Handball – 3. Liga: Gelnhausen setzt Ausrufezeichen – Hanau mit erstem Saisonsieg
Liebe Leserinnen, liebe Leser.
In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, gewann Gelnhausen in Leutershausen, Hanau gewann gegen Vallendar.
TV Gelnhausen setzt Ausrufezeichen in Leutershausen
Der TV Gelnhausen hat seinen starken Saisonstart eindrucksvoll bestätigt. Am fünften Spieltag setzten sich die Barbarossastädter vor 536 Zuschauern in der Heinrich-Beck-Halle mit 29:23 (11:11) bei Saase3 Leutershausen durch. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte fand der TVG nach der Pause offensiv immer besser ins Spiel und zeigte bei einer der bislang stärksten Mannschaften der Liga einen souveränen und reifen Auswärtsauftritt. Mit nun 9:1 Punkten bleibt Gelnhausen auf dem zweiten Tabellenplatz der Süd-West-Staffel.
Dabei musste Trainer Patrick Beer erneut improvisieren. Jonas Dambach fehlte weiterhin aufgrund seiner Fußprobleme, Torhüter Alexander Bechert wegen seiner Kniebeschwerden und Max Bechert aufgrund seines Mittelhandbruchs. Zusätzlich musste Rechtsaußen Simon Belter krankheitsbedingt passen. Damit standen mit Ákos Csaba und Benjamin Wörner nur zwei Linkshänder zur Verfügung. Auch am Kreis waren die Möglichkeiten begrenzt. Torben Fehl war der einzige Kreisläufer im Kader, sodass der TVG phasenweise wieder mit vier Rückraumspielern agierte. Erfreulich war dagegen die Rückkehr von Henrik Müller nach längerer krankheitsbedingter Pause.
Die bis dahin noch ungeschlagenen Leutershäuser erwischten zunächst den etwas besseren Start und führten nach acht Minuten mit 4:2. Der TVG leistete sich im Angriff einige technische Fehler, fand aber zunehmend über die Defensive in die Partie. Vor allem Bruno Minerva setzte früh wichtige Akzente und entschärfte mehrere gute Möglichkeiten der Gastgeber. Gestützt auf den starken Rückhalt im Tor und die gute Abwehrarbeit drehte Gelnhausen die Partie anschließend mit einem 4:0-Lauf. Müller vollendete die Serie in der 13. Minute mit dem Treffer zum 6:4. Für den Rückkehrer war es ein gelungenes Comeback, das er mit insgesamt zwei Treffern krönte.
Dennoch blieb die Partie eng. Auch Leutershausens Torhüter Jonas Maier zeigte mehrere Paraden, während sich auf beiden Seiten immer wieder technische Fehler im Angriff einschlichen. Die Gastgeber ließen sich nicht abschütteln und glichen in der 21. Minute zum 7:7 aus. Gelnhausen behauptete jedoch zunächst die Führung und lag in der 23. Minute wieder mit 10:8 vorne.
Kurz vor der Pause wurde es noch einmal turbulent. Der Leutershäuser Tim Burkard sah nach einem Foul an Fynn Hilb 23 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff die Rote Karte. Der TVG konnte den anschließenden Angriff jedoch nicht nutzen. Weil Gelnhausen aufgrund einer eigenen Zeitstrafe den Torhüter für einen zusätzlichen Feldspieler vom Feld genommen hatte, gelang der Wechsel zurück nicht schnell genug. Simon Reisig erkannte die Situation und traf mit der letzten Aktion aus der eigenen Hälfte zum 11:11-Pausenstand.
TVG startete gut
Nach dem Seitenwechsel kam der TVG besser aus der Kabine. Minerva knüpfte mit weiteren Paraden an seine starke erste Hälfte an, während Gelnhausen offensiv dreimal in Folge traf. Ákos Csaba sorgte in der 33. Minute mit seinem Tor für den 14:11-Zwischenstand. Leutershausen kämpfte sich allerdings erneut zurück und glich in der 42. Minute durch einen Siebenmeter von Niklas Krämer zum 16:16 aus.
Der TVG ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und antwortete mit einem 4:0-Lauf. Yannick Mocken vollendete die starke Phase in der 47. Minute mit dem Treffer zum 20:16 und sorgte damit zugleich für die erste Vier-Tore-Führung der Barbarossastädter. Krämer, der mit acht Treffern bester Torschütze der Gastgeber war, hielt Leutershausen zwar weiter im Spiel, doch die Gelnhäuser Defensive wurde nun immer stärker. Dabei überzeugte der TVG als geschlossene Mannschaft und verteilte die Verantwortung auf viele Schultern. Auf TVG-Seite waren Kapitän Jonathan Malolepszy mit sieben Toren und Hilb mit sechs Treffern die erfolgreichsten Schützen.
In der 53. Minute bot sich Leutershausen beim Stand von 23:21 noch einmal die Chance auf den Anschlusstreffer. Doch Minerva war erneut zur Stelle. Danach machte der TVG endgültig den Deckel auf die Partie. Mit einem weiteren 4:0-Lauf zogen die Barbarossastädter auf 27:21 davon. Hilb vollendete die Serie dreieinhalb Minuten vor Schluss und sorgte damit für die endgültige Entscheidung. Jannik Geisler setzte in der 60. Minute mit dem Treffer zum 29:23 den Schlusspunkt.
„Wir sind in der ersten Spielhälfte nicht so ins Tempospiel gekommen, wie wir es gewohnt sind. Umso mehr muss ich den Jungs ein Kompliment machen, wie sie im Laufe des Spiels Lösungen gefunden haben. Im zweiten Durchgang haben wir das Tempospiel besser eingebunden und am Ende auch aufgrund einer überragenden Abwehr verdient gewonnen“, sagte Beer.
Endlich der erste Saisonsieg
Nach drei Niederlagen in Serie zu Beginn der Saison landete die HSG Hanau ihren ersten Saisonsieg. Gegen den Aufsteiger HV Vallendar ballerten sich Kleemann, Schiefer und Co. zum 35:29 (17:15) Heimsieg. Mit einer deutlich verbesserten Angriffsleistung konnte das von Trainer Axel Spandau ausgegebene Ziel, die 30-Tore-Marke zu erreichen, erreicht werden. Vor 457 Zuschauern haben Dennis Gerst und Ben Scharriär ein Sonderlob vom Trainer erhalten.
„Das war aus unserer Sicht das erwartete harte Stück Arbeit, was in unserer Situation auch selbstverständlich ist”, sagte Trainer Spandau nach Abpfiff. „Das Sieben-gegen-sechs-Angriff von Vallendar hatten wir sehr gut im Griff, vor allen Dingen haben wir Gegentore immer wieder schnell mit einem eigenen Tor beantwortet. Der Knackpunkt kam in der 46. Minute: Bene Müller hat den Siebenmeter gehalten, Dennis Gerst hat auf der verschobenen Eins gedeckt, hat dem Gegner den Rhythmus genommen — und dann lief die Maschinerie fast wie geschmiert.”
Die Mannschaft hatte sich vorgenommen, die ersten beiden Punkte einzufahren und alles auf der Platte zu lassen: Mit dem 35:29-Heimsieg haben sie dies unterstrichen. Auch wenn das Spiel lange Zeit ausgeglichen war. Der Blaue Block honorierte die Leistung lautstark; 457 Zuschauer erlebten einen Abend, der zeigte, welches Potenzial in den Grimmstädtern steckt. Auf Vallendarer Seite war Jan Waldgenbach ständiger Unruheherd und mit acht Treffern bester Torschütze seines Teams. Auf Seiten der Hanauer war Cedric Marquardt Toptorschütze mit sieben Treffern, davon drei Siebenmetern, was eine hundertprozentige Quote vom Strich war.
Hanau legt vor, Vallendar zieht nach
Erstmals in dieser Saison starteten die Blau-Weißen mit einer 1:0-Führung in ein Spiel. Nach rund drei Minuten und zwei Paraden von Benedikt Müller, unter anderem einem Siebenmeter, führten die Gastgeber 2:0 durch Cedric Marquardt. Im Gegenzug traf Vallendar auch erstmalig zum 2:1. Schon zu Beginn der Partie war es ein Geduldsspiel geworden. Wie im Vorfeld vom Trainerteam analysiert, agierten die Gäste im sieben-gegen-sechs und spielten ihr Angriff lange und geduldig aus. Die Führung zu Beginn des Spiels brachte für die Hausherren nicht die erhoffte Sicherheit und so waren nach zwei Angriffen ohne Torerfolg beim 3:4 wieder ein Rückstand auf der Anzeigetafel. Doch im direkten Gegenzug erzielte Dziugas Jusys, nach einem Expresspass von Cedric Schiefer, gleich wieder den Ausgleich zum 4:4. Nun wogte das Spiel hin und her. Nach drei Treffern ins verwaiste leere Tor der Gäste sowie einem Treffer von Sebastian Hein von Rechtsaußen führte die HSG wieder mit 8:6. Doch der Gast aus dem Landkreis Mayen-Koblenz ließ sich nicht abschütteln und kontert zum 8:8-Ausgleich. Nach einem Fehlwurf auf das leere Tor nahmen die Gäste ihr erstes Team-Time-Out. In Folge der Auszeit überwand Kalani Schmidt Müller vom Siebermeterpunkt zum 8:9.
Bis zur 25. Minute sahen die Zuschauer ein Spiel mit wechselnden Führungen und einen offenen Schlagabtausch. Doch fünf Minuten vor der Halbzeit erhöhte Hanau den Druck in Angriff und Abwehr. Durch eine agile Abwehr und einem parierenden Benedikt Müller sowie zwei Tempogegenstößen durch Geerken und Hein erhöhte Hanau auf 16:13 binnen drei Minuten. Bis zur Halbzeit verkürzten die rot gekleideten Gäste nochmals auf 17:15 aus Hanauer Sicht.
Knackpunkt in der 46. Minute
Die Grimmstädter starteten entschlossen in den zweiten Durchgang: Lukas Böhm erhöhte auf 18:15 (31.), ehe Vallendar auf 18:17 verkürzte und die Partie wieder eng gestaltete. Cedric Marquardt verwandelte zwei Siebenmeter zur Zwei-Tore-Führung (34., 35.). Schiefer erzielte mit dem 21:18 wieder eine drei Tore Führung, die bis zum 23:20 Bestand hatte. Von Sicherheit in dieser Phase war bei den Hausherren noch nicht viel zu sehen. Denn Vallendar ließ nicht locker: die Waldgenbach-Brüder, Torben und Jan, brachten ihre Mannen beim 22:23 wieder auf Tuchfühlung. Bis zum 26:25 war das Bild immer gleich. Hanau legte vor und Vallendar zog nach.
Doch eine Unkonzentriertheit im Abschluss gab dem HVV die Gelegenheit zum 26:26-Ausgleich zu kommen. Dann kam der Moment, der die Partie entschied. Torben Waldgenbach setzte zum eins-gegen-eins-Duell gegen Cedric Schiefer an. Dieser konnte ihn nur auf Kosten eines Strafwurfs stoppen. Zum dritten Mal hieß das Duell Benedikt Müller gegen Kalani Schmidt. Dieser täuschte einmal an, knickte nach rechts ab. Doch Müller ließ seine Pranken oben und hielt so seinen zweiten Siebenmeter an diesem Abend und Schiefer sicherte den Abpraller.
Auf der Gegenseite zog Marek Schöber mit all seiner Dynamik an und wurde auf Kosten einer Zeitstrafe gestoppt. Die anschließende Überzahl nutzte die HSG mit einem Treffer von Dziugas Jusys zum 27:25. Müller hielt in den folgenden Abwehraktionen. Dennis Gerst tankte sich zum 28:25 durch und eroberte in der anschließenden Abwehraktion gleich nochmal den Ball zurück. Somit gab es die Chance auf vier Tore davon zu ziehen. Marek Schöber nutzte die sich bietende Lücke und schloss erfolgreich zur ersten vier Tore-Führung für die Gastgeber. Vallendar nahm nun seine zweite Auszeit. Doch sie sollte nichts helfen. Gerst mit seinem zweiten Steal, belohnt sich selber und schloss seinen Tempogegenstoß zum 30:25 (51.) ab. Diese Aktionen gehaltener Siebenmeter und Ballgewinne in der Deckung gaben der HSG jetzt die notwendige Sicherheit. Über 31:26 und 34:27 gestalteten die Hanauer die Schlussphase souverän. Am Ende stand ein deutlicher und erleichternder 35:29 Heimsieg zu buche.
Kapitän Jan-Eric Kleemann war erleichtert: „Das wichtigste heute Abend, war es den Heimsieg einzufahren. Jetzt heißt es im Training weiter fleißig zu sein, um nächste Woche ein gutes Auswärtsspiel abzuliefern. Ein hervorragendes Spiel hat Ben Scharriär gemacht, der David Rivic am Kreis super vertreten hat und auch aus dem Rückraum Akzente setzen konnte. Dziugas Jusys hat die Abwehr hervorragend koordiniert — und am Ende haben wir einen verdienten sechs Tore Sieg eingefahren, der die Basis legt für die nächsten Wochen. Ich danke dem Blauen Block für die lautstarke Unterstützung, die uns gerade in den engen Phasen getragen hat.”






