Handball – 3. Liga: Hanau empfängt die HSG Krefeld – Gelnhausen reist ohne Tim Beckmann nach Düsseldorf
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In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, empfängt die HSG Hanau den Favoriten Krefeld daheim. Der TV Gelnhausen fährt nach Düsseldorf.
Staffel-Favorit HSG Krefeld Niederrhein zu Gast in der Main-Kinzig-Halle
Das erste Heimspiel der Saison steht an – und es hat es gleich in sich: Am Sonntag empfangen die Grimmstädter den Tabellenführer HSG Krefeld Niederrhein um 17 Uhr in der Main-Kinzig-Halle. Die Spielgemeinschaft geht nach zwei Niederlagen und null Punkten aus den ersten zwei Begegnungen in diese Partie, während die Gäste vom Niederrhein mit drei überzeugenden Siegen nach Hanau reisen. Die Mannschaft von Trainer Axel Spandau bereitet sich intensiv vor, um ihre bestmögliche Leistung gegen den Zweitliga-Absteiger abrufen zu können.
Lange musste der Blaue Block nach der 1. DHB-Pokalrunde auf den ersten Heimauftritt ihrer HSG in dieser Saison warten. Am Sonntag ist es nun soweit und die Blau-Weißen bestreiten ihr erstes Heimspiel. Dass der Start bisher nicht geglückt ist, wollen Kleemann, Schiefer und Co. gemeinsam mit dem Blauen Block in ihrem Wohnzimmer Main-Kinzig-Halle ändern. Das dieses Unterfangen gegen den nächsten Gegner schwierig ist, ist allen bewusst, umso mehr setzt die Mannschaft auf die Unterstützung ihres siebten Manns dem Blauen Block.
Zweitliga-Absteiger mit enormer Qualität
Trainer Axel Spandau hat die Qualitäten des Gegners bereits klar umrissen und lässt dabei keinen Zweifel an der Einschätzung aufkommen: „Das sind absolute Hochgeschwindigkeitshandballer mit drei deutlichen Siegen. Zum Auftakt haben sie ihre Ambitionen natürlich unterstrichen”, sagt der HSG-Coach, der in Krefeld einen Zweitliga-Absteiger mit entsprechendem Anspruch sieht — und ergänzt: „Das ist eine richtige Aufgabe, ein richtiges Brett, was wir da zu bohren haben.” Gleichzeitig macht Spandau deutlich, wo er den Maßstab für die eigene Leistung ansetzt: an der zweiten Halbzeit des Auswärtsspiels in Münster.
Die HSG Krefeld Niederrhein reist als Zweitliga-Absteiger mit dem entsprechenden Selbstbewusstsein an die Main: Trainer Mark Schmetz lässt sein Team in einem kompakten 6:0-Deckungssystem agieren, das den Rückraumspielern der Gegner wenig Platz lässt und auf schnelle Gegenstöße nach Ballgewinn ausgerichtet ist. Gefährlichster Mann ist Sommerneuzugang Maciej Dawid Papina auf Rückraum Mitte — 21 Tore in drei Spielen, davon zwölf per Siebenmeter, machen ihn zum Topscorer der Krefelder. Der Kader der Eagles, wie die HSG Krefeld Niederrhein sich selbst nennt, ist weitestgehend gleichgeblieben. Neben Cedric Marquardt der nun für die Grimmstädter aufläuft, haben auch Christopher Klasmann, Mike Schulz, Pau Guitart, Falk Kolodziej und Robert Krass die Krefelder verlassen. Doch die Hauptprotagonisten im Rückraum mit Jörn Persson, Lucas Schneider und Julius Rose sind geblieben. Gemeinsam mit dem Kreisläufer Duo Ingenpaß/Jagieniak und Torwart Finn Rüspeler bilden sie den Kern der Gäste. Die Gelb-Schwarzen haben mit ihrem Kader daher das Ziel direkter Wiederaufstieg ausgerufen. Die Rollen beim Spiel in Hanau sind also klar verteilt. Krefeld will mit einem Auswärtssieg ihren ersten Tabellenplatz weiter behaupten.
Chancenverwertung verbessern
Die Hausaufgaben für die Grimmstädter in dieser Woche sind klar benannt, damit sie am Sonntag dem Favoriten ein Bein stellen können. A und O ist eine bessere Chancenverwertung als in den ersten beiden Spielen. Denn das Potenzial im Angriff da ist, haben die Gastgeber immer wieder in Ratingen und Münster aufblitzen lassen. Gegen die Krefelder-Deckung gilt es mit Tiefe entsprechende Räume zu kreieren, um selber den Durchbruch zu suchen oder mit einer hohen Passgeschwindigkeit und -genauigkeit die Mitspieler in Szene zu setzen. Gerade bei der Aufholjagd in Münster brachten die Blau-Weißen ihren bekannten Spielfluss auf die Platte und konnten das Spiel drehen. Für die Abwehr ist das Hauptaugenmerk erst einmal der Rückzug, um Krefeld in das gebundene Spiel zu zwingen. Dort geht es dann darum die Wirkungskreise der Rückraumakteuer einzudämmen, damit sie ihre gewohnte Power nicht zur Entfaltung bringen können.
Personell bleibt die Lage für Sonntag offen, einzige Klarheit besteht: Julian Fulda wird nicht mit von der Partie sein. Ob Jan-Philipp Winkler, Cedric Marquart und Benedikt Müller in den Kader zurückkehren entscheidet sich kurzfristig.
TV Gelnhausen vor schwerer Auswärtsaufgabe in Ratingen
Am vierten Spieltag wartet auf den TV Gelnhausen die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Am Samstag um 17.30 Uhr gastieren die Barbarossastädter bei interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen in der Halle Ratingen-West. Nach dem starken Saisonstart mit 5:1 Punkten reist der TVG selbstbewusst an, trifft dort aber auf eine junge und temporeiche Mannschaft, die zuletzt mit zwei deutlichen Heimsiegen aufhorchen ließ.
Nach dem 28:28 (13:11) gegen den amtierenden Staffelmeister HG Saarlouis wartet damit direkt die nächste Standortbestimmung. Der TVG ist nach drei Spielen noch ungeschlagen und hat mit Siegen in Longerich (27:24) und gegen Kirchzell (36:22) sowie dem Remis gegen Saarlouis einen starken Start hingelegt. „Wir sind mit 5:1 Punkten sehr gut in die Spielzeit gestartet und fahren selbstbewusst nach Ratingen“, sagt TVG-Trainer Patrick Beer. „Wir freuen uns auf ein Duell auf Augenhöhe.“
Doch auch die Gastgeber gehen mit reichlich Rückenwind in die Partie. Interaktiv startete mit einer 33:41 (19:21)-Auswärtsniederlage beim Zweitliga-Absteiger und Aufstiegsfavoriten HSG Krefeld Niederrhein in die Saison, zeigte anschließend vor eigenem Publikum aber eindrucksvoll seine Qualität. Zunächst wurde der Vorjahresvierte HSG Hanau mit 30:23 (15:9) klar in die Schranken verwiesen, eine Woche später folgte ein deutlicher 43:35 (22:18)-Erfolg gegen den letztjährigen Tabellendritten Longericher SC Köln. Damit steht die Mannschaft nach drei Spielen bei 4:2 Punkten. „Düsseldorf ist momentan die Mannschaft der Stunde“, sagt Beer. „Sie hatten mit Krefeld, Hanau und Longerich ein extrem schweres Auftaktprogramm und haben sich dabei mit beachtlichen 4:2 Punkten sehr gut geschlagen.“
Besonders auffällig ist bislang die offensive Durchschlagskraft der Ratinger. 106 Treffer gelangen interaktiv in den ersten drei Saisonspielen. Mehr Tore erzielten bislang nur Krefeld und Longerich, wobei die Kölner bereits eine Partie mehr absolviert haben. Das Herzstück des Ratinger Spiels sieht Beer vor allem im schnellen Umschalten. „Das Prunkstück ist sicherlich das Tempospiel.“ Dabei verteilt sich die Torgefahr auf mehrere Schultern. Besonders Luca Schulz und Tjark Seher aus dem Rückraum sowie Rechtsaußen Emil Kübler haben sich in den ersten Saisonspielen hervorgetan. Gemeinsam kommen die drei bereits auf 59 Treffer. „Das sind Spieler, auf die man ein Auge haben muss“, sagt Beer.
Ohnehin verfügt interaktiv bereits seit der vergangenen Saison über einen qualitativ gut besetzten Kader. Unter Trainer Filip Lazarov scheint die junge Mannschaft inzwischen noch einmal zusammengewachsen zu sein. Im Sommer kam der 21-jährige Torhüter Mats Haberkamp von GWD Minden II als Verstärkung hinzu. Darüber hinaus rückten mehrere Spieler aus der eigenen A-Jugend in den Kader der ersten Mannschaft auf. Das Ergebnis ist ein junges Team, das mit viel Dynamik und hohem Tempo agiert.
Die beiden direkten Duelle der vergangenen Saison gingen an den TVG. In Ratingen setzten sich die Barbarossastädter mit 26:22 (12:13) durch, ehe im Rückspiel in der Hölle Süd ein deutlicher 33:18 (18:7)-Erfolg folgte. Auf diese Ergebnisse will sich beim TVG jedoch niemand verlassen. Die bisherigen Auftritte der Gastgeber zeigen deutlich, dass am Samstag eine andere Aufgabe wartet. Hinzu kommt der Heimvorteil. Für interaktiv ist die Begegnung bereits das dritte Heimspiel in Folge. Nach den Erfolgen gegen Hanau und Longerich dürfte die Mannschaft entsprechend viel Selbstvertrauen mitbringen. „Sie werden mit sehr viel Motivation in dieses Spiel gehen“, erwartet Beer. „Aber wir sind ebenfalls gut drauf und freuen uns auf das Spiel.“
Personell muss der TVG weiterhin auf einige Akteure verzichten. Alexander Bechert (Knieprobleme), Jonas Dambach (Fußprobleme), Max Bechert (Mittelhandbruch) und Henrik Müller fallen weiterhin aus. Der Rest des Kaders steht nach aktuellem Stand zur Verfügung.
Gelnhausen und Tim Beckmann beenden Zusammenarbeit
Wie auf der Homepage des TVG zu lesen ist, beenden der Verein und Trainer Tim Beckmann vorzeitig die Zusammenarbeit. Tim Beckmann hat den TV Gelnhausen aus privaten Gründen darum gebeten, seine Tätigkeit als Trainer der Drittliga-Mannschaft zu beenden. So steht es geschrieben. Der Verein ist diesem Wunsch nachgekommen. Verein und Trainer werden zu den Hintergründen keine weiteren Angaben machen.
„Mir fällt diese Entscheidung sehr schwer, weil ich mich beim TV Gelnhausen vom ersten Tag an sehr wohlgefühlt habe. Die Zusammenarbeit mit der Mannschaft, dem Trainerteam und den Verantwortlichen war hervorragend. Umso mehr tut es mir leid, dass ich meine Aufgabe nicht fortsetzen kann. Ich wünsche dem TVG und der Mannschaft für die weitere Saison von Herzen alles Gute und werde dem TVG als Fan und Zuschauer erhalten bleiben“, sagt Beckmann.
Patrick Beer, der als gleichberechtigter Trainer verpflichtet wurde und aus beruflichen Gründen eigentlich erst ab November dazustoßen sollte, wird nun vorzeitig mehr in die Verantwortung gehen und dabei von Headcoach Sergej Budanow unterstützt.






