Handball – 2. Liga: Interview mit Patrick Gempp vom TV Großwallstadt zum Saisonauftakt
Liebe Leserinnen, liebe Leser.
Eine intensive Vorbereitung liegt hinter dem Handball Zweitligisten TV Großwallstadt, eine junge Mannschaft ist zusammengewachsen und mit Patrick Gempp, Jannek Klein und Florian Eisenträger steht ein Kapitänstrio an der Spitze des Teams.
Nach dem Pokalauftakt gegen HBW Balingen-Weilstetten richtet sich der Blick nun auf den Saisonstart in der zweiten Liga. Im Gespräch erzählt Patrick Gempp, was die Vorbereitung ausgemacht hat, warum ihm die Teambuilding-Maßnahmen besonders gefallen haben, wie wichtig die Rückkehr von Romas Aukstikalnis für die Mannschaft ist und mit welchen Erwartungen der TVG zum ersten Auswärtsspiel nach Hüttenberg fährt.
Patrick, die Vorbereitung liegt hinter Euch. Wie fällt Dein persönliches Fazit aus? Was lief besonders gut, und wo gibt es noch Luft nach oben?
„Insgesamt war es eine sehr intensive Vorbereitung. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und viele neue Spieler integriert. Dabei haben wir nicht nur die Zeit auf dem Feld genutzt, sondern auch außerhalb des Handballs viel miteinander gemacht. Sehr gut war, dass die Intensität bei allem, was wir gemacht haben, immer gestimmt hat.
Natürlich war die Qualität nicht immer fehlerfrei und es gibt noch Verbesserungspotenzial. Aber die Intensität war immer da, und das ist etwas sehr Positives, das wir mit in die neue Saison nehmen können. Wenn wir mit dieser Einstellung weiterarbeiten, wird sich auch die Qualität verbessern.“
Eine Vorbereitung ist auch immer die Zeit, in der eine Mannschaft zusammenwächst. Wie gut habt Ihr Euch inzwischen als Team gefunden – auf und neben dem Spielfeld?
„Mein Eindruck ist, und das sagen auch viele, die das Pokalspiel oder unsere Testspiele gesehen haben: Wir treten schon sehr gut als Mannschaft auf. Auf dem Spielfeld fehlen vielleicht noch ein paar Abläufe, die wir verbessern können. Aber als Team haben wir uns, meiner Meinung nach, gefunden. Dabei hat sicherlich geholfen, dass wir sehr viel abseits des Handballfeldes miteinander gemacht haben.
Wir haben sehr viele Spieler mit unterschiedlichen Charakteren in unserer Mannschaft, die aber allesamt tolle Menschen sind. Die Neuzugänge sind wirklich spannend und haben viel Potenzial.
Besonders freut mich, dass Romas Aukstikalnis nach seiner langen Leidenszeit wieder zurück ist. Das ist eine wirklich coole Geschichte. Er hat im Dezember 2024 sein letztes Heimspiel gegen Balingen-Weilstetten gemacht und stand jetzt im August 2026 zum ersten Mal bei einem Pflichtspiel wieder gegen Balingen im Kader. Es ist schön, dass er wieder da ist.
Wir sind auch sehr froh, dass wir ohne weitere Verletzungen durch die Vorbereitung gekommen sind. Bis auf Sebastian Trost, der nach seiner Kreuzbandverletzung noch etwas Zeit braucht, sind wir komplett. Das kann mit Sicherheit einen Unterschied machen.“
Ein wichtiger Teil der Vorbereitung waren auch die Teambuilding-Maßnahmen – unter anderem Tennis, Golf und Padel-Tennis. Was hat Dir davon am meisten Spaß gemacht? Und gab es dabei vielleicht eine Überraschung, wer welches Talent besitzt?
„Mir persönlich hat alles viel Spaß gemacht. Allgemein mag ich jede Sportart sehr gerne. Bis auf Golf lief es bei mir bei den ganzen Sachen auch ganz gut.“ (lacht)
„Natürlich liegt der Fokus vor allem auf dem Handball und darauf, viel Zeit in der Halle und beim Videostudium zu verbringen, damit wir sehen, was wir verbessern können. Aber gerade beim Tennis oder Padel muss man auch im Team, als Doppel, funktionieren, auch wenn wir die Partner immer wieder gewechselt haben. Auch das war wichtig.
Für mich gab es dabei eigentlich keine große Überraschung. Wir haben die Golfspieler, die so oft wie möglich auf die Runde gehen – u. a. Connor, Axel, Johann –, und die waren beim Turnier natürlich ganz vorne dabei. Alle waren in unterschiedlichsten Bereichen gut. Ich finde, egal bei was: Unser Niveau war nicht schlecht – auch beim Tennis.“
Du bist erneut Kapitän des TV Großwallstadt. Was bedeutet Dir dieses Amt?
„Wir sind drei Kapitäne mit Jannek Klein, Florian Eisenträger und mir. Wir wollen auf dem Platz und auch neben dem Platz vorangehen und Verantwortung übernehmen. Ich denke, dass wir eine gute Mischung in diesem Kapitänstrio haben und alles sehr gut passt. Für mich ist es fast schon meine dritte Saison als Kapitän. Nils Kretschmer war damals kurzfristig ausgefallen und seit dieser Zeit hatte ich das Amt übernommen.
Der TVG bedeutet mir sehr viel, weil ich hier meine Jugend verbringen durfte. Ich durfte mich hier zu dem entwickeln, was ich jetzt bin, und mich hier zu einem Bundesligaspieler entwickeln. Deshalb bin ich sehr stolz, bei so einem Verein spielen zu dürfen, und gleichzeitig dankbar, diese Funktion als Kapitän ausführen zu dürfen. Genau mit dieser Einstellung gehe ich auch an die Aufgaben heran.“
Der Saisonstart im Pokal gegen HBW Balingen-Weilstetten ist leider nicht so verlaufen, wie Ihr Euch das vorgestellt habt. Wie habt Ihr die Niederlage aufgearbeitet und wie schnell war der Blick wieder nach vorne gerichtet?
„Wir arbeiten jedes Spiel auf, auch unsere Testspiele. Wir haben uns angesehen: Wo waren unsere guten Szenen, wo die schlechten und was können wir noch verbessern? Wir hatten in der Abwehr Situationen, die wir gut gelöst haben. Komischerweise haben wir die gleichen Situationen ein paar Minuten später schlechter verteidigt. Ich glaube, es ist gut, wenn wir uns alle Szenen anschauen – gerade bei einer Mannschaft, die sich noch nicht so lange kennt. Das gehört dazu, um sich weiterzuentwickeln.
Wir haben das Pokalspiel zwar abgehakt, beschäftigten uns aber natürlich trotzdem damit, vor allem mit der Frage, was wir besser machen können. Jetzt kommt allerdings ein ganz anderer Gegner auf uns zu.“
Genau. Jetzt steht das erste Auswärtsspiel der Saison beim TV Hüttenberg an. Was nehmt Ihr Euch dafür konkret vor und worauf wird es besonders ankommen?
„Schön, dass es kein weites Auswärtsspiel ist, weil uns sicher viele Fans begleiten und unterstützen werden. In Hüttenberg müssen wir eine sehr gute Abwehr stellen und ein gutes Tempospiel haben. Ihre 3:2:1-Abwehr benötigt immer eine besondere Vorbereitung. Aber auch dafür haben wir uns einige Lösungen erarbeitet.
Hüttenberg zeichnet aus, dass sie von Saison zu Saison konstant zusammenbleiben und dadurch extrem eingespielt sind. Vereinzelt gibt es Abgänge. Ihr Mittelmann Paul Kompenhans ist beispielsweise nach Wetzlar gewechselt, und sie haben mit einem jungen Spieler wieder aufgefüllt.
Das alles macht sie zu einer guten Zweitligamannschaft. Wenn unsere Abwehr gut steht, unsere Torhüter gut halten und wir sie in der Abwehr unterstützen, können wir immer wieder einfache Tore machen und verhindern, dass der TV Hüttenberg überhaupt in seine Abwehr kommt. Dann bin ich guten Mutes, dass wir gute Chancen haben, direkt den ersten Sieg einzufahren.“
Was möchtest Du den Fans zum Saisonstart mitgeben?
„Ich glaube, dass sich die Fans auf eine sehr junge, hungrige Mannschaft freuen können, die attraktiven Handball spielen und mit viel Tempo überzeugen will. Wir wollen definitiv mehr Heimsiege feiern als in der vergangenen Saison.
Viele sagen, dass wir mit Hüttenberg, Leipzig, Ludwigshafen und Hamm kein einfaches Auftaktprogramm haben. Aber wir wollen am Anfang schon zeigen, dass wir in der Liga jeden schlagen können – vor allem zu Hause mit unseren Fans im Rücken. Die Fans sollen auch daran glauben, dass das möglich ist. Dann kann es eine sehr erfolgreiche Saison werden.
Ich persönlich habe mir keinen Tabellenplatz als Ziel gesetzt. Aber natürlich wollen wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“
Lieber Patrick, herzlichen Dank für das Gespräch und die Zeit, die Du Dir für mich genommen hast. Alles Gute für das erste Spiel und die komplette Saison!
Das Bild hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Danke dafür






