Buchtipp: “Dein Körper. Dein Erfolg” – von Dr. Manuel Bachmann und Dominik Klein
Liebe Leserinnen, liebe Leser.
Gesundheit endet nicht an der Praxistür
Was Dr. Manuel Bachmann und Dominik Klein mit ihrem Buch
„Dein Körper. Dein Erfolg.“
vermitteln wollen
Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Sie ist die Grundlage dafür, sich im eigenen Körper wohlzufühlen, leistungsfähig zu sein und das Leben möglichst lange selbstbestimmt genießen zu können. Genau hier setzt das Buch „Dein Körper. Dein Erfolg. – Der ganzheitliche Weg zu Gesundheit, Leistung und Lebensqualität“ von Dr. Manuel Bachmann und Dominik Klein an.
176 Seiten lang geht es um Bewegung, Muskelkraft, Ernährung, Regeneration, Schlaf, Stress, Motivation, Schmerzen und den Umgang mit Rückschlägen. Auf den ersten Blick sind viele dieser Themen nicht neu. Schließlich wissen die meisten Menschen, dass Bewegung gesund ist, ausreichend Schlaf guttut und eine ausgewogene Ernährung wichtig ist. Interessanter wird es dort, wo die einzelnen Bereiche miteinander verbunden werden.
Dr. Bachmann, der als Orthopäde und Sportmediziner arbeitet, verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz. Gesundheit, Leistung und Lebensqualität lassen sich seiner Überzeugung nach nicht getrennt voneinander betrachten. Der Arztbesuch allein könne deshalb nicht die Lösung für alles sein. Sinngemäß sagt er: Es reiche nicht, eine Stunde beim Arzt zu verbringen und anschließend im Alltag genauso weiterzumachen wie bisher. Entscheidend sei vielmehr, die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen und Schritt für Schritt zu verändern.
Genau darin liegt für mich eine der zentralen Botschaften des Buches. Es geht nicht um die eine große Veränderung und auch nicht um ein Patentrezept, das innerhalb weniger Tage alle Probleme löst. Vielmehr geht es um viele kleine Entscheidungen im Alltag.
An manchen Stellen habe ich mich beim Lesen selbst wiedergefunden. Gerade die vergangenen Jahre haben mir gezeigt, dass es nicht immer selbstverständlich ist, körperlich dranzubleiben. Wenn eine Krankheit oder eine Operation der nächsten zu folgen scheint, braucht es manchmal durchaus Überwindung, den inneren Schweinehund immer wieder aufs Neue zu besiegen. Auch ich musste lernen, mich nicht entmutigen zu lassen und nach Rückschlägen wieder anzufangen.
Als Amateursportlerin ist mir dieser Weg allerdings vielleicht etwas leichter gefallen. Bewegung gehört für mich schon von Kindesbeinen an zum Leben, und deshalb musste ich mich nicht grundsätzlich erst davon überzeugen, dass Sport und körperliche Aktivität guttun. Trotzdem kennt wohl jeder diesen Moment, in dem man lieber auf dem Sofa bleiben würde, statt sich aufzuraffen. Gerade dann hilft es, sich daran zu erinnern, warum man eigentlich angefangen hat.
Das Buch will alle ansprechen
Dabei richtet sich das Buch ausdrücklich nicht nur an Profisportler. Dr. Bachmann möchte auch Amateure und den sogenannten „Otto Normalverbraucher“ erreichen. Jeder soll etwas finden, das sich auf das eigene Leben übertragen lässt – unabhängig davon, ob jemand täglich trainiert oder nach vielen Jahren wieder mehr Bewegung in seinen Alltag bringen möchte.
Eine besondere Perspektive bringt Dominik Klein ein. Der ehemalige Handball-Weltmeister, ARD-Experte und WM-Botschafter der Handball-WM in Deutschland 2027, kennt die Anforderungen des Profisports aus eigener Erfahrung und weiß, wie wichtig Training, Regeneration, Ernährung und mentale Stärke für sportliche Leistung sind. Gleichzeitig geht es im Buch auch um die Frage, was von diesen Erfahrungen bleibt, wenn die Profikarriere vorbei ist. Dr. Bachmann betont, dass Veränderungen nicht innerhalb weniger Tage funktionieren. Gewohnheiten müssen sich entwickeln – und der erste Schritt besteht zunächst darin, überhaupt etwas zu verändern.
Das passt zum Grundgedanken des gesamten Buches: Der eigene Körper ist kein Projekt, das man irgendwann abschließt. Er begleitet uns ein Leben lang. Deshalb lohnt es sich, ihn auch entsprechend zu behandeln.
Besonders ausführlich widmen sich die Autoren der Muskulatur. Muskelkraft wird dabei nicht ausschließlich unter sportlichen Gesichtspunkten betrachtet, sondern als wichtiger Baustein für Gesundheit und Selbstständigkeit. Auch Themen wie Schlaf und Regeneration bekommen ihren Platz. Denn wer ständig Leistung fordert, muss seinem Körper ebenso die Möglichkeit geben, sich zu erholen.
Hinzu kommen Ernährung, psychosoziale Gesundheit und Stressmanagement. Gerade diese Verbindung macht deutlich, warum der Begriff „ganzheitlich“ im Titel nicht zufällig gewählt wurde. Gesundheit entsteht nicht in einem einzelnen Bereich, sondern aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren.
Interessant ist außerdem der Blick auf Schmerzen und Rückschläge. Nicht jede körperliche Einschränkung lässt sich einfach wegtrainieren, und nicht jeder Weg verläuft geradlinig. Das Buch versucht deshalb auch, den Leser dazu zu bringen, den eigenen Körper besser zu verstehen und Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen.
Nach der Lektüre bleibt bei mir vor allem ein Gedanke hängen: Gesundheit beginnt nicht erst dann, wenn Beschwerden auftreten. Und sie endet auch nicht an der Praxistür. Ärzte, Therapeuten und Trainer können begleiten, behandeln und wichtige Impulse geben. Was daraus im Alltag wird, liegt jedoch zu einem großen Teil bei jedem Einzelnen selbst.
Vielleicht ist genau das die Stärke dieses Buches. Es will nicht versprechen, dass Gesundheit auf Knopfdruck funktioniert. Stattdessen fordert es dazu auf, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen, Gewohnheiten zu überprüfen und kleine Veränderungen tatsächlich umzusetzen.
Und manchmal ist genau dieser erste Schritt der wichtigste.






