Handball – 2. Liga: Großwallstadt reist mit Rückenwind zum Frankenderby nach Coburg
Liebe Leserinnen, liebe Leser.
Nach dem ersten Saisonsieg gibt es für den Handball Zweitligisten TV Großwallstadt nun ein bayerisches Derby. Am Samstag treten die Großwallstädter um 18 Uhr beim HSC 2000 Coburg an. Der TVG fährt mit Rückenwind in die Vestestadt, die Oberfranken verloren am Mittwochabend im DHB-Pokal gegen den Erstligisten FRISCH AUF! Göppingen.
Für den TV Großwallstadt gab es am vergangenen Wochenende den erhofften Befreiungsschlag. Nach drei Niederlagen in Folge zum Saisonauftakt setzte sich die Mannschaft von Trainer André Lohrbach in der Untermainhalle verdient mit 29:24 gegen den ASV Hamm-Westfalen durch und belohnte sich damit für die positive Entwicklung der zurückliegenden Begegnungen. Nun möchten die Blau-Weißen auch auswärts nachlegen. Die Aufgabe beim HSC 2000 Coburg dürfte allerdings alles andere als einfach werden. In der stimmungsvollen HUK-COBURG arena wartet ein intensives Frankenderby gegen einen Gegner, der in dieser Woche bereits zum zweiten Mal vor eigenem Publikum antritt.
Starke Defensive als Grundlage für den ersten Erfolg
Gegen Hamm legte der TVG den Grundstein für den ersten Saisonsieg in der Abwehr. Bis zum 8:8 verlief die Begegnung ausgeglichen, anschließend setzten sich die Großwallstädter mit vier Treffern in Folge ab. Diesen Vorsprung gab Großwallstadt nicht mehr aus der Hand. Hinter der kompakten Defensive überzeugte Torhüter Urbic mit zwölf Paraden. Auch im Angriff verteilte sich die Verantwortung auf mehrere Schultern. Dmytro Redkyn, Patrick Gempp und Yessine Meddeb trafen am besten, gefolgt von Florian Eisenträger und Ole Klimpke. An diese geschlossene Mannschaftsleistung möchte der TVG in Coburg anknüpfen. Entscheidend wird sein, auch in der aufgeheizten Derby-Atmosphäre geduldig zu bleiben und die defensive Stabilität über die gesamte Spielzeit aufrechtzuerhalten.
Coburg nach schwierigem Saisonstart im Aufwind
Der HSC 2000 Coburg ist mit einer knappen 30:31-Heimniederlage gegen den 1. VfL Potsdam in die Saison gestartet. Eine Woche später erlebten die Oberfranken beim VfL Eintracht Hagen einen bitteren Abend und mussten sich deutlich mit 19:35 geschlagen geben. Die passende Reaktion folgte gegen den TuS Ferndorf. Coburg lag während der gesamten Begegnung nicht zurück und sicherte sich durch einen Treffer von Bartomiej in der letzten Sekunde einen umkämpften 31:30-Heimsieg. Auch am vergangenen Freitag war der HSC nahe am zweiten Erfolg. Bei der HSG Nordhorn-Lingen verspielte die Mannschaft zwar zwischenzeitlich einen Sechs-Tore-Vorsprung, nahm beim 31:31 aber einen Punkt mit nach Hause. Damit steht Coburg nach vier Spieltagen mit 3:5 Punkten und 111:127 Toren auf Tabellenplatz elf. Der TVG folgt mit 2:6 Punkten und 121:130 Toren unmittelbar dahinter auf Rang zwölf.
Pokal-Aus nach guter erster Halbzeit
Am Mittwochabend waren die Oberfranken zusätzlich in der zweiten Runde des DHB-Pokals gefordert. Vor 1.342 Zuschauern empfingen die Coburger den Erstligisten FRISCH AUF! Göppingen. Trotz der Ausfälle der angeschlagenen Fabian Apfel, Jakob Knauer und Sven Weßeling hielt der Zweitligist im ersten Durchgang gut dagegen. Nach dem Wechsel fehlten dem personell geschwächten HSC mit zunehmender Spieldauer die Kräfte und Wechselmöglichkeiten. Am Ende setzte sich der Bundesligist deutlich mit 36:26 durch.
Für Coburg bleibt nach dem Pokalabend nur eine kurze Regenerationszeit bis zum Derby. Gleichzeitig dürfte die Mannschaft von Trainer Anel Mahmutefendiæ darauf aus sein, vor eigenem Publikum eine Reaktion auf das deutliche Endergebnis zu zeigen. Ob Apfel, Knauer und Weßeling am Samstag wieder zur Verfügung stehen, ist derzeit noch offen.
Wiedersehen mit zwei alten Bekannten
Im Coburger Kader stehen mit Savvas Savvas und Petros Boukovinas zwei Spieler, die bereits das Trikot des TV Großwallstadt getragen haben. Savvas wechselte im Oktober 2020 zum TVG und entwickelte sich beim TVG zu einem wichtigen Leistungsträger im linken Rückraum. Auch Boukovinas besitzt eine enge Verbindung zu Großwallstadt. Der griechische Torhüter stand von 2022 bis 2024 bei den Unterfranken unter Vertrag und wechselte anschließend innerhalb der zweiten Liga nach Coburg. Am Mittwochabend zeigten beide ehemaligen Großwallstädter ihre Qualitäten: Savvas führte die Torschützenliste des HSC an, während Boukovinas im Tor vor allem in der ersten Halbzeit überzeugte. Daneben verfügt der HSC mit Marin Lisac und Nejc Planinsek über weitere gefährliche Rückraumspieler. Kreisläufer Bartomiej Bis, Linksaußen Lars Düsterhöft und Kapitän Jakob Knauer – sofern dieser wieder einsatzfähig ist – sorgen für zusätzliche Qualität.
Erinnerung an ein spannendes Saisonfinale
Das letzte Aufeinandertreffen beider Mannschaften liegt erst wenige Monate zurück. Am letzten Spieltag der vergangenen Saison erkämpfte sich der ersatzgeschwächte TV Großwallstadt in Coburg ein 32:32-Unentschieden. Dabei wechselte die Führung mehrfach, ehe Planinsek kurz vor dem Ende für den HSC ausglich. Das Hinspiel in der Untermainhalle hatte Coburg mit 33:30 gewonnen. Der TVG wartet damit seit zwei Begegnungen auf einen Erfolg gegen den bayerischen Ligakonkurrenten. Mit dem Selbstvertrauen aus dem Sieg gegen Hamm möchten Patrick Gempp und Co. diese Serie am Samstag beenden und die ersten Auswärtspunkte der Saison einfahren. Dafür benötigt Großwallstadt erneut eine konzentrierte Abwehrleistung und einen konsequenten Rückzug. Im Angriff gilt es, geduldig zu bleiben, die eigenen Möglichkeiten effizient zu nutzen und den Coburgern möglichst wenige Chancen für einfache Tore zu eröffnen.
Hiobsbotschaft für den TVG
Neben Jannik Klein und Sebastian Trost fehlt dem TVG nun auch noch der junge Ben Horlebein. Er hat sich am Montag im Training das Kreuzband gerissen. Der 18-jährige Linksaußen wird den Blau-Weißen damit in der gesamten Saison 2026/27 nicht mehr zur Verfügung stehen.
Operation zeitnah geplant
Horlebein wird von Dr. med Stefan Fleckenstein operiert, der bereits Romas Aukstikalnis operiert hat. Für Ben stehen nun zunächst der Eingriff und anschließend die Rehabilitation im Mittelpunkt. Wann er wieder auf dem Handballfeld stehen kann, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Für Horlebein kommt die Verletzung in seiner ersten Saison im Erwachsenen-Handball besonders bitter. Der junge Spieler aus der Region hatte erst zu Saisonbeginn seinen ersten Profivertrag beim TVG unterschrieben. Neben seiner sportlichen Entwicklung trifft ihn der Ausfall auch schulisch, da er in diesem Jahr sein Abitur mit Schwerpunkt Sport absolvieren wollte.
Das Bild von Dymtro Redkyn hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Danke dafür





