Handball – 3. Liga: Kirchzell will zuhause einen Sieg – Topspiel in Gelnhausen, denn der Spitzenreiter kommt – Hanau will das DHB-Pokal-Ticket klar machen
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In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, spielt der TV Kirchzell am Samstag gegen das HLZ Friesenheim-Hochdorf II. Der TV Gelnhausen empfängt am Samstag im Topspiel den Spitzenreiter Saarlouis. Die HSG Hanau spielt ebenfalls daheim und hat am Samstag den Longerichter SC Köln zu Gast.
TV Kirchzell peilt gegen Friesenheim-Hochdorf II einen Sieg an
Gelnhausen empfängt den Tabellenführer Saarlouis
Am Samstag um 19.30 Uhr kommt es in der Rudi-Lechleidner-Halle zum absoluten Topspiel, wenn der Tabellenzweite TV Gelnhausen den Spitzenreiter HG Saarlouis empfängt. Beide Mannschaften haben sich bereits vorzeitig für die Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga qualifiziert. In diesem Duell geht es nun um die vorzeitige Staffelmeisterschaft und darum, ein echtes Ausrufezeichen vor der entscheidenden Saisonphase zu setzen.
Mit 45:9 Punkten steht der TVG aktuell auf dem zweitem Tabellenrang. Der Rückstand auf Saarlouis beträgt fünf Zähler, während die drittplatzierte HSG Hanau nur drei Punkte hinter den Barbarossastädtern lauert. Mit einem Heimsieg könnte Gelnhausen nicht nur die Chancen auf die Vizemeisterschaft deutlich verbessern, sondern gleichzeitig verhindern, dass sich Saarlouis vorzeitig die Meisterschaft sichert.
Nach zuletzt zwei überzeugenden Siegen gegen den TuS 82 Opladen (32:20) und den TV Homburg (46:21) geht der TVG mit viel Selbstvertrauen in das Spitzenspiel. Besonders in eigener Halle präsentierten sich die Rot-Weißen in dieser Saison bislang souverän und sind noch ungeschlagen. Diese Serie wollen sie auch gegen den Tabellenführer fortsetzen. Mit der HG Saarlouis wartet jedoch die wohl stärkste Mannschaft der Staffel auf die Gelnhäuser. Die Saarländer stehen mit 50:6 Punkten an der Tabellenspitze und haben den Aufstieg als klares Saisonziel ausgegeben. Nach einem umfassenden Umbruch unter Sportdirektor Markus Baur und Trainer Jörg Lützelberger hat sich das Team schnell gefunden und präsentiert sich als äußerst ausgeglichenes Kollektiv mit viel individueller Klasse.
„Dass der Erste gegen den Zweiten spielt, sagt eigentlich schon alles über die Bedeutung dieses Spiels“, betont TVG-Cheftrainer Matthias Geiger. „Wir freuen uns riesig auf dieses Heimspiel und hoffen auf eine volle Halle. Die Atmosphäre in der Hölle Süd könnte schonmal ein Vorgeschmack auf die Aufstiegsrunde geben.“ Im Hinspiel mussten sich die Barbarossastädter mit 26:30 (11:15) geschlagen geben. Vor allem in entscheidenden Phasen ließ der TVG damals zu viele Möglichkeiten liegen. „Wir haben im Hinspiel einiges nicht so umgesetzt, wie wir es uns vorgenommen hatten und haben Saarlouis zu viel Raum gelassen“, erklärt Geiger. „Daraus haben wir unsere Lehren gezogen und wollen es diesmal besser machen.“
Die Qualität des Gegners ist unbestritten. Mit Spielern wie Yves Kunkel, der mit 184 Treffern zu den Top-Torschützen der Liga gehört, sowie zahlreichen erfahrenen Akteuren ist Saarlouis auf allen Positionen hochkarätig besetzt. Zudem hat die HGS in der Winterpause noch einmal ordentlich aufgerüstet und mit Zeb Bjernfeld und Olle Österhall (beide Eskilstuna Guif) zwei junge Rückraumspieler aus der ersten schwedischen Liga verpflichtet. Beide haben sich bereits sehr gut in die Mannschaft integriert und haben schon mehrfach ihr hohes Spielniveau und ihre Treffsicherheit unter Beweis gestellt. Damit haben die Saarländer ihren Kader im Vergleich zur Hinrunde noch einmal deutlich verbessert. „Saarlouis hat auf jeder Position absolute Qualität und viele Ausnahmespieler. Das ist uns bewusst“, so Geiger. „Wir müssen als Mannschaft dagegenhalten, kompakt verteidigen und mit der nötigen Aggressivität arbeiten, um ihre individuelle Klasse zu begrenzen.“
Auch taktisch erwartet den TVG eine anspruchsvolle Aufgabe: „Die offensive Abwehr von Saarlouis wird uns fordern. Da müssen wir deutlich bessere Lösungen finden als noch im Hinspiel“, fordert der Coach. Trotz der Favoritenrolle der Gäste sieht Geiger seine Mannschaft keineswegs chancenlos: „Wir wollen uns auf keinen Fall verstecken. Wenn wir unsere Leistung auf den Punkt bringen und ein echtes Topspiel abliefern, haben wir alles in der Hand, um dieses Spiel zu gewinnen.“
Personell bleibt die Lage beim TVG weiterhin angespannt. Die Verletzten Akos Csaba (Kreuzbandriss), Leon David (Schulter-OP) und Simon Belter (Sprunggelenksverletzung) fallen weiterhin aus. Außerdem steht hinter dem Einsatz von Henrik Müller (Prellung am Fuß), Finn Trinczek (Schienbeinprobleme), Fynn Broßmann (ausgekugelter Finger) und Benjamin Wörner (Krankheit) noch ein Fragezeichen. Im schlechtesten Fall muss Geiger also erneut viele Ausfälle kompensieren. Dennoch hat die Mannschaft in dieser Saison mehrfach bewiesen, dass sie auch unter schwierigen Voraussetzungen starke Leistungen abrufen kann.
Hanaui kämpft um DHB-Pokal-Ticket
Die HSG Hanau steht vor einem wegweisenden Entscheidungsspiel gegen den Longericher SC Köln. Am Samstagabend (19.30 Uhr) wollen sich die Brüder-Grimm-Städter im Duell mit dem Tabellennachbarn erfolgreich durchsetzen und so die Qualifikation für die DHB-Pokal-Teilnahme in 2026/27 unter Dach und Fach bringen. Dabei treffen Kleemann, Schiefer & Co. in der Main-Kinzig-Halle allerdings auf einen unangenehmen Gegner, welcher die Blau-Weißen schon in der Vergangenheit extrem forderte. „Longerich ist aus meiner Sicht eine der spiel- und angriffsstärksten Mannschaften der ganzen Liga und muss sich in der Staffel Süd-West dabei kaum hinter Ligaprimus Saarlouis verstecken“, wirft HSG-Cheftrainer Axel Spandau einen Blick auf den Gegner. „Das wird unsere Abwehr extrem fordern.“ Dabei stellen die Grimmstädter vor dem vorletzten Heimspiel der Saison selber die viertbeste Defensive der Staffel.
Dass Longerich ein dickes Brett für die HSG werden dürfte, das stellte das LSC-Team von Trainer Christian Stark bereits im Hinspiel unter Beweis. In Köln erwischte Hanau keinen guten Tag, unterlag am Ende deutlich mit 23:34. Doch aus der großen Ernüchterung zogen die Blau-Weißen neue Stärke: In den darauffolgenden 16 Partien blieb die HSG 15 Mal ungeschlagen, feierte zuletzt elf Siege in Serie.
Am Wochenende wollen Müller, Böhm & Co. als Tabellendritter das Dutzend vollmachen und den Vorsprung auf den Vierten aus Köln auf fünf Punkte ausbauen. Ein Hanauer Sieg am 28. Spieltag würde somit auch die Entscheidung über die DHB-Pokal-Teilnahme im kommenden Jahr bedeuten. Zuvor muss aber wieder die Deckung der Hausherren sicher stehen, fordert auch Spandau. „Der Angriff von Longerich wird uns doppelt und dreifach fordern“, meint Spandau. „Wir müssen hinten engagiert arbeiten, um das Tempo unseres Gegners in den Griff zu bekommen.“ Angeführt wird die 927-Tore-Offensive aus Nordrhein-Westfalen vom LSC-Spielmacher Lukas Martin Schulz, der hervorragend mit Jonas Kämper im Rückraum und Kreisläufer Malte Nolting zusammenarbeitet. Für die vielleicht entscheidenden Prozente bauen die Grimmstädter im Entscheidungsspiel daher auch auf die Unterstützung von den Rängen, vom Hanauer Blauen Block.
Während Kapitän Max Bergold wegen Knieproblemen weiterhin pausieren muss, könnte Abwehrchef Dziugas Jusys, der aus privaten Gründen zuletzt fehlte, am Samstagabend für die Hanauer auf die Platte zurückkehren. „Im vorletzten Heimspiel der Saison wollen wir noch einmal alles aus uns herausholen und an die guten 45 Minuten in Münster anknüpfen“, so Spandau. „Longerich wird uns bis zum Ende fordern, aber wir freuen uns darauf.“






