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Handball – 3. Liga: Kirchzell muss nach Melsungen – Derby im Rodgau – Gelnhausen empfängt Aufsteiger

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, kommt es zum nächsten Derby. Diesmal empfängt die HSG Rodgau Nieder-Roden die HSG Hanau. Der TV Kirchzell muss bei der MT Melsungen II antreten und der TV Gelnhausen hat Interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen zu Gast.

 

Kirchzell stellt sich auf großen Kampf ein

Nach dem feinen Erfolg zuletzt daheim gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden muss der TV Kirchzell diesmal reisen. Am Sonntag um 17 Uhr erfolgt der Anwurf beim Tabellenelften MT Melsungen II. TVK-Trainer Povilas Babarskas erinnert sich an das 27:27 im Hinspiel und sagt: “Das war damals ein hartes Stück Arbeit und wir haben uns sehr schwer getan.” Die Gastgeber sind eine “typische” zweite Mannschaft eines Erstligisten und man kann sich nie sicher sein, wer gerade im Team spielt, wer nicht. “Das wird eine Herausforderung für uns und es ist schwer für uns, sich darauf einzustellen”, so der Coach weiter. 

Die Hausherren stehen mit 15:21 Punkten auf Platz elf der Tabelle, punktmäßig zusammen mit Düsseldorf, Friesenheim und den Bergischen Panthern. Sie haben gute Außenspieler, haben u. a. mit Kevin Trogisch auf HR und dem jungen Isländer Reynir Thor Stefansson im Rückraum, der auch gerne mal in der ersten Mannschaft auftaucht, sehr gute Akteure. Aber auch im Tor sind die Melsunger mit Jannik Büde, Kim Hüter und vor allem Pawel Krawczyk, nicht zu unterschätzen. Doch Kirchzell muss sich keinesfalls verstecken, hat zuletzt gegen den Tabellendritten Nieder-Roden seine kämpferischen Qualitäten bewiesen und wenn Niklas Ihmer wieder so gut drauf ist, wie im Hinspiel, haben die Gäste gute Chancen. Der junge Linkshänder netzte damals zwölfmal ein. 

Mit welchem Personal Povilas Babarskas auflaufen kann, wird sich zeigen. Außen Antonio Schnellbacher hat im letzten Spiel einen heftigen Schlag auf den Oberschenkel bekommen und konnte die Woche über kaum laufen, geschweige denn trainieren. Der TVK-Coach hofft, dass er zum Abschlusstraining wieder dabei sein kann. Torhüter Joshua Löffelmann war nach seinem Kopftreffer die letzten Tage ebenfalls noch angeschlagen. Bei ihm ist der Trainer positiv gestimmt im Hinblick auf Sonntag. 

Der junge Außenspieler Louis Hauptmann meint: “Ich finde wir müssen die Kompaktheit und Aggressivität aus dem Spiel gegen Nieder-Roden, vor allem in der Abwehr wieder auf die Platte bringen. Dann wird es extrem schwer im 6 gegen 6 gegen uns Tore zu machen. Melsungen hat sehr starke Einzelspieler und einen sehr guten Torhüter, der uns im Hinspiel einige freie Bälle abgenommen hat. Sie sind von allen Positionen gefährlich, haben durch die EM aktuell vielleicht auch Unterstützung von ein, zwei Spielern aus der ersten Mannschaft. A und O ist, dass wir den Flow aus dem letzten Spiel mitnehmen und mit genau diesen Emotionen und Kampfgeist zusammen als eine Einheit auftreten.” Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

 

Baggerseepiraten treffen auf HSG Hanau

Im Duell der Tabellennachbarn kommt es für die Rodgauer zu einem Klassiker, denn zu Gast am Freitagabend um 20 Uhr ist die HSG Hanau. Die Ausgangslage vor dem prestigeträchtigen Derby ist im Prinzip genau umgekehrt wie beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams. Vor gut sieben Wochen fuhren die Baggerseepiraten mit der vereinseigenen Rekordserie von zehn ungeschlagenen Spielen zum Bezirksnachbarn. Der hatte zu diesem Zeitpunkt schon einige überraschende Heimniederlagen hinnehmen müssen. Aber am Nikolausabend erlebten die Rodgauer vor über 1000 Zuschauern eine böse Überraschung. Gegen hochmotivierte Gastgeber fanden die Jungs von Trainer Christian Sommer überhaupt nicht ins Spiel und unterlagen letztendlich mit 29:34. „Rückblickend kann man schon sagen, dass uns das etwas aus dem Tritt gebracht hat“, konstatiert Sommer.

Denn aus den folgenden fünf Begegnungen ging seine Mannschaft nur zweimal als Sieger hervor. Besonders schmerzlich war dabei zuletzt der blutleere Auftritt in Kirchzell. Gegen keineswegs überragende Odenwälder schaffte man es kaum, klare Torchancen zu erarbeiten. Und die wenigen Hochkaräter wurden dann noch teilweise kläglich vergeben. Von daher fordert Sommer eine Rückkehr zu den alten Tugenden: kompakte Abwehr und Tempo in Offensivaktionen. „Wir müssen eine deutliche Reaktion zeigen. Die Halle wird ausverkauft sein und mit unserem Publikum im Rücken wollen wir die Punkte in Rodgau behalten“, gibt auch der zuletzt krankheitsbedingt pausierende Kapitän Flo Stenger die Marschroute vor.

Aber auch die HSG Hanau reist mit Selbstvertrauen nach Nieder-Roden, denn die Grimmstädter überzeugten in dieser Spielzeit bislang in allen sechs Derby-Begegnungen mit Bravour: Sechsmal blieb das Team ungeschlagen und gewann zu Hause nicht nur gegen Nieder-Roden, sondern holte auch gegen Dutenhofen/Münchholzhausen II und Münster jeweils zwei Punkte. In der Fremde entführte Hanau sogar einen Punkt aus Gelnhausen. 

„Die Mannschaft, die es auch am Freitag am besten schafft, ihre Motivation und Einstellung zu kanalisieren, wird auch am Ende mit zwei Pluspunkten dastehen“, so Spandau, der von seinen Blau-Weißen wieder maximalen Einsatz erwartet. Also genau die Willensstärke, die Hanau auch im Hinspiel gegen den Bezirksrivalen zeigte: Damals kaufte Hanau beim 34:29 seinem Gegner mit klugem Abwehrspiel den Schneid ab, während vorne David Rivic und Cedric Schiefer das Team zum Sieg führten.

 

Gelnhausen empfängt Düsseldorf-Ratingen

Der TV Gelnhausen will nachlegen und den zweiten Tabellenplatz festigen. Nach dem starken Auswärtserfolg im Derby bei der TSG Münster empfangen die Barbarossastädter am Samstag um 19.30 Uhr Interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen. In der heimischen Hölle Süd ist Gelnhausen in dieser Drittliga-Saison noch ungeschlagen und das soll auch gegen den unangenehmen Aufsteiger aus Nordrhein-Westfalen so bleiben.

Sportlich geht der TVG mit viel Selbstvertrauen in die Partie. Mit 28:6 Punkten belegt das Team von Cheftrainer Matthias Geiger aktuell den zweiten Tabellenplatz der Süd-West-Staffel. Der Rückrundenstart verlief anspruchsvoll, aber erfolgreich: Auf das 28:28 (19:15) gegen den Longericher SC Köln folgte am vergangenen Freitag ein hart erkämpfter 32:30 (15:12)-Auswärtssieg im Derby bei der TSG Münster. Auch der kommende Gegner hat es in sich. Interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen ist ein vergleichsweise junger Name im deutschen Handball, blickt aber dennoch bereits auf mehrere Drittliga-Jahre zurück. Zwischen 2014 und 2017 – damals noch als SG Ratingen – sowie erneut in der Saison 2023/24 gehörten die Düsseldorfer bereits der dritten Liga an. Nach dem Abstieg im Jahr 2024 gelang den „Löwen“ 2025 als souveräner Meister der Regionalliga Nordrhein mit 42:6 Punkten der direkte Wiederaufstieg. In der aktuellen Spielzeit 2025/26 peilt der Tabellenzwölfte klar den Klassenerhalt an.

Die Gäste reisen mit 15:21 Punkten nach Gelnhausen und haben sich damit bereits ein ordentliches Polster auf die Abstiegsplätze erarbeitet. Zum Rückrundenstart gelang ein 29:26 (13:11)-Erfolg gegen den TV Homburg, zuletzt folgte jedoch eine deutliche 23:32 (10:14)-Niederlage beim Spitzenreiter HG Saarlouis. Trotz der aktuellen Platzierung ist Interaktiv schwer auszurechnen, was sie unter anderem mit dem 32:31 (18:18)-Sieg gegen die drittplatzierte HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II oder dem 32:32 (17:17) gegen den Longericher SC Köln bewiesen haben.

Gelenkt wird das Team von Filip Lazarov, einem ehemaligen mazedonischen Nationalspieler. Lazarov war zunächst selbst Teil des „Löwenrudels“, bevor er das Traineramt übernahm. Unter seiner Führung gelang Interaktiv zweimal der Aufstieg in die dritte Liga. Der Kader wurde zu Saisonbeginn gezielt verstärkt und während der laufenden Spielzeit nochmals mit Rückkehrer Hendrik Stock vom TuS Ferndorf ergänzt. Durch den früheren Mannschaftskapitän gewann Interaktiv zusätzliche Erfahrung und Stabilität im Rückraum.

Auch das Hinspiel ist dem TVG noch präsent. In Ratingen setzte sich Gelnhausen zwar mit 26:22 (12:13) durch, musste dafür aber lange kämpfen. Besonders Interaktiv-Keeper Sebastian Bliß brachte die Gelnhäuser Schützen mit zahlreichen Paraden zur Verzweiflung. „Düsseldorf hat uns im Hinspiel gezeigt, dass sie sofort da sind, wenn wir nachlassen oder fahrlässig sind“, erinnert sich Geiger. „Sie können sowohl aus dem Rückraum als auch im Eins-gegen-Eins oder über die Außenspieler Tore erzielen.“ Für den TVG wird es daher entscheidend sein, defensiv kompakt zu stehen. „Wir müssen im Zentrum stabil sein, gut gegen die Werfer raustreten und den Außenspielern wenig Raum lassen“, sagt Geiger. „Im Angriff brauchen wir Geduld, viel Ballbewegung und müssen unsere Fehlerquote weiter senken.“