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Handball – 3. Liga: Kirchzell ging bei den Dragons unter – Starker Einstand von Redkyn in Gelnhausen – Keine Punkte für Hanau

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, musste der TV Kirchzell bei den SGSH Dragons eine deutliche Niederlage hinnehmen. Der TV Gelnhausen rettete gegen den Longericher SC daheim ein Unentschieden. Für Hanau gab es in der Fremde keine Punkte.

 

Schlechte erste Hälfte von Kirchzell

Mit einer deutlichen 29:37 (15:23)-Niederlage kam der TV Kirchzell von den SGSG Dragons zurück. Vor allem die erste Hälfte war richtig schlecht und die Aufholjagd nach dem Wechsel war auch nicht das Gelbe vom Ei. So rangiert der TVK zwar in der Tabelle auf Rang acht, doch der Abstand zu den hinteren Plätzen schrumpft. Kein Wunder dass TVK-Coach Povilas Babarskas nicht gut auf seine Jungs zu sprechen war: “Wir sind schlecht ins Spiel gestartet. Einige meiner Spieler verstehen anscheinend nicht, wie ernst die Situation ist. Ich sage nicht, dass wir Probleme mit dem Klassenerhalt haben, aber sowas wie heute muss nicht sein. Die Einstellung hat bei einigen überhaupt nicht gepasst. Da wird es ernste Gespräche geben.” Diese gab es teilweise schon direkt nach dem Spiel und die Art, wie verloren wurde, will Povilas Babarskas auch nicht am Fehlen von Tom Spieß und Joshua Osifo festmachen. “Das war einzig eine Sache der Einstellung”, betont er noch einmal.

Das 1:0 in der zweiten Spielminute durch Jannik Wolf sollte die erste und letzte Führung gewesen sein. Schnell zogen die Hausherren auf 4:1 (5.) davon. Der TVK kam bis auf 5:6 heran und beim 9:10 (16.) schien es, als wollte der Ausgleich fallen. Doch anstatt, dass das Remis gefallen ist, zogen die Gastgeber innerhalb kürzester Zeit auf 15:9 davon. Auch die Kirchzeller Auszeit half nichts. Es gab seitens des Gastes kein Aufbäumen, keine Gegenwehr, kein gar nichts. Die Hausherren freuten sich, spielten ihren Stiefel herunter und gingen mit 23:15 in die Pause. “Wir haben in der Abwehr nie unseren ‘Mann’ gestanden. Auch die taktischen Dinge, die wir uns vorgenommen hatten, griffen nicht. Mit so einer Abwehrleistung wie in Halbzeit eins hätten wir auch gegen jede Bezirksoberliga Mannschaft 20 Tore kassiert” war der TVK-Coach sauer.

Etwas Besserung nach dem Wechsel

Nach Wiederbeginn war zumindest etwas vom sonstigen Kampfgeist der Kirchzeller zu sehen. Sie ließen sich nicht vom 19:27 (37.) oder 22.29 (43.) beeindrucken. Im Gegenteil. Bei diesem Spielstand sorgten Niklas Ihmer, Louis Hauptmann, Tim Häufglöckner für dass 25:29 (47.). War das die Wende? Rappelte sich der TVK noch einmal auf und  dreht die Partie? Die mitgereisten Fan hofften umsonst, denn es war nur ein Strohfeuer, das aufflammte. Die Hausherren hatten sich schnell wieder gefangen und beim 35:29 (54.) nahm der TVK noch einmal die Auszeit. Doch der Gast erlaubte sich erneut zu viele einfach Fehler. Zwar kam er noch mal auf fünf Treffer heran (28:33, 29:34), doch die Schlussphase gehörte erneut dem Gastgeber. “Wir konnten keine Kreuzung verteidigen. Das hat mir gar nicht gefallen. Heute, nach dem Ausfall von Tom und Joshi, hätten sich andere Spieler von uns zeigen können. Doch wir haben das nicht hinbekommen. Wir kommen auf vier Tore heran, dann gibt es einen Fehlwurf, technische Fehler und der Kopf meiner Spieler ging runter. Man kann und darf verlieren. Keine Frage. Es kommt immer auf das ‘wie’ an. Noch einmal: es ist auch eine Sache der Einstellung. Die hatten heute in meinem Team nicht alle und das macht mir schlechte Laune”, so der TVK-Coach.

 

 TVG rettet Unentschieden gegen Longerich

Freude über den Punktgewinn in letzter Sekunde oder Frust über einen hergeschenkten Sieg: Am Ende wusste beim TV Gelnhausen keiner so recht wohin mit seinen Emotionen. Vor 950 Zuschauern in der Rudi-Lechleidner-Halle trennten sich zum Rückrundenstart die Barbarossastädter vom Longericher SC Köln mit 28:28 (19:14). Der Ausgleich fiel dabei erst in den Schlusssekunden: Nachdem Longerich in der 60. Minute erstmals in Führung gegangen war, verwandelte TVG-Kapitän Jonathan Malolepszy in den letzten Sekunden des Spiels einen Siebenmeter sicher zum Ausgleich. In der Tabelle bleibt der TVG mit nun 26:6 Punkten Zweiter.

Schon vor der Partie gab es Neuigkeiten im TVG-Kader: Als Reaktion auf das anhaltende Verletzungspech verpflichteten die Gelnhäuser für die Rückrunde den Rechtsaußen Dmytro „Dima“ Redkyn, der mit einem Zweitspielrecht vom TV Großwallstadt kommt. Der 21-Jährige stand direkt in der Startformation und feierte zur Freude der TVG-Fans mit vier Toren einen starken Einstand.

Personell mussten die Rot-Weißen weiterhin auf die Langzeitverletzten Leon David (Schulter) und Akos Csaba (Kreuzbandriss) verzichten. Dafür gab es ein positives Comeback: Fynn Broßmann stand nach seinem Mittelhandbruch erstmals wieder auf dem Feld, bekam einige Minuten Einsatzzeit und steuerte direkt einen Treffer zum Punktgewinn bei.

Der TVG erwischte den deutlich besseren Beginn. Vor allem defensiv präsentierte sich das Team zunächst extrem stabil, dazu war Torhüter Alexander Bechert von der ersten Minute an voll da und entschärfte mehrere Würfe. Auch wenn die Gelnhäuser vorne längst nicht alles verwerteten, stand es nach elf Minuten verdient 6:2.

Doch der TVG ließ auch in der Folge zu viele Möglichkeiten liegen, so dass er sich nicht absetzen konnte. Beim Stand von 8:5 sah Longerichs Lennart Leitz die Rote Karte, nachdem er bei einem Wurf vom Gelnhäuser Linksaußen Yannick Mocken den Winkel mit einem großen Schritt gefährlich verkleinern wollte. Den fälligen Siebenmeter setzte Malolepszy jedoch neben das Tor. Es war sein zweiter verworfener Strafwurf an diesem Abend.

Mit Broßmanns Treffer zum 9:5 und Redkyns erstem Tor zum 10:6 (19. Minute) blieb der TVG zunächst vorne. Doch die Fehlwürfe nahmen weiter zu, und Longerich nutzte das konsequent: In der 25. Minute war der LSC beim 12:11 wieder bis auf ein Tor dran. Geiger brachte die erste Spielphase später auf den Punkt: „Wir hatten heute zwei Gesichter. Am Anfang waren wir aggressiv, beweglich, sind gut auf die Werfer rausgetreten und Alex Bechert hat uns mit seinen starken Paraden geholfen. Doch dann haben wir viele Fehler gemacht und die hat Longerich natürlich ausgenutzt.“ Als die Partie zu kippen drohte, zog Gelnhausen noch einmal an. In den letzten Minuten vor der Halbzeit spielte der TVG deutlich klarer, reduzierte die Fehler und kam über Tempo und Druck wieder zu besseren Abschlüssen. 

Ausgeglichen ging es zunächst weiter

Nach dem Seitenwechsel startete das Spiel zunächst ausgeglichen. Torben Fehl traf in der 35. Minute zum 22:16 und zur ersten Sechs-Tore-Führung. Doch Longerich antwortete mit drei schnellen Treffern und verkürzte auf 22:19 – die Partie blieb weiterhin offen. Gelnhausen konnte den Vorsprung zunächst verwalten, doch die Probleme in der Chancenverwertung wurden zum entscheidenden Thema. Immer wieder scheiterten die Rot-Weißen am starken LSC-Keeper Lennard Kull. Der LSC kam in der 47. Minute auf 24:22 heran. Nur eine Minute später musste mit Jonas Kämper allerdings ein weiterer Longericher Spieler nach einer Roten Karte aufgrund der dritten Zeitstrafe vorzeitig vom Platz. Doch die Kölner ließen sich vom Ausfall des Leistungsträgers nicht beirren und glichen in der 53. Minute durch Lennart Woermann zum 25:25 aus. Als der TVG in der Schlussphase durch zwei Treffer von Malolepszy nochmal auf 27:25 stellte, schien das Pendel wieder Richtung Heimsieg zu gehen. Doch erneut waren es Fehlwürfe und Ballverluste, die Longerich eiskalt bestrafte. Drei Tore in Folge brachten den Kölnern in der 60. Minute die erste Führung des Spiels ein: Woermann traf zum 28:27.

Nach einer Auszeit hatte der TVG noch 36 Sekunden, um den Ausgleich zu erzwingen. Der letzte Angriff wurde dramatisch: Vier Sekunden vor Schluss wurde Jonas Dambach bei einer Abwehraktion von Malte Nolting im Gesicht getroffen – die Folge war die dritte Rote Karte für Longerich und ein Siebenmeter für Gelnhausen. Malolepszy trat an und verwandelte sicher in den rechten oberen Winkel zum 28:28. Damit avancierte er mit sechs Treffern zum besten TVG-Schützen des Abends, gefolgt von Finn Trinczek mit fünf Toren. Für Longerich traf Loic Kaysen sechsmal. Geiger zog unter dem Strich ein ehrliches Fazit: „Am Ende muss man sagen, dass das Unentschieden gerecht war, auch wenn wir viel zu viele Fehler gemacht haben. Daran müssen wir arbeiten, damit wir über 60 Minuten linearer und konstanter sind und dem Gegner nicht so viele Möglichkeiten geben.“

 

 

 

Keine Revanche für Hanau in Burscheid

Keine Punkte zum Auftakt der Rückrunde für die HSG Hanau. Die Brüder-Grimm-Städter haben sich am frühen Sonntagabend den Bergischen Panthern geschlagen geben müssen. Beim 28:34 (14:13) in Burscheid blieb die HSG in vielen Phasen der Begegnung unter ihren Möglichkeiten und so auch im Rückspiel gegen die Panther sieglos. HSG-Rückraumakteur Cedric Schiefer stemmte sich mit elf Toren gegen die drohende Niederlage. 

„Das ist eine herbe Enttäuschung für uns, die wir so eigentlich nicht sehen wollten“, meinte HSG-Cheftrainer Axel Spandau nach dem Spielende. „Die ersten 10 Minuten dieser Partie waren aus unserer Sicht fast zum Vergessen. Wir hatten keine Durchschlagskraft und keine Wettkampfmotivation.“ 

Hanau war am Sonntagnachmittag mit reichlich Motivation und vier Spielen ohne Niederlage im Gepäck in Burscheid angereist. Bergold, Rivic & Co. hatten sich vorgenommen, bei den Bergischen Panthern für die Niederlage im Hinspiel Revanche zu nehmen, doch dazu kam es nicht. Bereits in der Anfangsphase hatte der HSG-Rückraum um Lukas Böhm, Cedric Schiefer und Spielmacher Jan-Eric Kleemann so seine Mühe mit der dynamischen 6:0-Deckung des Tabellenzehnten. In der zerfahrenen Begegnung mit vielen technischen Fehlern auf beiden Seiten, gelang Hanau erst in der siebten Spielminute durch Böhm der erste Treffer beim 1:2. Doch auch in der Folge legten die Raubkatzen weiter vor: Über das 4:2 (12.) bauten die Panther den Vorsprung bis auf 8:4 (17.) aus. Spandau legte die Grüne Karte auf den Zeitnehmertisch und redete seinem Team ins Gewissen. 

Danach lief es für die Hessen besser: Cedric Schiefer, der kürzlich seinen Vertrag in Hanau um weitere zwei Jahre verlängert hat, bewies aus dem Rückraum ein ums andere Mal seine Klasse und sorgte mit drei Treffern für das 7:9 (20.). Kurze Zeit später war Jan-Philipp Winkler zum 10:11 erfolgreich, ehe sich Böhm in Unterzahl durch die Abwehr tankte und den 11:11-Ausgleich markierte. Durch den Treffer ihres zweikampfstarken Kreisläufers David Rivic gingen die Gäste mit 12:11 (27.) in Führung und nahmen einen 14:13-Vorsprung mit in die Pause. 

Zunächst wurde Führung verwaltet

Nach dem Seitenwechsel schaffte es Hanau zunächst, die Führung bis zum 17:16 von Winkler zu verwalten, doch wurden die Blau-Weißen immer wieder durch Zeitstrafen zurückgeworfen. Trotz zwischenzeitlichen Rückstands beim 19:22 (41.), kämpfte sich die Spielgemeinschaft beim 21:22 (44.) wieder heran. Eine erneute Führung wollte dem HSG-Team aber nicht mehr gelingen, auch weil man mit der eigenen Chancenverwertung haderte. 

„Am Ende hatten wir einiges an Pech im Abschluss. Das sieht man auch daran, dass Sebastian Hein null Tore erzielt hat und er ist eigentlich einer unserer besten Torschützen.“ Doch Panther-Keeper Georg Mohr hatte sich das Wurfverhalten des jungen Rechtsaußen gut abgeschaut und nahm so einige hochkarätige Chancen der HSG weg. Nach einer weiteren Zeitstrafe, diesmal gegen HSG-Kapitän Bergold in der 53. Minute, enteilten die Panther in Überzahl auf 30:24 (56.) und entschieden damit die Begegnung vorzeitig.