Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Vergangenes Wochenende gab es in der 3. Handball-Liga der Männer, Staffel Mitte, einige interessante Ergebnisse. Bereits am Freitag spielten der TV Kirchzell vs die HSG Rodgau Nieder-Roden. Hier nahm die HSG nach dem 23:21-Erfolg die Punkte mit nach Hause. Die HSG Hanau verlor ebenfalls sehr knapp beim Spitzenreiter Groß-Bieberau (25:27). Beides waren sehr spannende Begegnungen und die Zuschauer kamen auf ihre Kosten.

Der TV Großwallstadt fertigte das Topteam aus Nußloch mit 34:21 ab und die HG Oftersheim/Schwetzingen gewann daheim gegen Elbflorenz (25:23). Der neue Trainer in Bad Neustadt konnte noch keine Akzente setzen, denn der HSC verlor auch unter neuer Regie gegen den Northeimer HC daheim mit 20:22. Einen Sprung in der Tabelle nach oben machte der TV Gelnhausen, der aus Großsachsen die Punkte mit heim brachte (24:26). Spannend machte es die SG Leutershausen. Sie gewann hauchdünn mit 32:31 in Leipzig und sprang vom sechsten auf den dritten Tabellenplatz. Die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen und die Eintracht Baunatal trennten sich mit einem 26:26-Unentschieden. 

Ganz stark präsentiert sich Groß-Bieberau, denn die HSG ist nach sechs Spieltagen noch immer ungeschlagen. Auch Nieder-Roden und Hanau hinterlassen bisher einen sehr guten Eindruck. Der TV Großwallstadt muss am kommenden Wochenende nachlegen, soll der Weg weiter nach oben gehen. 

Am Tabellenende sieht es für Bad Neustadt und Kirchzell nicht rosig aus. Doch sie werden sicher noch ihre Punkte holen. Ebenso wie Elbflorenz II, das auch mit unten drin in der Tabelle hängt. 

Ein sicher interessantes Spiel gibt es bereits morgen Abend (Dienstag). Leutershausen als Tabellendritter empfängt Tabellenführer Groß-Bieberau zum Spitzenspiel. Anwurf ist um 20 Uhr. 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Mit zwei Derbys läutet die 3. Handball-Liga das Wochenende ein. Heute Abend (Freitag) kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen dem TV Kirchzell und der HSG Rodgau Nieder-Roden. Während die Hausherren nach fünf Spieltagen mit 1:9 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz stehen, sind die Gäste aus Nieder-Roden mit Platz vier nach vier Spielen und 7:1 Punkten sehr gut unterwegs.

Der Papierform nach sind die Gäste der klare Favorit. Doch wir alle wissen, dass Derbys immer ihre eigenen Gesetze schreiben. Also dürfen wir Zuschauer gespannt sein, wie diese Begegnung heute Abend ausgeht.

Groß-Bieberau vs Hanau

Ein weiteres Derby steht auf dem Spielplan, denn der Tabellenführer HSG Bieberau-Modau empfängt, ebenfalls heute Abend, die HSG Hanau. Die Hausherren haben nach fünf Spieltagen noch eine blitzsaubere Weste, während die Hanauer Platz drei und 8:2 Punkte innehaben. Ein toller Erfolg für beide Teams. Und auch hier steht der Fan schon als Gewinner fest. Der Zuschauer hat die Qual der Wahl bei solch tollen Partien in der Region.

Spannend und interessant wird es sicher auch morgen im Spiel zwischen dem TV Großwallstadt und der SG Nußloch. Ich persönlich freue mich sehr auf ein Wiedersehen mit Marc Nagel. Er trainiert seit dieser Saison die SGN. Diese Partie kann für den TVG richtungsweisend sein.

Chrischa Hannawald musste gehen

Auf dem Spielplan stehen noch Oftersheim/Schwetzingen (13.) gegen Elbflorenz (14.), Bad Neustadt – Northeimer HC (12.). Die HSC hat am Mittwoch ihren Trainer Chrischa Hannawald nach fünf Spielen und 0:10 Punkten entlassen. Schade, denn mit Chrischa hat der HSC vergangenes Jahr eine tolle Saison gespielt und ist unter ihm in Liga drei aufgestiegen. Aber der Trainer ist halt immer das schwächste Glied in der Kette… Am Samstag spielen auch noch Großsachsen gegen Gelnhausen. 

Am Sonntag stehen die letzten zwei Paarungen des Wochenendes auf dem Plan. Leipzig empfängt den Sechsten Leutershausen und die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen hat Baunatal zu Gast.

Alles in allem sehr interessante Partien. Wir dürfen also gespannt sein, wer in der Tabelle welchen Sprung wohin macht.

Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende und – falls Ihr in den Handball-Hallen unterwegs seid – viel Spaß!

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Nicht nur bei unseren Handball-Männern, auch bei den Frauen geht es Schlag auf Schlag. Die Mädels haben ein straffes Programm zu absolvieren und müssen sowohl im Liga-Alltag als auch international ihre Leistung abrufen.

Handball-Bundestrainer der Frauen, Henk Groener, hat jüngst das Aufgebot für die beiden EHF EURO-Qualifikationsspiele gegen Weißrussland und den Kosovo nominiert. 16 Spielerinnen hat er in seinen Nationalmannschafts-Kader berufen. Mit dabei ist auch wieder Isabell Roch. Die gebürtige Großwallstädterin, die diese Saison beim BVB Dortmund spielt, bildet zusammen mit Dinah Eckerle (SG BBM Bietigheim) das Torhüterinnen-Duo in der Nationalmannschaft. Ebenfalls mit dabei ist Mia Zschocke, die in Aschaffenburg geboren und in Lohr aufgewachsen ist. Sie spielt seit 2014 in Leverkusen. Die Glattbacherin Julia Maidhof, die bei der HSG Bensheim/Auerbach spielt, wurde aufgrund von Erkrankungen im Groener-Team nachnominiert.

Vor heimischer Kulisse die Punkte holen

Gröner sagte, dass „wir vor heimischer Kulisse mit zwei Punkten in die EM-Qualifikation starten wollen, um mit viel Schwung in die kommenden Aufgaben zu gehen.“ Der Niederländer baut auf das Gros der  Spielerinnen, die schon im Juni die WM-Quali gegen Kroatien erfolgreich meisterten. Neu im Kader ist die Mannschaftskollegin von Isabell Roch, Alina Grijseels. Die beiden sind in ihrer Mannschaft in Dortmund die Mannschaftsführerinnen.

Los geht es gegen Weißrussland am Mittwoch, 25. September in der HUK Coburg Arena. Anwurf ist um 18.45 Uhr. Bevor es soweit ist, steht noch ein Lehrgang auf dem Plan. Am Montag trafen sich die Spielerinnen zu dieser Maßnahme. Am Dienstag stehen zwei Trainingseinheiten auf dem Plan. Nach dem Spiel am Mittwoch steht am Donnerstag erneut Training an, ehe sich das Groener-Team am Freitag Richtung Kosovo aufmacht. Das zweite Qualispiel ist für Sonntag, 19.15 Uhr, terminiert. Am darauffolgenden Montag geht es zurück in die Heimat.

Isabell freut sich auf das Spiel in Coburg

Isabell Roch freut sich auf das Spiel in Coburg. „Ich habe noch nie in Coburg gespielt und freu mich drauf. Coburg hat viele handballbegeisterte Zuschauer und die Stimmung ist sicher gut.“ Sie und ihre Mitspielerinnen wollen unbedingt die EM-Quali schaffen. „Danach konzentrieren wir uns dann auf die WM. Aber nun gehen wir jetzt erst einmal einen Schritt nach dem anderen“, sagt Isabell. 

In Dortmund hat sie sich gut eingelebt und es war der richtige Schritt. Sie ist im Juni umgezogen und muss cirka 20 Minuten bis zur Halle fahren. Ihr Freund spielt beim VfL Hagen und auch für ihn ist die Entfernung von Dortmund zu seinem Verein ideal. Es passt privat also alles. Und sportlich? Isabell sagt: „Dortmund hat sich gut verstärkt, hat viele gute internationale Spielerinnen geholt. Die Mischung aus jungen und erfahrenen Spielerinnen ist gut und für mich war es der richtige Schritt“, sagt sie. Das Ziel ist unter die besten vier in der Liga zu kommen. Trainingsmäßig musste sie sich nicht groß umstellen, denn André Fuhr ist ihr Coach in Dortmund. Sie kennt ihn als Trainer schon sieben Jahre, hat unter ihm bereits in verschiedenen Vereinen (u. a. in Blomberg oder Metzingen) trainiert und kennt ihn daher aus dem Effeff.

Erfolgreiches Spitzenspiel in der Liga

Nach dem Liga-Spitzenspiel am vergangenen Sonntag in Thüringen, das der BVB Dortmund knapp für sich entschieden hat, liegt für Isabell erst einmal eine Woche lang der Fokus auf der Nationalmannschaft. Hier geht es Schlag auf Schlag, denn nach der EM-Quali steht vom 29. November bis zum 15. Dezember die Weltmeisterschaft der Frauen in Japan an. Erster Gegner ist Brasilien.

Wir wünschen der sympathischen Sportlerin alles Gute für die EM-Quali-Spiele und für die bevorstehende WM. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Die Bilder hat uns Isabell zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank hierfür.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser, 

der zweite Spieltag in der 3. Handball-Liga, Staffel Mitte, hatte es in sich. Da verlor vergangene Woche der TV Großwallstadt beim TV Gelnhausen, die SG Nußloch verlor zuhause gegen Groß-Bieberau, Nieder-Roden fegte Oftersheim aus der Halle und die SG Leutershausen machte es unglaublich spannend gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen. 

Dieses Wochenende pausiert der TV Großwallstadt. Dafür hat der TV Kirchzell einen dicken Brocken vor der Brust, denn es geht gegen die SG Leutershausen. Die Gäste von der Bergstraße sind gegen den Aufsteiger aus dem Odenwald der Favorit. Allerdings mussten sie im ersten Spiel der neuen Saison gleich einen Rückschlag hinnehmen. Sie verloren nicht nur die Punkte in Großwallstadt, sondern auch Mittelmann Philipp Jaeger. Er rutschte damals so unglücklich auf dem Parkett weg und riss sich dabei das Kreuzband. Ein schwerer Verlust. “Er ist schon operiert, wird uns die komplette Runde ausfallen. Aber damit müssen wir nun leben”, sagte Mark Wetzel, der sportliche Leiter der SG. Gegen den Aufsteiger “ist unser Ziel, zwei Punkte mit nach Hause zu nehmen. Ein Sieg gegen den Aufsteiger ist Pflicht”, so Wetzel weiter. Er sagt, dass der Spielfluss ohne Philipp Jaeger noch etwas stottert und die Umstellung noch nicht so klappt, wie erhofft. “Aber wir sind auf einem guten Weg. Wenn wir die vielen leichten Fehler, die wir gegen Dutenhofen gemacht haben, abstellen, dann sollte es klappen.” Doch er weiß auch, dass es in Kirchzell nicht einfach werden wird. “Der TVK hat eine unangenehme Abwehrformation, kämpft um jeden Ball. Das wird ein ekliges Spiel”, grinst er. 

TVK mit Michael Meyer-Ricks?

Die Kirchzeller hingegen hoffen auf den Einsatz von Michael Meyer-Ricks, der nach seiner Verletzung wieder mit im Training ist. Niklas Depp wird weiterhin noch auf einen Einsatz warten müssen und Kapitän Nico Polixenidis fehlt, wie schon in der vergangenen Woche gegen Hanau. Nichtsdestotrotz wird der TVK mit viel Leidenschaft und Kampfgeist diese Partie angehen. Ob Coach Andi Kunz wieder mit einer offensiven Abwehr agieren lässt, bleibt abzuwarten. Diese hatte den Hanauern im letzten Spiel große Probleme bereitet. 

Weiter spielen noch: HG Oftersheim/Schwetzingen – GSV Eintracht Baunatal, SC DHfK Leipzig II – Northeimer HC, HSG Bieberau-Modau – HC Elbflorenz II, HSC Bad Neustadt – SG Nußloch, TV Germania Großsachsen – HSG Hanau,HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II – TV Gelnhausen. 

 

 

 

Heute erreichte uns eine schlimme Nachricht. Stefan Hecker ist vor ein paar Tagen verstorben. Der gesamte deutsche Handball trauert um den früheren Weltklasse-Torhüter, der im Alter von 60 Jahren einem Krebsleiden erlegen ist. 

Ich hatte die große Ehre, ihn sehr oft in Aktion zu erleben und bin von dieser Nachricht total geschockt – wie viele andere auch. Mein tiefstes Beileid geht an seine Frau und seine Familie.

R.I.P., Stefan. Du warst ein ganz Großer, sportlich wie menschlich.

 

 

 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Gestern, Freitag, startete die 3. Handball-Liga in die neue Saison. Die Paarungen

TV Großwallstadt – SG Leutershausen und HG Oftersheim/Schwetzingen – TV Gelnhausen

machten in der Staffel Mitte den Anfang. Der TV Großwallstadt erwischte einen super Einstand und fegte die Gäste aus Leutershausen mit 33:21 aus der Halle. Bei der HG ging es enger zu und sie gewann mit 25:23 gegen Gelnhausen. 

Heute geht es weiter

Heute Abend (Samstag) geht es weiter. Sechs Partien stehen am ersten Spieltag heute noch auf dem Plan. Eine für mich interessante Begegnung ist die zwischen dem TV Kirchzell und dem Northeimer HC. Aufsteiger Kirchzell hat in der vergangenen Runde eine sehr starke Leistung aufs Parkett gelegt und sich zu Recht den Aufstieg gesichert. 

Die Gäste belegten vergangenen Saison in der Staffel West einen sehr guten fünften Tabellenplatz. Zuletzt mussten sie im Pokal gegen den Erstligisten SC Magdeburg eine herbe Niederlage hinnehmen. Trotz allem wollen auch die Northeimer ihr erstes Saisonspiel gewinnen. Egal wie. Die Kirchzeller müssen die Aufstiegseuphorie nutzen, gepaart mit Kampfgeist, Spielwitz und einer aggressiven Abwehr auftreten. Verzichten muss TVK-Trainer Andi Kunz auf Neuzugang Niklas Depp und Michael Meyer-Ricks. Beide sind verletzt und können ihr Team nur von der Bank aus motivieren. 

Anwurf ist um 19.30 Uhr.

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Heute ist es soweit. Die 3. Handball-Liga beginnt und der TV Großwallstadt startet um 19.30 Uhr mit einem Heimspiel in die neue Saison. Zu Gast ist die SG Leutershausen. Wir dürfen gespannt sein, wie es ausgeht, denn die Gäste kommen mit viel Elan und wollen – wie der TVG auch – möglichst mit einem Sieg in die Saison 2019/20 starten.

Bevor es losgeht, haben wir noch zwei schöne Geschichten für Euch. Zum einen hat uns “Dauerbrenner und Sympathieträger” Michael Spatz, der einen Teil seiner Jugend-, aber auch Aktivenzeit in Leutershausen verbrachte, eine schöne Story erzählt. Für ihn sind Spiele gegen Leutershausen immer etwas besonderes und er freut sich auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten, wie Mark Wetzel und viele andere. Zum anderen haben wir mit dem U 19-Vizeweltmeister Alexander Pfeifer ein kleines Interview geführt. 

Als wir Michi Spatz zur SG befragten, viel ihm – neben dem Sportlichen – spontan noch folgendes ein: “Ich habe übrigens noch immer den Kulturbeutel aus meinem letzten A-Jugend-Jahr bei der SG Leutershausen. Ich habe ihn in meinem ersten Spiel bekommen und der Beutel begleitet mich nun schon meine komplette Karriere”.  Er ist sozusagen ein Glücksbringer für Michi, denn ohne den in die Jahre gekommenen Kulturbeutel geht bei ihm nichts. 

Glückwunsch an Alexander Pfeifer, der aus Skopje mit einer Silbermedaille nach Hause kam. Wie er seine erste WM gesehen hat, könnt Ihr im nachfolgenden Interview lesen. Dieses habe ich auch für meine Heimatzeitung Main-Echo geschrieben.

Alexander, erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Vizeweltmeister. Wie fühlt sich der Titel des Vizeweltmeisters an?

Also mittlerweile habe ich schon ein paar Mal drüber geschlafen und bin sehr stolz auf das Erreichte. Wir sind das zweitbeste U 19-Team der Welt. Das ist schon krass.

Aber zuvor war nach dem verloren gegangenen Finale gegen Ägypten die Enttäuschung schon groß, oder?

Die Enttäuschung war wirklich riesengroß. Wir haben alle die letzten Sekunden auf der Anzeigetafel runterlaufen sehen und wussten, dass das nichts mehr wird. Wir waren am Boden zerstört. Ich persönlich habe wirklich ein, zwei Tage gebraucht, um zu realisieren, was wir geschafft haben und nun hat die Freude darüber die Enttäuschung zur Seite geschoben.

Es war Deine erste WM. Wie hast Du diese persönlich erlebt?

Es war super. Die vielen neuen Eindrücke, die du bekommst. Du lernst viele Leute kennen und als Team hast du ganz viel Kontakt. Wir haben ja quasi rund um die Uhr die Zeit miteinander verbracht. Natürlich gab es auch Situationen, wo es einem nicht so gut ging. Aber dann hat man das Einzelgespräch mit den Trainern oder mit Kollegen gesucht. Es war immer jeder für jeden da. Das war prima. Und wir wussten ja auch im Vorfeld, dass es kein Spaßtrip werden würde.

Das heißt, es war auch schon anstrengend.

Es war sehr anstrengend. Wir hatten in kürzester Zeit neun  Spiele zu absolvieren. Dazwischen immer wieder Training, Besprechung, Video usw. Am Finaltag wurden wir abends noch in die Botschaft eingeladen. Es gab ein Bankett. Das war sehr schön. Und am Montag ging es dann heim.

Hast Du erwartet, dass die Ägypter so stark auftrumpfen?

Wir wussten schon, dass sie stark sind. Wir hatten uns die Spiele von denen gegen Ungarn und Schweden angeschaut und dachten, dass dies eine Mannschaft ist, die uns liegt. Aber dann hatten wir vorne unsere Probleme, die Dinger reinzumachen, scheiterten oft an deren Torhütern. Unsere Abwehr hat nicht so gegriffen. Vielleicht haben wir uns auch einen Tick zu sehr gefreut, im Finale zu stehen. Ich weiß es ehrlicherweise nicht. Fakt ist, dass Ägypten an dem Tag besser war als wir.

Warst Du mit Deinen Einsätzen zufrieden?

Ich sage es mal so: man wünscht sich ja immer, möglichst viel Spielzeit zu bekommen und will nicht nur mental, sondern auch auf dem Spielfeld unterstützen. Aber es war okay, wie es war. Und, ganz ehrlich, wenn es beim Kollegen gut läuft, warum soll ein Trainer wechseln?

Du hast zuvor erwähnt, dass es am Montag Richtung Heimat ging. Wie schnell hatte Dich der Alltag wieder?

Ich war am Montag gegen 22.30 Uhr zurück und hatte den Tag danach noch nicht so richtig meinen Rhythmus gefunden. Aber das änderte sich schnell, denn ich hatte am Mittwochabend das erste Mal Training beim TVG. Ich hab mich sehr gefreut, alle wieder zu sehen. Und am Freitag geht mein FSJ-Jahr weiter. Der Alltag hatte mich also schnell wieder.

Am Freitag, also heute Abend, steht das erste Saisonspiel der Liga gegen Leutershausen an. Wie stark schätzt Du den ersten Gegner ein?

Ich schätze Leutershausen als starkes Team ein. Ich habe ein bisschen was vom Pokalspiel gegen Friesenheim gesehen. Da hat Leutershausen sehr gut  gespielt. Wir werden sehen, wie es läuft. Wir wollen auf jeden Fall gewinnen und dafür werden wir alles tun.

 

Wir wünschen Routinier Michi und Youngster Alex viel Erfolg zum Auftakt in die neue Saison. 

Das “Spatzi”-Bild hat uns Herr Ohlig zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür.

 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Alexander Pfeifer, Linksaußen des Handball-Drittligisten TV Großwallstadt, wird vom 6. bis zum 18. August an der Handball-Weltmeisterschaft der U19 teilnehmen. DHB-Trainer Erik Wudtke nominierte den 18-Jährigen für dieses Großevent, denn er machte mit guten Leistungen auf sich aufmerksam. Für den jungen Spieler, der aus einer „handballverrückten“ Familie kommt und selbst in seinem Heimatverein HSG Rodenstein alle Jugendmannschaften durchlaufen hat, ist die Nominierung eine tolle Sache. Gerade ist Alex mit der Nationalmannschaft bei einem Vorbereitungs-Lehrgang in Kaiserau, ehe es nach Skopje geht. 

Er hat uns vor dem Flug ein paar Fragen beantwortet. Lest nachfolgend das Interview, das ich auch für meine Heimatzeitung Main-Echo geschrieben habe.

Alex, kam die Nominierung für Dich überraschend oder warst Du schon einmal mit der Nationalmannschaft unterwegs?

Ich war schon auf zwei Lehrgängen und bei drei Turnieren dabei und es war jedes Mal ein tolles Erlebnis. Aber zu einer WM fahre ich jetzt zum ersten Mal mit.

Bist Du aufgeregt?

Ja, schon. Es ist meine erste Weltmeisterschaft und ich freu mich unglaublich, aber ich bin auch sehr aufgeregt. Wir werden nun über einen langen Zeitraum als Team zusammen sein. Das ist schön, weil wir uns alle untereinander sehr gut verstehen.

Die Nationalmannschaft trifft sich vom 31. Juli bis zum 04. August zum Lehrgang in Kaiserau. Wie geht es danach weiter?

Wir fliegen nach dem Vorbereitungslehrgang in der Sportschule in Kaiserau am 5. August nach Skopje und am 6. August geht das Turnier dann schon los.

Deutschland ist in der Gruppe D zusammen mit Island, Serbien, Tunesien, Brasilien und Portugal. Wen schätzt Du als stärksten Gegner in dieser Gruppe ein?

Ich finde, es  ist eine gute Gruppe und wir dürfen keine Mannschaft unterschätzen. Island ist sehr gut. Gegen die haben wir schon gespielt. Portugal, Brasilien oder Tunesien kann ich nicht einschätzen. Die kenne ich nicht. Serbien denke ich wird sicher einen guten Nachwuchs haben, denn die Aktiven sind ja auch sehr gut. So einen richtigen Favoriten habe ich nicht. Wir werden sehen.

Die jeweils besten vier Mannschaften der Vorrunden-Gruppen qualifizieren sich für die nächste Runde. Denkst Du, dass das DHB-Team das schaffen wird?

Ja, das denke ich. Wir haben das Potential dazu. Wir harmornieren gut, haben die Motivation und den Ehrgeiz – und der Teamgeist stimmt.

Wie lautet generell das Ziel der Mannschaft für diese WM?

Wir haben uns keine Platzierung gesetzt. Aber wir wollen auf jeden Fall die Vorrunde schaffen, in jedem Spiel alles geben und schon bis ins Viertel- oder Halbfinale kommen. Alles, was dazu kommt, nehmen wir gerne mit.

Wer spielt noch auf Deiner Position?

Alexander Reimann. Er spielte früher in Magdeburg, ist jetzt in Lemgo. Er ist ein sehr guter Spieler und er hat meinen vollsten Respekt. Ich gönne ihm, dass er an erster Stelle steht. Wir verstehen uns gut und es passt.

Mit wem wirst Du Dir das Zimmer teilen?

Wieder mit Nils Röller von der TSG Friesenheim. Wir teilen meistens das Zimmer bei den Lehrgängen oder Turnieren. Ich habe ihn gefragt, ob er es auch diesmal wieder mit mir aushält (grinst), er hat mich gefragt. Alles gut.

Kommen wir kurz zum TVG. Du hast einen Vertrag bei den Aktiven bis 2022, bist seit Februar 2018 in der Akademie. Wie lautet das Ziel mit dem TVG?

Wir wollen auf jeden Fall wieder aufsteigen und wir haben uns dafür viele kleine Ziele gesetzt, damit wir uns an das große Ziel herankämpfen können. Wir werden in jedem Spiel ans Maximum gehen und dann sehen, was dabei herauskommt.

Und zu guter Letzt: was ist Dein persönliches Ziel?

Ich will einmal Vollprofi werden.  Ich habe bald mein Fachabitur in der Tasche und will mich dann voll und ganz dem Handball widmen. Ich hoffe, dass ich es hier in Großwallstadt schaffe. Jetzt ist mein Ziel erst einmal, mit dem TVG aufzusteigen.

 

Wir wünschen dem jungen, sympathischen Sportler alles Gute auf seinem Karriereweg und drücken für die WM die Daumen.

 

Hier noch ein paar Infos, die uns Alex zur Verfügung gestellt hat:

Er ist 18 Jahre alt, wohnt in Reichelsheim und ist derzeit beim Roten Kreuz mit Einsatz an der Gesamtschule Reichelsheim. Nach dem FSJ macht er den Abschluss des Fachabiturs.

Von der E- bis zur C-Jugend spielte er bei der HSG Rodenstein. In seinem zweiten Jahr C-Jugend bis zur B-Jugend ging er zur JSG Odenwald. Im zweiten Jahr B-Jugend spielte er wieder bei der HSG Rodenstein. Ab Mitte der Saison, also 2018, wechselte er zur TVG-Junioren-Akademie. Seit 2018/19 gehört er zur ersten Mannschaft des TV Großwallstadt. In seinen jungen Jahren erzielte er bisher einmal die Vize-Meisterschaft beim Länderpokal mit der Hessenauswahl. 

Seine Hobbys erklärt der 1.84 Meter große Sportler so: “Immer sportlich betätigen in allen Varianten, mit Freunden was unternehmen und viel Zeit in meine Freundin investieren.”

 

 

 
 

 

 

 

 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
was für eine verrückte Saison.  Hinter dem TV Kirchzell liegt eine lange, aufwändige Runde, die am Ende mit der Meisterschaft in der Handball-Oberliga und dem Aufstieg in die dritte Liga belohnt wurde. Die junge Mannschaft von Trainer Andi Kunz hat allen Unwägbarkeiten getrotzt, hat Verletzungen weg gesteckt und die Hürde Relegation genommen. Denn heuer war die Meisterschaft nicht gleichbedeutend mit dem Aufstieg. Diesmal mussten die Teams, die Meister wurden,  in die Verlängerung. Nachdem der TVK in der ersten Runde der Aufstiegsrelegation nicht zu den sechs Gesamtsiegern gehörte und in ihrer Gruppe dem TV Hochdorf den Vortritt lassen musste, entschieden Kapitän Nico Polixenidis und Co. in der zweiten Runde den Aufstieg für sich und krönten damit jüngst mit dem Sieg in Dinslaken eine strapaziöse Saison.
 
Grund genug, um zusammen mit Trainer Andi Kunz auf die abgelaufene Saison zurück zu blicken. Das Interview könnt Ihr auch in meiner Heimatzeitung Main-Echo lesen. 
 
Andi, im Oktober vergangenen Jahres hatte der TV Kirchzell nach dem Auswärtsspiel in Melsungen 7:7 Punkte auf dem Konto. Danach startete Dein Team einen Lauf und gab bis zur Winterpause nur noch das Spiel gegen Gensungen/Felsberg verloren. Danach stand im März noch ein Unentschieden gegen Groß-Umstadt. Alle anderen Matches wurden gewonnen.  Eine unglaubliche Quote. Wie erklärst Du Dir das?
 
“Ich hatte ja von Anfang an gesagt, dass unser Startprogramm gefährlich ist. In Dotzheim war eine Aufstiegseuphorie zu spüren und deren Kader war damals stark besetzt.  Auch Kleenheim ist ein sehr gutes Team.  Dann haben wir in Bürgel verloren.  Die hatten übrigens bis zu unserem Zusammentreffen im Oktober auch nur zwei Punkte abgegeben. Im Spiel gegen Bürgel trafen an dem Tag zwei schlechte Teams aufeinander. Doch Bürgel war daheim stark genug, um sich die Punkte zu holen.
Ohne Tim und Max
Beim Spiel in Melsungen mussten wir schon ohne Tim Häufglöckner und Maximilian Gläser auskommen. Das hat uns zu schaffen gemacht und auch die sechs Verlustpunkte, die wir bis dahin schon hatten, haben am Selbstvertrauen genagt. Hinzu kam, dass es so ein typisches, für uns ungewohntes, Sonntagabend-Spiel war, die Schiedsrichter einige Unruhe reinbrachten und wir mit Ach und Krach einen Punkt geholt haben.”
 
 Wie verlief die Heimfahrt?

“Ich war ziemlich sauer damals und habe mit meinem Team Tacheles geredet. Das war aber auch die Phase, in dem ich mein Team aufgefordert habe, sich mit Hilfe von Spieltag-Videos selbst herauszuarbeiten, was falsch gelaufen ist. Ich habe meine Jungs in die Vorbereitung mit eingebunden. Sie mussten schriftlich abhandeln, wie sie sich die Vorbereitung auf den nächsten Gegner vorstellen. So wollte ich ein Comeback in die Saison erzwingen.”

Und hat das so geklappt, wie Du Dir das vorgestellt hast?
 
“Für so ein Comeback-Spiel brauchst du ein Spiel zu Hause.  Doch wir mussten zunächst nach Hüttenberg. Ohne den verletzten Brian Heinrich. Dafür war Tim Häufglöckner wieder mit dabei. Der Sieg tat uns gut, aber das richtige Comeback war zu Hause gegen Groß-Umstadt. Wir haben den Gegner deklassiert und dann waren wir wieder im Rennen mit dabei.  Vieles ist uns zu diesem Zeitpunkt auch reingelaufen. So musste zum Beispiel Babenhausen gegen uns auf Leistungsträger Simon Brandt verzichten. Aber auch wir mussten ohne Max und Brian auskommen. Es gleicht sich immer wieder aus.”
 
Dann kam gegen Gensungen/Felsberg noch eine Niederlage…
 
“Ja, das stimmt. Wobei ich noch Wochen danach gesagt habe, dass wir – trotz der Niederlage – in Gensungen unser bestes Saisonspiel abgeliefert haben. Wir haben mit einem „Trümmerhaufen“ dort verloren und Gensungen musste ein Riesenspiel machen, um uns zu bezwingen. Ich kann mich erinnern, dass ich danach Gottfried Kunz, der an dem Tag nicht dabei sein konnte, angerufen und ihm von unserem unglaublich guten Auftritt erzählt habe. So blöd sich das anhört, diese Niederlage hat uns sehr viel Mut gegeben.”
 
Vor der Winterpause stand dann noch Münster auf dem Spielplan.
 
“Ja, und wir wussten, wenn wir gegen Münster gewinnen, dann ist noch alles drin für uns. Dann können wir vorne mitmischen. So war es dann auch.”
 
War der gute Start ins neue Jahr mitentscheidend für den Ausgang der Saison?
 
“Auf jeden Fall. Wir wollten uns mit den Heimspielen gegen Dotzheim, Kleenheim und dem hässlichen Auswärtsspiel gegen Wiesbaden das „Finale um Platz eins“ gegen Bürgel erarbeiten. Das haben wir geschafft. Gegen Bürgel zu Hause haben wir ein geiles Spiel abgeliefert, obwohl wir danach im direkten Vergleich immer noch schlechter waren. Aber wir waren punktgleich zu diesem Zeitpunkt. Und als Bürgel dann in Dotzheim verlor, waren wir Tabellenführer. Das sind dann die Momente, wo du anfängst, an dich zu glauben. Meine Jungs und ich haben damals viel geredet, wollten „frei aufspielen“, bloß nicht verkrampfen. Aufgrund der Situation war dies nicht einfach. Es spielt sich sehr viel im Kopf ab. Aber wir haben auch ganz viel unserer Disziplin zu verdanken, die wir immer wieder an den Tag legten.”
 
Da hat sich das „viele Reden“ ausgezahlt, oder?
 
“Auf alle Fälle. Als wir die Gejagten waren, hat sich der Knoten gelöst. Wir wollten mit jedem Spiel die Tabellenführung halten, wollten frei aufspielen und uns am Ende das Ding holen. Wir haben uns immer wieder gesagt, dass wir in jedem Spiel unsere Stärken einbringen wollen, uns immer vor Augen gehalten, was wir gut gemacht haben seit den 7:7 Punkten. Und diese Dinge dann Training für Training und Spiel für Spiel wiederholt. Natürlich haben wir auch an den Feinheiten gearbeitet. Aber die Abwehr und der Gegenstoß ist klar unsere Stärke. Wenn wir so in den Flow kommen, können wir auch Spiele zu unseren Gunsten frühzeitig entscheiden. Es war beeindruckend, was meine Mannschaft geleistet hat.”
 
An was machst Du die enorme Heimstärke fest?
 
“Ich habe meinen Jungs immer gesagt, wenn wir Meister werden wollen, dann müssen wir alle Heimspiele gewinnen. Darauf haben wir uns fokussiert. Aber wir wollten das Thema Meisterschaft auch nicht zu hoch hängen. Wir wollten nach jedem Spiel einfach feiern und gute Laune haben, zeigen, dass wir die Liga gewinnen können. Allerdings wusste ich auch nicht genau, wie meine Jungs mit dem Druck, der auf jeden Fall da war, umgehen werden. Ich habe immer wieder gesagt: entweder geht der Kopf nach dem Spiel runter oder wir haben Grund zum Feiern, wir haben es selbst in der Hand. Aber ein bisschen Angst war schon da, dass wir für diese geile Runde am Ende nichts bekommen. Wir hätten zum Schluss auch Zweiter werden können. Das ist auch ein toller Erfolg. Doch das wollten wir nicht. Wir wollten ganz oben stehen. Dafür haben wir gekämpft.”
 
Wer hat den größten Sprung in Deinem Team gemacht?
 
“Wir haben ein sehr junges Team, haben ein System, in dem die Aufgaben klar verteilt sind. Jeder hat seine Rolle und die muss er ausfüllen, muss da sein, wenn er gebraucht wird. Das gilt für den Stammspieler genauso wie für den auf der Bank. Ich möchte keinen herausheben. Für mich hat das Team als solches eine herausragende Entwicklung durchgemacht. Gerade in der Zeit, als wir ohne Max und Brian auskommen mussten, hat sich gezeigt, wie sehr jeder für jeden da ist.  Da mussten zum Beispiel Josip Punda, Jonas Wuth und Tim Häufglöckner Woche für Woche 60 Minuten vorne und hinten durchpowern und sie haben es geschafft. Michael Meyer-Ricks sorgte für Entlastung und so reihte sich ein Spieler an den anderen.
Es wäre vermessen einen herauszuheben
Es wäre vermessen, einen herauszuheben. Alle haben einen Schritt nach vorne gemacht.  Über die Bedeutung von Max als abwehrstarkem Linkshänder müssen wir nicht reden. Aber wir konnten auch ihn trotzdem kompensieren. Brian kann ein Spiel mittlerweile sehr gut lesen, der Weg von Leon David  hat sich abgezeichnet, Lukas Häufglöckner hat sich extrem stabilisiert. Nico Polixenidis kannst du immer überall einsetzen. Unser Torhüter Tobias Jörg spielte eine starke Runde, Niklas Eul war immer da. Marcel Schneider hat sich richtig herangearbeitet. Pascal Horak spielte zwar nur sporadisch, war aber als Typ unglaublich wichtig für das Team. Meine gesamte Mannschaft hat einen tollen Job gemacht. Aber alle haben auch noch Potential nach oben und das werden wir brauchen, wenn wir in der dritten Liga überleben wollen.”
 
In der Relegation kam das Harz. War das Wettbewerbsverzerrung?
 
“Im ersten Spiel gegen Hochdorf war es heftig. Klar, war Thomas Bolling im Tor super. Aber die ganze Runde ohne Harz und dann plötzlich mit Kleber zu spielen,  war extrem. Da passieren Fehler, die sonst nicht passieren. Es war für uns schon ein großer Nachteil und nach so einer Runde frustrierend. Wir mussten im Training Passen und Fangen üben…  Das muss man sich mal vorstellen. Da war natürlich auch bei meinen Spielern Redebedarf. Ganz normale Abläufe kamen plötzlich ins Wanken. Wir haben sogar die Bälle gewechselt, haben nichts unversucht gelassen, um mit Harz zu recht zu kommen.
Alle Finger mit Tape abgeklebt
Die Jungs haben angefangen, alle Finger mit Tape abzukleben. Wir haben in der Zeit cirka 240 Meter Tape benötigt. Es war eine Herausforderung, denn wir hatten bis zum ersten Spiel mit Kleber nur vier Einheiten zur Verfügung. Danach wurde es von Spiel zu Spiel besser. Gegen Hochdorf hätten wir vielleicht ohnehin Probleme gehabt. Aber es wäre enger als sieben Tore ausgegangen. Den Hauptgrund dafür muss man schon nennen dürfen – und das war der Kleber, den wir in unserer Liga nicht benutzen durften.”
 
Wie groß war die Nervosität vor dem Dinslaken-Spiel?
 
“Wir wussten, dass es in diesem Spiel um alles ging, hatten einen kleinen Vorteil gegenüber Dinslaken. Wir konnten uns eine Woche drauf vorbereiten. Dinslaken hat ja donnerstags noch gegen Bad Neustadt gespielt. Wir mussten schon mit der Nervosität kämpfen. Aber wir haben uns wie immer detailliert, akribisch vorbereitet und wir wussten, dass wir Tempo machen mussten. Denn Dinslaken hatte ein, zwei Spieler, die am Limit gingen. Das wollten wir für uns nutzen.
Wir haben uns vor der Abfahrt morgens alle getroffen, haben ein bisschen Fußball-Tennis zum Locker werden gespielt. Wir hatten sehr viel Spaß dabei. Das war mir wichtig. Wir wollten den Tag einfach mit Freude beginnen und auch mit Freude abschließen. Das ist uns gelungen.” 
 
Was hat die Jungs trotz der langen Runde außer dem Ziel Aufstieg noch beflügelt?
 
“Unser tolles Publikum, die Trommler, die immer da waren, die Familien und Freundinnen der Spieler, die Damenmannschaft, die uns teilweise nachgereist ist. Die ganze TVK-Familie war unterwegs und hat zusammen gehalten. Gerade in Dinslaken war es Gänsehaut pur. Ich möchte ein großes Dankeschön an alle loswerden. Was unser Umfeld geleistet hat, war unglaublich. Auch ein ganz dickes Dankeschön an unsere Ärzte Dr. Folger und Dr. Petermann. Gerade zum Schluss der Runde haben wir sie sehr oft gebraucht und sie waren immer da, waren unglaublich engagiert und haben uns enorm geholfen. Diese Wertschätzung von allen war für uns als Mannschaft ganz toll. Das wollten wir unbedingt zurückgeben.”
 
Schauen wir ein bisschen voraus. Wann geht es mit der Vorbereitung auf die neue Runde los?
 
“Wir fangen am 5. Juli an. Bis dahin müssen die Jungs selbstständig trainieren und sich fithalten. Es ist eine knappe Vorbereitung, aber wir hatten ja noch vier Wochen mehr zur „Vorbereitung“… Wichtig ist, wenn es wieder los geht, dass die Jungs Lust auf Handball haben.”
 
Stehen Turniere oder Trainingslager an?
 
“Wir werden uns klassisch vorbereiten. Natürlich wird es ein paar Testspiele geben. Wir werden gemeinsame Aktivitäten haben. Aber wir müssen innerhalb ein paar Wochen auf ein anderes Niveau kommen, werden an der Geschwindigkeit, am Timing und am Entscheidungsverhalten arbeiten. Dann werden wir sehen.”
 
Gibt es Neuzugänge?
 
“Mit Niklas Depp bekommen wir einen wurfgewaltigen Spieler von der HSG Stockstadt/Mainaschaff. Ich bin sehr gespannt, wie er den Sprung aus der Bezirksoberliga in die 3. Liga meistert. Ich freue mich auf die Arbeit mit ihm. Ansonsten halten wir den Kader zusammen. Wenn uns noch einer „zuläuft“, der passt, dann nehme ich gerne noch einen. Aber wir sind nicht zwingend auf der Suche.”
 
Wie sind die Aussichten in der dritten Liga?
 
“Ich bin kein Freund von Spekulationen, Vorhersagen und Hellseherei. Das sollen „Experten“ machen. Ich weiß nur: drei Teams müssen hinter uns bleiben. Das ist die Aufgabe vom ersten Spieltag an.”
 
Wir wünschen dem TVK einen guten Einstand in die neue Liga und viel Erfolg.

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Die Handball-Saison 2018/19 ist schon ein paar Tage vorbei und einige Spieler sind noch im wohlverdienten Urlaub, beschnuppern gerade ihren neuen Verein, die neue Umgebung, sind mit einem eventuellen Wohnungswechsel beschäftigt, heiraten oder verloben sich – und so weiter und so fort.

Auch ich genieße gerade ein paar Tage, die nicht so durchgetacktet sind wie während der Saison, habe Zeit für Dinge, die sonst auf der Strecke bleiben oder “so nebenher” mitlaufen. Trotzdem lässt mich der Handball nicht ganz los und ich wollte mit Euch noch einmal kurz auf das letzte Spiel des TV Großwallstadt in der zweiten Handball-Bundesliga zurück blicken. 

Der Gast, HBW Balingen-Weilstetten machte in der Untermainhalle sein Meisterstück und freute sich unbändig über die Meisterschaft und den Aufstieg in die erste Liga. 

Bitter und kurios

Für Michael Spatz hingegen war die Situation bitter und kurios zugleich. Auf der einen Seite stand der Abstieg in die dritte Liga. Auf der anderen Seite wurde er nach der Begegnung von Ligapräsident Uwe Schwenker als bester Torschütze der Liga ausgezeichnet und bekam die Torjägerkanone überreicht. Mit 254/143 Treffern steht er unangefochten auf dem ersten Platz, gefolgt von Georg Pöhle (HSG Nordhorn-Lingen, 246/55 Tore) und Eric Meinhardt (EHV Aue, 238/130 Tore).

Doch nicht nur das. In der Partie gegen den VfL Lübeck-Schwartau, die im Mai stattfand, erzielte er sein 2000. Tor im TVG-Trikot. Gleich im ersten Angriff, als die Anzeigetafel gerade die 1.14. Minute anzeigte, schoss er per Strafwurf seinen 2000. Treffer. Das ist echt unglaublich und Michi sagte anschließend: „Ich freu mich sehr und ich bin auch stolz darauf. Gleich beim ersten Angriff war das Thema erledigt. Das hat gut gepasst. Schön, dass ich die 2000er Marke vor eigenem Publikum knacken konnte. Ich habe so viele Glückwünsche erhalten. Das war phänomenal und ich habe mich sehr darüber gefreut.” Er kann mit Fug und Recht stolz auf seine Leistung sein! 

Handball ist sein Leben

Seit Michi denken kann, spielt er Handball und es ist ein Teil seines Lebens. Mit fünf Jahren begann er beim TSV Birkenau seine so erfolgreiche Karriere. Seine Stationen als Aktiver führten ihn über den Zweitligisten SG Leutershausen und den Erstligisten VfL Gummersbach nach Großwallstadt. Von dort aus ging es ein Jahr lang zum TVB Stuttgart in die erste Liga, ehe es den Linkshänder wieder zurück nach Großwallstadt zog.

In all der Zeit sind enorm viele Tore zusammen gekommen, die der Außen für seine jeweiligen Vereine erzielt hat. Nun gelang es dem  36-Jährigen, für seinen TV Großwallstadt einen Rekord aufzustellen und die 2000er-Marke zu knacken. Seit der Saison 2007 gehört er dem TV Großwallstadt an. Egal, ob in der ersten, zweiten oder dritten Liga – er hat seinem TVG über all die Jahre die Treue gehalten. Lediglich eine Saison (2015/16) hat Spatz ausgesetzt. Da ging er für den TVB Stuttgart auf Torejagd.

Die Mama schreibt mit

Sein größter Fan, seine Mama, hat alle Ausgaben der „Handball-Woche“ gesammelt und selbst fleißig die Tore mitgeschrieben, die ihr Sohn für den TVG seit 2007 erzielt hat.  

Auch die Saison 2011/12 war eine „Rekord-Saison“ für den sympathischen Sportler. Damals erzielte er insgesamt 210 Tore. 

Der Linkshänder freut sich zwar über seine vielen Treffer, doch er sagt in seiner ihm eigenen bescheidenen Art: „Naja, ich spiele ja auch schon lange Handball. Da kommt halt was zusammen.“ Vor ein paar Wochen knackte schon Eric Meinhardt vom EHV Aue die 2000er Marke für seinen Verein und nun zog Michi nach.  

Nicht nur ich wünsche mir, dass wir auch in Zukunft noch viele schöne Tore von ihm sehen.

Das Bild  (o. l.) hat uns Günter Ohlig zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank!