Handball – 3. Liga: Gelnhausen empfängt Aufstiegs-Anwärter Saarlouis – Hanau tritt in Münster an
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In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, empfängt der TV Gelnhausen am heutigen Samstag um 19.30 Uhr mit der HG Saarlouis den amtierenden Staffelmeister in der Rudi-Lechleidner-Halle. Nach zwei Siegen zum Auftakt gehen die Barbarossastädter mit viel Selbstvertrauen in das frühe Spitzenspiel der noch jungen Saison. Klar ist aber auch: Die Favoritenrolle liegt bei den Saarländern, die sportlich wie wirtschaftlich über deutlich größere Möglichkeiten verfügen.
Die Vorfreude auf den Vergleich mit einer der stärksten Mannschaften der Staffel ist beim TVG groß. Vor heimischer Kulisse wartet auf die Barbarossastädter eine echte Standortbestimmung auf höchstem Drittliga-Niveau. „Wir freuen uns sehr darauf. Es ist natürlich ein absolutes Spitzenspiel und für uns etwas Besonderes, uns mit einer solchen Mannschaft messen zu dürfen“, sagt TVG-Trainer Tim Beckmann.
Dass seine Mannschaft selbstbewusst in diese Aufgabe gehen kann, hat sie in den vergangenen Wochen eindrucksvoll gezeigt. Bereits im DHB-Pokal bot der TVG dem Zweitligisten TV Hüttenberg lange Paroli und unterlag nur knapp mit 25:27. In der Liga folgten ein 27:24-Auswärtserfolg beim Longericher SC und zuletzt ein beeindruckendes 36:22 im Derby gegen den TV Kirchzell.
Mit der HG Saarlouis wartet nun allerdings ein Gegner, dessen Voraussetzungen noch einmal andere sind. Die Saarländer gewannen in der vergangenen Saison mit 52:8 Punkten die Meisterschaft in der Süd-West-Staffel und verpassten den Aufstieg in die zweite Liga erst in der anschließenden Aufstiegsrunde. Im Sommer wurde der ohnehin hochkarätig besetzte Kader noch einmal gezielt verstärkt. Das Ziel für 2026/27 ist eindeutig: Der Sprung in die zweite Liga soll gelingen.
Wie ernst es die HGS damit meint, zeigt sich nicht nur auf dem Spielfeld. Mit Markus Baur arbeitet seit 2025 ein prominenter Sportdirektor für die Saarländer. Der ehemalige Nationalspieler und Weltmeister von 2007 ist eng in Kaderplanung, Transfers und die sportliche Ausrichtung eingebunden und soll gemeinsam mit dem sportlichen Leiter Daniel Altmeyer und dem Trainerteam die Strukturen weiter professionalisieren. Auch wirtschaftlich gehört Saarlouis zu den Schwergewichten der dritten Liga. Bereits vor der vergangenen Saison hatte HGS-Präsident Dr. Steffen Freichel einen Etat von mindestens einer Million Euro als Voraussetzung für das Aufstiegsprojekt genannt. Mit dem Einstieg von Hauptsponsor Ursapharm wurden die finanziellen Möglichkeiten noch einmal deutlich verbessert. Freichel selbst lässt keinen Zweifel am Anspruch der HGS: „Nach der herausragenden Vorsaison mit dem nur sehr knapp verpassten Aufstieg und sehr guten Entwicklungsschritten der Mannschaft ist der Aufstieg das einzig logische und zu kommunizierende Ziel.“
Entsprechend groß ist die Qualität im Kader. Mehrere Saarlouiser Akteure haben bereits in der ersten oder zweiten Bundesliga beziehungsweise in höchsten europäischen Spielklassen gespielt. Zusammengenommen steckt im aktuellen HGS-Kader die Erfahrung aus mehr als 700 Erst- und Zweitligaspielen. Damit verfügt Saarlouis auf dem Papier über deutlich mehr Erfahrung und individuelle Qualität als der junge Gelnhäuser Kader.
Seine Klasse hat das Team von Trainer Jörg Lützelberger bereits in den ersten Pflichtspielen der Saison unter Beweis gestellt. Im DHB-Pokal hielt Saarlouis gegen Bundesligist Frisch Auf Göppingen lange mit und verlor am Ende nur mit 29:34. In der Liga folgten Siege gegen die Bergischen Panther (32:28) und bei der HSG Rodgau Nieder-Roden (25:22). „Saarlouis gehört aufgrund des Kaders, der vorhandenen Möglichkeiten und des eigenen Anspruchs zu den Topmannschaften der Staffel“, betont Beckmann.
Im Sommer kamen unter anderem der französische Kreisläufer und Abwehrspezialist Pierre Halimi, Jugendnationalspieler Laurin Karrenbauer sowie Jan-Ole Schimmel vom TV Homburg dazu. Hinzu kommt ein Stamm, der bereits in der Vorsaison zu den stärksten der Liga zählte. Im Tor steht mit Finn Zecher ein Schlussmann mit Erst- und Zweitliga-Erfahrung. Auch Spieler wie Yves Kunkel, Lars Weißgerber, Hubert Kornecki oder Kapitän Tom Paetow bringen reichlich Erfahrung aus höherklassigem Handball mit. „Sie verfügen über eine enorme individuelle Qualität, viele sehr erfahrene Spieler und eine starke 6:0-Abwehr“, sagt Beckmann. „Auch mit ihrem Tempospiel werden sie uns mit Sicherheit sehr fordern.“
Dass unterschiedliche wirtschaftliche und personelle Voraussetzungen auf dem Spielfeld nicht zwangsläufig den Ausschlag geben müssen, zeigte allerdings schon die vergangene Saison. Das Hinspiel gewann Saarlouis vor heimischer Kulisse mit 30:26, im Rückspiel setzte der TVG in der Hölle Süd mit einem deutlichen 41:32 ein echtes Ausrufezeichen. Auch diesmal wollen sich die Barbarossastädter nicht verstecken. Der TVG setzt dabei auf seine mannschaftliche Geschlossenheit, Leidenschaft und die Unterstützung des eigenen Publikums. „Wir haben großen Respekt vor Saarlouis“, sagt Beckmann. „Aber ich denke nicht, dass wir uns verstecken müssen. Für uns ist es ein Leistungsvergleich auf sehr hohem Niveau, auf den wir uns unglaublich freuen.“
Personell bleibt die Lage bei den Barbarossastädtern allerdings angespannt. Weiterhin fehlen Max Bechert (Mittelhandbruch), Alexander Bechert (Knieprobleme), Jonas Dambach (Fußprobleme), Silas Altwein (Nasenbeinbruch) und Henrik Müller.
Erstes Derby der Saison
Am heutigen Samstag um 17 Uhr ist die HSG Hanau zum ersten Derby der Saison zu Gast in der Eichendorffschule in Kelkheim. Dort treffen sie auf die gut gestartete TSG Münster. Die Münsteraner haben bereits einen Rhythmus gefunden und konnten bereits 3:1 Zähler sammeln. Mit Patrick Weber stellen sie auch in diesem Jahr einen der Topscorer der Liga. Neben der sportlichen Brisanz gibt es auch ein Wiedersehen mit Nils Schröder. Das Hanauer Eigengewächs wechselte vor der Saison zum Ligakonkurrenten. Cheftrainer Spandau hat die Lehren aus dem Auftaktspiel klar formuliert: „Wir wollen eine Reaktion auf die Auftaktniederlage in Ratingen zeigen und uns auf eine verbesserte Angriffsleistung sowie dem spielerischen Niveau der Vorbereitung konzentrieren”, so der Coach, der zugleich betont, mit einem angriffsstärkeren Gesicht als zuletzt auftreten zu wollen.
Die HSG Hanau startete mit einem Auswärtsspiel in Düsseldorf-Ratingen in die Saison, einem Gegner, der sich im Vergleich zum Vorjahr weiterentwickelt hat und von den Fehlern der Grimmstädter profitierte und diese Fehler eiskalt bestrafte. Die Mannschaft von Trainer Axel Spandau musste am Ende mit einer 23:30-Niederlage bei interaktiv.Handball die Heimreise antreten. Nun ist das Team um das Kapitäns-Duo Ritter und Müller direkt in einem Derby gefordert. „Uns erwartet eine hitzige Atmosphäre. Münster hat ihr letztes Spiel in der letzten Sekunde gewonnen.“, gibt Dziugas Jusys einen Ausblick auf das kommende Wochenende.
Neuer Trainer in Münster
Nach der letzten Saison gab es eine Veränderung auf der Trainerbank der TSG Münster. Mit Jonas Ulshöfer leitet ein Spielertrainer mit seinem Co-Trainer Sebastian Friemann die Geschicke in der Saison 2026/27. Auf dem Feld wird auch in diesem Jahr die Mannschaft vom ehemaligen Bundesliga-Spieler Patrick Weber getragen. Nach zwei Spieltagen hat er bereits 20 Tore, davon sechs Siebenmeter, auf seiner Habenseite. Auch Jakob Gollan auf Rückraum Rechts weiß in den ersten Spielen spielerisch zu überzeugen. Spielertrainer Jonas Ulshöfer agiert wie gewohnt als spielbestimmende Kraft auf Rückraum Mitte. Neben Kenneth Fuhrig profitiert in diesem Jahr auch Nils Schröder von den sich bietenden Räumen am Kreis. Das Hanauer Eigengewächs Schröder wechselt nach elf Jahren bei von der HSG zur TSG. Nun also früh in der Saison das Wiedersehen.
Die Münsteraner setzen in ihrer Deckung auf zwei Abwehrsystem. Zum einen agieren sie in einer kompakten 6:0-Abwehr oder setzen die Angriffsreihen der Gegner mit ihrer 5:1-Variante unter Druck. Wurden die Abwehrreihen gut bespielt, müssen die sich ergebenen Chancen noch genutzt werden. Um das zu verhindern, steht bereits seit 2023 Johannes Jepsen im Tor der Weiß-Blauen aus Münster. In der Saison 2022/23 verhalf er als einer der Leistungsträger dem ThSV Eisenach zum Aufstieg in die erste Liga. Nach den ersten beiden Spielen stehen für die TSG Münster ein Sieg und ein Unentschieden zu Buche. Die Punktteilung gab es – überraschend – direkt im ersten Heimspiel gegen den Aufsteiger TSG Bayer Dormagen II. Eine Woche später überrollte man in der ersten Halbzeit des ersten Hessenderby der Saison die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II und führte zur Halbzeit 16:8. In beiden Spielen führte die TSG über weite Phase des Spiels, ehe es zum Ende hin spannend wurde.
Höhere Konzentration gefordert
„Nach der enttäuschenden Niederlage vergangenes Wochenende haben wir die Fehler aufgearbeitet.“, gibt Abwehrkante Dziugas Jusys einen Einblick in die Vorbereitung auf das anstehende Derby. Denn neben den positiven Erkenntnissen des Ratingen Spiels, wurde die ganze Woche über daran gearbeitet eine deutlich bessere Angriffsleistung als im letzten Spiel auf die Platte zu bringen. Trainer Spandau hat unter anderem ausgemacht, dass die Mannschaft sich mehr auf den erarbeiteten Spielfluss aus der Vorbereitung konzentrieren soll, um sich noch bessere Torchancen zu erarbeiten. Mahnt jedoch auch hier eine höhere Konzentration an, damit diese dann auch erfolgreich genutzt werden. Im Anschluss soll ein guter Rückzug das Tempospiel des Gegners unterbrechen, um anschließend wieder eine kompakte Deckung zu stellen. Neben dem Langzeitverletzten Julian Fulda steht weiterhin ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Benedikt Müller.





