober hatte es für den HCE in sich. In Balingen, gegen Göppingen und die Rhein-Neckar-Löwen, dann in Melsungen und nun noch zu Hause Magdeburg. Danach kann der derzeitige Tabellenneunte erst einmal ein bisschen durchatmen. Weiter geht es am 07. November mit der Partie beim Bergischen HC.

Die Mannschaft ist cool

Carsten hat sich in Erlangen super eingelebt, wohnt gerade einmal knapp 30 Minuten von der Trainingshalle entfernt. „Die Mannschaft ist cool, der Verein super geführt, unsere Spielstätte in Nürnberg klasse und mit Nikolas Katsigiannis verstehe ich mich super. Wir kennen uns ja noch von der Nationalmannschaft her und alles ist total unkompliziert.“ Die beiden Keeper sind zwar völlig unterschiedliche Typen, doch Carsten sagt: „Das ist gut so, denn der Gegner kann sich auf zwei so unterschiedliche Torhüter immer schlecht einstellen.“ Auch das Umfeld und die Fans gefallen Carsten sehr gut und er lacht, wenn er sagt: „Naja, den „Schlag von Leuten hier“, die Franken, kenne ich ja sehr gut und ich finde sie toll. Mir gefällt es super hier.“ 

Die Daumen sind gedrückt

Wir drücken Carsten und seinem HC Erlangen für den Sonntag die Daumen, wünschen ihm alles Gute und freuen uns, wenn er dann endlich für seinen Bundesliga-Rekord offiziell geehrt wird.

Das Bild hat uns Carsten zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür.

Er als großer NHL-Fan, traf vor kurzem Christian Ehrhoff, den ehemaligen Eishockey-Nationalspieler, der lange in der NHL spielte. Sie hatten sich bei der EXPRESS-Sportnacht in Köln erstmals kennengelernt und Carsten besuchte ihn anschließend in seinem Gesundheitszentrum in Moers.