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Reisetipp: Toskana – eine Region, in die ich mich verliebt habe

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Als mein Freund mit der Idee kam, ein paar Tage in die Toskana zu fahren, war ich zunächst ziemlich skeptisch. Italien? Toskana? Das war so gar nicht mein Ding und ich wusste nicht recht, was mich erwarten würde. Heute kann ich sagen: Meine Skepsis war völlig unbegründet. Ich habe mich in diese Region verliebt – und würde jederzeit wieder hinfahren.

Schon die Anreise hatte ihren ganz eigenen Charme. Wir starteten bei herrlichem Wetter in Starnberg. Dort waren es morgens um sechs Uhr bereits 19 Grad, doch am Brenner holte uns die Realität ein: sechs Grad und Regen. Na bravo! 😂 Kaum hatten wir die Grenze nach Italien passiert, änderte sich das Bild innerhalb kürzester Zeit. Plötzlich zeigte das Thermometer 25 Grad und die Sonne schien. So durfte es gerne weitergehen.

Unser Zuhause für die nächsten Tage war die Villa Sassolini in Montevarchi-Moncioni – ein kleines, wunderschönes Hotel mit großartigen Menschen, einer traumhaften Umgebung und einem ganz besonderen vierbeinigen Bewohner: Hugo. Der französische Bulldoggen-Mann hatte seinen ganz eigenen Kopf und konnte durchaus launisch sein. Wir sollten ihn noch richtig kennenlernen.

Bevor wir eincheckten, machten wir noch einen Abstecher nach Monteriggioni. Schon dieser kleine Ort hat mich begeistert. Der wunderschöne Dorfplatz, die historische Anlage und die kleine Kirche – alles wirkte wie aus einem Bilderbuch.

Dann endlich die Villa Sassolini. Unser Zimmer war fantastisch und hatte sogar einen eigenen Aufgang zur Dachterrasse. Von dort oben bot sich uns ein Blick über die gesamte Region. Traumhaft. Für die nächsten Tage sollte dieser Platz morgens oder abends unser ganz persönlicher „Ort zum Seele baumeln lassen“ werden.

Abends saßen wir im wunderschönen Hotelgarten direkt am Pool und aßen zu Abend. Der Koch zauberte ein fantastisches Menü, die Bedienung war unglaublich nett und aufmerksam. Spätestens da war klar: Hier konnten wir es aushalten. Sehr gut sogar. 😊

Pisa, Lucca, Siena und Pienza – eine unglaubliche Fülle an Eindrücken

Am nächsten Tag ging es nach Pisa. Natürlich zieht der schiefe Turm die Blicke auf sich, aber Pisa hat noch viel mehr zu bieten. Besonders beeindruckt hat mich die alte Stadtmauer, auf der man kilometerweit entlanggehen kann. Immer wieder boten sich wunderschöne Blicke in begrünte Hinterhöfe. Dazu die imposante Kathedrale und der Cimitero Ebraico – Pisa war für uns ein Tag voller unterschiedlicher Eindrücke.

Danach ging es weiter nach Lucca. Wieder so ein bezaubernder Ort, der seinen ganz eigenen Charme besitzt.

Und dann kam Siena.

Ich weiß gar nicht, wie ich diesen Ort beschreiben soll. Diese alten Kathedralen, die wunderschönen Plätze, die engen Gassen und überall Menschen, die zusammensitzen, erzählen, Wein trinken und einfach das Leben genießen. Keine Hektik, kein Geschubse – stattdessen eine Atmosphäre, die man selbst erlebt haben muss. Siena war für mich eine ganz andere Welt.

Doch mein persönlicher Höhepunkt dieser Reise sollte noch kommen: Pienza. Ich habe mich in diesen Ort sofort verliebt. Die Piazza Pio II, San Francesco und überall diese liebevollen Details. Besonders eine Sonnenblume vor der Kirche, aus vielen Blumen und Gräsern gestaltet, hat es mir angetan.

Und dann das Val d’Orcia. So etwas Schönes hatte ich lange nicht gesehen. Ich stand dort und hatte tatsächlich fast Tränen in den Augen. Diese Landschaft war einfach überwältigend.

Danach ging es noch nach Montalcino – ein weiterer wunderschöner Ort in einer Region, die scheinbar an jeder Ecke eine neue Überraschung bereithält.

Am Abend kamen wir glücklich, aber ziemlich erschöpft zurück in die Villa Sassolini. Und dann wartete Hugo. Er war offenbar der Meinung, dass nur einer von uns beiden ins Haus durfte. Mein Freund war an diesem Tag wohl lange genug unterwegs gewesen und sollte seiner Meinung nach besser draußen bleiben. 😂

Er zeigte jedenfalls sehr deutlich, dass er ihn nicht ins Haus lassen wollte. Das Gesicht der beiden – Mann und Hund – sprach Bände und Hugo’s Herrchen musste ihn schließlich zurückpfeifen. Wir haben herzlich gelacht – und damit war für die kommenden Tage unser Running Gag geboren.

Auf Serpentinen und mit ziemlich viel Adrenalin

Auch die Fahrten zwischen den einzelnen Orten waren ein Erlebnis für sich. Die Straßen waren teilweise unglaublich eng, und die Einheimischen fahren dort – vorsichtig ausgedrückt – wie die Gesengten. 😂

Dazu kamen kurvige Straßen und Serpentinen, die sich teilweise so steil nach oben oder unten schlängelten, dass man schon ein bisschen Vertrauen in das eigene Auto brauchte. Dafür wurde man immer wieder mit fantastischen Ausblicken über die Landschaft belohnt.

Die wohl heftigste Begegnung hatten wir allerdings mit einem Schulbus. Wir fuhren durch einen winzigen Ort mit vielleicht drei oder vier Häusern. Weil es dort keine Bushaltestellen oder ähnliches gab, kam der Schulbus und holte die Kinder offenbar direkt vor ihren Haustüren ab. Genau auf einer solchen engen Straße kam uns der Bus entgegen.

Nun muss man sich das einmal vorstellen: Die Straße war schmal, der Bus breit und unser Auto ebenfalls nicht gerade schmächtig. Ich dachte nur: Gleich stürzen wir die Böschung hinunter.

Doch der Busfahrer blieb völlig entspannt. Er winkte uns zu, stieg aus und bedeutete uns mit Händen und Füßen: „Weiter, weiter! Das reicht schon!“ Also ging es weiter. Zentimeterarbeit! Wir haben Blut und Wasser geschwitzt, während sich unser Auto tatsächlich mit gefühlt nur wenigen Millimetern Abstand am Bus vorbeischob. Aber es hat gereicht.

Der Busfahrer stieg wieder ein, winkte uns noch einmal fröhlich zu – und fuhr anschließend mit einem Affenzahn die schmale Straße hinunter. Wir dagegen brauchten erst einmal ein paar Sekunden, um wieder normal zu atmen. 😂

Und als wäre das noch nicht genug gewesen, warteten auf den Rückfahrten am Abend weitere besondere Begegnungen auf uns. In der Dunkelheit sahen wir mehrfach Wildschweinrotten und sogar Füchse, die unseren Weg kreuzten. 😍

Für mich waren das ganz besondere Momente – plötzlich mitten in dieser wunderschönen Landschaft und gleichzeitig so nah an der Natur. Und genau solche Erlebnisse sind es, die von einer Reise oft länger im Gedächtnis bleiben als die schönsten Sehenswürdigkeiten.

Italienisch mit Händen und Füßen

In den größeren Orten kamen wir mit Englisch meistens gut zurecht. In den abgelegeneren Gegenden war das allerdings nicht immer der Fall. Manchmal wurde weder Englisch noch etwas anderes verstanden, das uns spontan weitergeholfen hätte. Also hieß es: Hände und Füße – und irgendwie haben wir uns immer verständlich gemacht. 😂

Auch mit den Ortsschildern nahmen es manche der kleineren Orte nicht ganz so genau. Geradeaus bedeutete nicht unbedingt geradeaus, und einen Wegweiser suchte man gelegentlich vergeblich. Also hieß es: Augen auf, langsam fahren und sich den Weg irgendwie selbst suchen.

Aber genau das machte für uns einen Teil des Reizes aus. Wir waren schließlich nicht auf einer perfekt ausgeschilderten Pauschalreise unterwegs, sondern mittendrin in einer Landschaft, in der hinter der nächsten Kurve schon wieder eine neue Überraschung warten konnte.

Florenz – schön, aber für uns zu viel

Am nächsten Tag stand Florenz auf dem Programm. Und hier kam zum ersten Mal eine kleine Ernüchterung.

Natürlich ist Florenz wunderschön. Die Stadt hat ihren Reiz, ihre Geschichte und ihre beeindruckenden Bauwerke. Aber nach den ruhigen Tagen zuvor war Florenz für uns fast ein Kulturschock. Menschen über Menschen, Hektik, Gedränge – und plötzlich war genau das weg, was wir an den kleineren Orten so geliebt hatten: diese Ruhe und Gelassenheit. Wir blieben deshalb nicht allzu lange und machten stattdessen einen halben Pooltag bei herrlichem Wetter daraus. Und auch das muss man im Urlaub schließlich können. 😉

Wein, Chianti und eine 53-Zentimeter-Pizza

Am nächsten Tag führte uns unser Weg zunächst zu einem Weingut nach Gaiole in Chianti und weiter nach Castagnoli.

Dort trafen wir einen Deutsch-Italiener, mit dem wir ein ausgesprochen lustiges Treffen hatten. Er freute sich sehr, endlich einmal wieder Deutsch sprechen zu können, und lud uns spontan zu einer Weinprobe ein.

Leider mussten wir die Weinprobe verschieben, denn wir hatten noch eine Verabredung. Unser nächstes Ziel war Radda in der Chianti-Region – wieder ein kleines, charmantes Örtchen. Und dort wartete die nächste Überraschung auf uns: eine Pizza mit sage und schreibe 53 Zentimetern Durchmesser. 😂🍕 Sie war nicht nur riesig, sondern auch ausgesprochen lecker. Der Wirt war so freundlich und zuvorkommend, dass wir uns sofort wohlfühlten.

Zwischendurch gönnten wir uns immer wieder kleine Auszeiten am hoteleigenen Pool. Und genau diese Mischung machte die Reise für mich perfekt.

Ein kleines Stück Toskana

Eine kleine Überraschung gab es auch in unserem winzigen Urlaubsort. Unser Hotel lag in einem kleinen Weiler. Eigentlich gab es dort nicht viel: ein paar Häuser und eine winzig kleine Kirche. Doch sonntags änderte sich das Bild. Dann kamen die Menschen aus der Umgebung zum Gottesdienst zusammen. Plötzlich war der kleine Ort voller Leben.

Ich fand diesen Anblick wunderschön. Kein großes Spektakel, keine Touristenattraktion – einfach Menschen, die sich treffen, gemeinsam in die Kirche gehen und anschließend noch ein bisschen miteinander reden.

Vielleicht war genau das einer dieser Momente, in denen wir gespürt haben, was uns an der Toskana so gefallen hat: Dieses Leben, das sich nicht nur um Sehenswürdigkeiten dreht, sondern um Menschen, Gemeinschaft und Zeit füreinander.

Toskana? Jederzeit wieder!

Diese Tage waren für mich eine wunderbare Mischung aus Landschaft, kleinen Städten, Geschichte, gutem Essen, hervorragendem Wein und vor allem unglaublich freundlichen Menschen.

Aber es war noch mehr: Es war dieses besondere Lebensgefühl. Diese Plätze, an denen Menschen zusammensitzen, erzählen und ihren Wein trinken und/oder dabei Spiele spielen. Diese kleinen Gassen. Diese Landschaften. Diese Ruhe.

Man muss die Toskana selbst erleben. Vieles lässt sich gar nicht richtig beschreiben.

Ich bin jedenfalls mit einer gewissen Skepsis losgefahren – und mit einem großen Stück Toskana im Herzen nach Hause gekommen.

Fazit: Wir kommen wieder. Ganz sicher. Es war nicht das letzte Mal. 🌺🇮🇹