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Handball – 3. Liga: Sieg für Nieder-Roden – Unentschieden in Gelnhausen – Hanau muss klein beigeben

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, gewann die HSG Rodgau Nieder-Roden gegen Dormagen II, die HSG Hanau verlor in Münster und der TV Gelnhausen spielt Unentschieden gegen Saarlouis.

 

 

TV Gelnhausen verpasst Sieg gegen Saarlouis in letzter Sekunde

Der TV Gelnhausen hat dem amtierenden Staffelmeister und Aufstiegsfavoriten HG Saarlouis einen großen Kampf geliefert und sich nach 60 hochintensiven Minuten 28:28 (13:11) getrennt. Vor 850 Zuschauern lagen die Barbarossastädter über weite Strecken in Führung und hatten den Sieg bis zur letzten Sekunde vor Augen. Erst mit der Schlusssirene gelang den Gästen der Ausgleich. Dass die Saarländer ihren Punktgewinn nach dem Schlusspfiff ausgelassen feierten, sprach für die Leistung des TVG. „Es war ein Spiel auf ganz hohem Drittliganiveau. Vielleicht sogar mit einem verdienten Unentschieden, auch wenn es natürlich ein bisschen wehtut, den Ausgleich in der letzten Sekunde zu bekommen“, sagte Trainer Patrick Beer, der den fehlenden Tim Beckmann vertrat und seinen Einstand auf der TVG-Bank gab. 

Personell musste der TVG erneut einige Ausfälle kompensieren. Alexander Bechert (Knieprobleme), Jonas Dambach (Fußprobleme), Henrik Müller und Max Bechert (Mittelhandbruch) standen weiterhin nicht zur Verfügung. Dafür kehrte Silas Altwein nach seinem Nasenbeinbruch etwas überraschend zurück und stand direkt in der Startformation. Kurzzeitig musste der TVG allerdings noch einmal die Luft anhalten, als Altwein einen Schlag auf die Nase bekam und mit Nasenbluten das Feld verlassen musste. Wenig später konnte er jedoch weiterspielen.

Von Beginn an entwickelte sich die erwartet intensive Partie. Beide Mannschaften standen kompakt in der Abwehr, auch TVG-Schlussmann Jan-Steffen „Bruno“ Minerva und Michel Fiedler im Saarlouiser Tor waren sofort im Spiel. Nach sieben Minuten stand es 2:2. Anschließend setzte sich der TVG erstmals ab. Mit drei Toren in Folge von TVG-Kapitän Jonathan Malolepszy, einer weiterhin starken Gelnhäuser Defensive und starken Paraden von Minerva stand es nach elf Minuten 6:2 für den TVG. Daraufhin reagierte Saarlouis mit der ersten Auszeit der Partie. Die Gäste fanden danach besser ins Spiel und verkürzten bis zur 16. Minute auf 6:7. Es entwickelte sich nun das erwartete enge Spitzenspiel. Gelnhausen behauptete jedoch knapp die Führung und setzte sich durch Fynn Hilb in der 26. Minute noch einmal auf 11:8 ab. Saarlouis kam erneut heran, doch Jannik Geisler sorgte kurz vor der Pause für den 13:11-Halbzeitstand.

TVG blieb tonangebend

Auch nach dem Seitenwechsel blieb der TVG zunächst tonangebend und Gelnhausen zog bis zur 36. Minute auf 18:14 davon. Saarlouis ließ sich jedoch erneut nicht abschütteln und verkürzte nach einer weiteren Auszeit auf 17:19. Einen empfindlichen Rückschlag musste der TVG in der 43. Minute hinnehmen. Torben Fehl sah beim Stand von 20:17 nach einem Gesichtstreffer die Rote Karte. Damit verloren die Barbarossastädter ihren etatmäßigen Kreisläufer und Abwehrchef. Bereits zuvor hatten unter anderem Finn Trinczek, Yannick Mocken und Benjamin Wörner auf der ungewohnten Position ausgeholfen, nun musste der TVG bis zum Ende vollständig improvisieren. Für den erst vor einer Woche kurzfristig von der Junioren-Akademie des TV Großwallstadt verpflichteten und mit einem Doppel-Spielrecht ausgestatteten A-Jugendlichen Emilian Graßmann kam ein Einsatz in dieser Phase des Topspiels noch zu früh. „Ich muss der Mannschaft ein riesiges Kompliment machen dafür, wie sie heute gekämpft und geackert hat und sie dann auch noch den Ausfall von Torben Fehl verkraftet hat“, lobte Beer. „Davor kann man wirklich nur den Hut ziehen.“

Saarlouis nutzte die folgende Überzahl und kam wieder auf einen Treffer heran. Wenig später sah auf der Gegenseite auch Joshua Reitz die Rote Karte. Die Partie blieb nun vollkommen offen. In der 50. Minute parierte HGS-Schlussmann Fiedler einen Siebenmeter von Malolepszy. Im Gegenzug gelang den Gästen zehn Minuten vor Schluss durch Pierre Halimi der 22:22-Ausgleich. Die “Hölle Süd” war spätestens jetzt voll da. Die Zuschauer erhoben sich von ihren Plätzen und trieben den TVG in einer hochspannenden Schlussphase nach vorne. Gelnhausen legte immer wieder vor, Saarlouis antwortete. Fünf Minuten vor Schluss führte der TVG mit 25:24, doch Malolepszy warf einen Siebenmeter an den Pfosten und vergab die Chance auf eine Zwei-Tore-Führung. Saarlouis glich anschließend zum 25:25 aus, doch Fynn Hilb antwortete sofort. Auch in den letzten Minuten blieb es ein Spiel auf Messers Schneide. Zwei Minuten vor dem Ende ging der TVG durch Ákos Csaba mit 28:27 in Führung. Saarlouis ließ im Gegenzug seine Chance liegen und Gelnhausen hatte die Möglichkeit, auf zwei Tore davonzuziehen, konnte den Angriff jedoch nicht erfolgreich abschließen. 27 Sekunden vor Schluss nahm Saarlouis noch einmal eine Auszeit und ging anschließend im Sieben-gegen-sechs in den letzten Angriff. Die Gelnhäuser Abwehr verteidigte zunächst stark und zwang die Gäste vier Sekunden vor Schluss zu einem Freiwurf. Doch mit der allerletzten Aktion traf Mittelmann Marko Jelicic für Saarlouis per Schlagwurf zum 28:28.

„Im ersten Moment geht man vom Feld und denkt: Mist, das hätten zwei Punkte sein können“, sagte Beer. „Aber das haben wir in der Kabine ganz schnell wieder abgeschüttelt. Es ist ein Punkt, der uns wirklich stolz macht, weil wir sehr gut gespielt haben und ans Maximum gegangen sind.“ Bester Gelnhäuser Torschütze war Rechtsaußen Csaba mit sieben Treffern, Malolepszy erzielte sechs Tore. Für Saarlouis waren Laurin Karrenbauer, Elyas Noh und Janus Kubera mit jeweils fünf Treffern am erfolgreichsten. Auch Gäste-Trainer Jörg Lützelberger zollte dem TVG nach der Partie großen Respekt. Seine Mannschaft habe „von Anfang an die Qualität von Gelnhausen in allen Phasen gespürt“. Besonders deutlich wurde sein Lob mit Blick auf die Gelnhäuser Offensive: „Ich glaube nicht, dass es viele Teams geben wird, die den TVG unter 30 Toren halten und schon gar nicht hier in dieser Halle.“

 

 

HSG Rodgau Nieder-Roden mit starker Moral zum Heimsieg

Nach einem denkbar schwierigen Start bewies die Mannschaft große Moral, kämpfte sich eindrucksvoll zurück und belohnte sich am Ende mit 32:31 (14.17) gegen den TSV Bayer Dormagen II für eine starke kämpferische Leistung.

Die Gäste erwischten zunächst den deutlich besseren Beginn und gingen schnell mit 5:0 in Führung. Bei der HSG lief in dieser Phase nur wenig zusammen, während Dormagen II die Unsicherheiten konsequent ausnutzte. Doch die Rodgauer ließen sich nicht aus dem Konzept bringen und fanden zunehmend besser in die Partie. Über den Zwischenstand von 9:11 blieb die HSG in Schlagdistanz. Mit zunehmender Spieldauer wurde die Abwehr aggressiver, die Zweikämpfe wurden konsequenter angenommen und auch im Angriff kam deutlich mehr Bewegung ins Spiel. Beim Stand von 14:17  (30.) lag Dormagen II zwar weiterhin vorn, doch die HSG arbeitete sich Schritt für Schritt heran. Diese Aufholjagd wurde schließlich belohnt: Beim 23:23 war die Partie wieder völlig offen. Die Körpersprache der HSG stimmte nun, jeder Ball war umkämpft und die Mannschaft entwickelte immer mehr Selbstvertrauen. 

HSG kämpfte sich heran

Einen großen Anteil daran hatte Nils Haus, der einen herausragenden Abend erwischte. Mit zehn Treffern war er der erfolgreichste Torschütze der HSG und übernahm gerade in den entscheidenden Phasen Verantwortung. Seine Tore sorgten immer wieder für wichtige Impulse und hielten die Rodgauer auf Kurs. Doch die Partie war vor allem ein Erfolg der gesamten Mannschaft. Die HSG zeigte über weite Strecken eine beeindruckende Kampfbereitschaft und ließ sich auch von schwierigen Situationen nicht aus dem Konzept bringen. Jeder Spieler brachte sich ein, und die Mannschaft kämpfte geschlossen um den Sieg. Dabei entwickelte sich auch auf den Rängen eine echte Heimspiel-Atmosphäre. Das lautstarke Publikum unterstützte die HSG unermüdlich und trug seinen Teil dazu bei, dass die Mannschaft auch in den entscheidenden Minuten zusätzliche Energie freisetzen konnte. In der Schlussphase wurde die Partie zu einem echten Krimi. Beide Mannschaften kämpften um jeden Ball und jeden Treffer. Ein sehenswerter Treffer von Sam Hoddersen stellte die Anzeigetafel auf 32:30. Die Gäste kamen in Überzahl zum Anschlußtreffer, am Ende behielt die HSG aber die Nerven und setzte sich denkbar knapp mit 32:31 durch. Der Jubel nach dem Abpfiff war entsprechend groß – und angesichts dieser beeindruckenden Aufholjagd absolut verdient.

 

 

Niederlage im ersten Derby der Saison

Die HSG Hanau unterlag der TSG Münster in der Eichendroffschule Kelkheim mit 30:32 (10:14) und kassierte damit die zweite Niederlage im zweiten Spiel der neuen Saison. „In der ersten Viertelstunde waren wir nicht ganz im Spiel drin, haben einen relativ klaren Rückstand kassiert”, sagte Cheftrainer Spandau nach dem Abpfiff. „Die Mannschaft hat dann Moral gezeigt und bewiesen, dass sie kämpfen kann. Unser großes Manko war heute mit Sicherheit, dass wir zu viele freie Würfe von den Außenpositionen liegen lassen haben — ich glaube, insgesamt neun, dazu kommen noch zwei Siebenmeter: Das sind elf Würfe, die relativ frei sind, und das ist natürlich problematisch.”

Nach dem misslungenen Saisonauftakt hatte Trainer Spandau eine Reaktion auf die Auftaktniederlage in Ratingen gefordert und eine verbesserte Angriffsleistung auf dem Niveau der Vorbereitung als klare Vorgabe ausgegeben. Die Blau-Weißen erfüllten diesen Anspruch über weite Strecken — insbesondere in der zweiten Hälfte — wenngleich individuelle Fehler in entscheidenden Momenten den Sieg verhinderten. Neben den beiden Ausfällen von Benedikt Müller und dem Langzeitverletzten Julian Fulda gesellten sich am Wochenende kurzfristig noch Cedric Marquardt und Jan-Philipp Winkler auf die Tribüne dazu. Damit standen Hanau vor den 480 Zuschauern in Kelkheim weniger Alternativen zur Verfügung als dem Gastgeber. Die Ausfälle sollten unter anderem mit dem lautstarken Support des Blauen Blocks aufgefangen werden.

Start erneut verschlafen

Mit der Unterstützung vom Blauen Block ging die HSG mit Mathi Geerken auf Links- und Sebastian Hein auf Rechtsaußen, Cedric Schiefer, Jan-Eric Kleemann, Lukas Böhm im Rückraum, Dziugas Jusys am Kreis sowie wie im Tor Florian Eberhardt in das Spiel. Die Anfangsphase der Partie glich dem Auswärtsspiel in Ratingen. Die TSG Münster übernahm von Beginn an das Kommando: In der zweiten Minute traf Patrick Weber per Siebenmeter zur frühen Führung, ehe die Partie zunächst bis zum 2:2 ausgeglichen verlief. Cedric Schiefer und Dziugas Jusys glichen jeweils aus. Eine frühe Überzahlsituation durch eine Zeitstrafe gegen Jakob Gollan konnte nicht genutzt werden. Münster blieb in der Offensive konsequenter. Tom Gerntke und erneut Weber sorgten bis zur siebten Minute für ein 5:3, und als Weber in der achten Minute seinen zweiten Siebenmeter verwandelte, stand es 6:3 zugunsten der Gastgeber. Ein ähnliches Bild gab es in der letzten Woche bereits, wo die Mannschaft um Kleemann und Co. die Anfangsphase verschliefen. Die HSG fanden keine Antwort auf die druckvolle Münsteraner Abwehr, verloren beim Stand von 9:5 in der 14. Minute ihren Rhythmus vollends und sahen sich beim Timeout in der 16. Minute mit einem Fünf-Tore-Rückstand konfrontiert. Doch die Grimmstädter fanden zurück: Sebastian Hein traf zum 10:6, und in der Schlussphase der ersten Hälfte verkürzten Jan-Eric Kleemann per Siebenmeter, Malte Just und Cedric Schiefer sukzessive den Abstand. Doch um ein besseres Ergebnis zu erzielen, wurde zu viele freie Einwurfmöglichkeiten liegen gelassen, unter anderem zwei verworfene Siebenmeter. Die Chancenverwertung blieb das größte Problem. Mit 10:14 ging es in die Kabine.

Kräftezerrende Aufholjagd bleibt ohne Erfolg

Nach dem Seitenwechsel legten Kleemann und Co. los wie ausgewechselt. Der erste Angriff läutete die Aufholjagd mit einem sehenswerten Treffer ein. Auf Rückraum Rechts stieg Lukas Böhm hoch, doch statt das Spielgerät Richtung Tor zu werfen, bedient er per Kempapass mustergültig Cedric Schiefer, der zum 11:14 verwandelt. Im Deckungsverbund und mit einigen Paraden von Nico Scholz, der Ende der ersten Halbzeit schon zwischen die Pfosten kam, drückten die HSGler aufs Tempo. Malte Just brachte die Grimmstädter auf 15:15, der erste Ausgleich seit der Anfangsphase, wieder zurück ins Spiel. Bis dahin hatte Just nach seiner Einwechselung eine hundertprozentige Wurfquote. Münster stoppte in der 35. Minute die Aufholjagd mit einem frühen Timeout. Jakob Gollan stellte prompt die Führung wieder her. Doch Hanau blieb in dieser Phase dran. Mit einer leidenschaftlich kämpfenden Abwehr stellten sie Weber, Gollan und Co. vor Probleme und in der 44. Minute gingen sie erstmals per Tempogegenstoß durch Sebastian Hein mit 20:19 in Front. Dann kamen jedoch die entscheidenden Minuten. Erst traf Nils Zelser zum 20:20 Ausgleich, vorne ein technischer Fehler und im Rückzugsverhalten sah Hein in der 45. Minute eine vermeidbare Zeitstrafe. Weber nutzte den Überzahlmoment eiskalt per Siebenmeter zum 21:20. Lucas Böhm glich nochmals mit einem Rückraumtreffer aus, doch Weber traf erneut, im anschließenden Angriff ein Fehlpass der HSG, so dass Nils Schröder mit einem Treffer ins leere Tor zum 23:21 nachlegte. Trainer Spandau reagierte und nahm seine zweite Auszeit (48.), um seine Jungs zu beruhigen und die richtigen Dinge mit an die Hand zu geben. Doch das Team-Time-Out verpuffte im nächsten Angriff durch einen weiteren Fehlpass. Per Tempogegenstoß erhöhten die Gastgeber auf 24:21. Bis zur 55. Minute konnte Münster den Vorsprung auf vier Treffer (28:24) ausbauen. In die letzten fünf Minuten ging es in Unterzahl. Von Linksaußen bließ dann Marek Schöber mit seinem Treffer zum 25:28 zur Schlussoffensiv. Mit einer offensiven Deckung zwang man den Gastgeber zu Fehlern und konnte binnen zwei Minuten auf 27:28 in der 58. Minute verkürzen. In der 59. Minute traf Schöber nochmals von Linksaußen zum 29:30. Im Anschluss nahmen die Hausherren ihre letzte Auszeit. Die Grimmstädter stellten auf Manndeckung um. Doch leider schlich sich Weber mit all seiner Erfahrung davon und erzielte das 31:29. Zwar verkürzte Sebastian Hein nochmals auf 30:31 doch die Zeit lief davon. Mit dem 32:30 setzt Lars Zelser den Schlusspunkt unter die Partie. 

„Leider können wir die Sachen, die wir uns vorgenommen haben, nicht die komplette zweite Halbzeit durchziehen, weshalb wir schnell die Führung wieder verspielen. Am Ende ist dann Münster der verdiente Sieger. Wir müssen weiter an uns arbeiten, um die ersten Punkte in der Saison zu holen.“, lautet das Resümee von Abwehrkante Jusys. „Wir merken, dass uns mit Bene Müller unser Top-Torwart fehlt, dazu kamen kurzfristig noch die Ausfälle von Cedric Marquardt und Jan-Philipp Winkler dazu”, so Spandau abschließend. „Das macht sich in unserem kleinen Kader natürlich bemerkbar. Aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt — dafür danken wir auch dem Blauen Block, der uns über die gesamte Partie lautstark begleitet hat. Nächste Woche wollen wir die Chancenverwertung verbessern und guten Mutes gegen die Topmannschaft Krefeld unser erstes Heimspiel bestreiten.”

 

 

Das Bild von Nils Haus von Nieder-Roden hat uns der Verein zur Verfügung gestellt. Danke dafür