,

Handball – 3. Liga: Gelnhausen stürmt an die Tabellenspitze – Hanau in Erfolgsspur zurück

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, stürmte der TV Gelnhausen nach dem Sieg gegen Vallendar an die Tabellenspitze. Die HSG Hanau gewinnt gegen Leutershausen.

 

Barbarossastädter feiern Kantersieg gegen Vallendar

Der TV Gelnhausen hat die Tabellenführung in der 3. Liga Süd-West übernommen. Die Barbarossastädter feierten vor 800 Zuschauern in der Rudi-Lechleidner-Halle einen souveränen 38:21 (19:14)-Heimsieg gegen Schlusslicht HV Vallendar. Weil die bislang führende HSG Krefeld Niederrhein zeitgleich gegen Saarlouis verlor, steht der TVG mit 16:2 Punkten nun als einziges ungeschlagenes Team an der Spitze.

Nach dem dramatischen 30:30 (11:15) gegen Zweitliga-Absteiger Krefeld in der Vorwoche wartete diesmal eine ganz andere Aufgabe. Doch die Rot-Weißen ließen keinen Zweifel daran, dass sie auch den Tabellenletzten ernst nahmen. „Wir haben uns sehr intensiv auf Vallendar vorbereitet“, sagte TVG-Trainer Patrick Beer, der weiterhin auf die Verletzten Max Bechert (Mittelhandbruch), Alexander Bechert (Knieprobleme), Benjamin Wörner (Handverletzung) und Finn Trinczek (Fußverletzung) verzichten musste.

Zu Beginn des Spiels bestimmten beide Abwehrreihen das Geschehen. Erst in der vierten Minute erzielte Yannick Mocken das 1:0. Danach ging es schnell: Mit konzentrierter Defensive, Paraden von Jan-Steffen „Bruno“ Minerva und konsequenter Chancenverwertung zog Gelnhausen frühzeitig davon. Silas Altwein traf bereits in der siebten Minute zum 6:1 und brachte die Hölle Süd erstmals zum Kochen. Da auch einige mitgereiste Anhänger aus Vallendar ihre Mannschaft lautstark unterstützten war wieder einmal ein stimmungsvoller Abend garantiert. Respekt an dieser Stelle für den tollen Support der Gäste-Fans und den sympathischen Auftritt.

Die Gäste fingen sich in der Folgezeit und fanden vor allem über den siebten Feldspieler immer wieder Lösungen im Angriff. Der Vorsprung pendelte sich bei drei bis fünf Treffern ein, nach 20 Minuten stand es 12:7. Beim 15:11 (24. Minute) hielt sich der Abstand weiterhin in Grenzen, ehe der TVG drei Tore in Folge erzielte. Ákos Csaba sorgte in der 28. Minute mit dem 18:11 erstmals für sieben Tore Vorsprung. Diesen Abstand wollten die Barbarossastädter auch mit in die Pause nehmen. Beim Stand von 19:13 bot sich kurz vor dem Seitenwechsel die Chance, auf das 20:13. Doch Vallendars Torhüter Erik Hodur parierte und im Gegenzug verkürzte Torben Waldgenbach in den Schlusssekunden auf 19:14. So gingen die Gäste mit einem aus ihrer Sicht noch überschaubaren Fünf-Tore-Rückstand in die Halbzeit.

Eindeutige Richtung nach dem Seitenwechsel

Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie jedoch eine eindeutige Richtung. Für Minerva kam Juniorentorhüter Noah Pilgrim zwischen die Pfosten und überzeugte sofort mit starken Paraden. Vorne erhöhte Mocken in der 37. Minute auf 23:15. Der Linksaußen war mit acht Treffern erfolgreichster Gelnhäuser Torschütze, gefolgt von Kapitän Jonathan Malolepszy mit sieben Toren. Bei den Gästen traf Kalani Schmidt sechsmal. Im späteren Spielverkauf erhielt mit Henry Werle auch ein weiteres TVG-Talent Einsatzzeiten. Immer wieder bestrafte der TVG nun Ballverluste der Gäste, die im Angriff mit sieben Feldspielern ihr Tor leer ließen. Vom 23:16 (39. Minute) stürmten die Gelnhäuser mit einem beeindruckenden 9:0-Lauf bis zum 32:16 (47. Minute) davon. Pilgrim entschärfte zahlreiche Würfe, die Abwehr stand sicher und offensiv nutzte der TVG seine Möglichkeiten konsequent. „Wir hatten einen richtigen Lauf, haben einige Bälle herausgefangen und dadurch wurde es in der zweiten Hälfte dann auch sehr deutlich“, erklärte Beer. Spätestens beim 32:16 war die Partie entschieden. Dennoch ließen die Barbarossastädter nicht nach, sondern spielten die Begegnung mit der nötigen Ernsthaftigkeit und zugleich einer gewissen Leichtigkeit souverän zu Ende. In der 59. Minute erzielte Vallendar schließlich den Treffer zum 38:21-Endstand.

Nach dem Schlusspfiff feierten die Gelnhäuser Fans ihre Mannschaft für den deutlichen Erfolg und vor allem für die Übernahme der Tabellenführung. „Wir haben es wirklich geschafft, bis zur 60. Minute Vollgas zu geben – völlig egal, wie es stand. Jeder Einzelne hat sich super eingebracht“, lobte Beer seine Mannschaft. Auch Vallendars Trainer Veit Waldgenbach fand nach der Partie viele anerkennende Worte und zeigte sich als fairer Verlierer: „Zunächst einmal vielen Dank für den herzlichen Empfang und für die super Stimmung in der Halle, die uns gegenüber jederzeit fair war. Es hat wirklich Spaß gemacht, hier zu spielen.“ Sportlich erkannte er die Überlegenheit des TVG an: „Das Ergebnis spiegelt den Tabellenstand und letztlich auch das Leistungsvermögen wider. Zumindest haben wir über 30 Minuten einigermaßen dagegenhalten, über 60 Minuten konnten wir das aber nicht annähernd durchziehen.“ Abschließend gratulierte er Gelnhausen zum „absolut verdienten Sieg“.

 

 

Grimmstädter kehren in die Erfolgsspur zurück

Die HSG Hanau hat den Weg in die Erfolgsspur zurückgefunden. Nach aufopferungsvollen 60 Minuten bezwang der Gastgeber den aktuellen Tabellendritten Leutershausen mit 35:30 (20:16). Durch den Sieg glich die HSG ihr Punktekonto auf 8:8 aus. Erfolgreichster Torschütze an diesem besonderen Abend war Cedric Marquardt mit 11 Toren, davon vier Siebenmeter. Neben dem zweiten Sieg stand erstmals Jan Grolla im Kader der Blauen-Weißen und erstmalig wurde die Fan-Botschafterin der HSG Hanau gekürt.

„Wir wollten vor dem blauen Block ein richtig gutes Spiel zeigen und wollten kämpfen und fighten mit allem, was wir haben”, hatte Trainer Axel Spandau vor der Partie versprochen — und seine Mannschaft löste dieses Versprechen über weite Strecken mit Bravour ein. „Erstmal muss ich ein Kompliment an meine Mannschaft ausrichten”, sagte Trainer Spandau nach dem Abpfiff. „Eine unfassbare, kämpferische Leistung. Und natürlich auch ein hervorragendes Publikum, das wirklich da war, wo wir es gebraucht haben, uns nach vorn gepeitscht und uns wieder zurückgeholt hat.”

Erstmals im Kader der Gastgeber stand Jan Grolla. Der groß gewachsene Linkshänder unterstützt die HSG während des Ausfalls von Lukas Böhm auf der Rückraum Rechtsposition und soll Dennis Gerst die notwendigen Pausen geben. Grolla ging bis Jahreswechsel noch für die MSG Körle/Guxhagen auf Torejagd. Nach seinem beruflich bedingten Umzug nach Aschaffenburg hielt er sich bereits im Frühjahr bei der HSG fit. Als die Anfrage nun vom sportlichen Leiter Reiner Kegelman kam, war es für Grolla selbstverständlich, in der schweren Zeit zu unterstützen.

Leutershausen schlug zunächst zu. Im ersten Angriff traf Stefan Salger, am Ende des Spiels mit zehn Treffern Topscorer seiner Mannschaft, zum frühen 1:0. Doch die Grimmstädter antworteten sofort — Cedric Schiefer glich in der zweiten Minute aus und legte, nach der vorausgegangenen Parade von Benedikt Müller, nur Sekunden später zur 2:1-Führung nach. Der Beginn war intensiv und wechselhaft: Salger für die Gäste, Jan-Eric Kleemann und Cedric Marquardt in Überzahl für Hanau. Bis zur siebten Minute hatte sich ein 5:3 für die Blau-Weißen herauskristallisiert. Leutershausen ließ nicht locker, Salger verkürzte auf 5:4 und 6:5, doch die Grimmstädter antworteten jedes Mal. Sebastian Hein erhöhte per Tempogegenstoß in der elften Minute auf 7:5, ehe Niklas Krämer für die Gäste zum 6:7 traf. Marquardt verwandelte in der 13. Minute den von Dennis Gerst herausgeholten Siebenmeter. Diesen Zwei-Tore-Vorsprung verteidigten die Gastgeber bis zur 17. Minute. Nach einer weiteren Parade von Benedikt Müller gegen Kessler traf Jan-Eric Kleemann mit einem gewaltigen Schlagwurf zur ersten Drei-Tore-Führung (11:8). Bis zur 22. Minute verkürzten die Gäste wieder durch Tim Götz auf 12:13. Doch bis dahin war schon deutlich zu sehen, was in diesem Spiel der Schlüssel sein wird. „Wir haben eine überragende Abwehrleistung gezeigt“, brachte es der verletzte Jan-Philipp Winkler auf den Punkt. Dziugas Jusys organisierten Abwehr auf beeindruckende Art und Weise. Dahinter glänzte immer wieder Benedikt Müller mit seinen Paraden. „Die abgezockteste, coolste Mannschaft der Liga”, nannte Spandau die Leutershausener nach dem Spiel, und genau diese Kaltschnäuzigkeit der Gäste machte das schnelle Aufschließen möglich. Doch auch vorn entfalteten die Gastgeber Druck auf die gegnerische Deckung. Eine Zeitstrafe gegen Salger verhalf den Hanauern, sich wieder abzusetzen. In der 28. Minute erhöhte Marquardt mit einem seiner elf Tore auf 18:13. Bis zur Halbzeit gestaltet sich der Verlauf ausgeglichen. Der eingewechselte Moritz Keller verkürzte in der letzten Minute vor der Halbzeit auf 16:20.

Kurze Schwächephase unbeschadet überstanden

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte: eine agile Deckung, temporeich im Angriff und abschlusssicher. Marquardt eröffnete per Siebenmeter in der 31. Minute zum 21:16. Gerst erhöhte in der 34. auf 22:18. Begünstigt durch eine Zeitstrafe gegen Reisig zogen die Grimmstädter erstmals sechs Tore davon. Erst Schiefer in Überzahl und dann Müller per Wurf aufs leere Tor ließen die Halle 24:18 kochen. Hanau schien auf dem besten Weg, die Partie frühzeitig zu entscheiden.

Doch Leutershausen mobilisierte seine Kräfte. Zwischen der 38. und 41. Minute liefen die Gäste, begünstigt durch eine Zeitstrafe gegen Jusys, heiß. Von 19:25 auf 23:25, vier Treffer in Folge ohne Hanauer Antwort, zeigte die Qualität. Die Spannung in der Main-Kinzig-Halle stieg spürbar an. Trainer Spandau reagierte mit Auszeit und seine Mannschaft reagierte: Marquardt traf zum 26:23, Schiefer zog in der 42. Minute auf 27:23 nach, und Hanau hatte die Kontrolle zurück. In dieser Phase macht sich der lautstarke Blaue Block bemerkbar. Die Fans hatten das richtige Gespür und machten beeindruckenden Lärm, um die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. Die Gäste zeigten das ganze Spiel über, warum sie erst drei Minuspunkte abgegeben haben. Die Abwehr wurde immer stabiler und im Angriff spielten sie ihren Stiefel runter. Zwischen der 54. und 58. Minute wurde es nochmals richtig spannend. Erst verkürzten sie auf 29:31 und dann auf 30:31. Die Partie war noch einmal vollständig offen. Schöber fing den Ball in der Abwehr ab und schloss erfolgreich im Tempogegenstoß zum 32:30 ab. Anschließend nochmals eine gute Abwehraktion, sodass Marquardt mit seinem elften Treffer ebenfalls per Gegenstoß wieder auf 33:30 erhöhte. Schiefer setzte sich nochmals unnachahmlich durch und markierte das 35:30. 

„Zwar haben wir wieder phasenweise ein bisschen den Faden verloren und unsere Ballgewinne dann nicht genutzt, aber haben uns dann am Ende dann doch noch mal durchgesetzt und nachdem es kurz knapp wurde, nochmal einmal schön abgesetzt und den Sieg eingefahren, von daher sehr gut gelaufen.“, fasst der Verletzte Winkler die Partie zusammen.

 

 

Das Bild hat uns Hanau zur Verfügung gestellt. Danke dafür