Handball – 2. Liga: Dramatische Schlussphase beim TV Großwallstadt – am Ende blieb es beim Unentschieden

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Der TV Großwallstadt hatte am Samstag in der zweiten Handball-Bundesliga den VfL Eintracht Hagen zu Gast, wollte unbedingt einen Sieg einfahren – doch am Ende blieb es beim 26:26 (16:16). Das spannende und umkämpfte Spiel wollte keinen Sieger finden. Dabei hätte die Schlussphase nicht dramatischer sein können und am Ende stand die Frage: war das jetzt eine gerechte Punkteteilung oder war der eine Punkt dem Spielverlauf nach für die Hausherren zu wenig? Fakt ist, dass die Gäste im gesamten Spiel nur dreimal die Führung übernehmen konnten. Das erste Mal beim 1:0 in der ersten Spielminute und dann wieder beim 25:24 (57.) und 26:25 in der 59. Spielminute. Fakt ist auch, dass der VfL auf sechs verletzte Spieler verzichten musste, die Lücken mit Akteuren teilweise aus der Oberliga auffüllten und sogar die Spieler Julian Renninger und Valentin Schmidt auf der Auswechselbank die Verantwortung übernehmen mussten, weil der VfL-Trainer Stefan Neff und sein Co-Trainer Pavel Prokopec mit Corona ausfielen. Und Fakt ist auch, dass der TVG in Halbzeit eins einen Sieben-Tore-Vorsprung verspielte. 

Der TVG, der ohne die Verletzten Tom Jansen und Dennis Weit antrat, wusste, was die Stunde geschlagen hat und begann sehr engagiert und konzentriert. Dass die Gäste nach ihrem Negativlauf von sieben verlorenen Spielen in Folge ebenfalls heiß auf einen Sieg waren, versteht sich von selbst und das erste Tor in der Begegnung gehörte ihnen. In der Folge aber spielten die Hausherren groß auf und gingen über 6:2 und 8:4 mit 12:5 (16.) in Führung. Diese hätte schon höher sein können, denn dazwischen lagen noch zwei vergebene Siebenmeter und einige vergebene Chancen. Doch was die begeistert mitgehenden Zuschauer sahen, war richtig gut. Tolle Anspiele, schöne Treffer, eine zupackende Abwehr und ein starker Jan-Steffen Minerva im Tor. Zwischen der 16. und der 18. Minute kam dann ein kleiner Hänger, den Hagen nutzte, um auf vier Tore zu verkürzen (8:12). TVG-Coach Ralf Bader nahm die Auszeit und seine Jungs erhöhten schnell auf 14:9. In den letzten Minuten vor der Pause riss dann der Faden. Die Gastgeber waren unkonzentriert, erlaubten sich viele Fehler, rieben sich an der aggressiv spielenden Gäste-Abwehr auf. Der VfL nutzte die Fehler des TVG aus und kam durch Gegenstöße auf 14:13 heran. Erneut nahm der TVG-Trainer die Auszeit. Diese verpuffte und es ging mit 16:16 in die Pause. Der TVG hatte sich mit Fehlern das Leben selbst schwer gemacht und den Gegner wieder ins Spiel zurück gebracht.
 
Die Gäste ließen sich nicht abschütteln
 
Nach Wiederbeginn sorgten der sehr gute Mario Stark und Savvas Savvas für das 18:16. Aber die Gäste ließen sich nicht mehr abschütteln, hatten Lunte gerochen. Beim 19:18 hielt der gut aufgelegte Minerva einen freien Ball und verhinderte so zunächst das Unentschieden. Wieder zogen die Großwallstädter auf zwei Treffer davon und Görkem Bicer sorgte gar für das 24:21 (48.). Doch der Vorsprung sollte nicht reichen. Die Partie, in der sich beide Teams gerade in der Endphase mit Fehlern überboten, wurde immer spannender. Der TVG brachte den besten Hagener Torschützen Gharelho Norouzinezhad nicht in den Griff. Er war es, der mit seinen Treffern für das 24:24 (55.) sorgte. Der Gastgeber nahm seine dritte Auszeit und der Coach gab letzte Anweisungen. Wieder war es ein schlechter Pass, den der VfL zur ersten Führung (25:24) seit dem 1:0 nutzte. Florian Eisenträger glich postwendend aus. Und sofort wieder eine Unkonzentriertheit und es stand 26:25 für die Gäste. Dramatischer konnte eine Schlussphase nicht sein. Beide Teams gaben nun alles und Mario Stark tankte sich zum 26:26 durch. Hagen nahm die Auszeit (58.52 Minuten), hielt den Ball lange in seinen Reihen und der Abschluss war nicht ideal, denn Minerva kam an den Ball. Der Pass ging auf Savvas, doch sein Wurf ging irgendwo in der Hagener Deckung unter. 
 
Der Hagener Valentin Schmidt machte seiner Mannschaft nach Spielende ein großes Kompliment für die kämpferische Leistung und war aufgrund der personellen Lage zufrieden mit dem Gesehenen. Beim TVG hatte man sich mehr erhofft, denn gerade in der Schlussphase wurde dreimal der Ball verloren, dreimal reagierte Hagen mit einem erfolgreichen Konter. „Hagen hat sehr gut verteidigt. Wir haben die letzten zehn Minuten nicht mehr so konsequent den Ball weiter gespielt und es fehlte der nötige Zug zum Tor, der die Entscheidung hätte bringen können,“ so Torhüter Jan-Steffen Minerva.