Handball – 3. Liga: Derby-Dämpfer für die HSG Hanau
Liebe Leserinnen, liebe Leser.
In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, musste die HSG Hanau am gestrigen Donnerstag bei der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II einen herben 23:32 (4:15)-Dämpfer hinnehmen. Die personell angeschlagenen Hanauer legen eine misslungene erste Halbzeit hin, stabilisierten sich dann aber im zweiten Durchgang und brachten die Begegnung ordentlich zu Ende, ein bitterer Beigeschmack blieb dennoch haften.
„Ich muss mich heute Abend für unsere erste Halbzeit entschuldigen“, meinte ein sichtlich enttäuschter HSG-Cheftrainer Axel Spandau nach Abpfiff in Mittelhessen. „Das war wirklich schlecht, was auch der Zwischenstand zur Pause aussagt. Hier spielte eigentlich der Tabellendritte gegen den Fünften, aber dieser Ausgang ist in der Handballsprache eigentlich kaum zu beschreiben.“ Durch die Niederlage in Dutenhofen droht die HSG Hanau der Verlust des dritten Tabellenplatzes. Sollte der Longericher SC Köln punkten, würde der direkte Konkurrent im Rennen um die Qualifikation für den DHB-Pokal an den Südhessen vorbeiziehen. Dabei hatte Spandau vor dem Spiel von seinem Team eigentlich maximalen Einsatz in der Abwehr gefordert, doch es war vor allem die Offensive, die dem Hanauer Coach Kopfzerbrechen bereitete.
Tore waren in der emotionalen Partie zunächst Mangelware. Sebastian Hein markierte in der achten Minute das 2:2 für die HSG Hanau. Mit mehreren angeschlagenen Spielern im Kader hatte Spandau improvisieren müssen: Auf der Mittelposition übernahm Jan-Philipp Winkler von Beginn an für den verletzten Jan-Eric Kleemann und Torhüter Benedikt Müller führte die Blau-Weißen als Kapitän auf die Platte. Gleichzeitig kehrte Routinier Lukas Böhm nach seiner einwöchigen Pause in den Rückraum zurück.
Dutenhofens Coach Eike Schuchmann schien seine Mannschaft gut auf die Spandau-Sieben eingestellt zu haben, denn mit zunehmender Spielzeit tat sich Hanau gegen die aggressive Deckung der Hausherren sichtlich schwer. In den Auftakthandlungen fehlte die zündende Idee, während die Grün-Weißen immer wieder durch Stopfouls die Hanauer Offensivbemühungen unterbrachen. Beim 3:5 (14.), durch einen Rückraumwurf von Cedric Schiefer, war Hanau noch an den Gastgebern dran, doch schon kurz danach verloren Winkler, Böhm & Co. in der Offensive den Faden. Gleich mehrmals biss sich das Team in der Dutenhofener Defensive fest oder scheiterte an Henrik Naß im Tor, der mehr und mehr zum Faktor wurde. Über 8:3 und 12:3 zogen die Gastgeber unaufhaltsam davon, da halfen auch keine zwei Auszeiten von Spandau. Erst in der 26. Minute beendete David Rivic mit dem 4:12 die lange Durststrecke der Gäste. Mit einem 4:15-Rückstand ging es in die Kabine.
„Natürlich hat uns Jan-Eric Kleemann heute gefehlt, das muss man einfach mal so sagen“, sagte Spandau, der seinen Kreativmotor im Angriff schmerzlich vermisste. „Jan-Philipp Winkler hat das Spiel leider nicht so in den Griff gekriegt, wie wir uns das vielleicht erhofft haben. Ich habe es auch mit Dennis Gerst auf der Mitte probiert, was Höhen und Tiefen hatte.“
Nach der Pause gefangen, doch Rückstand zu groß
Zu allem Überfluss ging es in der zweiten Halbzeit dann auch für Schiefer nicht weiter. Da Ben Scharriär als weitere Wechseloption fehlte, mussten Gerst, Winkler und Böhm die Begegnung mehr oder weniger alleine im Rückraum schultern. Saad Khan rückte für den bis dahin glücklosen Müller zwischen die Pfosten und zeigte einige Paraden für die HSG.
Über das 8:19 von Winkler (36.) und 12:22 (42.) von Julian Fulda, der auf Linksaußen ein gutes Spiel machte, ließ Hanau den Rückstand nicht weiter anwachsen. In der Schlussphase rotierte Spandau noch einmal durch und gab dem Hanauer Nachwuchs Jannes Hauer und Malte Just (2 Tore) auf den Außenpositionen noch etwas Einsatzzeit. Auch Yannik Kraft, der aus der zweiten Mannschaft der Grimmstädter aushalf, verwandelte zwei Mal sicher von der Siebenmeterlinie.
„In der zweiten Halbzeit haben wir uns wenigstens noch ein bisschen gewehrt und so ein halbwegs akzeptables Ergebnis abgeliefert“, so Spandau. „Wir haben jetzt eine klare Motivation, nämlich dass wir uns in der nächsten Woche mehr anstrengen und ein anderes Gesicht zeigen.“
Das Bild hat uns Hanau zur Verfügung gestellt. Danke dafür






