Handball – 3. Liga: Knappe Niederlage für Kirchzell – Torfestival in Hanau – Gelnhausen feiert Derbysieg
Liebe Leserinnen, liebe Leser.
In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, ist die Saison 2025/26 Geschichte. Zum Abschluss der Runde musste der TV Kirchzell daheim eine Niederlage gegen Dutenhofen/Münchholzhausen II hinnehmen. Die HSG Hanau feierte ein Torfestival über Absteiger Haßloch. Gelnhausen feierte auswärts einen Derbysieg gegen Nieder-Roden.
Am Ende hat es für Kirchzell nicht zum Sieg gereicht
Zum Ende der Saison gelang dem TV Kirchzell kein Sieg mehr vor heimischem Publikum. Den Tick cleverer agierten die Gäste aus Dutenhofen/Münchholzhausen in der Miltenberger Sporthalle, um am Ende mit 25:23 (13:13) zu gewinnen. Allerdings blieben die Kirchzeller trotz der Niederlage auf dem neunten Tabellenplatz, also einstellig – wie es der Trainer Povilas Babarskas vor Rundenanfang ausgelobt hatte.
Beie Mannschaften zeigten sich kämpferisch gut, beide stellten eine sehr gute Abwehr, beide hatten so ihre Probleme im Angriff. Kein Wunder, dass es in der neunten Spielminute noch 3:3 stand. Kurz danach knickte Rückraumschütze Joshua Osifo um und konnte in der Folge nicht mehr eingesetzt werden. Das war natürlich ein herber Verlust und der TVK hatte Probleme, die neuerdings mit einer 6-0-Abwehr agierenden Gäste aus dem Gleichgewicht zu bringen. In der 17. Minute stand es 5:5, zwei Minuten später 5:7. TVK-Coach Povilas Babarskas reagierte, brachte den siebten Feldspieler und seine Jungs kämpften sich wieder heran (11:12) und mit einem 13:13 ging es in die Kabinen.
TVK geriet in Rückstand
Allerdings handelten sich die Hausherren quasi mit dem Pausenpfiff eine Zeitstrafe wegen Nichteinhalten des Abstands ein, so dass sie nach dem Wechsel zunächst in Unterzahl agieren mussten. Nach dem 15:15 (34.) setzte sich die HSG so langsam aber sicher ab (17:18, 17:21 – 50.). In dieser Phase waren es ein paar Ungenauigkeiten und eine starke HSG-Abwehr, die den TVK ins Hintertreffen geraten ließ. 19:23 stand es in der 53. Minute. Doch die Gastgeber bliesen zur Aufholjagd, stellten selbst eine sehr gute Defensive und kamen auf 23:24 heran. Vier Sekunden vor Schluss gelang den Gästen der 25. Treffer und damit war die Niederlage besiegelt.
Abschiede
Nach dem Spiel gab es auch Abschiede zu verkünden und wie bereits angekündigt, werden Oleh Soloviov, Antonio Schnellbacher und Louis Hauptmann nächste Saison wohl nicht mehr auf dem Spielberichtsbogen stehen. Doch alle drei werden anscheinend nicht zu einem anderen Verein wechseln, denn alle haben ihren Spielerpass beim TVK gelassen.
Die Gründe für die Pause sind andere: Louis plant erst einmal aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht mit Handball, Oleh zieht es zu seiner Freundin nach Würzburg und Antonio macht wegen seines zeitaufwändigen Jobs erst einmal eine Pause.
HSG Hanau feiert Torfestival zum Saisonfinale
Saisonabschluss nach Maß für die Drittliga-Handballer der HSG Hanau. In der letzten Partie der Spielzeit 2025/26 kamen die Grimmstädter zu einem deutlichen 36:26 (18:12)-Heimsieg über Absteiger TSG Haßloch. Zum Abschied von Max Bergold, Nils Schröder, Saad Khan und Co-Trainer Kai Nober lieferten die Blau-Weißen noch einmal ein wahres Torfestival ab und sammelten wichtige zwei Punkte in der Staffel Süd-West, die vielleicht noch über die Teilnahme am DHB-Pokal im kommenden Jahr entscheiden könnten.
„Ich bin sehr froh, dass wir eine Reaktion auf die misslungene erste Halbzeit in Dutenhofen gezeigt haben“, lobte HSG-Cheftrainer Axel Spandau sein Team nach Spielende. „Die Mannschaft hat das hervorragend gemacht, jeder hat seine Spielanteile erhalten und Nils Schröder als erfolgreichster Torschütze auch noch einen schönen Abschluss bekommen. Was besseres kann man sich kaum vorstellen.“
Bei den Verabschiedungen am späteren Abend blieb dann kaum ein Auge trocken: Dass sich Kreisläufer Nils Schröder in seinem letzten HSG-Spiel zuvor mit acht Treffern als Mann des Abends auszeichnen konnte, war dabei nur die Kirsche auf der Torte. Saad Khan hütete noch einmal 60 Minuten lang das HSG-Tor, während Co-Trainer Kai Nober von der Seitenlinie ein letztes Mal das Hanauer Spiel dirigierte. Ein Wermutstropfen blieb: HSG-Kapitän Max Bergold konnte nach seiner Knieoperation nicht mitwirken, wurde beim anschließenden Spalierstehen seiner Teamkollegen aber gebührend und mit viel Applaus durch den Blauen Block verabschiedet.
Schröder glänzt bei emotionalem Heim-Abschied
Handball wurde vor über 700 Zuschauern auch noch gespielt: Gegen die bereits abgestiegenen Gäste aus Haßloch drückte Hanau von Beginn an auf das Tempo. Jan-Philipp Winkler vertrat auf der Mittelposition wieder den verletzten Spielgestalter Jan-Eric Kleemann und glänzte dabei mit reichlich Torgefahr und fünf Treffern direkt im ersten Durchgang. Auch Schröder wurde mehrmals mustergültig am Kreis in Szene gesetzt und traf dabei zum 3:1 (5. Minute) und 9:4 (14.) für die Spielgemeinschaft aus Kesselstadt und Steinheim.
Eines musste man der TSG Haßloch zugutehalten: Die Rumpftruppe von Trainer Christian Job war nicht als lockerer Sparringspartner in Hanau angereist, sondern hielt tapfer dagegen und setzte durch den starken Sebastian Bösing (8 Treffer) und Torhüter Loic Modzinski einige Akzente. Bis zum 10:13 (23.) von Yannick Treiber waren die Gäste an den Hanauer dran, ließen zum Ende der ersten Halbzeit aber immer mehr Federn. Dziugas Jusys baute mit seinem verwandelten Siebenmeter die Hanauer Führung auf 18:12 zur Pause aus.
Der Beginn der zweiten Halbzeit wurde dann überschattet durch die schwere Schulterverletzung von Julian Fulda. Nach einer Abwehraktion ging der Hanauer Linksaußen zu Boden und konnte nicht mehr weitermachen – er musste sogar später vom Rettungsdienst abgeholt werden. Für Fulda übernahm HSG-Youngster Jannes Hauer die Position, der ein gutes Spiel zeigte und sich mit vier Treffern in die Torschützenliste eintrug.
Hanau zieht früh davon und wahrt Pokal-Hoffnung
Der restliche Verlauf der zweiten Hälfte ist schnell erzählt. Hanau behauptete seine Führung und hielt die Gäste weiter auf großer Distanz. Das 24:16 (39.) von Cedric Schiefer bedeutete mehr oder weniger die Vorentscheidung für die HSG, denn der TSG schien nun mit ihrem begrenzten Kader deutlich die Puste auszugehen. Das 28:18 auf der Anzeigetafel, nach einem schön herausgespielten Treffer von Hauer, brachte erstmals die 10-Tore-Differenz für die HSG in der 45. Minute. Winkler machte mit seinem 30:19 (49.) die dreißig Stück voll.
Bei eigener 35:25-Führung nahm Spandau in der 59. Minute seine letzte Auszeit und gab so den vier scheidenden HSG-Akteuren die Möglichkeit sich unter Standing Ovations des Publikums aus der Main-Kinzig-Halle zu verabschieden. Die letzten anderthalb Minuten bestritt das Hanauer Drittliga-Team unter lautstarken „HSG“-Sprechchören und feierte im Anschluss mit seinen blau-weißen Fans.
TV Gelnhausen fährt Derbysieg in Nieder-Roden ein
Der TV Gelnhausen hat eine herausragende Saison 2025/26 mit einem weiteren Derbysieg abgeschlossen. Am letzten regulären Spieltag gewannen die Barbarossastädter auswärts bei der HSG Rodgau Nieder-Roden mit 36:31 (16:16). Vor 552 Zuschauern in der RODAUSTROM Sportarena bestätigte der TVG einmal mehr seine starke Form und geht nun mit viel Selbstvertrauen in die Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga. Für das kommende Spiel gegen den Top-Favoriten TV Emsdetten (Samstag, 19.30 Uhr, Rudi-Lechleidner-Halle) sind bereits über 1000 Tickets verkauft. Karten sind weiterhin über den Online-Ticketshop erhältlich.
Mit 51:9 Punkten beendet Gelnhausen die Hauptrunde wie bereits im Vorjahr auf dem zweiten Tabellenplatz. Dabei erzielte der TVG im Vergleich zur Vorsaison sogar 69 Tore mehr, kassierte allerdings auch 28 Gegentreffer zusätzlich und holte einen Zähler weniger. Während man in der Vorsaison allerdings weitestgehend vom Verletzungspech verschont wurde, musste Cheftrainer Matthias Geiger in dieser Spielzeit immer wieder massiv improvisieren. Umso größer ist die Wiederholung des letztjährigen Erfolgs einzuschätzen.
Denn auch dieses Mal war die personelle Lage beim TV Gelnhausen extrem angespannt. Neben Akos Csaba (Kreuzbandriss) und Finn Trinczek (Schienbeinprobleme) fehlte auch Simon Belter weiterhin. Der Rechtsaußen verletzte sich nach seiner Sprunggelenksverletzung im Aufbautraining zusätzlich am anderen Fuß und wird voraussichtlich auch die Aufstiegsrunde verpassen. Hinzu kam, dass Dima Redkyn zeitgleich für seinen Stammverein TV Großwallstadt im Einsatz war und Rückraumspieler Jonas Dambach unter der Woche berufsbedingt nicht trainieren konnte, weshalb er nur begrenzte Einsatzzeit erhielt. Geiger stand somit erneut nur ein gelernter Linksaußen und kein etatmäßiger Rechtsaußen zur Verfügung. Umso erfreulicher war das Comeback von Kreisläufer Leon David, der nach langer Schulterverletzung erstmals wieder auflief und phasenweise auf Rechtsaußen aushalf.
Das Derby begann von Beginn an temporeich. Beide Mannschaften drückten aufs Tempo und suchten immer wieder den schnellen Abschluss. Zunächst konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. In der elften Minute ging Nieder-Roden durch Sam Hoddersen erstmals mit zwei Toren in Führung (8:6), doch der TVG blieb dran. Auf beiden Seiten konnten sich die Torhüter immer wieder auszeichnen. Während Philipp Hoepffner mehrfach stark für die Gastgeber parierte, zeigte auch Alex Bechert im TVG-Tor starke Paraden.
Mitte der ersten Hälfte übernahm Gelnhausen dann kurzzeitig die Kontrolle. Jonathan Malolepszy traf in der 24. Minute zum 15:12 und brachte den TVG erstmals mit drei Toren in Führung. Doch auch die „Baggerseepiraten“ ließen sich nicht abschütteln und kämpften sich bis zur Pause wieder zurück. Mit dem 16:16-Halbzeitstand ging es leistungsgerecht in die Kabinen.
Partie blieb zunächst offen
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst offen. Nach 40 Minuten stand es 21:21. Dann verschaffte sich der TVG jedoch langsam Vorteile. Vor allem die schnelle Mitte bereitete Nieder-Roden zunehmend Probleme. Immer wieder antworteten die Gelnhäuser direkt auf Gegentore und nutzten zusätzlich technische Fehler der Gastgeber konsequent aus. Zudem agierte die TVG-Abwehr immer kompakter. „Wir konnten das Tempospiel von Nieder-Roden besser kontrollieren und haben keine einfachen Tore mehr bekommen. Das war extrem wichtig“, erklärte Geiger.
In der 46. Minute erhöhte Yannick Mocken auf 28:24 und sorgte damit erstmals für eine Vier-Tore-Führung. Kurz darauf hielt Daniel Drozdz mit einer Siebenmeter-Parade den Vorsprung fest. Nieder-Roden stemmte sich zwar weiterhin gegen die Niederlage, doch der TVG ließ sich die Kontrolle nicht mehr nehmen. Beim 33:29 vier Minuten vor Schluss deutete sich nicht mehr an, dass das Derby noch einmal kippen könnte. Malolepszy erhöhte eineinhalb Minuten vor Schluss sogar auf 36:30.
Die letzte Minute gehörte dann jedoch ganz Johannes von der Au. Der langjährige Führungsspieler der HSG Rodgau Nieder-Roden, der eine berufsbedingte Handballpause einlegen wird, wurde emotional verabschiedet. Während einer Auszeit eine Minute vor Schluss applaudierten ihm die Spieler und Fans beider Mannschaften. Dem 28-Jährigen war die Rührung deutlich anzusehen. Als das Spiel weiterging, ließ der TVG den Nieder-Rodener gewähren, sodass von der Au mit seinem letzten Treffer zum 36:31 noch einmal einen besonderen Schlusspunkt setzen konnte. Die Gelnhäuser präsentierten sich dabei als fairer Gast und unterstrichen damit auch die enge Verbindung und gute Zusammenarbeit beider Vereine, die in den letzten Jahren immer weiter gewachsen ist.
HSG-Trainer Christian Sommer sagte nach der Partie: „Das war ein tolles Spiel für die Zuschauer. Gelnhausen hat wirklich brutale Qualität. Sie können über 60 Minuten im Tempo bleiben.“ Auch Geiger zeigte sich nach dem Derby sehr zufrieden: „In der zweiten Hälfte waren wir noch einen Tick besser und haben uns den Sieg verdient. Trotz der vielen Ausfälle haben das alle Spieler wirklich toll gemacht.“
Nun richtet sich der Fokus vollständig auf die Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga. Dort trifft der TVG in Hin- und Rückspielen auf den TV Emsdetten sowie auf den EHV Aue oder den MTV Braunschweig. Zum Auftakt der Aufstiegsrunde empfängt der TV Gelnhausen am kommenden Samstag um 19.30 Uhr den TV Emsdetten in der Rudi-Lechleidner-Halle. Karten sind weiterhin über den Online-Ticketshop erhältlich.
Das Bild hat uns der TV Kirchzell zur Verfügung gestellt. Danke dafür





