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Handball – 3. Liga: Kirchzell spielte beim Favoriten lange gut mit – Hanau und Gelnhausen waren erfolgreich

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, war der Longericher SC für den TV Kirchzell eine Nummer zu groß. Der TV Gelnhausen gewann gegen Homburg und die HSG Hanau punktete gegen Münster.

 

TVK verliert, macht aber Klassenerhalt fest

Beim starken Longericher SC Köln konnte der TV Kirchzell nichts ausrichten und musste sich am Ende mit 28:38 (13:17) geschlagen geben. Allerdings war dieses hohe Ergebnis zehn “schlechten” Minuten des TVK geschuldet. Hinzu kam, dass der Gast erneut ersatzgeschwächt antreten musste. Tom Spieß plagte sich mit einer Handgelenksverletzung herum und konnte nur sporadisch helfen. Kapitän Tim Häufglöckner fehlt noch immer, ebenso wie Louis Hauptmann. Und auch Joshua Osifo fehlt noch. Also mussten wieder die Jungen viel Verantwortung übernehmen.

Die Mannschaft von Trainer Povilas Babarskas startete gut (2:1), ließ sich im weiteren Verlauf nicht abhängen, so dass die Hausherren nach 14 Minuten schon eine Auszeit nahmen. Bis zum 8:10 (20.) blieb der TVK dran, ehe Longerich auf 12:8 davonzog. Doch die Kirchzeller kämpften, gaben alles, arbeiteten in der Abwehr gut und in der 28. Minute hatten sie den zwischenzeitlichen Drei-Tore-Vorsprung der Hausherren zum 14:13 “abgearbeitet”. Allerdings zeigte der LSC bis zur Pause seine Klasse und so ging es mit 17:13 für den Favoriten in die Pause.

Geackert bis zum Schluss

Nach Wiederbeginn verkürzte der TVK den Rückstand auf drei Tore, doch innerhalb weniger Minuten stand es 21:15 für die Gastgeber (36.). Povilas Babarskas holte seine Jungs zu einer kurzen Besprechung zusammen. Trotzdem zeigte die Anzeigetafel nach 43 Minuten 28:20. Kirchzell gab nicht nach, bekam die zweite Luft und holte schnell auf. 28:24 stand es nach 46 Minuten, 29:26 drei Minuten später. Auch beim 30:27 (51.) war der TVK noch auf Schlagdistanz. Bahnte sich jetzt doch noch eine Überraschung an? So weit kam es nicht, denn wie TVK-Trainer Povilas Babarskas anmerkte, gab es in der Situation einige “interessante Schiedsrichter-Entscheidungen”, die die Hausherren gekonnt ausnutzten. Vor allem der junge Vadym Oskilko bekam dies zu spüren. Wie sagte sein Trainer etwas ironisch nach dem Spiel: “Willkommen im Männer-Handball.” 

Am Ende gab es eine deutliche Niederlage für die Kirchzeller, die – sieht man den kompletten Spielverlauf – etwas zu noch ausgefallen ist. Trotz allem war Povilas Babarkas nicht unzufrieden. Im Gegenteil. Er hatte viel Lob für sein Team übrig. Vor allem sah er es für die Jungen als eine Riesenerfahrung. Mit der Abwehr war er zufrieden, Oleh Soloviov als Abwehrspezialist trug sich auch noch in die Torschützenliste ein, Anton Bayer war in der Defensive sehr präsent und Vadym Oskilko hat erneut eine gute Rolle gespielt. Hinzu kam der Rest des Teams, die alle an einem Strang zogen und gegen eine sehr gute Mannschaft lange auf Augenhöhe waren. “Wir hatten im gesamten Spiel ca. zehn schlechte Minuten, der Kopf war in den letzten Minuten nicht mehr so da, aber alles in allem haben wir ziemlich gut gespielt”, so der TVK-Coach.

Mit dem derzeit neunten Tabellenplatz und 22:32 Punkten hat der TVK den Klassenerhalt perfekt gemacht.

 

 

 

 

 

TV Gelnhausen gewinnt auch in TV Homburg

Der TV Gelnhausen hat mächtig Selbstvertrauen getankt. Die Barbarossastädter gewannen beim designierten Absteiger TV Homburg deutlich mit 46:21 (22:11) und blicken nun voller Vorfreude dem Topspiel am kommenden Samstag gegen Tabellenführer HG Saarlouis entgegen.

Von Beginn an präsentierte sich der TV Gelnhausen hoch konzentriert. „Wir waren von Anfang an hellwach“, sagte Cheftrainer Matthias Geiger. Gestützt auf eine kompakte Abwehr stellte der TVG früh die Weichen auf Sieg. Bereits nach neun Minuten lag die Mannschaft mit 8:1 vorne, Dmytro Redkyn traf zum deutlichen Zwischenstand. Im Tor zeigte Alexander Bechert von Beginn an eine starke Leistung und leitete immer wieder das schnelle Umschaltspiel ein. „Wir haben eine harte, bewegliche Abwehr gestellt, genau so, wie wir es uns vorgenommen hatten“, so Geiger. Auch im weiteren Verlauf der ersten Hälfte blieb der TVG klar überlegen. Nach 23 Minuten erhöhte Yannik Mocken auf 18:8 und sorgte erstmals für eine Zehn-Tore-Führung. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Partie praktisch entschieden. Das Geiger-Team überzeugte durchgehend mit konsequenter Chancenverwertung und hoher Konzentration. Zur Pause stand eine komfortable 22:11-Führung auf der Anzeigetafel. Fairerweise muss erwähnt werden, dass der TV Homburg nicht in Bestbesetzung antreten konnte. „Ein wichtiger Spieler hat gefehlt“, ordnete Geiger ein, betonte aber zugleich: „Dennoch war das eine klasse Leistung von Anfang bis Ende.“

TVG blieb auf dem Gaspedal

Denn auch  nach dem Seitenwechsel blieb der TVG auf dem Gaspedal und knüpfte nahtlos an die starke erste Hälfte an. „Auch gegen den Rückraum sind wir immer wieder rausgetreten und haben die Würfe gut verhindert“, lobte Geiger. Besonders beeindruckend: Bis zur 43. Minute ließ Gelnhausen lediglich einen weiteren Treffer zu. Im Tor stand nun Daniel Drodz, der die starke Torhüterleistung fortsetzte. Offensiv blieb der TVG konsequent und baute den Vorsprung bis zur 45. Minute auf 35:13 aus. Ein entscheidender Faktor war erneut die schnelle Mitte. „In Kombination mit einer starken Torhüterleistung sind wir richtig gut ins Umschaltspiel gekommen und haben das über die gesamten 60 Minuten durchgezogen“, erklärte Geiger. Immer wieder nutzte Gelnhausen Ballgewinne zu einfachen Toren, insbesondere gegen den siebten Feldspieler der Gastgeber. „In diesen Momenten haben wir sehr gut verteidigt und uns dadurch immer wieder einfache, schnelle Tore erarbeitet“, ergänzte der TVG-Coach. Selbst Torhüter Alexander Bechert trug sich dabei zweimal in die Torschützenliste ein.

Offensiv ragten Jonathan Malolepszy und Silas Altwein mit jeweils sieben Treffern heraus, Malolepszy verwandelte zudem alle vier Siebenmeter sicher. Yannik Mocken steuerte sechs Tore bei. Insgesamt war es aber eine starke Mannschaftsleistung, in der jeder Spieler Akzente setzte und wichtige Erfolgserlebnisse im Hinblick auf das anstehende Topspiel sammeln konnte.

Ein kleiner Wermutstropfen war die Verletzung von Finn Broßmann, der sich früh im Spiel einen Finger auskugelte. Dieser konnte von Physiotherapeut Michael Ritzel allerdings schnell wieder eingerenkt werden. „Jetzt müssen wir einfach ein bisschen abwarten, wie der Finger reagiert“, gab Geiger leichte Entwarnung. Neben den Langzeitverletzten Ákos Csaba und Leon David fehlten gegen den TV Homburg auch Simon Belter und Henrik Müller.

 

 

 

 

 

Hanau zeigt Nervenstärke 

Das war nichts für schwache Nerven. Die HSG Hanau hat in einem spannenden Rhein-Main-Derby den 20. Saisonsieg eingefahren. In Kelkheim triumphierten die Grimmstädter mit 31:30 (18:13) über den Aufsteiger TSG Münster und bewiesen dank Jan-Eric Kleemann und Torhüter Saad Khan in den Schlussminuten die entscheidende Nervenstärke. 

„Wir haben heute wieder über 45 Minuten ein ausgezeichnetes Spiel abgeliefert“, resümierte ein erfreuter HSG-Coach Axel Spandau. „Und dass trotz der Ausfälle von Dziugas Jusys und Max Bergold, unseren emotionalen Leadern, und auch der frühen zweiten Zeitstrafe gegen Nils Schröder. Eine super Mannschaftsleistung, auf die wir stolz sein können.“ 

Mit einer personell komplizierten Situation und drei hochemotionalen Heimspielen in den Knochen erwischte die HSG keine gute Anfangsphase. Münster übernahm mit 4:1 die Führung, aber Hanau kämpfte sich schnell zurück. Beim 6:6 (12. Minute) durch Lukas Böhm war Hanau auch mental voll in der Partie angekommen. „Ab da haben wir Münster bis zur 45. Minute deutlich auseinandergespielt“, so Spandau, dessen Team sich über die beiden Außen Sebastian Hein und Julian Fulda immer wieder Chancen erarbeitete.  Nach dem 11:9 von Hein (20.), blieb Hanau auch beim 16:13 von Jan-Philipp Winkler (28.) vorne und nahm den Vorsprung mit in die Pause. Auch Torhüter Benedikt Müller war dem Team wieder ein sicherer Rückhalt. Schon im Hinspiel hatten die Grimmstädter gegen den starken Aufsteiger mit 30:27 die Oberhand behalten und auch diesmal sah es nach Jan-Eric Kleemanns 27:21 (46.) so aus, als würde Hanau schon vor der Schlussphase für klare Verhältnisse sorgen, doch weit gefehlt: Die von Daniel Wernig trainierte TSG Münster kam noch einmal zurück. 

„Irgendwann mussten wir natürlich durchwechseln und Münster hat in diese Phase auf seine erfahrenen Akteure zurückgegriffen“, so Spandau. Die beiden ehemaligen Bundesliga-Profis Patrick Weber und Jonas Ulshöfer stemmten sich für die TSG gegen die Niederlage und nach einem 7:1-Lauf der Hausherren wurde es beim 28:28 (56.) noch einmal richtig spannend. Kurz zuvor hatte auch Abwehrspezialist Nils Schröder die Rote Karte nach drei Zeitstrafen gesehen. Kleemann, Schiefer & Co. gingen jetzt auf das Ganze. Die HSG Hanau wollte unbedingt den 11. Saisonsieg in Serie, das war dem Team deutlich anzumerken. Die Grimmstädter legten immer einen Treffer vor und nach Kleemanns erfolgreich verwandeltem Siebenmeter zum 31:30 (59. Minute), war man bereits dicht dran am Auswärtssieg. Münster holte im Angriff zwar noch einen letzten Strafwurf heraus, aber Saad Khan wurde zum Matchwinner und ließ Weber von der Siebenmeter-Linie scheitern. 

 

 

 

 

Das Bild hat uns der TVK zur Verfügung gestellt. Danke dafür