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Handball – Regionalliga: Ekstase in Obernburg – Niklas Geck sorgte für den Sieg – Bieberau/Modau war ebenfalls erfolgreich

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Im letzten Spiel der Regionalliga-Saison hat die TuSpo Obernburg in einem Krimi am Ende gegen Hüttenberg II gewonnen. Die HSG Bieberau/Modau holte sich gegen Baunatal ebenfalls einen Erfolg.

 

Last-Second-Tor sorgt für Ekstase in Obernburg

Die Valentin-Ballmann-Halle in Obernburg bot zum Saisonfinale noch einmal die perfekte Bühne für einen echten Handball-Krimi. Vor erneut großer Kulisse erzielte die TuSpo gegen den TV Hüttenberg II nach einer dramatischen Schlussphase mit 30:29 (15:16) den Sieg  und verabschiedete sich damit mit einem emotionalen Heimsieg aus der Saison.

Dabei standen die Vorzeichen alles andere als günstig, denn TuSpo-Coach Philipp Wollbeck musste weiterhin auf Tobias Raab, André Göpfert und Leon Steinbrecher verzichten, kurzfristig fiel zudem auch Jesper Kunkel mit einer Handverletzung aus. Dennoch entwickelte sich von Beginn an eine intensive und temporeiche Partie. Die Gäste aus Hüttenberg erwischten zunächst den besseren Start und setzten sie sich nach zwölf Minuten auf 8:4 ab. Trainer Wollbeck reagierte früh mit einer Auszeit und seine Mannschaft zeigte sofort die gewünschte Reaktion. Vor allem Tom Müller drückte der Partie nun immer mehr seinen Stempel auf. Der TuSpo-Rückraumspieler war von der Hüttenberger Abwehr kaum zu kontrollieren und führte seine Farben mit insgesamt 13 Treffern zurück ins Spiel. Doch auch die Gäste hatten mit Jannis Wrackmeyer (12/4 Tore) ihren überragenden Akteur. Der Hüttenberger Top-Torjäger stellte die Obernburger Defensive über die gesamte Spielzeit vor große Probleme und hielt seine Mannschaft immer wieder in Führung. Dennoch kämpften sich die Gastgeber kurz vor der Pause erstmals zurück und kamen zum 15:15-Ausgleich. Mit der letzten Aktion vor dem Seitenwechsel schlug Hüttenberg allerdings noch einmal zurück und nahm eine knappe 16:15-Führung mit in die Kabine.

Gäste blieben tonangebend

Auch nach Wiederbeginn blieben zunächst die Gäste tonangebend. Mit einem 4:0-Lauf baute Hüttenberg den Vorsprung bis zur 40. Minute wieder aus und schien beim 22:18 die Kontrolle über das Spiel zu besitzen. Doch die TuSpo stemmte sich mit beeindruckender Moral und großem Kampfgeist gegen die drohende Niederlage. Immer wieder angeführt vom überragenden Tom Müller arbeiteten sich die Gastgeber Tor um Tor heran und verkürzten auf 20:22 (41. Minute). Spätestens jetzt war die Ballmann-Halle endgültig zum Hexenkessel geworden. Selbst als Hüttenberg in der 46. Minute erneut auf 25:21 erhöhte, glaubten weder die heimische Mannschaft noch ihre Fans an eine Vorentscheidung. Mit drei Treffern in Serie war die Partie beim 24:25 (51. Minute) wieder völlig offen. In der Crunchtime überschlugen sich dann die Ereignisse. Fünf Minuten vor dem Ende brachte Tom Müller die TuSpo mit dem 28:27 erstmals überhaupt in Führung. Doch Hüttenberg antwortete prompt, drehte die Begegnung erneut und die Atmosphäre in der Halle erreichte nun ihren Siedepunkt.

40 Sekunden vor Schluss folgte die vielleicht spielentscheidende Szene, denn beim Stand von 29:29 parierte TuSpo-Keeper Florian Eberhardt einen Siebenmeter von Jannis Wrackmeyer und hielt seine Mannschaft damit im Spiel. Die begeisterten Zuschauer standen längst Kopf und sie sollten tatsächlich noch einen perfekten Schlusspunkt erleben.

In der allerletzten Sekunde bekam Obernburg noch einen direkten Freiwurf zugesprochen. Niklas „Carlo“ Geck übernahm die Verantwortung und jagte den Ball spektakulär über die Hüttenberger Mauer hinweg in den Torwinkel. Sekunden später kannte der Jubel in der Ballmann-Halle keine Grenzen mehr. Die TuSpo krönte eine leidenschaftliche Aufholjagd mit einem glücklichen, aufgrund der Moral aber völlig verdienten 30:29-Heimsieg und bescherte ihren Fans einen Saisonabschluss, den so schnell niemand vergessen wird.

Der überglückliche Obernburger Trainer Philipp Wollbeck sagte nach dem Spiel: „Eine verrückte Saison, die mit einem verrückten Spiel endet. Am Ende entscheiden heute ganz viel Kampf, der Wille und das niemals Aufgeben sowohl über die Saison als auch über das heutige Spiel.“

 

 

 

Zwölfter Heimsieg der HSG bei 13 Spielen

Das letzte Saisonspiel gegen die GSV Eintracht Baunatal endete mit 35:33 (19:18) für die Hausherren. Zuvor wurden David Lubar, der zur TSG Offenbach/Bürgel wechselt, Florian König, zur TSG Haßloch und Till Schenkel, der erst einmal seine Verletzung auskurieren möchte, vom sportlichen Leiter der Falken, Michael Malik verabschiedet. 

Danach begann die Partie furios für die Hausherren, denn sie legten schnell eine 3:0 Führung hin, die sie auch bis zur neunten Spielminute aufrecht erhalten konnten (6:3). Baunatal kam dann besser ins Spiel und profitierte dabei vor allem von zahlreichen Fehlwürfen der HSG. So war es nicht verwunderlich, dass sie in der 13. Spielminute zum 7:7-Ausgleich kamen und von da an fand ein ausgeglichenes Spiel statt. Keine der beiden Mannschaften konnte sich in dieser Spielphase sonderlich absetzen, die Führung wechselte ständig. Baunatal ging das hohe Tempo der Bieberau/Modauer problemlos mit und zeigte sich immer wieder gefährlich vor dem Tor von Martin Juzbasic, der bis zur Pause acht Paraden zeigte. Hauchdünn führten die Falken durch ein Tor von David Lubar kurz vor der Halbzeitpause mit 19:18. 

HSG nach dem Wechsel konzentrierter

Das Spiel seiner Mannschaft gefiel HSG-Trainer Thomas Weber offensichtlich nicht und so beschwor er sie, in der Halbzeitpause konzentrierter und disziplinierter zur Sache zu gehen und die Fehlerquote zu verringern. Die Ansprache zeigte Wirkung und so konnten die Falken in den nächsten zehn Minuten erstmals eine Vier-Tore-Führung zum 25:21 hinlegen. Doch Baunatal gab nicht auf, kam wieder auf 26:25 heran (45.), ehe die Falken in ihrer stärksten Phase binnen drei Minuten durch zweimal Kevin Kunzendorf, zweimal Damjan Jajic und Robin Hübscher auf 31:25 davon zogen. 

Aber auch diesmal kämpfte sich Baunatal zurück, profitierte wieder von einigen Unachtsamkeiten der Hausherren und holten Tor um Tor auf. In der letzten Spielminute traf der Baunataler Nico Schwöbel sogar noch einmal zum 34:33, es waren noch 42 Sekunden zu spielen. Doch die Bieberau/Modauer behielten die Nerven. Wieder einmal tankte sich Kevin Kunzendorf nach klugem Zuspiel von Darren Weber durch und schloss mit seinem zwölften Treffer zum 35:33-Endstand ab. Dieser Treffer war zugleich das 246 Tor von Kevin Kunzendorf in dieser Saison. Damit führt er mit Abstand die diesjährige Torschützenliste der Regionalliga an. 

Es war ein enger, aber verdienter Sieg und der zwölfte Heimsieg in dieser Saison. Eine beinahe makellose Heimbilanz, nur gegen den Meister aus Gensungen wurde verloren. HSG-Trainer Thomas Weber sagte: „Ein schöner Abschluss und der zwölfte Heimerfolg. Jetzt haben wir uns alle erst einmal eine kleine Pause verdient und wollen neue Kraft schöpfen.“

 

 

Das Jubelbild hat uns die TuSpo, Klaus Zengel, zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür