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Handball – 3. Liga: Gelnhausen gewann in Dutenhofen – Hanau siegte daheim gegen Nieder-Roden

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, gewann der TV Gelnhausen in Dutenhofen und die HSG Hanau gewannen zuhause gegen Nieder-Roden.

 

 

TV Gelnhausen gewinnt Hessen-Derby in Dutenhofen

Der TV Gelnhausen bleibt auch nach dem siebten Spieltag ungeschlagen und die Barbarossastädter setzten sich am Samstagabend im Hessen-Derby bei der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II mit 29:25 (13:10) durch. Vor 200 Zuschauern in der Sporthalle Dutenhofen, darunter rund 60 lautstarke TVG-Anhänger, überzeugte Gelnhausen vor allem mit einer starken Defensivleistung. Mit nun 13:1 Punkten bleibt der TVG Tabellenzweiter und erwartet kommenden Sonntag (17 Uhr) den verlustpunktfreien Tabellenführer Krefeld zum Topspiel in der Hölle Süd.

Personell ging der TVG erneut mit einigen Einschränkungen in das Derby. Max Bechert (Mittelhandbruch), Alexander Bechert (Knieprobleme), Jonas Dambach (Fußprobleme) und Benjamin Wörner (leichte Handverletzung) standen nicht zur Verfügung. Besonders im rechten Rückraum musste Gelnhausen deshalb weiter improvisieren. Am Kreis trug Torben Fehl erneut die Hauptlast. An der Seitenlinie vertrat der Sportliche Leiter Sergej Budanow den verhinderten TVG-Trainer Patrick Beer.

Von den personellen Einschränkungen war dem TVG zu Beginn jedoch nichts anzumerken. Die Barbarossastädter waren sofort hellwach und stellten Dutenhofen mit einer aggressiven und gut abgestimmten Abwehr vor große Probleme. Die Gastgeber fanden zunächst überhaupt kein Durchkommen und erzielten ihren zunächst einzigen Treffer lediglich per Siebenmeter. In der elften Minute traf TVG-Kapitän Jonathan Malolepszy vom Siebenmeter-Punkt zum 5:1. Erst eine Minute später gelang Dutenhofen durch Alois Mraz der erste Treffer aus dem laufenden Spiel. Bruno Minerva, der erneut eine starke Partie ablieferte, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits den ersten Siebenmeter pariert.

„Wir standen gut und aggressiv in der Abwehr und haben uns gegenseitig sehr gut geholfen“, lobte Budanow. Dutenhofen fand danach besser in die Partie und ließ den Rückstand nicht weiter anwachsen. Nach dem 10:6 durch Jannik Geisler in der 21. Minute ließen die Rot-Weißen einige Möglichkeiten liegen, während Hendrik Pantel im HSG-Tor stärker wurde. Nach drei Dutenhofener Treffern in Folge war die Partie beim 10:9 wieder völlig offen.

In dieser Phase zeigte der TVG allerdings die nötige Ruhe. Minerva hielt den nächsten Siebenmeter und vorne erzielte Gelnhausen wieder Tore, Malolepszy traf kurz vor dem Pausenpfiff zum 13:10. Lediglich zehn Gegentore in der ersten Hälfte, davon vier per Siebenmeter, unterstrichen die starke Gelnhäuser Defensivleistung.

TVG zunächst auf Kurs

Auch nach der Pause blieb der TVG zunächst auf Kurs. Junioren-Torhüter Noah Pilgrim kam ins Spiel und fügte sich mit einigen Paraden gut ins Spiel ein. Fynn Broßmann, der auf der rechten Rückraumseite viel Verantwortung übernahm, erhöhte direkt auf 14:10. Als Ákos Csaba in der 41. Minute zum 19:14 traf, schien Gelnhausen die Partie zunehmend unter Kontrolle zu bekommen. Doch Dutenhofen meldete sich eindrucksvoll zurück. Mehrere Fehlwürfe und technische Fehler des TVG nutzten die Gastgeber konsequent aus und starteten einen 5:0-Lauf. Aus dem 19:14 wurde innerhalb weniger Minuten ein 19:19, sodass die Partie in der 47. Minute plötzlich wieder völlig offen war. Aber Malolepszy und Co. bewiesen einmal mehr Nerven aus Stahl. „Vor allem in der engen Phase haben wir immer an unsere eigenen Stärken geglaubt, sind im Kopf klar geblieben und haben uns nicht aus dem Konzept bringen lassen“, sagte Budanow.

Fynn Hilb brachte den TVG wieder mit 20:19 in Führung, ehe Minerva, der in der Crunchtime ins Tor zurückkehrte, seinen dritten Siebenmeter parierte. Doch Dutenhofen blieb dran und elf Minuten vor Schluss war beim 21:21 weiterhin alles offen. Dann zog der TVG defensiv noch einmal deutlich an und traf vorne dreimal in Folge. Hilb fing einen Pass ab und vollendete den Gegenstoß in der 52. Minute zum 24:21. Dutenhofen verkürzte durch zwei Treffer von Philipp Opitz auf 24:23, doch Malolepszy und Yannick Mocken antworteten zum 26:23.

Als der TVG zwei Minuten vor Schluss beim Stand von 27:25 nach einer Zeitstrafe gegen Hilb den Rest der Partie in Unterzahl bestreiten musste, drohte noch einmal Spannung aufzukommen. Doch Gelnhausen setzte selbst den entscheidenden Treffer. Rund 70 Sekunden vor Schluss vollendete Silas Altwein nach Pass von Csaba einen Kempa zum 28:25. Die TVG-Fans feierten bereits, ehe Mocken noch das 29:25 nachlegte. Passend zu seinem starken Abend parierte Minerva nach Ablauf der Spielzeit auch den letzten Siebenmeter.

„Am Ende haben wir das Spiel sehr abgeklärt nach Hause gebracht“, bilanzierte Budanow. Bester Gelnhäuser Torschütze war Malolepszy mit sechs Treffern und makellosen sechs von sechs verwandelten Siebenmetern, Geisler erzielte fünf Tore. Für Dutenhofen traf Mraz siebenmal.

 

 

HSG Hanau mit Derbysieg gegen Nieder-Roden

Die HSG Hanau hat das Bezirksderby gewonnen und damit den nächsten Schritt in der Tabelle gemacht: Am Samstagabend besiegten die Grimmstädter die HSG Rodgau Nieder-Roden in der Main-Kinzig-Halle mit 35:30 (18:15). Cedric Schiefer war mit sieben Toren Toptorschütze der Blau-Weißen, Marek Schöber traf in der entscheidenden Phase viermal in Folge und machte so den Deckel drauf. 673 Zuschauer sahen einen verdienten Heimsieg.

„In dem Moment, wo wir ein bisschen am Kippen waren und den Blauen Block gebraucht haben, waren sie da “, sagte Trainer Axel Spandau zu der Stimmung in der kritischen Phase des Spiels nach Abpfiff. „Ich fand die erste Halbzeit von uns in der Abwehr sehr stark. Da hatte Nieder-Roden erhebliche Probleme, durchzukommen. Und am Ende haben die vier Rechtshänder im Rückraum das letztendlich gerissen, muss ich einfach sagen.” Co-Trainer Markus Semmelroth hatte im Vorbericht die Hoffnung auf eine volle Halle und lautstarke Unterstützung formuliert, um die kleine Serie weiter auszubauen — beides hatte sich an diesem Abend erfüllt: Der Blaue Block trug die Grimmstädter durch die schwierige Phase der Partie, und der dritte Sieg in Folge unterstreicht den Aufwärtstrend.

Unter den Augen des seit dem 01. Oktober regierenden Oberbürgermeisters Dr. Maximilian Bieri, starteten die Gastgeber erfolgreich in die Partie. Nach 50 Sekunden erzielte Cedric Schiefer das 1:0. Bis zur sechsten Minute gestaltete sich das Spiel ausgeglichen. Hanau legte vor und Rodgau glich aus. In dieser Phase verwandelte Samuel Hoddersen bereits zweimal erfolgreich vom Siebenmeter-Punkt. Dann legten die Hausherren einen Zwischenspurt ein. Aufbauend auf einer beweglichen Deckungsarbeit enteilten die Hanauer auf 6:3 (10.). Diese Phase wurde durch eine Zeitstrafe gegen Kapitän Kleemann kurzzeitig unterbrochen. Die Unterzahl kompensierten die Gastgeber, sodass nach einem gehaltenen Siebenmeter von Müller gegen Hoddersen, Schiefer auf 8:4 erhöhte. Doch Unsauberkeiten und Halbchancen aus dem Rückraum holten die Gäste wieder zurück. Nils Haus verkürzte per Siebenmeter auf 7:8 (15.) aus Sicht der Rodgauer. So war das Spiel Mitte der ersten Halbzeit offen. Die nächsten sechs Minuten war es eng und beide Mannschaften gingen im Gleichschritt.

In der Phase konnten die Hanauer die Überzahl, nach einer Zeitstrafe gegen Brandt, nicht nutzen. Doch die zweite Überzahl nutzten Schiefer, Marquardt und Co. Kleemann, sodass sie auf 13:10 erhöhten. In der 25. Minute ergab sich die Chance, in Überzahl den Vorsprung auszubauen, doch auf der Gegenseite gab es in einer misslungenen Abwehraktion ebenfalls eine Zeitstrafe für die Gastgeber. Nach einer Auszeit von Axel Spandau konnte der folgende Angriff nicht genutzt werden und so verkürzte Luca Möller für seine Farben auf 15:16. In der letzten Minute verteidigte der von Dziugas Jusys organisierte Deckungsverband sehr flexibel und erzwang einen Ballgewinn. Mit der Pausensirene erhöhte jener Jusys nach einem Expresspass von Schiefer auf 18:15 zur Pause.

Schöbers Viererpack stellt die Weichen

Die zweite Halbzeit begann nicht so, wie es sich die Hausherren vorgenommen hatten. Zwar war das Spiel die Anfangsminuten ausgeglichen, doch in der 37. Minute traf erneut Möller zum Anschlusstreffer von 19:20. Auf der Gegenseite kam es dann zu einem Bruch im Spiel der Grimmstädter. Nach einem Foul an Jan-Eric Kleemann gab es einen Freiwurf. Aus Sicht von Kleemann zu wenig. In der Kommunikation mit den Schiedsrichtern gab es unterschiedliche Auffassungen. So gab es eine Zeitstrafe für Meckern. Auf dem Weg zur Bank gab es weiteren Austausch und auch die nächste Zeitstrafe gegen Kleemann. So war sein Team vier Minuten am Stück in Unterzahl. Jedoch war es auch Kleemanns dritte Zeitstrafe und das Spiel war per rotem Karton für ihn beendet. „Es fing eigentlich eine spektakuläre zweite Halbzeit an, finde ich, die erstmal in der 37. oder 38. Minute den Höhepunkt hatte mit den zwei Zeitstrafen gegen Jan-Eric, der eigentlich gerade gut im Spiel war. Und dann hatten wir so kleine Findungsprobleme“, beschreibt Trainer Spandau den Start in die zweite Halbzeit.

Die Überzahl nutzten die Baggerseepiraten und gewannen ihre Überzahl mit 2:0. Das drehte die Partie und die Rodgauer gingen durch Nils Haus vom Strich mit 21:20 in Führung. Spandau reagiert mit seinem zweiten Team-Time-Out. In den anschließenden sechs Minuten wog das Spiel hin und her. Erst schafften die Gastgeber das Spiel auf 22:21 und 23:22 durch Jusys und Marquardt zu drehen. Dann konnten die Gäste über Brandt wieder bei 24:23 (47.) in Führung gehen. Dann drehte die HSG auf. Schiefer im Gegenzug mit einem Rückraumtor sowie zwei Ballgewinnen und einer Parade später führten die Blau-Weißen mit 27:24 innerhalb von 80 Sekunden. Eine Auszeit der Gäste unterbrach den Lauf und die zeigte Wirkung. Zwei ausgelassene Chancen der Hausherren ließen die Rot-Schwarzen auf 26:27 verkürzen.

Dann schlug die Stunde von Marek Schöber. Vier Angriffe in Folge tankte er sich unnachahmlich durch die Rodgauer Deckung und erzielte vier astreine Tore. Da auf der anderen Spielfeldseite die Abwehr immer stabiler und leidenschaftlicher verteidigte, setzten sich Schöber, Scharriär und Co. vorentscheidend auf 31:26 in der 55. Minute ab. „Marek war dann befreiter im Spiel und ist dann in die Tiefe gegangen und hat dann, nachdem er ja erst mal gescheitert ist oder Fehlpässe gemacht hat. Dann hat er Selbstvertrauen bekommen, breite Brust und ist dann, was ihn eigentlich auszeichnet, dahin gegangen, wo es wehtut, Siebenmeter gezogen und Tore gemacht“, analysierte Spandau im Nachgang die Leistungssteigerung von Schöber in dieser Phase.

Die letzten fünf Minuten spielten die Blau-Weißen die Partie routiniert herunter und feierten einen verdienten Derbysieg! „Die Jungs haben als Team zusammengehalten und sich auch von den Führungswechseln in der zweiten Halbzeit nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wir haben bis zum Schluss gekämpft, füreinander gearbeitet und uns am Ende den Derbysieg verdient gesichert. Gerade unter diesen Umständen zeigt sich der Charakter einer Mannschaft. Dieser Sieg wird uns für die kommenden Aufgaben weiter Aufwind geben. Danke auch an den blauen Block und die lautstarke Unterstützung von den Rängen. Nun heißt es, die Serie weiter ausbauen“, fasst Co-Trainer Markus Semmelroth sein erstes Bezirksderby zusammen.