Rudern: Sturm “Kristin” zerstört Bootsflotte – Enormer Materialschaden durch starkes Unwetter in Portugal
Liebe Leserinnen, liebe Leser.
Sturm „Kristin“ verwüstete weite Teile Portugals, betroffen ist auch die Ruder-Nationalmannschaft Männer-Riemen und -Skull, die sich zurzeit im Trainingslager in Lago Azul aufhält. Dort, im Landesinneren, 150 Kilometer nordöstlich von Lissabon gelegen, wurde ein Großteil der Ruderboote zerstört. Der Materialschaden ist enorm, verletzt wurde niemand. Der Schock saß bei allen tief.
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wütete ein Sturm von bislang nicht gekanntem Ausmaß in Lago Azul. Die Bootslager stürzten trotz starker Sicherung durch große Betonklötze um wie Kartenhäuser, die darauf abgelegten und extra festgezurrten Karbonboote brachen auseinander. „Man darf nicht darüber nachdenken, mit welcher Wucht der Sturm getobt hat“, sagt Bundestrainerin Sabine Tschäge und schildert die morgendliche Entdeckung so: „Als wir das Hotel verließen, ahnten wir schon, was uns erwarten würde. Und dann, wenige Minuten später, betritt man einen Friedhof voller kaputter Boote. Viele mit Totalschaden. Das war höhere Gewalt. Wir hatten alles gut gesichert, aber keine Chance.“
Ersatzboote sind unterwegs
Umgestürzte Bäume blockierten die Straßen. Der nahegelegene Kletterpark ist plötzlich weg. Viele Haushalte im nahegelegene Ort Ferreira do Zezere sind noch immer ohne Strom. Anfangs war das Hotel, in dem Sportler und Trainer seit gut einer Woche untergebracht sind, von der Außenwelt abgeschnitten. Mittlerweile sind die Straßen rund um das Hotel notdürftig freigeräumt, Strom fließt dort dank eines Notstromaggregats, das Internet funktioniert zumindest zeitweise wieder.
„Wir waren alle geschockt. Aber trotz der Umstände ist die Moral bei allen eigentlich gut. Wir sagen uns: Davon lassen wir uns nicht beirren, der Blick geht nach vorne“, meint Tschäge. Mit fünf Zweiern, die teilweise repariert werden konnten, sowie zwei Vierern und einem Achter, die unbeschädigt geblieben sind, konnte das Training fortgesetzt werden. „Wir hatten gestern Nachmittag sogar mal eine Einheit ohne Regen“, so Tschäge. Am morgigen Samstag wird neues Bootsmaterial in Lago Azul erwartet. Bootsmeister Markus Schmitz hat sich zusammen mit Felix Feilen am Mittwoch direkt mit einem Bootstransport mit Ersatzbooten, die auch von der Bootswerft Empacher kurzerhand bereitgestellt wurden, auf den Weg ins 2.200 Kilometer entfernte Lago Azul gemacht. Sie werden ganz sicher mit offenen Armen empfangen. Tschäge: „An dieser Hilfsbereitschaft sieht man: Viele Strukturen stimmen bei uns.“
Das Bild hat uns Carsten Oberhagemann zur Verfügung gestellt. Danke dafür






