Rudern: Vierer im WM-Halbfinale
Liebe Leserinnen, liebe Leser.
Der Vierer ohne Steuermann setzte am zweiten WM-Tag in Amsterdam ein dickes Ausrufezeichen: Gut drei Wochen nach dem Gewinn von EM-Bronze überzeugten René Schmela, Benedict Eggeling, Mark Hinrichs und Jasper Angl auch im Vorlauf der Weltmeisterschaften. Das Quartett sicherte sich mit einem starken Auftakt Platz zwei knapp hinter dem Boot aus den Niederlanden den direkten Einzug ins Halbfinale (Donnerstag, 15.40 Uhr). Das gab Carsten Oberhagemann in einer PM bekannt.
Dabei lag der deutsche Vierer bei Streckenhälfte noch auf Rang drei, überholte dann aber recht schnell den EM-Zweiten Rumänien und fuhr auf der Außenbahn auch zu den enteilten Holländern auf. Am Ende sechs Zehntelsekunden Rückstand auf die WM-Gastgeber und die insgesamt drittschnellste Vorlaufzeit lassen hoffen, dass dieser Vierer nun auch bei der WM das Finale erreicht.
„Gemeinsames Konzept gut umgesetzt“
„Das haben sie gut gemacht bei nicht einfachen Bedingungen. Sie haben im Mittelteil die Nerven behalten und unser gemeinsames Konzept gut umgesetzt. Durch das Rennen haben sie sich bewusst gemacht, dass sie richtig Gas geben können. Aber das war nur ein Vorlauf, im Halbfinale werden die Karten neu gemischt“, sagte Bundestrainerin Sabine Tschäge. Zufrieden mit dem Rennen war auch Benedict Eggeling: „Schon beim Einfahren war es durch die enge Strecke und die knappen Zeitabstände zu den Vorrennen recht hektisch. Nach 500 Metern haben wir aber unseren Rhythmus gefunden und unser Ziel, die direkte Qualifikation fürs Halbfinale, erreicht.“
Dem Vierer ist es somit gelungen an die erfolgreiche EM in Varese, wo das Quartett überraschend die Bronzemedaille gewonnen hat, anzuknüpfen. „Die EM tat uns gut. Da haben wir gemerkt: Da geht was“, meinte Tschäge. In der neuen Sitzposition mit René Schmela auf Schlag, dahinter mit dem Steuerbord-Zwilling Benedict Eggeling/Mark Hinrichs sowie Jasper Angl im Bug hat sich ein homogener und leistungsstarker Vierer gefunden. Tschäge: „Die Jungs wollen zusammen und haben richtig Bock drauf, schnelle Rennen zu fahren.“
„Donnerstag ist ein neuer Tag“
Die positive Entwicklung der letzten Wochen wollen sie bei der WM fortsetzen und sich nach dem gelungenen Auftakt nun auch mit dem A-Finale belohnen. Aber sie wissen auch, dass ein erneuter Kraftakt, inklusive eines perfekten Zusammenspiels vonnöten ist. „Donnerstag ist ein neuer Tag. Das Selbstvertrauen aus dem Vorlauf nehmen wir mit, aber im Halbfinale zählt es. Man weiß nicht, wer heute mit dem Wind besser oder schlechter zurechtkam. Die Rennen sind durch die Böen, die immer wieder reinkommen, untereinander schwer zu vergleichen“, erzählte Eggeling. Im Halbfinale geht es erneut gegen die Niederlande, hinzu kommen Neuseeland, Australien, Italien und China. Drei Boote schaffen es ins Finale. Für Bundestrainerin Tschäge eine – nach der heutigen Vorstellung – durchaus machbare Aufgabe: „Wir sind in einer guten Ausgangsposition. Das Halbfinale wird aber ein heißer Kampf. Wir müssen drauf, wollen das aber auch. Dafür sind wir ja hier.“
Die Ergebnisse:
Vierer ohne Steuermann, Vorlauf: 1. Niederlande 6:24,10 Minuten. – 2. Deutschland (René Schmela, Benedict Eggeling, Mark Hinrichs, Jasper Angl) 6:24,70. – 3. Rumänien 6:28,16. – 4. Kanada 6:41,84. – 5. Indien 7:01,36.
Das Bild hat uns Carsten Oberhagemann zur Verfügung gestellt. Danke dafür






