Ein Traum: Rigoletto in Bregenz

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

am Mittwochabend waren wir bei bestem Wetter mit guten Freunden in Bregenz. Die Festspiele dort haben es uns angetan, denn wir waren schon ein paar Mal dort und zuletzt von „Turandot“ hellauf begeistert. Nun stand „Rigoletto“ auf dem Spielplan. Übrigens das erste Mal, dass das Meisterwerk auf der Bregenzer Seebühne zu sehen ist.

Gigantische Kulisse

Die Kulisse, die Aufführung, das Bühnenbild und vor allem die Künstler  – einfach gigantisch. Andere Worte finde ich nicht dafür. Was da für eine Mühe und ein Aufwand dahinter steckt, lässt sich als Zuschauer nur erahnen. Die Oper ist nicht unbedingt „meins“, aber ich bin jedesmal aufs Neue gefangen. Ich kann es nur empfehlen. Allerdings sollte man sich, wenn einem das Stück unbekannt ist, vorher etwas einlesen – nur als kleiner gutgemeinter Tipp.

Über Rigoletto

Was will uns „Rigoletto“, Giuseppe Verdis schaurig schönes Meisterwerk, sagen? Hofnarr Rigoletto amüsiert sich über das freizügige Leben seines Herzogs, den er bei dessen Eroberungen unterstützt. Als er jedoch über den erzürnten Monterone, der seine Tochter durch den Herzog entehrt sieht, lacht, verflucht dieser ihn.

 Rigoletto wird ohne Mitwissen zum Mittäter bei der Entführung seiner eigenen Tochter Gilda, die er schützend zu Hause eingesperrt hält. In dem Werben des Herzogs sieht diese einen Ausweg aus der Obhut ihres Vaters. Rigoletto aber hat einen Mörder beauftragt, um den Liebschaften des Herzogs ein Ende zu setzen. Als Rigoletto die verhüllte Leiche ins Wasser werfen möchte, hört er plötzlich dessen zynisches Credo »La donna è mobile« und eine fürchterliche Ahnung lässt ihn erstarren…

Überragende Arbeit von Philipp Stölzl 

Regisseur und Bühnenbildner Philipp Stölzl gelang in seiner Inszenierung Verdis ein überragender einzigartiger Kontrast zwischen Spektakel und intimem Kammerspiel, buntem Treiben auf dem Fest, der waghalsigen Entführung von Gilda und dem nächtlichen Sturm. 

Stölzl erfüllte sich mit der Inszenierung auf der Seebühne einen Traum. Bekannt machten ihn Musikvideos für die Gruppe Rammstein. Aber auch für Filme wie „Der Medicus“ oder  „Winnetou“ entwarf er tolle Szenen. Als Opernregisseur feierte er Erfolge bei den Salzburger Festspielen, am Theater an der Wien oder an den Staatsopern in Berlin und Dresden, um nur einige zu nennen. Ihm ist mit „Rigoletto“ in der Tat ein Meisterstück gelungen. Chapeau!

Ein paar Bilder gibt es auch noch. Viel Spaß beim Anschauen.