Die Vereine wehren sich

Auch heuer gaben die Staffeleinteilungen des Deutschen Handballbundes (DHB) in den dritten Ligen wieder viel Grund zur Unzufriedenheit respektive Aufregung. Viele Vereine sind mit der Einteilung nicht einverstanden, darunter auch die hiesigen Clubs. Sie sollen in der neuen Saison erneut in der Staffel Ost antreten. Das wiederum bedeutet weite Fahrten und immens hohe Kosten. Die Vereine wollen das nicht hinnehmen und setzen sich nun zur Wehr.

Der TV Groß-Umstadt hat in seinem und im Namen der Vereine TV Kirchzell, MSG Groß-Bieberau, HSG Rodgau Nieder-Roden den Antrag an den DHB und seine Spielkommission gestellt, die Einteilung wegen der unter anderem zahlreichen Einsprüche der Vereine zu überarbeiten und dabei noch mehr den ökonomischen Gesichtspunkten der Vereine Rechnung zu tragen. Dies begründen sie mit der Spielordnung des DHB im § 38 (3) „…Ihre Zusammensetzung erfolgt nach geografischen Gesichtspunkten“. Der Definition nach darf von einer geografischen Einteilung ausgegangen werden, wenn die Summe aller Fahrten (Kilometer-Berechnung) minimiert ist. Dies ist aber aus Sicht vieler Vereine bei der Einteilung vom 26. Mai 2014 nicht erfolgt.

Überlange Fahrten und ein immenser Aufwand

Die derzeitige Einteilung mutet den Vereinen überlange Fahrtstrecken und einen immensen Aufwand zu und auch die Umwelt wird durch überflüssig lange Fahrten stärker als nötig belastet. Die langen Reisen sind nach Auffassung der Amateurvereine diesen nicht zuzumuten. Groß-Umstadt und Co. sind sich im Klaren, dass es keine Lösung geben kann, die allen 64 Vereinen gerecht wird. Es wird immer Kompromisse geben müssen und es wird zu Härtefällen kommen. Aber die sind möglichst gering zu halten und das ist – aus Sicht der vier Vereine – auch möglich.

Korrektur der bisherigen Vorgehensweise wird gefordert

Der Einwand, wer 3. Liga spiele, müsse wissen was auf ihn zukomme, zieht in diesem Fall nicht. Die Aufteilung der 64 Mannschaften folgt keinen starren und objektiv nachvollziehbaren Kriterien, sondern hängt offensichtlich von einer Vielzahl weicher Faktoren ab.
Die Stimmen werden immer lauter, die eine Korrektur der bisherigen Vorgehensweise und mehr Mitspracherecht der betroffenen Vereine fordern. Vor allem die vier oben genannten Vereine haben sich vehement für eine Änderung der Einteilung eingesetzt und haben auch eine Alternative erarbeitet, die den 64 Vereinen aller vier Staffeln insgesamt 30 000 Kilometer über die Saison verteilt einsparen würde. „Es gibt keinen mir bekannten Verein, der dem von uns Südhessen gemachten Vorschlag ablehnend gegenübersteht. Wir müssen sehen, ob das letztlich tragfähig ist, aber ich denke schon, dass sich das DHB-Präsidium als entscheidende Instanz damit sehr intensiv auseinandersetzen und die Anregungen der betroffenen Vereine ernsthaft prüfen sollte“, äußerte sich Michael Blechschmitt, Teammanager des TV Groß-Umstadt und Mitinitiator der Alternativlösung. Dies passiert derzeit und Blechschmitt steht mit DHB-Präsident Bernhard Bauer in Kontakt.

Staffel West – anstatt Ost

Würden der TV Groß-Umstadt, der TV Kirchzell, die MSG Groß-Bieberau und die HSG Rodgau Nieder-Roden in der Staffel West, anstatt Ost, spielen, würde dies viele Vorteile in Form von weniger Reise- und Benzinkosten bringen und viel Zeit einsparen. „Insgesamt gesehen ist es für uns ein Unding, dass die Herren nach ihren Einfällen die ‚Hütchen hin- und herschieben‘ und nach Wohlbefinden einteilen“, gibt sich Gottfried Kunz, Trainer des TV Kirchzell, verärgert über die Einteilung.
Ein Etappenziel haben die vier Vereine aber bereits erreicht. In der Vergangenheit gab es für jede Staffel einen eigenen Staffeltag. Diese Tage wurden nun abgesagt und dafür dem Antrag der Vereine stattgegeben, einen gemeinsamen Staffeltag ins Leben zu rufen. „Wir 64 Vereine werden als eins behandelt. Warum können wir uns daher nicht alle zusammen an einem zentralen Ort in Deutschland an einen Tisch setzen und einen gemeinsamen Staffeltag abhalten?“, fragte sich Kunz. Dies passiert wohl jetzt am 12./13. Juli in Dortmund.

Die derzeitige Einteilung

Die derzeitige Einteilung für die Saison 2014/15 in der 3. Liga, Staffel Ost, Männer: TV Groß-Umstadt, SG LVB Leipzig, TV Kirchzell,, SC Magdeburg II, HG Köthen, TSV Burgdorf II, HSV Bad Blankenburg, HC Elbflorenz, Dessau-Rosslauer HV, MSG Groß-Bieberau/Modau, ESV Lok Pirna, HSG Rodgau Nieder-Roden, HSV Hannover, HSC Bad Neustadt, Northeimer HC, SV Anhalt Bernburg.

 

Unsere Deutschlandkarte, die uns freundlicherweise von der HSG Rodgau/Nieder-Roden zur Verfügung gestellt wurde, zeigt die derzeitige Einteilung der vier Staffeln in der 3. Liga Männer.