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Handball – 3. Liga: Kirchzell mit Remis – Hanau und Gelnhausen erfolgreich

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, kam der TV Kirchzell aus Homburg mit einem Unentschieden zurück. Der TV Gelnhausen gewann daheim deutlich gegen Haßloch. Die HSG Hanau hat einen Sieg aus Opladen mitgenommen.

 

Kirchzeller Remis in den Schlusssekunden

Nichts für schwache Nerven war das Spiel des TV Kirchzell beim TV Homburg. TVK-Trainer Povilas Babarskas warnte schon vor Beginn vor dem Gegner, der mit dem Rücken zur Wand steht und stellte seine Jungs auf einen heißen Fight ein. “Wir wussten schon im Vorfeld, dass Homburg mit vielen Mannschaften gut mithalten kann und sie vor allem daheim sich gegen uns etwas ausrechnen werden.” In der Tat legte der jetzige Tabellenvorletzte los wie die Feuerwehr und führte schnell mit 4:1 (6.). Es dauerte ein bisschen, ehe der TVK besser ins Spiel kam, zum 6:6 ausglich (10.) und anschließend per Siebenmeter durch Ievgen Zhuk mit 7:6 die Führung übernahm. Lange hielt diese Führung nicht, denn Homburg wollte unbedingt gewinnen, warf alles in die Waagschale und war beim 10:7 und 11:8 wieder vorne. Povilas Babarskas wechselte so ab der 13. Minute die Torhüter und schickte Joshua Löffelmann zwischen die Pfosten. Beim 14:14 (24.) sah es gut aus und die Gäste wurden immer stärker und gingen durch Jannik Wolf mit 18:17 in die Pause. Zufrieden war der TVK-Coach nicht, denn seine Schützlinge ließen zu viele Chancen ungenutzt – mindestens acht oder neun – und der Vorsprung zur Pause hätte bei besserer Chancenverwertung höher ausfallen können.

TVK wollte es nach dem Wechsel besser machen

Nach Wiederbeginn glichen die Hausherren zunächst aus (18:18), doch der TVK legte vor (20:18). Die Homburger ließen nicht locker und der Gast nutzte seine Chancen wieder nicht. Freier Wurf von außen nicht genutzt, Überzahl nicht genutzt und immer öfter wurde der gegnerische Torhüter Robin Näckel, der zum Schluss 19 Paraden verzeichnete, warm geschossen. So blieb es in der Folge eng (21:21, 23:22, 28:27). Die Zuschauer taten ihr Übriges, denn sie witterten Morgenluft. Ievgen Zhuk, der überragende Siebenmeter-Schütze – er verwandelte zehn von elf Strafwürfen – verletzte sich zu allem Überfluss auch noch am Fuß und konnte nur noch die Strafwürfe verwandeln. Hinzu kam, dass Homburg lange 7-6 spielte, was dem TVK nicht so schmeckte. Nach dem 28:28 legte der TVH erneut vor und es sah erneut nach einer bitteren Niederlage aus. Doch TVK-Kreisläufer Jannik Wolf nutzte ein Überzahlspiel und knallte den Ball zum 29:29 in die Maschen. Er war es auch, der die Halbzeitführung erzielte und am Ende den wichtigen Punkt rettete. TVK-Coach Babarskas lobte zunächst einmal seinen sicheren Strafwurf-Schützen Zhuk: “Ein großes Kompliment, dass er so eine gute Quote erzielt hat.” Danach grantelte er aber und sagte: “Wir haben insgesamt 22 Freie verworfen – von Außen, vom Kreis, vom Rückraum, Durchbruch. von neun Metern usw. Das darf uns nicht passieren. Wir waren in der Abwehr nicht schlecht, doch wir müssen uns fragen, warum wir so viele Freie vergeben. Wir können froh über den einen Punkt sein.” TVH-Trainer Vieira hingegen freute sich über das beste Spiel der Saison seiner Mannschaft und über den einen Zähler.

 

 
 

Gelnhausen trotzt Grippe-Welle und dominiert Haßloch

Trotz stark dezimiertem Kader hat der TV Gelnhausen einen deutlichen Heimsieg eingefahren. Vor 800 Zuschauern in der Rudi-Lechleidner-Halle besiegten die Barbarossastädter die TSG Haßloch am Samstagabend klar mit 37:24 (19:8). Mit nun 36:6 Punkten behauptet der TVG weiterhin den zweiten Tabellenplatz der Süd-West-Staffel, der am Saisonende zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga berechtigt.

Die Vorzeichen waren dieses Mal alles andere als optimal. Neben den Verletzten Akos Csaba (Kreuzbandriss), Leon David (Schulter-OP), Jannik Geisler (Schulterprobleme) und Alex Bechert (Ellenbogenverletzung) hatte die Grippe-Welle den Kader des TVG voll erwischt. Kapitän Jonathan Malolepszy konnte die gesamte Woche nicht trainieren und stand ausschließlich für Siebenmeter zur Verfügung. Henrik Müller und Junioren-Torhüter Noah Pilgrim waren erst am Vortag ins Training zurückgekehrt und ebenfalls noch angeschlagen. Fynn Hilb und Benjamin Wörner fehlten komplett im Kader. Die Trainingswoche verlief entsprechend schwierig, da Cheftrainer Matthias Geiger nur ein stark ausgedünnter Kader zur Verfügung stand. „Ab Anfang der Woche sind immer mehr Krankmeldungen bei mir eingegangen“, berichtete Geiger nach dem Spiel. „Die Grippe ist bei uns ziemlich eingeschlagen. Umso mehr freut es mich, dass wir heute so ein gutes Spiel abliefern konnten.“

Und genau das tat der TVG von der ersten Minute an. In der fünften Minute traf Malolepszy per Siebenmeter zur 3:0-Führung für die Gelnhäuser. Zwar verkürzten die Gäste kurzzeitig auf 3:2, doch die Rot-Weißen ließen sich davon nicht beeindrucken. Im Angriff wurden die Chancen konsequent genutzt, während die Abwehr kompakt stand und Daniel Drozdz im Tor immer wieder zur Stelle war. Nach vier Treffern in Serie erhöhte Silas Altwein in der elften Minute auf 7:2. Der Vorsprung wuchs in der Folge kontinuierlich an. Fynn Broßmann, der viel Verantwortung übernahm und mit sieben Toren bester TVG-Schütze wurde, traf in der 21. Minute zum 13:5 – erstmals lagen die Barbarossastädter mit acht Toren vorne. Nur drei Minuten später markierte Kreisläufer Torben Fehl das 16:6 und damit die erste Zehn-Tore-Führung. Trotz zweier früher Auszeiten von Haßloch war bereits zu diesem Zeitpunkt deutlich zu erkennen, dass die Gäste an diesem Abend kaum Mittel gegen die konzentriert auftretenden Gelnhäuser finden würden. Mit einem komfortablen 19:8 ging es in die Halbzeitpause. 

Haßloch etwas besser

Im zweiten Durchgang präsentierte sich Haßloch etwas verbessert. Luis Maier, mit fünf Treffern bester Torschütze der Gäste, verkürzte in der 32. Minute auf 19:10. Doch näher als auf neun Tore kam die TSG nicht mehr heran. Der TVG behielt die Kontrolle, spielte weiter strukturiert und ließ keine ernsthafte Spannung aufkommen. In der 43. Minute sorgte Winterneuzugang Dmytro „Dima“ Redkyn mit seinem Treffer zum 26:13 für die erste 13-Tore-Führung. Der Ukrainer zeigte erneut eine starke Partie und traf ebenso sechsmal das Tor wie Mittelmann Silas Altwein. Auch die Atmosphäre in der Hölle Süd war einmal mehr beeindruckend. Die Zuschauer unterstützten ihre Mannschaft über die gesamten 60 Minuten lautstark und sorgten für eine überragende Stimmung in der Halle. Auch in der Schlussphase blieb der TVG konzentriert. Der 13-Tore-Vorsprung hatte bis zum Schlusspfiff Bestand und allen Beteiligten war längst klar, dass der Heimsieg nicht mehr in Gefahr geraten würde. Den Schlusspunkt setzte Finn Trinczek in der Schlussminute mit seinem Treffer zum 37:24-Endstand.

TSG-Trainer Christian Job zeigte sich nach der Partie anerkennend: „Erstmal Glückwunsch zum mehr als verdienten Sieg. Ich finde es richtig geil hier in der Halle. Mir gefällt der Handball von Gelnhausen richtig gut. Diese Dynamik, diese Stimmung. Wir hatten heute keine Chance.“ Positiv bewertete er aus seiner Sicht lediglich die zweite Hälfte: „Wir haben den zweiten Durchgang nur mit zwei Toren verloren. Das nehmen wir mit.“ Auch Geiger war trotz der personellen Umstände hochzufrieden: „Haßloch hat gegen Dutenhofen deutlich gewonnen, deshalb waren wir gewarnt. Umso schöner ist es, dass wir mit einem dezimierten Kader so souverän auftreten konnten. Die Jungs hatten eine wahnsinnige Einstellung und es sind kaum einfache Fehler passiert.“

 

 

HSG Hanau revanchiert sich in Opladen 

Die HSG Hanau hat ihr Auswärtsspiel beim TuS 1882 Opladen mit 28:25 (18:14) für sich entschieden und rückt damit auf Platz drei der Staffel Süd-West vor. Das Hinspiel im Oktober ging noch deutlich an Opladen, doch mit einer starken ersten Halbzeit und zahlreichen Toren ihrer Außenspieler legten die Südhessen den Grundstein für den Auswärtssieg. Zwar wurde es gegen einen unangenehmen Gegner am Ende noch einmal spannend, doch den Erfolg ließ sich die HSG nicht mehr nehmen. 

„Im Großen und Ganzen sind wir mit den zwei Punkten in Opladen zufrieden“, gab HSG-Cheftrainer Axel Spandau nach dem Spielende zu Protokoll. „Vor allem Max Bergold und Sebastian Hein haben heute ein überragendes Spiel abgeliefert und mehrere Bälle abgefangen und in Tempogegenstöße und Tore umgemünzt.“ Mit dem Erfolg sprang Hanau in der Tabelle an der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II vorbei, die im Parallelspiel bei der HG Saarlouis unterlag. Der jetzige dritte Tabellenrang würde zur Teilnahme am DHB-Pokal in der kommenden Saison berechtigen. 

Es entwickelte sich in der Bielertsporthalle erneut eine ausgeglichene Begegnung und während Hanau in der 6:0-Deckung aggressiv verteidigte und seinen Gegner früh unter Druck setzte, gelangen HSG-Kreisläufer David Rivic im Angriff direkt zwei schön herausgespielte Treffer zum 2:1 (3. Minute). Nach einer Parade von Keeper Benedikt Müller wurde Rechtsaußen Sebastian Hein schnell in den Tempogegenstoß geschickt und netzte zur 5:3-Führung (9.) ein. Ein weiterer Ballverlust der Hausherren bedeutete das 8:7 durch den stark aufspielenden Max Bergold. Bis zur Pause traf der Hanauer Kapitän gleich sechs Mal in das gegnerische Netz. 

Doch wie schon im Hinspiel blieb Opladen ein unangenehmer Gegner, der in Überzahl sogar zeitweise beim 10:9 in Führung ging. Mit viel Nervenstärke verhinderte Müller im Kasten die Zwei-Tore-Führung des TuS in der 18. Minute. „Das war am Anfang wirklich sehr ausgeglichen und wir haben etwa 20 Minuten gebraucht, bis wir das Heft in die Hand genommen haben und unseren Vorsprung kontinuierlich ausbauen konnten“, bemerkte Spandau. Nils Schröder, der nach längerer Verletzungspause am Kreis sein Comeback gab, brachte Hanau wieder mit zwei Toren in Front – 13:11 (23.).  In der Schlussphase der ersten Halbzeit erkämpfte sich Hanau nun immer mehr Feldvorteile und profitierte dabei auch von der Zweikampfstärke von Cedric Schiefer und Dziugas Jusys im Innenblock. Ein erneuter Treffer von Bergold und ein Kontertor von Hein, nach Ballverlust der Gastgeber und schneller Reaktion von Schiefer, brachte die erste Drei-Tore-Führung beim 16:13.

Hanau sehr stark 

Den zweiten Spieldurchgang begann Hanau bärenstark. Mit resolutem Abwehrspiel zwangen die Blau-Weißen ihre Gegner zu Fehlern und vorne ließ Spandau seinen routinierten Rückraum mit Kleemann, Böhm und Schiefer wirbeln. Gegen die schnellen Kreuzbewegungen der HSG offenbarte die Opladener Abwehr immer wieder größere Lücken. Mit einem herausragenden Pass bediente Schiefer so seinen Kreisläufer Rivic, der völlig frei das 21:14 (33.) markierte. In der eigenen Abwehr war es dann erneut eine Parade von Müller und ein fulminanter Sprint von Hein zum Gegenstoß, der den 4:0-Lauf der Südhessen erfolgreich beim 22:14 (35.) abschloss. „Wir wollten unbedingt erfolgreich aus der Pause rauskommen und unseren Vorsprung vergrößern, was uns auch perfekt gelungen ist“, sagte Spandau später. Bis zum 25:19 (43.) hielt diese Drangphase der HSG Hanau an. „Dann hatten wir aber einen schweren Bruch im Spiel, waren viel zu fehlerbehaftet und haben Chancen ausgelassen, sodass unser Vorsprung zusammengeschmolzen ist.“ Nur noch für zwei magere Tore zeigte sich die HSG-Offensive so bis zur 56. Minute verantwortlich. Der TuS bäumte sich erneut auf und Fynn Johannmeyer brachte mit einem Doppelschlag die Gastgeber beim 21:25 (46.) wieder gefährlich nahe heran. Es folgte die taktische Umstellung durch Spandau auf ein 4:2-Abwehrsystem – mit viel Druck auf Birger Dittmer und Fynn Johannmeyer im TuS-Rückraum. Gleichzeitig drehte Müller im Tor auf und nahm einige Möglichkeiten der Gastgeber weg. Im Angriff belebte zudem der quirlige Dennis Gerst noch einmal das Offensivspiel der Grimmstädter und steuerte zwei wichtige Treffer in der Schlussphase bei, mit denen Hanau auch die beiden Punkte mit nach Hause nahm. „In dieser Phase, in der wir zu schludrig und fahrig gespielt haben, hat uns Benedikt Müller heute wirklich die Punkte gerettet – sonst hätte das hier noch anders ausgehen können“, lobte Spandau seinen Torhüter.