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Handball – 3. Liga: In Hanau steht ein Derby an – Gelnhausen reist als Tabellenführer zur HSG

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, steht am Freitag um 20.15 Uhr das Derby zwischen der HSG Hanau und dem TV Gelnhausen an. Die Gäste fahren als Tabellenführer nach Hanau, die Hausherren stehen auf Platz neun. 

HSG-Trainer Spandau ordnet das Derby klar ein: „Ja, alle Jahre wieder zum Bezirksderby gegen TVG — alles läuft heiß, alles fährt hoch, und der TVG ist Tabellenführer, was natürlich den Reiz des Derbys noch ein bisschen mehr erhöht.” Gleichzeitig gibt er klar die Richtung für Freitag vor: „Dagegen gilt es taktisch, kämpferisch und emotional dagegen zu halten, das Beste rauszuholen und den höchsten Level auf die Platte zu bringen.”

Doch auch in der letzten Saison war die Ausgangslage vor dem ersten Aufeinandertreffen ähnlich. Die Grimmstädter hatten einen schwierigen Start in die Saison und landeten erst Mitte November ihren ersten Heimsieg. Nach einer deftigen Niederlage beim Longericher SC Köln (23:34) machte sich die Mannschaft von Trainer Axel Spandau auf nach Gelnhausen. Damals war es das Duell Tabellenachter (HSG) gegen Tabellendritter (TVG). Die Voraussetzungen waren ähnliche wie in dieser Saison. Kleemann, Schiefer und Co. nahmen das Derby an und entführten einen Punkt aus Gelnhausen und bis zum Jahresende verloren sie kein Spiel mehr. Auch dieser Ausgang zeigt, dass in einem Derby immer alles möglich ist und Tabellenplätze, Punkte und Serie nicht ausschlaggebend über den Ausgang sind.

Ungeschlagener Tabellenführer

Die Saison beim TV Gelnhausen begann mit einem Paukenschlag. Mitte Juli trennt man sich vom Erfolgstrainer Matthias Geiger. Anfang August präsentierte der TVG dann das Trainerduo Beckmann/Beer. Allerdings wird am Freitag nur noch Beer an der Seitenlinie stehen. Das mit Patrick Beer der Aufstiegstrainer der Hanauer nun für den Konkurrenten an der Seitenlinie coacht, gibt dem Spiel nochmals eine besondere Note.

Der Kader des TV Gelnhausen hat sich kaum verändert. Frühzeitig gaben die Babarossastädter die Verpflichtung des langjährigen Zweitliga-Torhüters Jan-Steffen Minerva vom TV Großwallstadt bekannt. Eine Verpflichtung, die daraufhin deutet, welche Ambitionen vorherrschen nach dem man im letzten Jahr knapp am Aufstieg vorbeischrammte. 

Das Spielsystem der Rot-Weißen hat sich ebenfalls kaum verändert. Aus einer kompromisslosen, zweikampfstarken und sehr beweglichen 6:0-Abwehr soll der Gegner permanent unter Druck gesetzt werden. In der Kombination mit Torhüter Minerva ist dies bisher das Prunkstück. Statistisch gesehen, stellen sie deutschlandweit die beste Abwehr mit 25 Gegentoren im Schnitt. Von den Ballgewinnen und Torhüterparaden profitieren vor allem die die Außenspieler, unter anderem die beiden Ex-HSGler Finn Trinczek auf der linken und Akos Csaba, drittbester Torschütze, auf der rechten Seiten. 

Das Angriffsspiel ist sehr zweikampfintensiv, um Abschlüsse aus der Nahwurfzone, Durchbrüche oder Siebenmeter zu erarbeiten. Mit 53 Siebenmetern in 10 Spielen erhält der Gast die zweitmeisten Siebenmeter der Liga. Diese werden hauptsächlich von Jonathan Malolepszy verwertet. Der Dreh- und Angelpunkt im Gelnhäuser Angriffsspiel ist auch Toptorschütze seines Teams mit 62 Toren, davon 35 Siebenmetern. Neben ihm können eine ganze Reihe an Spielern, dem Spiel ihre Stempel aufdrücken, egal ob Jonas Dambach, Fynn Hilb oder Fynn Broßmann. 

Ausgangssituation annehmen

„Wir müssen im Angriff konsequenter spielen und unsere technischen Fehler erheblich senken, um mit dem TVG mithalten zu können. Gleichzeitig gilt es, in der Abwehr kompakt zusammenzustehen und immer einen Schritt mehr zu gehen, um den 1:1-Spielern aus Gelnhausen den Abend so unangenehm wie möglich zu machen“, gibt Dennis Gerst einen Einblick in die Matchplan für kommenden Freitag. „Wir wissen aus der letzten Saison, dass wir mithalten können: 25:25 in Gelnhausen, 29:28 bei uns zuhause“, geht Gerst zuversichtlich in das bevorstehende Derby.

Einmal mehr kommt es also auf die Abwehrarbeit an. Dass die Mannschaft das Potenzial dafür hat, zeigte sie beim letzten Heimspiel gegen den damaligen Tabellendritten aus Leutershausen zur Primetime. Auch in Kirchzell bewiese die Deckungsarbeit ihre Qualität, auch wenn es nicht zum Sieg gereicht hat. 

Beim TVG bleibt die Personalsituation angespannt. Max Bechert (Mittelhandbruch), Alexander Bechert (Knieprobleme) und Benjamin Wörner (Handverletzung) fehlen weiterhin. Ob Kapitän Jonathan Malolepszy nach seiner Erkrankung zurückkehrt, ist offen und auch weitere Spieler sind krankheitsbedingt angeschlagen. Trotzdem wollen die Rot-Weißen ihre Serie fortsetzen. „Wir fahren natürlich mit Respekt nach Hanau, wissen aber auch, was wir können und wozu wir selbst in der Lage sind“, betont Beer.