Handball – 3. Liga: Bittere Niederlage für Kirchzell – Gelnhausen und Hanau mit Siegen
Liebe Leserinnen, liebe Leser.
In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, setzte die HSG Hanau ihren Lauf fort und gewann daheim gegen MT Melsungen II. Der TV Kirchzell musste eine bittere Niederlage gegen Opladen hinnehmen, während der TV Gelnhausen die Punkte aus Friesenheim-Hochdorf mit nahm.
Mit Heimsieg für starke zweite Halbzeit belohnt
Die HSG Hanau hat ihren starken Lauf der letzten Woche weiter fortgesetzt und gewann ihr Heimspiel gegen die MT Melsungen II mit 32:23 (17:15). Vor allem mit dem Beginn der zweiten Halbzeit überzeugte die Mannschaft von Coach Axel Spandau auf ganzer Linie und sprang mit den beiden Punkten zumindest über Nacht auf den dritten Tabellenrang der Staffel. Eine starke Defensivleistung um Abwehrkante Dziugas Jusys und Torhüter Benedikt Müller legte den Grundstein für den 13. Saisonsieg. „Ich spreche dem Team meinen Respekt aus“, lobte HSG-Cheftrainer Axel Spandau nach dem Derbysieg. „In der gesamten zweiten Halbzeit haben wir heute nur acht Gegentore bekommen. Diese intensivere und bessere Abwehrarbeit war heute der Kern unseres Erfolgs.“
Die HSG Hanau war mit drei Siegen in Serie in die Begegnung in der Main-Kinzig-Halle gegangen. Vor 667 Zuschauern trafen sie dabei auf einen Gegner aus Nordhessen, der auf Platz zwölf nicht nur im Abstiegskampf steckt, sondern seit mehreren Wochen auf ein Erfolgserlebnis wartet. Im Hinspiel hatten sich beide Teams noch mit einem 33:33-Unentschieden getrennt. Am Freitagabend kam Hanau besser aus den Startlöchern und erzielte durch Lukas Böhm das 3:1 in der vierten Minute. Doch wie schon in der Vorwoche gegen Saarlouis, trat die Melsunger Mannschaft von MT-Trainer Florian Weiß auch in Hanau mutig auf und blieb in den ersten 30 Minuten ein gleichwertiger Kontrahent. Insbesondere am gegnerischen Torhüter-Duo biss sich die HSG die Zähne aus und vergab in der ersten Hälfte gleich vier Siebenmeter. Über das 7:7 von David Rivic (13.) und dem 11:11 (16.) durch HSG-Kapitän Max Bergold blieben die beiden Teams Kopf an Kopf, wobei Melsungen II das eine oder andere Mal vorlegte.
Mit der Zeit schaffte es Hanau aber mehr Konzentration in sein Spiel zu bringen. Die konsequente Abwehrarbeit, auch gestützt auf den starken Dziugas Jusys im Abwehrzentrum, zwang die MT zu Fehlern und vorne spielten Kleemann, Rivic & Co. sehenswerten Handball: Das Kempa-Zuspiel von Bergold auf Böhm brachte beim 13:11 (18.) die erneute Zwei-Tore-Führung. Die Schlussphase der ersten Halbzeit wurde nun deutlich wilder. Zeitstrafen auf beiden Seiten störten den Spielfluss, dennoch hielten beide Teams das Tempo hoch. Cedric Schiefer netzte aus neun Metern zum 16:13 (26.) ein, ehe Böhm mit dem 17:15 erfolgreich war. Zwischenzeitlich ließ auch Müller im Tor seine Klasse aufblitzen und parierte bärenstark den Strafwurf von Kevin Trogisch.
Defensive Dominanz und Torlauf entscheiden das Spiel
Einige taktische Umstellungen entfalteten mit dem Beginn der zweiten 30 Minuten direkt ihre Wirkung. Vor allem den starken rechten Rückraum der MT, in Person von Jonas Riecke, hatte Hanau gut im Griff. Der Linkshänder erzielte im zweiten Durchgang keinen weiteren Treffer. Mit dem lautstarken Blauen Block im Rücken drehte Hanau nun auf und nutzte die Melsunger Schwäche im Abschluss gnadenlos für sich aus. Nach zwei erfolgreichen Siebenmeterwürfen von Bergold führte die HSG in der 36. Minute bereits mit 21:16 und in der 41. Minute schloss David Rivic den 8:2-Torlauf der Grimmstädter zum 25:17 ab. Melsungen II fiel gegen diese Hanauer Dominanz nicht mehr viel ein. Zwar verkürzte Jonas Wilfer für die Nordhessen noch auf 26:20 (48.), den Sieg ließ sich die HSG aber nicht mehr nehmen. Müller vernagelte in der Schlussphase seinen Kasten und parierte zwei Mal routiniert die Siebenmeterwürfe von Riecke und Trogisch.
Ein Sonderlob verteilte Spandau aber vor allem an seinen Spielmacher: „Gerade Jan-Eric Kleemann hat das mit seiner Spielsteuerung heute überragend gemacht. Daher konnte ich ihn nach der 45. Minute guten Gewissens runternehmen und anderen die Möglichkeit geben, sich zu zeigen.“ Der Hanauer Coach wechselte gründlich durch, brachte auch die Youngster Malte Just, Ben Scharriär und Jannes Hauer in die Begegnung, die ihre Aufgaben ordentlich erledigten. Just gelang so noch das Tor zum 31:23 (59.), nach mustergültigem Anspiel von Dennis Gerst. Der Blaue Block hatte sich da längst geschlossen für Standing Ovations erhoben und honorierte die Leistung der HSG-Sieben mit donnerndem Applaus. „Wir haben momentan einfach einen Lauf und konnten heute zeigen, dass wir im Vergleich zum Hinspiel deutlich dazugelernt haben“, äußerte sich HSG-Kreisläufer Dziugas Jusys nach dem Spielende. „Nach der Halbzeit wollten wir Vollgas geben – und mit unserer aggressiven Abwehr ist uns das gelungen.“
Mit den wichtigen zwei Zählern setzt die HSG Hanau den Tabellennachbarn HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II unter Druck, mit dem die Grimmstädter nach Punkten und Spielen gleichzogen. Zumindest über Nacht gelang so der Sprung auf Platz 3, der zur Teilnahme am DHB-Pokal in der nächsten Saison berechtigen würde.
Bittere Niederlage für Kirchzell
Mit 28:29 (15:15) verlor der TV Kirchzell sein Heimspiel gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn TuS Opladen und tauschte mit diesem die Plätze. Mit 19:23 Punkte steht der TVK nun auf Platz neun. Dabei sah es von Beginn an so gut aus für die Jungs von Trainer Povilas Babarskas. Schnell führten die Kirchzeller in einem bis zum Schluss emotional aufgeladenen Match mit 3:0 (4.), 7:3 (10.) und 10:6 (15.). Bis zum 15:10 (23.) ließen die Einheimischen das Bällchen laufen und hatten den Gegner im Griff. Dann gab es mit der roten Karte für Ievgen Zhuk, nach einer unnötigen Aktion von ihm, einen Bruch im Spiel der Hausherren. Sie kamen völlig aus dem Tritt. Opladen nutzte dies geschickt aus und glich bis zur Pause auf 15:15 aus. Den TVK-Coach ärgerte dies, denn zuvor stand die Abwehr um den gut haltenden Tobias Evers gut.
Guter Auftakt in Hälfte zwei
Nach dem Wechsel hatten sich die Gastgeber einiges vorgenommen und gingen durch Tore von Kapitän Tim Häufglöckner, Jannik Wolf und Tom Spieß schnell mit 18:15 (33.) in Front. Aber die Gäste hatten Lunte gerochen, nutzten jeden Fehler der Kirchzeller aus und stellten innerhalb drei Minuten auf 18:18. Es gelang ihnen in der 42. Minute sogar die erste Führung (21:20), die sie dann wenig später sogar auf 23:21 ausbauten. Der TVK hielt dagegen und nach dem 24:24 (50.) brachte Kapitän Häufglöckner seine Farben wieder in Front. 28:26 stand es drei Minuten vor Schluss. Opladen glich wieder aus. Immer wieder mussten die Hausherren in Unterzahl agieren, was nicht immer nachvollziehbar war und das Heimpublikum auf die berühmte Palme brachte. Die Schützlinge von Trainer Babarskas kämpften unermüdlich weiter, auch als Yann de Waha aufgrund der dritten Zeitstrafe rot sah und sie wieder in Unterzahl agieren mussten. Zuvor hatte es schon Niklas Ihmer “auf die Bank verschlagen”, als er frei durch war und den gegnerischen Keeper im Gesicht traf. Da wäre der TVK eventuell wieder zwei vorne gewesen. So stand es durch ein Tor des Tus-Spielers Schmitz Unentschieden (28:28). Es waren noch ein paar Sekunden zu spielen, als der Opladener Wolfram mit seinem dritten Tor den Sieg erzielte.
Es hatte an diesem Abend einfach nicht sein sollen und es kam alles zusammen. Povilas Babarskas sagte anschließend: “Es ist schwer, jetzt die richtigen Worte nach dieser Niederlage zu finden. Wir haben gut gekämpft, viele Sachen sehr gut gemacht, doch es hat uns in gewissen Situationen einfach die Cleverness gefehlt.”
Arbeitssieg nach verschlafenem Start
Der TV Gelnhausen hat auch die Auswärtshürde beim HLZ Friesenheim-Hochdorf II genommen. Vor 95 Zuschauern im Sportzentrum TV Hochdorf, darunter rund 30 lautstarke Anhänger aus Gelnhausen, setzten sich die ersatzgeschwächten Barbarossastädter mit 37:32 (18:19) durch. Mit nun 34:6 Punkten behauptet der TVG weiterhin den zweiten Tabellenplatz, der am Ende der Saison zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga berechtigen würde.
Das Endergebnis wirkt deutlicher, als es der Spielverlauf lange Zeit vermuten ließ. Über weite Strecken war es eine enge und intensive Begegnung, in der sich der TVG erst spät entscheidend absetzen konnte. Angesichts zahlreicher Ausfälle war es eine solide und reife Vorstellung der Gelnhäuser, die nach anfänglichen Schwierigkeiten zunehmend Struktur und Kontrolle in ihr Spiel brachten.
Der Beginn der Partie verlief aus Gelnhäuser Sicht alles andere als optimal. Friesenheim startete gut in das Spiel, verteidigte bissig und profitierte gleichzeitig von einigen Paraden ihres Torhüters Philipp Wenning. Beim TVG häuften sich Ballverluste im Angriff, während defensiv zunächst der Zugriff fehlte. So gingen die Gastgeber schnell mit 2:0 in Führung und bauten den Vorsprung konsequent aus. In der 9. Minute vergab Kapitän Jonathan Malolepszy beim Stand von 3:6 einen Siebenmeter – ungewohnt für den sonst so sicheren Schützen. Kurz darauf stand es nach zehn Minuten bereits 3:8. „Unser Gegner hat mit wahnsinnig viel Druck angefangen. Für uns war es extrem schwierig, ins Spiel reinzukommen“, erklärte Geiger später.
Doch der TVG fand langsam Antworten. Stück für Stück stabilisierte sich die Defensive und vorne übernahm Malolepszy trotz eines weiteren verworfenen Siebenmeters beim Stand von 7:10 (16.) immer mehr Verantwortung. Auch Winterneuzugang Dima Redkyn traf in dieser Phase mehrfach. Der Rückstand schmolz kontinuierlich, ehe Malolepszy in der 30. Minute erstmals zum 18:18 ausgleichen konnte. Sekunden vor der Pause traf jedoch Simon Schwarz vom HLZ zum 18:19-Halbzeitstand aus Gelnhäuser Sicht.
Gelnhausen hellwach
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Rot-Weißen zunächst wacher als die Gastgeber. Drozdz steigerte sich im Tor und Dambach erzielte in der 33. Minute die erste Gelnhäuser Führung zum 20:19. In der Folge blieb die Partie allerdings eng, da Friesenheim weiterhin gut gegen das Tempospiel der Barbarossastädter arbeitete und keine Mannschaft sich entscheidend absetzen konnte. Erst in der 48. Minute gelang dem TVG der erste Zwei-Tore-Vorsprung durch einen Treffer von Max Bechert zum 28:26. Nur drei Minuten später traf er dann auch zum 30:27 – die erste Drei-Tore-Führung der Partie. Doch Friesenheim stemmte sich gegen die drohende Niederlage. In der 55. Minute verkürzte Lennart de Hooge auf 30:31, das HLZ war wieder in Schlagdistanz. Nun zeigte sich jedoch die Cleverness und Kondition der Gelnhäuser. In der Crunchtime spielte der TVG seine Erfahrung aus, bestrafte Fehler der Gastgeber konsequent und erhöhte nochmals das Tempo.
Ein 6:1-Lauf des TVG brachte die Entscheidung. Simon Belter traf in der 60. Minute schließlich zum 37:31, ehe de Hooge mit seinem Treffer den 37:32-Endstand herstellte. Drozdz war dabei immer häufiger zur Stelle, wenn es brannte, und auch Juniorentorhüter Pilgrim bekam Einsatzminuten und konnte sich auszeichnen. „Für uns waren das zwei sehr hart erkämpfte Punkte“, sagte Geiger nach dem Spiel. „Umso mehr freut es mich natürlich, dass wir hier noch gewonnen haben. Trotz der vielen Ausfälle haben die Jungs heute das Beste aus der Situation gemacht.“
Bester Werfer der Gelnhäuser war Kapitän Malolepszy mit elf Treffern. Dambach überzeugte bei seiner Rückkehr mit sieben Toren. Auf Seiten der Gastgeber waren de Hooge, Theo Straub und Marcel Reis mit jeweils fünf Treffern am erfolgreichsten. Nach dem Abpfiff feierten die TVG-Spieler gemeinsam mit den mitgereisten Fans, die ihr Team über die gesamte Spielzeit lautstark unterstützt hatten.
Das Bild hat uns der TV Kirchzell zur Verfügung gestellt. Danke dafür





