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Handball – 3. Liga: Hanau gewann Derby gegen Kirchzell souverän – Gelnhausen ließ auswärts nichts anbrennen

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, gewann Hanau souverän gegen Kirchzell. Gelnhausen brachte die Punkte aus der Fremde mit nach Hause. 

 

 

Abwehrbollwerk führt Hanau zum Sieg gegen Kirchzell

Die HSG Hanau hat beim 36:26 (19:11)-Erfolg gegen den TV Kirchzell dem dezimierten Gegner die Grenzen aufgezeigt und überzeugte vor allem in der Abwehr. Mit den zwei Punkten und dem dritten Sieg in Serie sprang Hanau mit nun 26:12 Punkten auf Platz vier der Staffel.

„Meine Mannschaft hat heute vom Start weg eine Leistung gezeigt, die wirklich aller Ehren wert war“, lobte HSG-Cheftrainer Axel Spandau nach dem Spieleende. „Das war ein Statement von uns in der Abwehr, im Verbund mit einer starken Torhüterleistung.“ Auch das Hinspiel gegen den TV Kirchzell hatte Hanau mit seinem routinierten Abwehrspiel im vergangenen September für sich entschieden. 

Frühe Weichenstellung durch starke Defensive

Die über 600 Zuschauer in der Main-Kinzig-Halle bekamen eine besonders eindrucksvolle Vorstellung der Hanauer Mannschaft zu sehen, die von der ersten Minute an hellwach in der Abwehr auftrat und ihrem Gegner aus dem Odenwald so kaum Raum zur Entfaltung gaben. Zwar gelang dem TVK das erste Tor der Begegnung, doch spätestens nach einer bärenstarken Parade von Keeper Benedikt Müller und dem anschließenden Tempogegenstoß von HSG-Kapitän Max Bergold zur 4:2-Führung in der sechsten Minute war klar, dass die Grimmstädter unbedingt die beiden Punkte in ihrer Halle behalten wollten. 

In der Folge entwickelte sich eine spannende und temporeiche Partie, in der Hanau im eigenen Umschaltspiel immer wieder erfolgreich seinen schnellen Außenspieler Sebastian Hein einsetzte. Nach einem Ballgewinn von Abwehrkante Dziugas Jusys wurde Hein zum Konter geschickt und traf souverän zum 13:6 (19.). TVK-Coach Povilas Babarskas hatte genug gesehen und nahm den Team-Time-Out. Einen Fuß in die Tür bekam Kirchzell dennoch nicht, obwohl dem Gast auch einige sehenswerte Aktionen gelangen, etwa beim Kempa-Trick von Niklas Ihmer in der 22. Minute zum 8:13. “Wir mussten am Spieltag, also sehr kurzfristig auf unseren Kapitän Tim Häufglöckner verzichten. Das war ein Schock für uns”, sagte TVK-Trainer Povilas Babarskas. Da auch Regisseur Tom Spieß angeschlagen war und Louis Hauptmann ebenfalls – er saß nur als absoluter Notnagel auf der Bank -, wurde es für die Kirchzeller schwer, in Hanau zu bestehen. Die Gäste versuchten es erst mit Ievgen Zhuk auf der Mitte, dann mit dem siebten Feldspieler, doch Hanau blieb weiter die spielbestimmende Mannschaft. Mit 19:11 ging es in die Pause.

Zweite Hälfte gehörte ebenfalls der HSG

Die Forderung des Hanauer Chefcoachs sollte sich erfüllen, denn seine Jungs behaupteten weiter den hohen Vorsprung und stellten Kirchzell in der Abwehr immer wieder vor schwierige Aufgaben. Schiefer netzte sehenswert zum 21:13 (34.), ehe HSG-Spielmacher Jan-Eric Kleemann – nach erfolgreichem Anspiel von Hein – nun ebenfalls mit einem Kempa-Trick zum 24:16 glänzte. 

Das 30:22 von Cedric Schiefer läutete in der 48. Minute dann nicht nur die Schlussphase ein, sondern auch mehrere Auswechslungen von Spandau, der allen seinen Spielern reichlich Einsatzzeit gewährte. So rückte nicht nur Khan für Müller zwischen die Pfosten und zeichnete sich mit einigen Paraden aus, sondern auch die beiden Youngster im HSG-Team, Malte Just und Ben Scharriär, spielten mit dem hohen Vorsprung im Rücken befreit auf und bedankten sich mit je zwei Treffern zum 36:26-Endstand. Mit dem Abpfiff hallte dann nicht nur das „Derbysieger, Derbysieger“ durch die Main-Kinzig-Halle, während die Kirchzeller enttäuscht waren. Zwar sahen sie im Vorfeld der Partie schon Hanau als den Favoriten, doch wollten sie besser auftreten, als dies der Fall war. “Wir lagen schnell mit fünf, sechs Toren zurück, hatten erst am Sonntag ein schweres Auswärtsspiel. Wir waren nicht komplett, die Trainingswoche lief nicht wie gewünscht. Doch das soll alles nicht als Ausrede gelten. Ich bin überzeugt, dass wir die nächste Zeit wieder andere Spiele abliefern werden”, so TVK-Coach Babarskas. Ihm kommt die Pause gerade gelegen, denn die können seine Spieler nutzen, um sich auszukurieren bzw. zu regenerieren.

 

 

Starker Auftritt von Gelnhausen

 Der TV Gelnhausen hat einen rundum gelungenen Auswärtsauftritt hingelegt. Vor gerade einmal 97 Zuschauern in der Schulberghalle setzten sich die Barbarossastädter bei den Bergischen Panthern mit 39:33 (18:16) durch. Mit nun 32:6 Punkten bleibt der TVG weiterhin Tabellenzweiter.

Der Erfolg in Burscheid basierte vor allem auf einer konzentrierten und geschlossenen Mannschaftsleistung. Der TV Gelnhausen agierte über weite Strecken stabil in der Abwehr, zeigte sich im Angriff treffsicher und ließ sich auch von zwischenzeitlichen Druckphasen der Gastgeber nicht aus dem Konzept bringen. Angeführt von einem starken Alexander Bechert im Tor und einem erneut treffsicheren Kapitän Jonathan Malolepszy legten die Barbarossastädter insbesondere in der zweiten Hälfte entscheidend zu und sicherten sich einen souveränen Auswärtserfolg.

Personell musste Cheftrainer Matthias Geiger erneut auf einige Akteure verzichten. Neben den Langzeitverletzten Leon David (Schulterverletzung) und Akos Csaba (Kreuzbandriss) fehlten auch Henrik Müller (Zerrung), Torhüter Daniel Drozdz (krank), Jannik Geisler (angeschlagen) sowie Jonas Dambach, der nach der Geburt seines Kindes noch pausierte. Für Drozdz rückte Junioren-Keeper Noah Pilgrim in den Kader.

Die Begegnung begann ausgeglichen. Die Bergischen Panther legten mehrfach vor, der TVG zog jedoch stets nach. In der Anfangsphase fielen auf beiden Seiten viele Tore, auch weil Gelnhausen nach Gegentreffern immer wieder sein gutes Tempospiel aufzog und über die schnelle Mitte zum Erfolg kam. In der zehnten Minute brachte Fynn Hilb die Gelnhäuser mit dem Treffer zum 8:7 erstmals selbst in Führung. Mit zunehmender Spieldauer kam Torhüter Bechert immer besser in die Partie und hielt mit tollen Paraden seiner Mannschaft immer wieder den Rücken frei. Kapitän Malolepszy übernahm Verantwortung und sorgte dafür, dass der TVG sich Mitte der ersten Spielhälfte etwas absetzte. Drei Treffer in Serie des Spielmachers führten in der 15. Minute zur ersten Drei-Tore-Führung (11:8). Doch die Gastgeber blieben dran. Technische Fehler der Gelnhäuser wurden konsequent bestraft, so dass Sebastian Schön in der 27. Minute sogar zur 16:15-Führung traf. Es sollte allerdings die letzte Führung für die Gastgeber in dieser Partie sein. Kurz vor der Pause gelang es dem TVG wieder Struktur in sein Spiel zu bringen. Tore von Torben Fehl und Benjamin Wörner sorgten für einen Zwei-Tore-Vorsprung, mit dem es beim Stand von 18:16 in die Kabine ging.

TVG setzt Ausrufezeichen

Nach dem Seitenwechsel setzten die Rot-Weißen direkt ein Ausrufezeichen. Durch zwei schnelle Treffer von Silas Altwein erhöhten sie auf 20:16 – erstmals betrug der Vorsprung vier Tore. Diesen Abstand hielten die Barbarossastädter zunächst konstant, ohne sich jedoch weiter abzusetzen. „Man hat gesehen, was für eine Qualität die Bergischen Panther haben. Wir konnten sie zunächst einfach nicht abschütteln“, sagte Geiger nach dem Spiel. Der Knackpunkt folgte in der 43. Minute. Beim Stand von 27:23 parierte Alexander Bechert einen Siebenmeter spektakulär mit dem rechten Fuß – der Auftakt zu seiner stärksten Phase. Zwar kassierte der TVG eine Minute später noch das 24. Gegentor, doch danach war für die Panther kaum noch ein Durchkommen. Bechert fischte Bälle aus allen Winkeln, hielt mehrfach freie Würfe und sorgte mit seiner Präsenz für Sicherheit im gesamten Team.

Gleichzeitig drehte der TVG offensiv richtig auf. Vor allem über die Außenpositionen wurde nun konsequent abgeschlossen. Finn Trinczek und Dmytro Redkyn trafen im Minutentakt, während die Abwehr weiterhin stabil stand. Innerhalb von sieben Minuten legte Gelnhausen einen beeindruckenden 7:0-Lauf hin, den Trinczek in der 51. Minute mit dem Treffer zum 34:24 krönte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Partie entschieden. In den letzten zehn Minuten bekam Junioren-Torhüter Noah Pilgrim Einsatzzeit. Zwar konnten die Bergischen Panther den Rückstand in dieser Phase etwas verkürzen, der Auswärtssieg geriet jedoch nicht mehr in Gefahr. Am Ende stand ein verdienter 39:33-Erfolg – kurioserweise exakt das gleiche Ergebnis wie bereits im Hinspiel in der Rudi-Lechleidner-Halle. „In der zweiten Hälfte haben wir relativ schnell Klarheit geschaffen und haben uns ein kleines Polster erarbeitet. Dadurch konnten wir uns wichtige Punkte gegen einen Gegner sichern, der nicht einfach zu bespielen war“, so Geiger.

 

 

 

 

Das Bild, das Benedikt Müller zeigt, hat uns Hanau zur Verfügung gestellt. Danke dafür