Handball – 3. Liga: Kirchzell machte es zum Schluss sehr spannend – Gelnhausen und Hanau gewannen ebenfalls
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In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, machte es der TV Kirchzell spannend, der TV Gelnhausen ließ dem Gegner keine Chance und die HSG Hanau holte sich gegen Nieder-Roden den Derby-Sieg.
Nächste Punkte für den TV Kirchzell
Mit einem 34:33 (19:13) holte sich der TV Kirchzell nach dem Derby-Heimsieg vergangener Woche gegen Nieder-Roden die nächsten Punkte, diesmal bei der MT Melsungen II. Allerdings machten es die Kirchzeller in der Schlussphase noch einmal unnötig spannend, mussten am Ende noch einmal zittern. Doch dank Ievgen Zhuk, der in der letzten Minute gleich zweimal in Folge einnetzte, wanderten die Punkte auf die Kirchzeller Habenseite.
TVK-Trainer Povilas Babarskas schwor vor der Partie seine Jungs auf eine schwere Auswärtsaufgabe ein – und er sollte Recht behalten. Die Anfangsphase war ausgeglichen, ehe die Gäste um ihren unglaublich gut aufspielenden Tom Spieß von 8:7 (15.) mit einem Zwischenspurt auf 12:7 (19.) davonzogen. Die MT nahm die Auszeit, doch dem TVK war dies egal. Sofort im Anschluss stockten die Gäste aufgrund des stark haltenden Torhüter Tobias Evers, der 18 Paraden verzeichnete, auf 14:9 (22.) auf. Immer wieder angetrieben von Tom Spieß, der geschickt Regie führte oder selbst einnetzte. Beim 16:10 (26.) war dann die MT am Drücker (13:16), doch bis zur Pause waren es Tim Häufglöckner und Niklas Ihmer, die ihre Farben auf 19:13 voranbrachten.
Kraft und Konzentration ließen nach
Nach dem Wechsel ging es zunächst so weiter. Kirchzell legte vor, Melsungen zog etwas nach. 22:15 hieß es in der 35. Minute durch das Tor vom angeschlagenen Antonio Schnellbacher und 25:18 wenig später (38.). Wer dachte, dass sich die Hausherren ihrem Schicksal ergeben würde, sah sich getäuscht. Die MT mobilisierte noch einmal alle Kräfte, beim TVK ließen Kraft und Konzentration nach – und schnell schmolz der Gästevorsprung dahin. Nach dem 25:18 stand es plötzlich nur noch 25:22. TVK-Trainer Povilas Babarskas nahm die Auszeit und redete seinen Jungs ins Gewissen. Diese Auszeit zeigte Wirkung, denn Tim Häufglöckner und Co. stockten schnell wieder auf 27:22 (43.) auf. Aber die MT gab nicht nach und beim 27:28 (48.) war der Anschluss erreicht. Tom Spieß sorgte für etwas Luft (29:27), die MT erzielte das 28:29. Ievgen Zhuk und Yann de Waha warfen in der nun extrem spannenden Schlussphase ihre Farben auf 31:28 (51.) nach vorne. Melsungens Außen Duketis tat sich nun hervor, traf nach Belieben, aber auch, weil die Gäste unkonzentriert agierten. Beim 32:32 (56.) lagen die Nerven hüben wie drüben blank. Ievgen Zhuk traf zum 33:32, die MT glich aus. Die Spannung war zum Greifen. Drei Sekunden vor Schluss traf Zhuk kaltschnäuzig zum 34:33 und das Spiel war aus.
“Wir haben eine sehr gute erste Hälfte mit einer starken Abwehr gespielt. Tom agierte überragend, Tobi hielt bärenstark. Auch nach dem Wechsel hatten wir noch alles unter Kontrolle, bis unsere Konzentration gesunken ist. Die MT kam Schritt für Schritt heran, hatte mehr Wechselmöglichkeiten als wir. Wir agierten unkonzentriert, holten uns keinen Abpraller mehr und luden den Gegner immer wieder zu leichten Toren ein. Doch Kompliment an meine Mannschaft, die am Ende platt war, sich aber mit unbändigem Willen den Sieg geholt hat. Diesen nehmen wir gerne mit und müssen schauen, dass wir schnell regenerieren, denn bereits am Freitag geht es weiter”, lautete das Fazit von Povilas Babarksas. Dann wartet mit der HSG Hanau der nächste schwere Gegner.
Gelnhausen lässt Düsseldorf-Ratingen keine Chance
Mit einer konzentrierten und abgeklärten Leistung hat der TV Gelnhausen einen deutlichen Heimsieg eingefahren. Vor 700 Zuschauern in der Rudi-Lechleidner-Halle setzten sich die Barbarossastädter, angeführt von einem überragenden Alex Bechert im Tor, mit 33:18 (18:7) gegen Interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen durch und bleiben mit nun 30:6 Punkten weiter auf dem zweiten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation zur zweiten Bundesliga berechtigt.
Der TV Gelnhausen machte von Beginn an klar, wer Herr im Hause ist, und sorgte bereits in der ersten Spielhälfte für klare Verhältnisse. Mit einer kompakten Abwehr und einer geschlossenen Mannschaftsleistung, bei der sich bis auf Torben Fehl alle Feldspieler in die Torschützenliste eintragen konnten, dominierten die Barbarossastädter das Geschehen – begünstigt auch durch einen insgesamt eher uninspirierten Auftritt der ersatzgeschwächten Gäste aus Düsseldorf-Ratingen.
Personell musste der TV Gelnhausen neben den Langzeitverletzten Leon David (Schulter) und Akos Csaba (Kreuzbandriss) auch auf Rückraumspieler Henrik Müller verzichten, der sich im Training eine Zerrung zugezogen hatte. Tatsächlich etwas Besseres zu tun an diesem Abend hatte Jonas Dambach. Der Rückraumrechte des TVG wurde am Vortag Vater und blieb natürlich bei seiner jungen Familie. Dennoch präsentierte sich der TVG von der ersten Minute an hochkonzentriert.
Die Gelnhäuser erwischten einen nahezu perfekten Start. Mit einer sehr kompakten Defensive nahm Gelnhausen den Gästen früh den Rhythmus. Vorne trafen Benjamin Wörner und Silas Altwein, sodass der TVG nach sieben Minuten bereits mit 4:0 in Führung lag. Erst danach fand Interaktiv vereinzelt den Weg zum Tor, doch der Vorsprung der Rot-Weißen blieb bestehen und wuchs schrittweise an. Je länger die erste Hälfte dauerte, desto deutlicher wurde die Überlegenheit der Rot-Weißen. Während der TVG im Angriff konsequent abschloss, lief Alexander Bechert im Tor der Gelnhäuser immer mehr zur Höchstform auf. In der 15. Minute, beim Stand von 10:5, krönte er seine starke Leistung mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Dusan Maric, der an diesem Abend mit sieben Treffern noch der auffälligste Spieler der Gäste war. Max Bechert erhöhte in der 21. Minute auf 13:5. In der 28. Minute warf Yannik Mocken mit seinem Treffer zum 17:7 erstmals einen Zehn-Tore-Vorsprung heraus. Interaktiv fand kaum Mittel, um die kompakte Abwehr der Barbarossastädter zu überwinden. Kapitän Jonathan Malolepszy setzte schließlich mit seinem Treffer zum 18:7 den Schlusspunkt einer einseitigen ersten Hälfte.
Wenig Änderung
Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spielverlauf wenig. Interaktiv gelang es zwar zunächst, den Rückstand nicht weiter anwachsen zu lassen, eine Aufholjagd deutete sich jedoch zu keinem Zeitpunkt an. Zu souverän spielte der TV Gelnhausen. Auch wenn die Partie früh entschieden war, unterstützten die TVG-Fans ihre Mannschaft weiterhin lautstark mit Sprechchören. Nach 53 Minuten stand es 25:15 – spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass Düsseldorf-Ratingen an diesem Abend keine Chance mehr bekommen würde, noch einmal Spannung ins Spiel zu bringen. In der Schlussphase legte der TVG dann noch einmal nach. Auch Winterneuzugang Dmytro „Dima“ Redkyn setzte Akzente und erzielte erneut vier Treffer. Der Ukrainer überzeugte dabei nicht nur mit seiner Abschlussstärke, sondern auch mit seiner enormen Sprungkraft. Den Schlusspunkt setzte schließlich Finn Trinczek mit dem Treffer zum auch in dieser Höhe verdienten 33:18-Endstand. Bester Torschütze auf Seiten des TVG war Silas Altwein mit fünf Treffern.
Interaktiv-Trainer Filip Lazarov zeigte sich nach der Partie selbstkritisch: „Glückwunsch an Gelnhausen und an Matthias Geiger für den absolut verdienten Sieg. Wir konnten heute nur mit einem stark reduzierten Kader anreisen, aber unabhängig davon haben wir auch eine ganz schlechte Leistung gezeigt. Wenn man mit 15 Toren verliert, gibt es nicht viel zu erklären.“ TVG-Cheftrainer Geiger sagte zu dem klaren Erfolg: „Wir waren natürlich noch vom Hinspiel gewarnt und wussten, welche Qualität Interaktiv grundsätzlich hat. Umso mehr freut es mich, dass wir heute so konsequent gespielt haben. Die Abwehr war in dieser Trainingswoche unser großes Thema und das haben die Jungs über fast 60 Minuten sehr gut umgesetzt. Das konsequente Ziehen von Stoppfouls, die kompakte Abwehr – das hat heute für so ein klares Ergebnis gesorgt.“ Ein Sonderlob gab es für den Torhüter: „Alex hat auch ein überragendes Spiel gemacht und uns zusätzlich den Rücken freigehalten.“
HSG Hanau triumphiert im Derby
Mit einer herausragenden Mannschaftsleistung hat die HSG Hanau auch das zweite Bezirksderby in der Saison 2025/26 gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden für sich entschieden. Beim 38:31 (18:14) überzeugte die Mannschaft um Kreisläufer David Rivic und Spielmacher Jan-Philipp Winkler – beide mit je neun Toren – in der zweiten Halbzeit auf ganzer Linie. Damit hat Hanau nun 24:12 Punkte auf dem Konto und hält den Anschluss an das obere Tabellenviertel.
„Ich bin natürlich heute maximal angetan von meiner Mannschaft“, lobte HSG-Cheftrainer Axel Spandau nach Spielende in Rodgau. „Wir haben hier allen Widerständen getrotzt, haben eine Rote Karte verdaut und uns immer wieder berappeln können, wenn das Spiel mal ein bisschen enger wurde.“ Der HSG Hanau, die ohne Julian Fulda und Nils Schröder personell geschwächt in die Begegnung gegangen war, gelang so auch im Derby-Rückspiel ein Sieg, nachdem man im vergangenen Dezember bereits mit 34:29 gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden gewonnen hatte.
Vor über 500 Zuschauern in der RODAUSTROM Sportarena in Rodgau entwickelte sich zwischen den beiden Lokalrivalen schnell ein intensives und von zahlreichen Zweikämpfen geprägtes Derbyduell, in dem Hanau durch einen Rückraumwurf von Cedric Schiefer zunächst mit 2:0 (3. Minute) in Führung ging. Zwar gelang Nieder-Roden schnell der Ausgleich, doch in den ersten zehn Minuten waren vor allem von den beiden Abwehrreihen geprägt. Hanau ging dabei die Gastgeber früh an, ließ die Mannschaft von Trainer Christian Sommer nur selten in ihr Tempospiel kommen. Gerade Hanaus Jan-Eric Kleemann sorgte in der ersten Halbzeit für Aufsehen: In der 16. Minute verlud der flinke Spielmacher zwei seiner Gegenspieler und markierte dann die erneute 7:6-Führung für die Grimmstädter. Danach wurde es hochemotional: Zunächst wurde Lukas Böhm mit einer Zeitstrafe von der Platte geschickt, ehe Saad Khan den fälligen Siebenmeter von Nils Hassler parierte. Nur wenigen Sekunden später holte Nieder-Rodens Filip Wunderlich in der Abwehr Kleemann von den Füßen und sah dafür die Rote Karte (18.). Davon angespornt drückte Hanau nun auf das Gaspedal. Nach einer Balleroberung wurde Rechtsaußen Sebastian Hein von Torhüter Benedikt Müller auf die Reise geschickt – das 11:9 (22.). Im nächsten Angriff stellte Schiefer auf 12:9 für die HSG. Über das 15:12 von Rivic (27.) behauptete Hanau die Führung erfolgreich bis zur Pause, auch weil Khan einen weiteren Siebenmeter gegen den Topscorer der Gastgeber, Sam Hoddersen, parierte.
Hanau behält auch in Unterzahl die Kontrolle
Auch nach dem Seitenwechsel behauptete Hanau seinen Vorsprung und hatte gerade über den klasse aufgelegten Jan-Philipp Winkler wesentlich mehr vom Spiel. Der Mittelmann sorgte auch mit drei Toren in Folge für das 22:17 (37.). Ein Raunen ging noch einmal durch die Ränge, als Schiefer in der 39. Minute nach drei Zeitstrafen die Rote Karte sah. Die Hinausstellung wurde jedoch kein Faktor mehr, aus dem Nieder-Roden Aufwind hätte ziehen können, vor allem weil die Blau-Weißen dank Dziugas Jusys und Rivic im Deckungszentrum resolut verteidigten. Selbst zwei Situationen in doppelter Unterzahl bekam Hanau gut in den Griff. „Mit Jan-Philipp Winkler und Jan-Eric Kleemann hatten wir heute auch zwei Spieler, welche die Begegnung in dieser Phase hervorragend gesteuert haben“, lobte Spandau, dessen Team den Gegner zwar noch auf 26:28 (48.) herankommen ließ, das Spiel aber zu keinem Zeitpunkt mehr aus der Hand gab. Nach einem weiteren erfolgreichen Abschluss von Rivic bog die HSG Hanau beim 34:28 (56.) auf die Siegerstraße ein und machte mit dem 36:30 (57.) durch ihren Kapitän Max Bergold alles klar.






