,

Rudern: Souveräner Saisonauftakt für Team Deutschland-Achter

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Dem deutschen Flaggschiff gelang trotz kurzfristiger Umbesetzung auf dem Baldeneysee in Essen ein Sieg mit über zwei Bootslängen. Dennoch wartet noch viel Arbeit auf das junge Team.

Der Deutschland-Achter ist erfolgreich in die Ruder-Saison 2022 gestartet. Das im Vergleich zum Gewinn von Olympia-Silber in Tokio auf sechs Positionen veränderte Flaggschiff gewann bei der 102. Internationalen Hügelregatta in Essen mit einem Vorsprung von über zwei Bootslängen vor Frankreich und Polen. „Die Regatta hat der jungen, neu zusammengesetzten Mannschaft Selbstbewusstsein gegeben, aber wir müssen in den nächsten Wochen weiter konsequent hart an uns arbeiten und die Grundlagen stabilisieren“, sagte Bundestrainer Uwe Bender, der mit dem Start zufrieden war, sich aber einen ökonomischeren und effektiveren Streckenschlag wünscht. Eine Steigerung bis zum nächsten internationalen Kräftemessen beim Weltcup in Posen, der vom 17. bis zum 19. Juni stattfindet, fordert auch Steuermann Jonas Wiesen: „Die fünf Wochen bis zum Weltcup in Posen müssen wir nutzen und hartnäckig an uns arbeiten.“

Kurzfristige Umbesetzung

Das deutsche Flaggschiff musste bei seinem ersten Auftritt in 2022 kurzfristig umbesetzt werden. Jaspar Angl, als Schlagmann vorgesehen, fiel aufgrund einer Erkältung aus. Für ihn rückte Tom Tewes nach, Mattes Schönherr übernahm die Position auf Schlag und Torben Johannesen rückte auf Position sechs vor. „Trotz dieser Umstellung sind wir gut ins Rennen gekommen. Der Start hat sehr gut geklappt“, sagte Benedict Eggeling. Nach 500 Metern lag das deutsche Paradeboot schon mit einer Bootslänge vor den Franzosen. Im Ziel betrug der Vorsprung gut sechs Sekunden, was ungefähr zwei Achter-Längen entspricht. „Wir konnten uns im Vergleich zum Vorlauf steigern und können nach dem erfolgreichen Auftakt positiv nach vorne blicken. Aber es bleibt weiter ein Prozess und ein weiter Weg, der vor uns liegt. Wir sind ein junges Team, das motiviert ist, die große Aufgabe, die uns unsere Vorgänger vorgelegt haben, anzugehen. Darauf freuen wir uns“, meinte Schönherr, der seine neue Position im Boot gut annahm.

Gutes Grundniveau

Die Vierer-Rennen waren aus deutscher Sicht geprägt von den Duellen von jeweils zwei Vierer-Kombinationen aus dem Team Deutschland-Achter. Am Samstag setzte sich das Quartett mit Marc Kammann, Max John, Theis Hagemeister und Friedrich Dunkel beim internen Wettstreit durch, am Sonntag war es die Kombination Simon Schubert, Malte Großmann, Marc Kammann und Constantin Conrad. Beide Vierer belegten in den Finalrennen jeweils den zweiten Platz, Erster wurde der starke französische Vierer. „Wir haben ein gutes Grundniveau innerhalb dieser Truppe. Und genau diese Basis brauchen wir perspektivisch Richtung Paris 2024 ja auch“, sagte Bundestrainerin Sabine Tschäge und fügte im Hinblick auf die anstehende Teambildung hinzu: „Es sind nur Nuancen, die entscheidend dafür sind, wer in einem Rennen vorne ist. Daher ist es schwierig, jetzt die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ Wie knapp es zugeht, zeigte das Finale am Sonntag. Bis 1.750 Meter lagen beide Vierer eng beieinander. Erst durch einen groben Steuerfehler fiel der Vierer mit Henry Hopmann entscheidend zurück.

Im Zweier ohne Steuermann belegten Mark Hinrichs und Tom Tewes am Samstag hinter Frankreich und Österreich einen guten dritten Platz. Dabei setzten sie sich gegen Julius Christ und Henning Köncke, das zweite deutsche Duo, deutlich durch und drehten somit das Ergebnis von den Deutschen Kleinbootmeisterschaften vor drei Wochen um. „Sie sind ein starkes Rennen gefahren“, sagte Bootstrainer Peter Thiede. Für den Sonntag musste der Zweier abgemeldet werden, weil Tewes im Achter einspringen musste.

Die Ergebnisse:

Achter:

1. Deutschland-Achter (Mattes Schönherr, Wolf-Niclas Schröder, Torben Johannesen, Benedict Eggeling, Tom Tewes, Julian Garth, Laurits Follert, Olaf Roggensack, Steuermann Jonas Wiesen) 5:30,48 Minuten

2. Frankreich 5:36,74

3. Polen 5:37,54

4. Deutschland U23 (Jannis Matzander, David Keefer, Klas-Ole Lass, Leonard Benno Bührke, Jannik Metzger, Sönke Kruse, Paul-Eric Klapperich, Julius Lingnau, Steuermann Florian Koch) 5:38,90

5. Deutschland U23 (Max-Lennart Rosenfeld, Leon Braatz, Leon Knaack, Simon Holtmeyer, Paul Martin, Ben Gebauer, Kaspar Friedrich Virnekäs, Ryan Smith, Steuermann Till Martini) 5:40,91

6. Tschechien U 23 5:46,05

7. Deutschland U23 (Jakob Groneik, Christopher Ahn, Tom Thomas, Robin Hamann, Sven Liebrich, Marcel Schöpf, Ole Bartenbach, Valentin Wiering, Steuermann Elias Fabian) 5:47,36.

Vierer ohne Steuermann (Sonntag):

1. Frankreich 5:56,24

2. Deutschland (Simon Schubert, Malte Großmann, Marc Kammann, Constantin Conrad) 5:59,72

3. Niederlande 6:01,97

4. Deutschland (Henry Hopmann, Max John, Theis Hagemeister, Leon Schandl) 6:06,02

5. Niederlande 6:07,77

6. Polen U23 6:11,63

7. Tschechien U23 6:12,54

8. Österreich U23 6:15,24.

Vierer ohne Steuermann (Samstag):

1. Frankreich 6:21,63

2. Deutschland (Marc Kammann, Max John, Theis Hagemeister, Friedrich Dunkel) 6:24,80

3. Österreich 6:29,05

4. Deutschland (Simon Schubert, Malte Großmann, Henry Hopmann, Constantin Conrad) 6:30,17

5. Deutschland U 23 (Max-Lennart Rosenfeld, Leonard Benno Bührke, Klas-Ole Lass, Ben Gebauer) 6:31,00

6. Deutschland U 23 (Julius Lingnau, Jannis Matzander, Leon Braatz, Paul-Eric Klapperich) 6:33,00

7. Niederlande 6:35,25

Zweier ohne Steuermann (Samstag):

1. Frankreich U23 7:11,13

2. Österreich 7:13,99

3. Deutschland (Mark Hinrichs, Tom Tewes) 7:14,84

4. Frankreich U23 7:16,58

5. Frankreich 7:20,14

6. Deutschland (Henning Köncke, Julius Christ) 7:22,96

7. Deutschland U23 (Paul Emil Scholz, Sven Achterfeld) 7:27,26

 

Das Bild hat uns das Team Deutschland-Achter, Carsten Oberhagemann, zur Verfügung gestellt. Danke hierfür.