Von Null auf Neuanfang – Meine Zeit zwischen Schmerz, Lachen und kleinen Wundern
Hallo, Ihr Lieben.
Einige von Euch haben ja mitbekommen, dass ich eine neue Hüfte “verpasst” bekommen habe. Ich habe mal kurz hierzu etwas zusammen geschrieben:
Es war das zweite Mal innerhalb von zweieinhalb Jahren, dass mein Körper plötzlich von Hundert auf Null herunterfuhr. Das erste Mal war es eine Herzmuskelentzündung – diesmal die Hüfte. Fast ein Jahr lang hatte ich mich durchgebissen, alles mögliche ausprobiert, gehofft, dass es irgendwie besser werden würde. Doch am Ende blieb nur die Entscheidung zur Operation – was ich hätte schon viel früher machen sollen. Und obwohl ich genügend Zeit hatte, mich darauf einzustellen, war das Gefühl, wirklich aus dem Alltag herausgerissen zu werden, ganz anders als gedacht.
Von einem Tag auf den anderen drehte sich alles nur noch um mich (was ich nicht gewohnt bin): laufen lernen, üben, herausfinden, was ich nach der OP darf und was nicht. Geduld mit mir selbst zu haben – das fiel mir am schwersten. Der Aufenthalt in der @OCM / @Sana Klinik in München war für mich eine Überraschung, denn a) verlief die OP dank meines überragenden Operateurs Prof. Dr. Kalteis sehr gut (danke noch einmal für alles) und b) waren die paar Tage in der Klinik wirklich gut, denn das gesamte Personal war unglaublich aufmerksam, hilfsbereit und stets zur Stelle – auch nachts, als ich aus Versehen einen Alarm ausgelöst hatte, der fast die ganze Station aufweckte 🙂 
Skepsis vor der Reha
Als ich dann von der Klinik direkt in der Reha @Benedictus Krankenhaus Feldafing ankam, war alles furchtbar fremd für mich. Der erste Tag war schlimm, ich wollte einfach nur nach Hause und Tränen sind geflossen. Doch dann kamen Menschen, die das Herz wärmten: Ärzte, die immer zur Stelle waren, Pflegerinnen und Pfleger, die selbst nachts nach mir schauten, wenn ich mal wieder nicht schlafen konnte. Therapeuten und Therapeutinnen mit einem wahnsinnigen Wissen, mit unendlicher Geduld, die jedes meiner „aber…“ liebevoll parierten, und Servicekräfte, deren Lächeln den Tag ein Stück heller machte.
So wurde aus dem „Ich will heim“ nach und nach ein „Ich bin froh, hier zu sein.“
Komische Momente
Zwischendurch gab es diese kleinen, manchmal unfreiwillig komischen Momente, die alles leichter machten:
Den netten Patienten etwa, der zwar seine Zimmernummer wusste, aber nicht den Weg dorthin (mein Freund half ihm regelmäßig, seine „Heimat“ wiederzufinden). Oder die ältere Dame, die in ihrem Eifer eine Brandschutztür fast auseinandernahm – und plötzlich stand das halbe Pflegepersonal im Flur, versuchte, die Tür wieder “einzurenken”.
Unvergessen auch die liebenswerte ältere Frau, die uns bat, ihre „Zähne“ zu suchen. Wir suchten tapfer nach einem Gebiss – bis klar wurde, dass sie ihren „Zehner“, also zehn Euro, verloren hatte…
Und dann waren da die beiden Mitarbeiter, die sich morgens um halb sechs unter meinem Fenster/Balkon beim Schichtwechsel trafen. Zuerst war ich genervt, weil ich, gerade erst eingeschlafen, wieder aus dem Schlaf gerissen wurde – später wartete ich schon fast auf ihr fröhliches Geplauder, das mich lächelnd wieder für ein halbes Stündchen in den Schlaf schickte.
Zwischen Krankengymnastik, Lymphdrainage, Gangschule, Hockergymnastik und Spaziergängen rund um die tolle Dachterrasse mit Blick auf den Starnberger See wurde mein Alltag langsam wieder lebendig. Ich merkte, wie ich Tag für Tag sicherer wurde. Und neben all den Übungen geschah etwas Wichtigeres: Ich lernte loszulassen. Plötzlich waren die sozialen Medien unwichtig, mein Blog blieb still – und das war in Ordnung. Das Leben fand woanders statt.
In diesen Wochen habe ich erfahren, auf wen ich zählen kann. Manchmal kam Unterstützung von unerwarteter Seite – und manchmal blieb es still, wo ich es nicht erwartet hätte. Aber vor allem habe ich gespürt, was für ein Glück ich mit meinem Freund habe: Er kam jeden Tag nach der Arbeit vorbei, brachte frische Wäsche mit, nahm benutzte mit, um sie am nächsten Tag wieder frisch gewaschen vorbei zu bringen – und ein Lächeln kam täglich gleich dazu. Liebe in ihrer stillsten und schönsten Form. Meine Tochter, die trotz ihrer neuen Arbeitsstelle immer Zeit fand für ein Telefonat fand oder meine Freundin, die mich jeden Abend – pünktlich wie ein Uhrwerk – angerufen hat und wir bei unseren Telefonaten immer viel Spaß hatten, die vielen WhatApps, Sprachnachrichten. Alle kann ich nicht aufzählen, allen kann ich aber danke sagen..
Als ich nach Wochen nach Hause kam, stand da ein „Herzlich Willkommen“-Schild von meiner Tochter – und eines von meinen Mietern. Dazu Blumen. In diesem Moment war es wieder da, dieses warme Gefühl im Herzen: Ich bin angekommen.
Ich bin dankbar für alles, was war – für die Menschen, die mir begegnet sind, für jede Träne, jedes Lächeln und jeden kleinen Fortschritt. Und auch wenn die Hüfte noch nicht (aber fast) perfekt ist, fühlt sich mein Herz leichter an als zuvor. Denn manchmal braucht es eine Zeit des Stillstands, um zu spüren, wie schön das Gehen ist. 🌿






