Handball – 3. Liga: Gelnhausen mit nächstem starken Auftritt
Liebe Leserinnen, liebe Leser.
In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, holte sich der TV Gelnhausen in Düsseldorf den Sieg. Die HSG Rodgau Nieder-Roden verlor daheim gegen TuS Opladen und die HSG Hanau musste Krefeld den Sieg überlassen.
TV Gelnhausen jubelt nach Krimi bei Düsseldorf-Ratingen
Der TV Gelnhausen hat den nächsten starken Auftritt hingelegt und sich bei interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen mit 29:28 (11:9) durchgesetzt. Vor 200 Zuschauern in der Halle Ratingen-West behaupteten sich die Barbarossastädter in einer intensiven und bis zur letzten Sekunde offenen Partie und zeigten gerade in der Schlussphase große Nervenstärke. Zehn Sekunden vor dem Ende erzielte Yannik Mocken den umjubelten Siegtreffer. Mit nun 7:1 Punkten übernimmt der TVG zumindest vorübergehend die Tabellenführung.
Der Erfolg rundete eine ereignisreiche Woche für den TVG ab. Wenige Tage zuvor hatten der Verein und Tim Beckmann die Zusammenarbeit aus privaten Gründen beendet. Patrick Beer trägt damit früher als ursprünglich geplant mehr Verantwortung an der Seitenlinie. Umso beeindruckender war der Auftritt der Rot-Weißen bei den bärenstarken Gastgebern. „Das ist eine große Kämpfer-Mannschaft“, lobte Beer seine Spieler Altwein, Malolepszy und Co. nach dem dramatischen Erfolg, der bei zwei Toren Rückstand drei Minuten vor Schluss noch in weiter Ferne lag.
Personell musste der TVG weiterhin auf Alexander Bechert (Knieprobleme), Jonas Dambach (Fußprobleme), Max Bechert (Mittelhandbruch) und Henrik Müller (Aufbautraining) verzichten. Trotzdem fanden die Barbarossastädter gut in die Partie. Beide Abwehrreihen standen von Beginn an kompakt und auch die Torhüter Sebastian Bliss auf Ratinger Seite sowie Jan-Steffen „Bruno“ Minerva waren sofort zur Stelle. Nach sieben Minuten stand es erst 2:2.
Ratingen setzte sich anschließend auf 4:2 ab, doch der TVG blieb dran. Fynn Hilb glich in der zwölften Minute zum 4:4 aus. Danach blieb die Begegnung von starken Abwehrreihen, Paraden und einigen technischen Fehlern geprägt. Interaktiv legte immer wieder vor, Gelnhausen zog nach. Nach einem Ratinger Ballverlust nutzte der TVG in der 23. Minute den Gegenzug. Hilb traf zum 8:7 und brachte Gelnhausen damit erstmals in Führung. Zwei Minuten vor der Pause stand es wieder 9:9, ehe Benjamin Wörner und erneut Hilb für den 11:9-Halbzeitstand sorgten. „Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet und haben die erste Hälfte gefühlt auch dominiert“, sagte Beer. Dass der Vorsprung nicht deutlicher ausfiel, lag für den TVG-Trainer auch am starken Ratinger Torhüter.
Minerva gut im Spiel
Doch auch Minerva war im Spiel. Nach dem Seitenwechsel parierte der TVG-Keeper früh einen Siebenmeter. Fynn Broßmann und Silas Altwein erhöhten anschließend auf 13:9. Auch einen weiteren Strafwurf entschärfte Minerva wenig später.
Interaktiv ließ sich davon allerdings nicht abschütteln. Der TVG behauptete zunächst seinen Vorsprung und führte in der 42. Minute noch mit 19:16. Dann kippte plötzlich die Partie. Ratingen setzte konsequent auf den siebten Feldspieler und fand damit immer wieder gute Lösungen. Gleichzeitig tat sich der TVG im Angriff schwer und blieb mehrere Minuten ohne Treffer. Mit einem 6:0-Lauf drehten die Gastgeber das Spiel und es stand 22:19 für interaktiv. Malolepszy beendete in der 48. Minute die torlose Phase der Gelnhäuser, Hilb verkürzte kurz darauf auf 21:22. „Mit dem siebten Feldspieler hatten wir zunächst unsere Probleme“, erklärte Beer. „Wir haben etwas gebraucht, bis wir uns darauf eingestellt hatten. Dann haben wir es aber gut hinbekommen.“ Auch offensiv musste der TVG improvisieren und agierte zeitweise ohne klassischen Kreisläufer und mit vier Rückraumspielern. „Das hatten wir erst zwei- oder dreimal trainiert, aber die Jungs haben es direkt sehr gut umgesetzt“, lobte Beer.
Sieben Minuten vor Schluss glich Malolepszy per Siebenmeter zum 24:24 aus. In der Folge legte Ratingen immer wieder vor, doch der TVG blieb dran. Mark Szabo war dabei mit neun Toren der beste Werfer der Gastgeber. Auf Gelnhäuser Seite waren Malolepszy und Hilb mit jeweils sieben Treffern die erfolgreichsten Schützen. Vier Minuten vor dem Ende erzielte Frederik Waldbach nach einem TVG-Ballverlust das 27:25 für interaktiv und brachte die Ratinger kurz vor Schluss mit zwei Toren in Führung. Ein Punktgewinn war in diesem Moment in weite Ferne gerückt. Doch Gelnhausen gab sich nicht geschlagen. Allen voran Altwein. Der Mittelmann erzielte zunächst den Anschluss, Minerva parierte auf der Gegenseite und Altwein traf anschließend erneut zum 27:27-Ausgleich. In der 59. Minute hielt Minerva dann auch noch einen Siebenmeter von Szabo. Ákos Csaba nutzte im Gegenzug die Chance und brachte den TVG rund eine Minute vor Schluss mit 28:27 in Führung.
52 Sekunden vor dem Ende nahm Ratingen seine Auszeit und glich anschließend zum 28:28 aus. Beer zog nun seinerseits die letzte Auszeit. Der TVG spielte seinen Angriff aus und zehn Sekunden vor Schluss traf Mocken von Linksaußen zum umjubelten 29:28. Ratingen erhielt am Ende noch einen direkten Freiwurf, brachte diesen aber nicht mehr auf das Tor.
Nach dem Schlusspfiff feierten die Spieler den Last-Minute-Sieg gemeinsam mit den rund 20 mitgereisten TVG-Anhängern, die ihre Mannschaft einmal mehr 60 Minuten lang anfeuerten. „Ein großes Dankeschön an unsere Fans, die uns vor Ort wieder kräftig unterstützt haben“, sagte Beer.
Dem Favoriten lange Paroli geboten
Die HSG Hanau hat in der Main-Kinzig-Halle das erste Heimspiel der neuen Saison mit 22:26 (8:12) gegen die HSG Krefeld Niederrhein verloren. Vor 553 Zuschauern lieferten die Blau-Weißen den favorisierten Gästen einen harten Kampf. Am Ende setzten sich die Krefelder Dank ihrer Routine und der besseren Chancenverwertung in Hanau durch.
„Unter dem Strich war’s ein verdienter Sieg für Krefeld”, ordnete Trainer Axel Spandau ein. „Das lag vor allen Dingen daran, dass wir unsere Chancenverwertung noch deutlich verbessern müssen. Wir hatten wieder einige Freiwürfe über die Außen- und Kreispositionen. Hauptsächlich waren es diesmal jedoch die technischen Fehler die Ursache. Kämpferisch haben wir das sehr, sehr gut gemacht, und was wir spitzenmäßig gemacht haben, war die Tempo-Gegenstoßabwehr der ersten und der zweiten Welle gegen Krefeld — die bisher in jedem Spiel im hohen Dreißiger-Bereich getroffen haben. Allerdings ist unsere Angriffsleistung momentan zu schwach, um Punkte zu sammeln, was wir ab dem nächsten Heimspiel dringend ändern müssen.”
Grimmstädter bleiben lange auf Tuchfühlung
Es war nicht nur das erste Heimspiel der Saison, sondern auch das erste Spiel für Benedikt Müller. Durch eine Verletzung stand er die ersten beiden Saisonspiele sowie dem Pokalspiel nicht zur Verfügung. Gegen den Tabellenführer gab er nun sein Comeback – und das gleich in der Startsieben.
Der Start verlief für die Hanauer alles andere als wunschgemäß. Bereits in der zweiten Minute hatten die Niederrheiner doppelt zugeschlagen: Jörn Persson und Niklas Michalski trafen binnen 21 Sekunden zum 0:2. Wie in den Spielen zu vor, eröffnete wieder Cedric Schiefer das Tore werfen für die Blau-Weißen und verkürzte in der dritten Minute auf 1:2, doch Michalski stellte im direkten Gegenzug sofort wieder auf 1:3. Die anschließenden Minuten waren geprägt von einigen technischen Fehlern und Fehlwürfen auf beiden Seiten. In Unterzahl nutzte David Rivic ein schönes Anspiel von Cedric Schiefer zum 2:3. Im Anschluss war es immer das gleiche Muster. Krefeld legte vor und Hanau antwortete, der Abstand blieb bis zur 16. Minute. Zwei Ballgewinne der beweglichen Abwehr der Grimmstädter sowie eine Siebenmeterparade von Comebacker Müller sorgten dafür, dass das Spiel erstmals seit dem 0:0 beim 6:6 wieder ausgeglichen war. David Rivic erzielte den Ausgleich, nachdem er von Dennis Gerst in Szene gesetzt wurde.
Doch nach zwei erfolgreichen Siebenmetern der Gäste und einem Fehlwurf der Gastgeber stellte Krefeld den zwei Tore Abstand (6:8) wieder her. Eine Zeitstraße gegen Gästespieler Niklas Ingenpaß konnte die HSG nicht nutzen. Benedikt Müller im Tor hielt seine Farben jedoch weiter im Spiel. Für den nächsten Siebenmeter kam Florian Eberhardt zwischen die Pfosten. Dieser Wechsel macht sich bezahlt, hielt er gleich den vierten Versuch von Michalski und die Chance zum Ausgleich war wieder da. Diese wurde jedoch im folgenden Angriff liegen gelassen. Auf der anderen Seite setze sich Julius Rose zum 10:8 für die Gäste durch. Auch der folgende Angriff blieb ohne Torerfolg der Gastgeber. Krefeld nahm nun seine erste Auszeit der Partie. Sie zeigte Wirkung und sie erhöhten bis zur Halbzeit auf 12:8. In dieser Phase ließ die HSG durch Fehlwürfe sowie technische Fehler ein besseres Ergebnis zur Halbzeit liegen.
Die Mannschaft um das Kapitänsduo Kleemann/Müller hielt bis dahin kämpferisch dagegen. Mit einer beweglichen Abwehr zwangen sie die Eagles immer wieder zu Fehlern, ob in Form eines Ballgewinns oder eine Parade.
„Wir hatten beim 8:9 vorne wieder klare Würfe, beziehungsweise technische Fehler verursacht, so dass wir dann 8:12 in die Halbzeit gegangen sind”, beschrieb Trainer Spandau den entscheidenden Moment der ersten Hälfte.
Starke Phase in der zweiten Halbzeit
Wie schon im Auswärtsspiel bei der TSG Münster kamen Kleemann, Schiefer und Co mit Feuer aus der Kabine. Cedric Schiefer verkürzte binnen 36 Sekunden auf 9:12. Auch von zwei Treffer der Gäste auf 9:14 ließen sich die Blau-Weißen nicht beirren. Die folgenden sieben Minuten waren ihre stärkste Phase. Hinten ein starkes Zusammenspiel von leidenschaftlicher Deckungsarbeit im Verbund mit starken Paraden von Müller, unter anderem seinem zweiten gehaltenen Siebenmeter. Im Vorwärtsgang war nun auch mehr Tempo drin und nach Treffern von Schiefer, Cedric Marquardt, David Rivic und Jan-Eric Kleemann arbeiteten sich die Blau-Weißen in der 40. Minute auf 13:14 heran. Hanau war am Drücker, der Blaue Block trieb die Seinen lautstark an.
Dann kamen die Minuten, die den Blauen Block nochmals elektrisierten. In der 42. Minute traf Sebastian Hein zum 14:15, Benedikt Müller hielt und Cedric Schiefer glich in der 43. Minute zum 15:15 aus der zweiten Welle aus. Der Blauen Block feierte diesen Treffer frenetisch und schaltete nochmal einen Gang hoch. Gästetrainer Mark Schmetz hatte nun genug gesehen. Mit seinem zweiten Time-Out unterbrach er den Lauf der Gastgeber.
Was folgte, waren vier Minuten reiner Krefelder Handball: Michalski traf zum 15:16, Lukas Böhm glich nochmals für Hanau zum 16:16 aus. Dann schlugen die Niederrheiner dreimal in 81 Sekunden zu: Jörn Persson (16:17), Justin Wollny (16:18) und Julius Jonathan Rose (16:19). Aus dem Gleichstand war ein Drei-Tore-Rückstand geworden, ehe Hanau reagieren konnte. Nun nahm Trainer Axel Spandau sein Timeout. Doch Krefeld hatte die Weichen gestellt und baut den Vorsprung bis zur 48. Minute auf 16:21 aus.
Die Grimmstädter gaben nicht auf. Die letzten 12. Minuten verwaltete der Gast routiniert. Cedric Marquardt, Dziugas Jusys und Cedric Schiefer steuerten weitere Treffer bei und hielten den Abstand auf vier bis fünf Tore. Die Möglichkeiten das Spiel weiterhin offen zu gestalten waren da. Es zieht sich jedoch, wie ein roter Faden durch die Saison, technische Fehler und das Auslassen bester Chance verhinderte ein besseres Ergebnis.
Das Bild hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Danke dafür






