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Handball – 3. Liga: Neues Trainergespann für den TV Gelnhausen

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Wie Handball Drittligist TV Gelnhausen mitteilte, bilden Patrick Beer und Tim Beckmann das neue Trainergespann des TVG. Anstelle der gewohnten Rollen von Chef- und Co-Trainer werden beide die Mannschaft gleichberechtigt führen und eng mit Headcoach Sergej Budanow, Manager Philip Deinet und dem bestehenden sportlichen Team zusammenarbeiten. Die Vereinbarung gilt zunächst bis zum Ende der Saison 2026/27, ist von beiden Seiten jedoch ausdrücklich längerfristig angelegt. Damit ist die Nachfolge von Matthias Geiger vor dem ersten Pflichtspiel der Saison geklärt. Am Freitag, 21. August, empfängt der TVG um 20.15 Uhr den Zweitligisten TV Hüttenberg zur ersten Runde des DHB-Pokals in der Rudi-Lechleidner-Halle. Tickets sind über die Webseite des TV Gelnhausen erhältlich.

Während Tim Beckmann seine Arbeit sofort aufnimmt, steigt Patrick Beer aufgrund beruflicher Verpflichtungen im November vollständig in den Trainings- und Spielbetrieb ein, wird aber regelmäßig vor Ort sein, Gespräche führen und sich intensiv vorbereiten. Bis dahin erhält Beckmann Unterstützung aus dem TVG-Umfeld. Über diese Lösung wird der Verein in Kürze gesondert informieren.

„Wir hatten eine große Auswahl und viele Trainer, die gerne mit dieser Mannschaft gearbeitet hätten“, sagt Sergej Budanow. „Entscheidend war für uns, zwei Persönlichkeiten zu finden, die fachlich zu unserem Team passen und die innere Größe besitzen unseren besonderen Entwicklungsweg mitzugehen.“

Beer und Beckmann hätten bewiesen, dass sie junge Spieler sportlich und persönlich weiterentwickeln können. „Talente an das hohe Niveau der 3. Liga heranzuführen und gleichzeitig ambitionierte Ziele zu verfolgen, ist eine große Herausforderung. Patrick und Tim bringen dafür die Erfahrung, die Qualität und die notwendige Haltung mit. Deshalb freuen wir uns sehr über ihre Zusage“, sagt Budanow.

Auch Deinet sieht in der Verpflichtung eine besondere Konstellation. „Mit Patrick und Tim gewinnen wir zwei ausgewiesene Handballfachleute, die in der Region bereits gezeigt haben, dass sie Menschen und Vereine bewegen können. Vom ersten Gespräch an war ihre Freude auf die Mannschaft, den Verein und die Aufgabe deutlich zu spüren.“

Der TVG habe schließlich keinen grundlegenden Neustart gesucht. „Wir verfügen über ein intaktes, über Jahre gewachsenes System. Gesucht waren Trainer, die unsere Strukturen verstehen, Bewährtes respektieren und dennoch eigene Impulse setzen. Patrick und Tim bringen dafür die Persönlichkeit und Offenheit mit. Deshalb waren sie unsere absoluten Wunschkandidaten“, sagt Deinet. „Umso glücklicher sind wir, dass sie jetzt bei uns sind.“

Auch der 47-jährige Beer freut sich auf seine neue Aufgabe. „Der TVG ist ein großer Traditionsverein mit einer beeindruckenden Fanbasis und einer sehr interessanten Mannschaft. Die Gespräche mit Sergej und Philip waren offen, ehrlich und von klaren gemeinsamen Vorstellungen geprägt.“ Die gewachsenen Strukturen des Vereins seien für ihn eine besondere Ausgangslage. „Ich möchte darauf aufbauen und meine Sicht auf den Handball einbringen, ohne Bewährtes unnötig zu verändern. Ich freue mich auf die Mannschaft, das Umfeld, das Trainerteam und natürlich auf die Zusammenarbeit mit Tim.“

Beckmann verbindet mit seinem Wechsel nach Gelnhausen bereits viele Erinnerungen. „Ich kenne die Gelnhäuser Halle als gegnerischer Spieler und Trainer aus der 2. und 3. Liga und weiß, welche besondere Atmosphäre dort entstehen kann. Umso mehr freue ich mich darauf, diese Energie künftig gemeinsam mit der Mannschaft und den Fans zu erleben.“

Der Austausch mit Budanow und Deinet sei von Offenheit, Wertschätzung und gemeinsamen Vorstellungen geprägt gewesen. „Ich stoße zu einem hervorragend funktionierenden und über viele Jahre gewachsenen System. Eine solche Ausgangslage kenne ich aus meinen bisherigen Stationen nicht und weiß sie umso mehr zu schätzen. Die Mannschaft hat in den vergangenen Jahren Außergewöhnliches geleistet. Ich möchte die Spieler bestmöglich unterstützen, eigene Impulse einbringen und meinen Teil zur weiteren Entwicklung beitragen.“

Bewusste Fortsetzung des Gelnhäuser Entwicklungsmodells

Unter der Verantwortung von Budanow und Deinet hat der TV Gelnhausen ein sportliches Modell aufgebaut, das auf der Ausbildung eigener Spieler und Trainer, der engen Verzahnung von Jugend- und Aktivenbereich sowie einer klaren sportlichen und menschlichen Haltung beruht. Die junge Mannschaft mit zahlreichen Eigengewächsen erreichte zweimal in Folge die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga und verpasste den Aufstieg zuletzt erst im entscheidenden Spiel.

Beer und Beckmann sollen daher keinen Umbruch einleiten, sondern die bestehenden Strukturen weiterentwickeln und zusätzliche fachliche Impulse setzen. Beide beschäftigen sich auch beruflich intensiv mit Führung und Persönlichkeitsentwicklung. Beer ist Geschäftsführer der Personalwerk GmbH und für Sales und Operations verantwortlich. Beckmann ist Lehrer für Sport und Politik und arbeitet heute als Lehrerausbilder. Zudem besitzt er die Handballtrainer-A-Lizenz ebenso wie die Athletiktrainer-A-Lizenz.

Zwei Trainer mit nachgewiesener Entwicklungskompetenz

Beer sammelte seine ersten Erfahrungen als verantwortlicher Herrentrainer bei der HSG Dietzenbach. Seine prägendste Station war indes die HSG Hanau. Beer übernahm das Team während der Saison 2013/14 und entwickelte es vom Oberligisten zu einer Spitzenmannschaft der 3. Liga. 2016 gewann Hanau die Hessenmeisterschaft und stieg auf. Nach dem souveränen Klassenerhalt folgten 2017/18 und 2018/19 jeweils dritte Plätze sowie die erstmalige Qualifikation für den DHB-Pokal.

Die Erfolge gelangen mit einer jungen, weitgehend regional zusammengestellten Mannschaft. Beers Arbeit steht für variable Abwehrsysteme, schnelles Umschaltspiel, klare taktische Abläufe und die konsequente Förderung junger Spieler. Weitere Trainerstationen waren die TSG Offenbach-Bürgel, mit der er aufgrund der Corona-Pandemie kein Pflichtspiel bestreiten konnte, sowie 2023 die MSG Groß-Umstadt/Habitzheim, die er in der entscheidenden Phase des Oberliga-Abstiegskampfes unterstützte.

Der 41-jährige Beckmann begann früh als Jugendtrainer und gewann zweimal die südwestdeutsche Meisterschaft. Später arbeitete er zunächst als Co-Trainer des TV Groß-Umstadt, ehe er während der Saison 2011/12 die Verantwortung als Cheftrainer übernahm. Das Team belegte anschließend den sechsten Platz der dritten Liga und gewann den Hessenpokal. Beckmann blieb mehrere Jahre verantwortlicher Trainer des TV beziehungsweise der späteren MSG Groß-Umstadt.

In der Saison 2017/18 übernahm er als Cheftrainer die SG Bruchköbel in einer schwierigen Situation, stabilisierte die Mannschaft und sicherte den Klassenerhalt in der 3. Liga. Zur Saison 2024/25 kehrte er als Co-Trainer nach Bruchköbel zurück und arbeitete dort bis März 2026.

Seine Schwerpunkte liegen in der Abwehrorganisation, der gegnerbezogenen taktischen Vorbereitung und der Entwicklung junger Spieler. Dabei ergänzen seine pädagogische Erfahrung und seine Tätigkeit als Lehrerausbilder seine handballerische Qualifikation.

Beer und Beckmann kennen und schätzen sich seit vielen Jahren. Gemeinsam spielten sie für den TV Groß-Umstadt und gehörten 2010 zu der Mannschaft, die Meister der Regionalliga Südwest wurde und in die zweite Bundesliga aufstieg. Aus dieser Zeit entstand eine enge Freundschaft, die nun die Grundlage ihrer gemeinsamen Arbeit beim TV Gelnhausen bildet.

 

 

Das Bild hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Danke dafür