Handball – 3. Liga: Hanau empfängt Leutershausen – Gelnhausen hat Vallendar zu Gast
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In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, empfängt die HSG Hanau am heutigen Freitagabend Leutershausen. Der TV Gelnhausen erwartet am Samstag Aufsteiger Vallendar daheim.
HSG Hanau empfängt Tabellendritten Saase³Leutershausen Handball
Zur Primetime um 20.15 Uhr am heutigen Freitag empfängt die HSG Hanau Saase³Leutershausen Handball. Nach acht Spielen liegt die Mannschaft von der Bergstraße mit 13:3 auf Tabellenplatz drei. Die Gastgeber hingegen ist nach der Niederlage auf dem neunten Tabellenplatz. Nach der Niederlage beim TuS 1882 Opladen wollen die Jungs um Kleemann, Müller und Co. wieder zurück in die Erfolgsspur.
„Wieder ein großer Brocken”, sagt HSG-Trainer Spandau. Leutershausen sei „vielleicht ein bisschen überraschend” auf Rang drei, aber in Wirklichkeit „eine vollkommen ausgebuffte, routinierte und coole Mannschaft” — vor allem die Rückraumreihe mit Bundesliga-Erfahrung imponiere „sehr stark durch ihr absolut taktisch diszipliniertes Auftreten.” Dabei meint er allen voran den groß gewachsenen Stefan Salger, der unter anderem in Stuttgart, Friesenheim und Melsungen aktiv war.
Den Auswärtsauftritt in Opladen haben sich die Hanauer anders vorgestellt. Doch in der Woche wurde hart an den Aufgaben, wie den offenbar gewordenen Lücken in der Deckung, intensiv gearbeitet. Die Schützlinge von Trainer Spandau wollen im Angriff „taktische Mittel finden“, um Wurfsituationen besser vorzubereiten. Die Hausaufgaben für diese Trainingswoche waren demnach klar benannt, damit die Mannschaft bestmöglich auf das Primetime-Spiel in Hanau gut vorbereitet ist. „Nachdem letzte Woche unsere kleine Siegesserie gerissen ist, haben wir die Gründe dafür diese Woche im Training ausgemacht. Vor allem die vielen Ballverluste durch technische Fehler in Unterzahl haben uns sehr wehgetan, da das zu einfachen Gegentoren geführt hat. Wir wollen daher diese Woche wieder disziplinierter auftreten und das möglichst minimieren“, resümiert Jan-Philipp Winkler die Analyse zur Niederlage in Opladen.
Bisher spricht die Statistik für die Gäste. In den bisherigen sieben Spielen gegen Sasse3Leutershausen und den Vorgängerverein SG Leutershausen gingen sie bisher fünfmal als Sieger vom Platz. Die HSG Hanau war zwei Mal erfolgreich. Unvergessen war das Spiel im Dezember 2017. Mit einem Siebenmetertor nach Ablauf verwandelte sich die Main-Kinzig-Halle in ein Tollhaus und der Jubel war Ekstase pur. Damals wie heute ist der Blaue Block das Zünglein an der Waage gewesen. Von der frenetischen Anfeuerung des Blauen Blocks wuchs die Mannschaft über sich hinaus. Auch für dieses Spiel setzen Kleemann, Müller und Co. auf die Unterstützung der Tribüne und wollen ihren Teil dazu beitragen, dass der Funke überspringt.
Sasse³Leutershausen wieder zurück im Süd-Westen
Nach einjähriger Pause wurde Saase³Leutershausen aus der dritten Liga Staffel Süd wieder zurück in den Süd-Westen eingeteilt. Im letzten Jahr erreicht die Spielgemeinschaft von der Bergstraße den neunten Tabellenplatz. Im Vergleich zum letzten Jahr, wo man nach vier Spieltagen null Punkte auf der Habenseite hatte, sammelten diesmal die Mannen von Trainer Florian Tafel sieben Pluspunkte in den ersten vier Spielen. Am fünften Spieltag gab es die bisher erste und einzige Niederlage gegen den derzeitigen Tabellenzweiten aus Gelnhausen.
Seit der Niederlage folgten drei Siege in Serie und der Gegner strotzt vor Selbstvertrauen. Prunkstück ist die kompakte, körperliche und robuste 6:0-Deckung um den Bundesliga-erfahrenen Torhüter Jonas Maier. Seit Jahren bilden Niklas Krämer und Sven Schreiber den Innenblock. In dieser Saison lassen sie im Schnitt nur 27 Tore pro Spiel zu. Im Angriff ist die Mannschaft im Rückraum stark besetzt. Auf Rückraum-Mitte führt Tim Götz bereits vier Jahre Regie und ist mit seinem Nebenmann Sven Schreiber genauso lange ein eingespieltes Duo. Auf Rückraum-Rechts bekommen sie seit der letzten Saison wurfgewaltige Unterstützung. Stefan Salger mit seinen 2,07 m und jahrelangen Einsätzen in der Bundesliga ist ein passendes Pendant zum Duo Schreiber/Götz. Am Kreis wühlt Niklas Krämer. Mit seiner körperlichen Präsenz und seiner hohen Abschlussquote ergänzt er seit drei Jahren den Kern der Mannschaft. Aktuell ist er auch Topscorer seiner Mannschaft mit 46 Treffern. In diesem Jahr tritt er auch als Siebenmeterschütze in Erscheinung und traf 18-mal. Dabei ist es ungewöhnlich, dass Kreisspieler diese Aufgabe übernehmen. Doch es scheint erfolgreich zu sein.
Taktische Mittel im Angriff finden
„Wir müssen gucken, dass wir in unserer Abwehr kompakt stehen und die Lücken, die offenbart sind, gegen Opladen stärker schließen“, macht Spandau klar, dass es nach seinem Geschmack weniger als 35 Gegentore sein sollen, als noch in der letzten Woche. Für den Angriff wird es nach Aussagen des Trainers „eine große Aufgabe“, Lösungen zu finden. Dabei soll mit guten taktischen Mitteln bessere Wurfsituationen kreiert werden.
Weiterhin fehlt der Langzeitverletzte Julian Fulda im Kader. David Rivic feiert in der letzten Woche wieder sein Comeback. Ob die weiteren fehlenden Spieler Lukas Böhm, Jan-Philipp Winkler und Marek Schöber am Freitag auflaufen, war Mitte der Woche noch nicht klar.
„Mit S3L wartet eine extrem starke Mannschaft auf uns, die erst 3 Punkte liegen lassen hat. Sie kommen über die starke Rückraum-Kreisläufer-Achse und haben ihre Stärken im gebundenen Spiel. Unser Ziel ist es, eine kompakte Abwehr zu stellen und mit den Fans im Rücken im schnellen Spiel zum Erfolg zu kommen“, gibt die Nummer 20 Jan-Philipp Winkler einen Einblick in den Matchplan. „Wir wollen dem blauen Block ein richtig gutes Spiel zeigen und werden kämpfen und fighten mit allem, was wir haben”, sagt Trainer Spandau.
Ungeschlagener TV Gelnhausen empfängt Aufsteiger Vallendar
Nach dem emotionalen Topspiel gegen die HSG Krefeld Niederrhein (30:30) wartet auf den TV Gelnhausen bereits die nächste Aufgabe vor heimischem Publikum. Am Samstag um 19.30 Uhr empfangen die Barbarossastädter am neunten Spieltag den HV Vallendar in der Rudi-Lechleidner-Halle. Während der TVG mit 14:2 Punkten weiterhin ungeschlagen auf Rang zwei steht, reist der Aufsteiger mit 2:14 Punkten als Tabellenletzter nach Gelnhausen.
Die Rollen scheinen damit auf den ersten Blick klar verteilt. Doch TVG-Trainer Patrick Beer warnt davor, sich von der Tabelle täuschen zu lassen. „Vallendar ist eine Mannschaft, die als Aufsteiger neu in der Liga ist und sich sicherlich noch ein Stück weit finden muss. Insgesamt hatten sie aber schon ein ordentliches Auftaktprogramm.“
Tatsächlich traf Vallendar in den ersten Wochen bereits auf mehrere Schwergewichte der Süd-West-Staffel. Mit Saase3 Leutershausen (26:36), der HSG Krefeld Niederrhein (25:38) und zuletzt der HG Saarlouis (27:38) standen die meisten Spitzenmannschaften bereits auf dem Spielplan. Lediglich gegen den Mitaufsteiger TSV Bayer Dormagen II gelang bisher ein Sieg (34:33). Die bisherigen Ergebnisse sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Aufsteiger gefährlich werden kann. In Gelnhausen will Vallendar nun alles daran setzen, den zweiten Saisonsieg einzufahren.
Für den Klub vom Rhein ist die aktuelle Saison die Rückkehr auf die Drittliga-Bühne nach 15 Jahren. Als Meister der Regionalliga Südwest gelang im Sommer der Aufstieg. An der Seitenlinie steht Veit Waldgenbach, dessen Söhne Torben und Jan ebenfalls wichtige Rollen in der Mannschaft einnehmen. Torben Waldgenbach ist mit inzwischen 50 Treffern der erfolgreichste Torschütze des HVV und gehört ebenso wie sein Bruder Jan zu dem torgefährlichen Rückraum von Vallendar. Auch Neuzugang Maciej Marszalek sorgt aus dem Rückraum für zusätzliche Wurfkraft. Auf den Außenpositionen verfügt Vallendar mit Joshua Reuland und Kalani Schmidt ebenfalls über wurfstarke Optionen.
Taktisch erwartet den TVG zudem eine besondere Herausforderung. „Was man auf keinen Fall unterschätzen darf, ist ihr gutes Sieben-gegen-sechs, das sie regelmäßig einsetzen. Darauf werden wir uns entsprechend vorbereiten müssen“, sagt Beer. Gerade diese Angriffsvariante kann eine Abwehr über längere Phasen vor besondere Aufgaben stellen.
Der TVG selbst geht mit reichlich Rückenwind in die Partie. Beim 30:30 (11:15) gegen Tabellenführer Krefeld holten die Barbarossastädter am vergangenen Sonntag nach einem zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Rückstand noch einen Punkt und bleiben damit auch nach acht Spieltagen ungeschlagen. Die spektakuläre Aufholjagd und die enorme Unterstützung von den Rängen sorgten für einen besonderen Handballabend in der Hölle Süd.
Personell bleibt die Situation allerdings angespannt. Max Bechert (Mittelhandbruch), Alexander Bechert (Knieprobleme), Benjamin Wörner (leichte Handverletzung) und Finn Trinczek (leichte Fußverletzung) stehen weiterhin nicht zur Verfügung.
Trotz der unterschiedlichen Tabellenpositionen darf sich der TVG deshalb auf keinen einfachen Abend einstellen. „Vallendar ist ein Aufsteiger, den wir nicht unterschätzen dürfen. Wir wollen aber den Schwung aus dem letzten Spiel mitnehmen und vor heimischem Publikum die Punkte in Gelnhausen behalten“, gibt Beer die Richtung vor.
Das Bild hat uns die HSG Hanau zur Verfügung gestellt. Danke dafür





