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Handball – 3. Liga: Spitzenspiel steigt in Krefeld – Gelnhausen will dagegenhalten – Rodgau gekommt es mit dem Aufsteiger zu tun – Hanau beim Tabellendritten

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, geht im Endspurt die Jagd nach Punkten weiter. Der TV Gelnhausen fordert die HSG Krefeld heraus. Die HSG Hanau muss beim Longericher SC Köln antreten und die HSG Rodgau Nieder-Roden hat den TV Korschenbroich zu Gast.

 

 

TV Gelnhausen fordert Tabellenführer heraus

Das absolute Topspiel in der dritten Liga steigt am Samstag um 19 Uhr in der Glockenspitzhalle, wenn Tabellenführer HSG Krefeld auf den zweiten TV Gelnhausen trifft. Während Krefeld mit einem Sieg die Meisterschaft endgültig perfekt machen kann, benötigt der TVG nur noch einen Punkt, um sich die Vizemeisterschaft vorzeitig zu sichern.

Ähnlich wie in Gelnhausen herrscht auch in Krefeld eine echte Handball-Euphorie. Die Rheinländer spielen eine herausragende Saison und haben bisher nur einen einzigen Punkt abgegeben. Den allerdings ausgerechnet gegen den TV Gelnhausen. In einem denkwürdigen Spiel trotzte die junge Gelnhäuser Mannschaft dem Krefelder Starensemble beim 23:23 im Hexenkessel Hölle Süd einen Zähler ab.  

Das Ziel der HSG Krefeld ist ganz klar der Aufstieg in die zweite Bundesliga. Für den TVG ist diese Auswärtspartie somit eine wunderbare Standortbestimmung in Hinblick auf die bevorstehende Aufstiegsrunde. Schwerer kann die Aufgabe kaum sein.

Krefeld stellt nicht nur die beste Offensive, sondern auch die stärkste Defensive der Staffel. Mittelmann Jörn Persson zählt mit 160 Toren zu den treffsichersten Spielern der Liga und ist einer der Schlüssel zu Krefelds beeindruckender Angriffseffizienz, die sich in den deutlichen Siegen gegen die Konkurrenz widerspiegelt. Zuletzt zeigten die Krefelder mit einem beeindruckenden Heimsieg gegen die HSG Hanau (38:27) und einem sehr deutlichen Auswärtserfolg bei den Bergischen Panthern (41:27), dass sie in absoluter Topform sind.

In der Saison 2019/2020 spielte die 2013 gegründete Spielgemeinschaft aus dem Niederrhein bereits für eine Spielzeit in der zweiten Liga. Nach dem Abstieg im Jahr 2020 hat Krefeld seitdem jedes Jahr an der Aufstiegsrunde teilgenommen – in dieser Saison soll es mit dem langersehnten Wiederaufstieg endlich klappen.

Der TVG hat diese Saison ebenfalls eine unglaubliche Leistung gezeigt. Mit 688 Gegentoren stellt das Team von Cheftrainer Matthias Geiger die zweitbeste Defensive der Liga. Doch gerade in der Fremde lief es zuletzt nicht optimal: Die vergangenen beiden Auswärtsspiele in Korschenbroich (30:30) und Longerich (31:32) konnten die Gelnhäuser nicht gewinnen. Zuhause hingegen zeigte die Mannschaft zuletzt gegen Friesenheim (29:26) und Opladen (29:28), dass sie auch mit einem dezimierten Kader erfolgreich sein kann. Nun wartet also die maximale Herausforderung auf den TVG.

„Der Favorit ist ganz klar Krefeld, das steht außer Frage“, sagt Cheftrainer Geiger. „Aber wir haben im Hinspiel gesehen, was möglich ist. Dafür muss jedoch alles passen – wir brauchen eine Spitzenleistung mit ganz wenigen Fehlern.“

Der TVG muss weiterhin auf einige Leistungsträger verzichten. Langzeitverletzte wie Lasse Georgi (Schulterverletzung), Leon David (Bänderriss) und Max Bechert (Meniskusverletzung) stehen nicht zur Verfügung. Torben Fehl ist somit erneut der einzige Kreisläufer im Kader. Auch hinter den Einsätzen von Torhüter Alexander Bechert (muskuläre Probleme) und Henrik Müller (Knieprobleme) steht noch ein Fragezeichen. Zudem fällt Junioren-Torhüter Noah Pilgrim (Sprunggelenksverletzung) aus, so dass Daniel Drozdz erneut alleine die Verantwortung im Tor übernehmen muss – es sei denn, Alexander Bechert wird kurzfristig fit. Eine weitere Option könnte erneut Torhüter-Trainer Markus Breidenbach sein.

„Wir müssen schauen, dass wir mit unseren Ressourcen gut haushalten. Torben ist jetzt schon das vierte Spiel hintereinander der einzige Kreisläufer und unsere Torhütersituation für das Spiel ist noch ungewiss, das ist eine große Herausforderung“, so Geiger. „Krefeld hat einen individuell extrem starken Kader, spielt eine aggressive Abwehr und hat viele Optionen im Angriff. Wir müssen als Team dagegenhalten.“

Die Voraussetzungen vor dem Duell sind klar: Krefeld geht als Favorit in das Spiel, doch der TVG will sich keinesfalls verstecken. Das Hinspiel hat gezeigt, dass mit einer konzentrierten und fehlerfreien Leistung auch gegen die HSG etwas möglich ist. Besonders die Defensive wird wieder eine Schlüsselrolle spielen. Gelingt es Gelnhausen, die Offensivkraft des Gegners einzudämmen und gleichzeitig die eigenen Angriffe konsequent auszuspielen, könnte eine Überraschung möglich sein.

 

HSG Hanau beim Tabellendritten gefordert

Die HSG Hanau will im Endspurt der Liga noch den einen oder andere Platz gutmachen und ihre letzten Saisonpartien erfolgreich gestalten. Am Samstagabend (19:00 Uhr / Sporthalle der Carl-von-Ossietzky-Gesamtschule Köln) müssen die Blau-Weißen aber zunächst beim Tabellendritten Longericher SC Köln bestehen.

„Die letzte lange Auswärtsfahrt in dieser Saison und dann auch noch eine so schwere Aufgabe für uns“, meint HSG-Cheftrainer Hannes Geist. „Longerich steht nicht umsonst auf dem dritten Platz der Staffel und mit einem Sieg können sie sogar die erste Runde im DHB-Pokal für die Saison 2025/26 klar machen.“

An das Hinspiel mit den Kölnern hat die HSG Hanau keine guten Erinnerungen. Am 23. November unterlag die Geist-Sieben in der Main-Kinzig-Halle dem LSC mit 27:36. Die Niederlage kam damals in einer Phase, in welcher die HSG durch zahlreiche Verletzte extrem angeschlagen war. Seitdem sind aber viele Leistungsträger der Hessen in das Team zurückgekehrt, das zeigen auch die letzten Ergebnisse, denn aus den letzten fünf Spielen holte Hanau vier Siege. Unterdessen vergab der Longericher SC von Trainer Christian Stark am letzten Spieltag den ersten Matchball um die Pokalteilnahme und unterlag überraschend deutlich mit 34:40 in Haßloch.

„Ich denke, sie werden unglaublich motiviert sein gegen uns zu gewinnen“, so Geist. „Gerade nach der für sie schmerzlichen Niederlage in der Vorvorwoche. Da kommt jede Menge Arbeit auf uns zu.“ Nicht ohne Grund gehört der LSC-Kader zu den stärksten der Staffel und ist mit Individualisten wie Spielmacher Lukas Martin Schulz (161 Tore) und Goalgetter Jonas Kämper (154 Treffer) extrem gut besetzt.

„Wir müssen uns vor allem auf uns selbst konzentrieren“, gibt Geist die Richtung vor. „Insbesondere auf unser Angriffsspiel. Wir wollen dort unseren Weg weitergehen und mit viel Passgeschwindigkeit schnelle Spielfeldüberquerungen generieren und die Breite in das Spiel bringen. Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass sie an die letzten Spiele – mit Ausnahme dem gegen Krefeld – anknüpft.“

 

Nieder-Roden trifft auf Aufsteiger

Sportlich gesehen könnte es derzeit nicht besser für das Sommer-Team laufen. Nach dem überzeugenden Heimsieg gegen Saase3Leutershausen, setzte die HSG Rodgau Nieder-Roden ihre Serie fort und entführte auch aus Saarlouis verdientermaßen die Punkte.

Nun kommt es am Sonntag um 16 Uhr zum Aufeinandertreffen mit dem Aufsteiger aus Korschenbroich. Die Mannschaft vom Niederrhein steckt – so wie vier weitere Teams – mitten im Abstiegskampf. Hoffnung gab der eminent wichtige Heimsieg gegen Dutenhofen am vergangenen Wochenende, der den TVK mit zwölf Pluspunkten wieder in Schlagdistanz zum rettenden Platz 13 brachte. Allerdings war der Sieg teuer bezahlt, denn mit König und Eugler verletzten sich gleich zwei Akteure. Trotzdem werden die Gäste nichts unversucht lassen, um sich weitere Punkte gegen den Abstieg zu sichern, deshalb rechnet HSG-Coach Christian Sommer mit einer engen Partie: „Nachdem wir jetzt zweimal hintereinander als Außenseiter angetreten sind, wechseln die Rollen. Wir gehen als Favorit ins Rennen, wollen unseren Fans eine gute Leistung zeigen und an unserer Heimbilanz arbeiten.“

Wer bei den Rodgauern aufläuft, ist derzeit noch unklar, denn zeitgleich muss das Regionalliga-Team in Obernburg antreten. Etwas personelle Luft verschafft die Tatsache, dass die A-Jugend schon um 13 Uhr vor heimischem Publikum ihr letztes Saisonspiel gegen Dutenhofen bestreitet. Zum Abschied von Trainer Lars Spieß und etlichen Jungs, die in den Aktivenbereich wechseln, will das Team um Kapitän Sören Müller eine starke Saison krönen und die Punkte in Rodgau behalten.

 

 

 

Das Bild hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Danke dafür