Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Am heutigen Freitag beginnt für den Handball Zweitligisten TV Großwallstadt die neue Saison. Zum Auftakt wartet direkt eine anspruchsvolle Auswärtsaufgabe: Um 20 Uhr treffen die Blau-Weißen im Sportzentrum Hüttenberg auf den TV 05/07 Hüttenberg.

Beide Mannschaften haben am vergangenen Wochenende bereits ihr erstes Pflichtspiel absolviert. Der TV Großwallstadt empfing in der ersten Runde des DHB-Pokals den Erstliga-Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten. Trotz einer engagierten Vorstellung und guter Phasen musste sich der TVG dem favorisierten Gegner geschlagen geben.

Hüttenberg setzte sich zeitgleich beim Drittligisten TV Gelnhausen mit 27:25 durch. Die Mittelhessen hatten dabei allerdings lange Mühe und lagen noch wenige Minuten vor dem Ende zurück. Erst in der Schlussphase gelang es dem Team von Trainer Stefan Kneer, die Partie zu drehen und den Einzug in die zweite Pokalrunde perfekt zu machen. Vor allem Torhüter Yahav Shamir erwies sich mit elf Paraden als wichtiger Rückhalt.

Veränderte Mannschaft bleibt ihrer Spielweise treu

Im Sommer hat es im Kader des TV 05/07 Hüttenberg Veränderungen gegeben. Mit Paul Kompenhans verließ ein wichtiger Spieler die Mittelhessen in Richtung HSG Wetzlar. Diese Lücke wird wohl am Schwersten zu schließen sein. Moritz Zörb’s Vertrag wurde nicht verlängert. Aufgefangen wurden die Abgänge mit unter anderem Rückraumspieler David Sehnke und Julius Gümbel. Am Kreis kann der TVH außerdem auf Georg Löwen zurückgreifen, der über ein Doppelspielrecht für die Hüttenberger spielberechtigt ist. Weiterhin zum festen Gerüst der Mannschaft gehören die beiden Torhüter Simon Böhne und Yahav Shamir sowie Kapitän Hendrik Schreiber, Paul Ohl, Danil Dyatlov, Leif Haack, Vit Reichl und David Kuntscher.

Es ist davon auszugehen, dass Trainer Stefan Kneer an der bekannten Hüttenberger Spielweise festhält. Er will die Mannschaft resilienter aufstellen und der eigenen Marschroute treu bleiben.Die Mittelhessen agieren in der Defensive sehr beweglich, setzen den gegnerischen Angriff früh unter Druck und versuchen nach Ballgewinnen schnell umzuschalten. Für den TV Großwallstadt wird es deshalb wichtig sein, im Angriff geduldig zu bleiben und die Fehlerquote möglichst gering zu halten. Die Blau-Weißen dürfen sich von der aggressiven Deckung der Gastgeber nicht zu überhasteten Abschlüssen verleiten lassen. Gleichzeitig gilt es, die Rückwärtsbewegung konsequent zu gestalten und Hüttenberg nicht zu einfachen Toren kommen zu lassen.

Beide Teams kennen sich aus zahlreichen Duellen und wissen um die jeweiligen Stärken des Gegners. Die Ergebnisse der vergangenen Spielzeiten spielen am Freitagabend allerdings nur noch eine untergeordnete Rolle. Durch die Veränderungen in beiden Mannschaften und den frühen Zeitpunkt der Saison beginnt das Derby unter neuen Voraussetzungen.

Der Saisonauftakt in Hüttenberg ist für die Mannschaft von Trainer André Lohrbach eine erste wichtige Standortbestimmung. Im kleinen und engen Sportzentrum erwartet die Gäste eine besondere Atmosphäre. Der TVH wird vor eigenem Publikum alles daransetzen, mit einem Heimsieg in die neue Spielzeit zu starten. Der TVG hingegen will an die positiven Ansätze aus der Vorbereitung und dem Pokalspiel anknüpfen. Wenn es Patrick Gempp und Co. gelingt, über 60 Spielminuten konzentriert aufzutreten, die eigenen Chancen konsequent zu nutzen und in der Abwehr kompakt zu stehen, könnte es mit den ersten Punkten auf der Habenseite klappen.

 

 

Das Bild von Jannek Klein hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Danke dafür

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Eine intensive Vorbereitung liegt hinter dem Handball Zweitligisten TV Großwallstadt, eine junge Mannschaft ist zusammengewachsen und mit Patrick Gempp, Jannek Klein und Florian Eisenträger steht ein Kapitänstrio an der Spitze des Teams.

Nach dem Pokalauftakt gegen HBW Balingen-Weilstetten richtet sich der Blick nun auf den Saisonstart in der zweiten Liga. Im Gespräch erzählt Patrick Gempp, was die Vorbereitung ausgemacht hat, warum ihm die Teambuilding-Maßnahmen besonders gefallen haben, wie wichtig die Rückkehr von Romas Aukstikalnis für die Mannschaft ist und mit welchen Erwartungen der TVG zum ersten Auswärtsspiel nach Hüttenberg fährt.

 

Patrick, die Vorbereitung liegt hinter Euch. Wie fällt Dein persönliches Fazit aus? Was lief besonders gut, und wo gibt es noch Luft nach oben?

„Insgesamt war es eine sehr intensive Vorbereitung. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und viele neue Spieler integriert. Dabei haben wir nicht nur die Zeit auf dem Feld genutzt, sondern auch außerhalb des Handballs viel miteinander gemacht. Sehr gut war, dass die Intensität bei allem, was wir gemacht haben, immer gestimmt hat.

Natürlich war die Qualität nicht immer fehlerfrei und es gibt noch Verbesserungspotenzial. Aber die Intensität war immer da, und das ist etwas sehr Positives, das wir mit in die neue Saison nehmen können. Wenn wir mit dieser Einstellung weiterarbeiten, wird sich auch die Qualität verbessern.“

Eine Vorbereitung ist auch immer die Zeit, in der eine Mannschaft zusammenwächst. Wie gut habt Ihr Euch inzwischen als Team gefunden – auf und neben dem Spielfeld?

„Mein Eindruck ist, und das sagen auch viele, die das Pokalspiel oder unsere Testspiele gesehen haben: Wir treten schon sehr gut als Mannschaft auf. Auf dem Spielfeld fehlen vielleicht noch ein paar Abläufe, die wir verbessern können. Aber als Team haben wir uns, meiner Meinung nach, gefunden. Dabei hat sicherlich geholfen, dass wir sehr viel abseits des Handballfeldes miteinander gemacht haben.

Wir haben sehr viele Spieler mit unterschiedlichen Charakteren in unserer Mannschaft, die aber allesamt tolle Menschen sind. Die Neuzugänge sind wirklich spannend und haben viel Potenzial.

Besonders freut mich, dass Romas Aukstikalnis nach seiner langen Leidenszeit wieder zurück ist. Das ist eine wirklich coole Geschichte. Er hat im Dezember 2024 sein letztes Heimspiel gegen Balingen-Weilstetten gemacht und stand jetzt im August 2026 zum ersten Mal bei einem Pflichtspiel wieder gegen Balingen im Kader. Es ist schön, dass er wieder da ist.

Wir sind auch sehr froh, dass wir ohne weitere Verletzungen durch die Vorbereitung gekommen sind. Bis auf Sebastian Trost, der nach seiner Kreuzbandverletzung noch etwas Zeit braucht, sind wir komplett. Das kann mit Sicherheit einen Unterschied machen.“

Ein wichtiger Teil der Vorbereitung waren auch die Teambuilding-Maßnahmen – unter anderem Tennis, Golf und Padel-Tennis. Was hat Dir davon am meisten Spaß gemacht? Und gab es dabei vielleicht eine Überraschung, wer welches Talent besitzt?

„Mir persönlich hat alles viel Spaß gemacht. Allgemein mag ich jede Sportart sehr gerne. Bis auf Golf lief es bei mir bei den ganzen Sachen auch ganz gut.“ (lacht)

„Natürlich liegt der Fokus vor allem auf dem Handball und darauf, viel Zeit in der Halle und beim Videostudium zu verbringen, damit wir sehen, was wir verbessern können. Aber gerade beim Tennis oder Padel muss man auch im Team, als Doppel, funktionieren, auch wenn wir die Partner immer wieder gewechselt haben. Auch das war wichtig.

Für mich gab es dabei eigentlich keine große Überraschung. Wir haben die Golfspieler, die so oft wie möglich auf die Runde gehen – u. a. Connor, Axel, Johann –, und die waren beim Turnier natürlich ganz vorne dabei. Alle waren in unterschiedlichsten Bereichen gut. Ich finde, egal bei was: Unser Niveau war nicht schlecht – auch beim Tennis.“

Du bist erneut Kapitän des TV Großwallstadt. Was bedeutet Dir dieses Amt?

„Wir sind drei Kapitäne mit Jannek Klein, Florian Eisenträger und mir. Wir wollen auf dem Platz und auch neben dem Platz vorangehen und Verantwortung übernehmen. Ich denke, dass wir eine gute Mischung in diesem Kapitänstrio haben und alles sehr gut passt. Für mich ist es fast schon meine dritte Saison als Kapitän. Nils Kretschmer war damals kurzfristig ausgefallen und seit dieser Zeit hatte ich das Amt übernommen.

Der TVG bedeutet mir sehr viel, weil ich hier meine Jugend verbringen durfte. Ich durfte mich hier zu dem entwickeln, was ich jetzt bin, und mich hier zu einem Bundesligaspieler entwickeln. Deshalb bin ich sehr stolz, bei so einem Verein spielen zu dürfen, und gleichzeitig dankbar, diese Funktion als Kapitän ausführen zu dürfen. Genau mit dieser Einstellung gehe ich auch an die Aufgaben heran.“

Der Saisonstart im Pokal gegen HBW Balingen-Weilstetten ist leider nicht so verlaufen, wie Ihr Euch das vorgestellt habt. Wie habt Ihr die Niederlage aufgearbeitet und wie schnell war der Blick wieder nach vorne gerichtet?

„Wir arbeiten jedes Spiel auf, auch unsere Testspiele. Wir haben uns angesehen: Wo waren unsere guten Szenen, wo die schlechten und was können wir noch verbessern? Wir hatten in der Abwehr Situationen, die wir gut gelöst haben. Komischerweise haben wir die gleichen Situationen ein paar Minuten später schlechter verteidigt. Ich glaube, es ist gut, wenn wir uns alle Szenen anschauen – gerade bei einer Mannschaft, die sich noch nicht so lange kennt. Das gehört dazu, um sich weiterzuentwickeln.

Wir haben das Pokalspiel zwar abgehakt, beschäftigten uns aber natürlich trotzdem damit, vor allem mit der Frage, was wir besser machen können. Jetzt kommt allerdings ein ganz anderer Gegner auf uns zu.“

Genau. Jetzt steht das erste Auswärtsspiel der Saison beim TV Hüttenberg an. Was nehmt Ihr Euch dafür konkret vor und worauf wird es besonders ankommen?

„Schön, dass es kein weites Auswärtsspiel ist, weil uns sicher viele Fans begleiten und unterstützen werden. In Hüttenberg müssen wir eine sehr gute Abwehr stellen und ein gutes Tempospiel haben. Ihre 3:2:1-Abwehr benötigt immer eine besondere Vorbereitung. Aber auch dafür haben wir uns einige Lösungen erarbeitet.

Hüttenberg zeichnet aus, dass sie von Saison zu Saison konstant zusammenbleiben und dadurch extrem eingespielt sind. Vereinzelt gibt es Abgänge. Ihr Mittelmann Paul Kompenhans ist beispielsweise nach Wetzlar gewechselt, und sie haben mit einem jungen Spieler wieder aufgefüllt.

Das alles macht sie zu einer guten Zweitligamannschaft. Wenn unsere Abwehr gut steht, unsere Torhüter gut halten und wir sie in der Abwehr unterstützen, können wir immer wieder einfache Tore machen und verhindern, dass der TV Hüttenberg überhaupt in seine Abwehr kommt. Dann bin ich guten Mutes, dass wir gute Chancen haben, direkt den ersten Sieg einzufahren.“

Was möchtest Du den Fans zum Saisonstart mitgeben?

„Ich glaube, dass sich die Fans auf eine sehr junge, hungrige Mannschaft freuen können, die attraktiven Handball spielen und mit viel Tempo überzeugen will. Wir wollen definitiv mehr Heimsiege feiern als in der vergangenen Saison.

Viele sagen, dass wir mit Hüttenberg, Leipzig, Ludwigshafen und Hamm kein einfaches Auftaktprogramm haben. Aber wir wollen am Anfang schon zeigen, dass wir in der Liga jeden schlagen können – vor allem zu Hause mit unseren Fans im Rücken. Die Fans sollen auch daran glauben, dass das möglich ist. Dann kann es eine sehr erfolgreiche Saison werden.

Ich persönlich habe mir keinen Tabellenplatz als Ziel gesetzt. Aber natürlich wollen wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“

 

Lieber Patrick, herzlichen Dank für das Gespräch und die Zeit, die Du Dir für mich genommen hast. Alles Gute für das erste Spiel und die komplette Saison!

 

 

Das Bild hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Danke dafür

 
 
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Am Samstag geht für den Handball Drittligisten TV Kirchzell in der Staffel Süd-West die neue Saison los und Mannschaft, Verantwortliche und Fans können es kaum erwarten, dass der Ball wieder durch die Miltenberger Halle fliegt. Gegner im ersten Saisonspiel ist der TuS Opladen, der um 19.30 Uhr in Miltenberg aufschlägt.
 
TVK-Trainer Povilas Babarskas hofft, dass er auf alle seine Spieler zurückgreifen kann, denn das eine oder andere Wehwehchen war unter der Woche noch bei einigen da. Der Kader ist nach wie vor nicht so üppig besetzt und der eine oder andere Spieler muss dann auf den entsprechenden Positionen aushelfen. Deshalb hoffen die Kirchzeller, dass ihnen vielleicht der eine oder andere Spieler “zuläuft”, wie es einmal Gottfried Kunz (sportlicher Leiter) salopp gesagt hat.

Das offizielle Mannschaftsbild des TVK 2026/27

 
Mit dem TuS Opladen kommt eine Mannschaft nach Miltenberg, die “einen neuen Trainer hat, neue junge Spieler geholt hat, aber auch einen Stamm von älteren erfahrenen Spielern aufzuweisen hat”, so TVK-Coach Povilas Babarskas. “Das erste Spiel der neuen Saison ist immer etwas schwierig, da man nie weiß, was auf einem zukommt”, so der Trainer. Kein Wunder, besteht das Videomaterial derzeit nur aus den absolvierten Testspielen, so dass schon die eine oder andere Überraschung dabei herauskommen kann. Nichtsdestotrotz wollen die Jungs um den Neuzugang Mario Stark am liebsten die ersten Punkte der neuen Runde einzusammeln. Zwar hatte der TVK in der vergangenen Saison mit der aggressiven Abwehr des Gegners Probleme, sie sind auch kämpferisch sehr stark und der neue Trainer Aaron Hahn setzt auf Tempo und Kampfgeist.
 
“Darauf setzen wir auch. unsere Jungs sind heiß und vor allem vom Kopf her bereit für das erste Match. Nach der langen Vorbereitung freuen sich die Jungs nun darauf, hoffentlich die ersten Punkte zu Hause zu holen. Mit der Unterstützung unserer Fans gehen wir optimistisch ins Spiel”, so Povilas Babarskas.
 
 
 
 
Die Bilder hat uns der TVK zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür
 
 

 

 

 

 

 

 

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Handball Zweitligist TV Großwallstadt ist in der ersten Runde des DHB-Pokals ausgeschieden. Gegen den Erstliga-Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten musste sich das Team von Trainer André Lohrbach in der Untermainhalle in Elsenfeld mit 31:38 (16:21) geschlagen geben.

Neu formierter TVG trifft auf Erstliga-Aufsteiger

Eine Woche vor dem Start in die neue Zweitliga-Saison wartete auf den TV Großwallstadt direkt eine schwierige Aufgabe. Mit dem HBW Balingen-Weilstetten gastierte eine Mannschaft in Elsenfeld, die in der vergangenen Saison noch in der zweiten Liga aufgelaufen ist und den Sprung ins Oberhaus geschafft hatte. Der neu formierte TVG wollte den Favoriten dennoch ärgern und gleichzeitig die Gelegenheit nutzen, unter Wettkampfbedingungen weiter zusammenzufinden. Und die Einheimischen starteten gut in die Partie.

Ole Klimpke erzielte den ersten Treffer der Begegnung. Nachdem Balingen zum 1:1 ausglich, brachte Jannek Klein sein Team erneut in Front. Beide Mannschaften lieferten sich in den ersten Minuten einen offenen Schlagabtausch, wobei der TVG immer wieder vorlegen konnte. Dmytro Redkyn traf zum 5:4, Ben Connar Battermann erhöhte in der zehnten Spielminute auf 6:5. Dann musste Klimpke für zwei Minuten auf die Bank und Sascha Pfattheicher verwandelte den fälligen Siebenmeter zum Ausgleich.

Balingen übernahm nun zunehmend die Kontrolle. Pfattheicher traf erneut vom Siebenmeterpunkt zum 6:7, auf der anderen Seite vergab der TVG einen Strafwurf. Doch die Gastgeber blieben dran: Battermann netzte zum 7:7 ein und Jannek Klein stellte in der 15. Spielminute noch einmal den Ausgleich zum 8:8 her. Danach waren es die Gäste, die sich erstmals etwas absetzen konnten. Yonatan Dayan und Merlin Fuß brachten Balingen mit 10:8 in Führung. Klimpke verkürzte zwar noch einmal, doch der HBW nutzte seine Chancen nun konsequenter. Beim Stand von 11:15 drohte die Partie erstmals deutlicher zugunsten der Gäste zu kippen. Aber die Unterfranken kämpften sich zurück. Klein, Skaarnæs und Redkyn sorgten mit einem 3:0-Lauf für den 14:15-Anschluss. Leider schafften es die Gastgeber nicht, diesen Schwung bis zur Pause mitzunehmen. Balingen antwortete ebenfalls mit drei Treffern in Folge und zog wieder auf 18:14 davon. Weitere Zeitstrafen gegen Yessine Meddeb und Connar Battermann machten es dem TVG zusätzlich schwer. Mit einem 16:21-Rückstand ging es in die Kabinen.

TVG hält weiter dagegen

Nach dem Seitenwechsel erzielte zunächst Balingen den ersten Treffer. Redkyn und Battermann verkürzten auf 18:23. Doch immer dann, wenn sich der TV Großwallstadt etwas herangekämpft hatte, fanden die Gäste die passende Antwort. Johan Rohwer, der im Rückraum und in der Defensive viele Spielanteile erhielt, traf zweimal für sein Team. Auch Florian Eisenträger verwandelte sicher vom Siebenmeterpunkt. Dennoch gelang es dem TVG nicht mehr, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Beim 22:28 in der 41. Spielminute betrug der Abstand erstmals sechs Tore. Rohwer und Kapitän Patrick Gempp brachten ihr Team noch einmal auf 24:28 heran. Balingen ließ sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen und stellte den alten Vorsprung schnell wieder her. In der Schlussphase, in der Trainer Lohrbach allen Spielern Einsatzzeiten gewährte, kontrollierte weiterhin der Erstliga-Aufsteiger das Geschehen. Der TVG gab sich zwar nicht auf und kam durch Klimpke, Eisenträger, Redkyn, Skaarnæs, Meddeb und Joel Zimmer zu weiteren Treffern, näher als auf vier Tore sollten die Gastgeber aber nicht mehr herankommen. Am Ende setzte sich der HBW Balingen-Weilstetten verdient mit 38:31 durch und zog in die nächste Runde des DHB-Pokals ein.

 

 

Das Bild hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Danke dafür

 

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Es hat nur ganz wenig gefehlt. Handball-Drittligist TV Gelnhausen hat in der 1. Runde des DHB-Pokals nur knapp eine Sensation gegen den Zweitligisten TV Hüttenberg verpasst. Vor 1100 Zuschauern in der stimmungsvollen Rudi-Lechleidner-Halle unterlagen die Barbarossastädter dem letztjährigen Elften der zweiten Liga mit 25:27 (14:12). Dabei lag der TVG über weite Strecken der Partie in Führung und hatte den Favoriten bis in die Schlussphase hinein am Rande einer Niederlage. Am Ende schwanden jedoch die Kräfte. Die Fans feierten ihre Mannschaft trotzdem für eine starke Leistung.

Für den neuen TVG-Trainer Tim Beckmann begann damit die Pflichtspielsaison 2026/27 zwar mit einer Niederlage, die weckte jedoch bei allen Beteiligten riesige Lust auf mehr. Verzichten musste der TVG auf Jonas Dambach (Fußprobleme), Torhüter Alex Bechert (Knieprobleme), Silas Altwein (Nasenbeinbruch) und den erkrankten Henrik Müller. Für Bechert rückte Junioren-Torhüter Noah Pilgrim in den Kader auf.

Gäste erwischten den besseren Start

Hüttenberg erwischte zunächst den besseren Start und ging mit 2:0 in Führung. Doch der TVG ließ sich nicht abschütteln und drehte die Partie. Kapitän Jonathan Malolepszy brachte die Rot-Weißen in der achten Minute mit 4:2 in Führung. Malolepszy wurde mit insgesamt sieben Treffern bester TVG-Schütze des Abends.

Nach dem 7:5 durch Simon Belter in der 13. Minute schalteten die Gäste einen Gang höher und gingen durch vier Treffer in Folge mit 9:7 in Führung. Doch die Hölle Süd trieb ihre Mannschaft nach vorne. Fynn Broßmann erzielte in der 21. Minute den 10:10-Ausgleich, wenig später führte der TVG sogar mit 12:10. Die Hölle Süd stand Kopf und knüpfte stimmungsmäßig nahtlos an die zurückliegenden Aufstiegsrundenspiele an. Dann folgte allerdings ein Rückschlag: Kreisläufer Max Bechert sah nach einem Gesichtstreffer bei einem Gegenspieler die Rote Karte. Eine harte Entscheidung.

Doch auch davon ließ sich Gelnhausen nicht beirren. Torben Fehl musste nun über weite Strecken durchspielen und zeigte wie die gesamte Mannschaft eine bärenstarke Leistung. Gleichzeitig entwickelte sich Neuzugang Jan-Steffen „Bruno“ Minerva bei seinem Pflichtspieldebüt zum wichtigen Rückhalt. Mit starken Paraden hielt er den TVG im Spiel und sorgte dafür, dass die Barbarossastädter mit einer 14:12-Führung in die Pause gingen. Die Zuschauer trauten ihren Augen nicht, welche Energieleistung der TVG wieder einmal auf die Platte brachte.

TVG glich nach Seitenwechsel aus

Nach dem Seitenwechsel glichen die Gäste zunächst zum 14:14 aus. Anschließend übernahmen wieder Geisler, Belter und Co. das Spiel. Minerva parierte mehrfach stark, Benjamin Wörner traf in der 36. Minute zum 18:15. Die Halle stand Kopf. Man verstand sein eigenes Wort nicht mehr und das Pokalwunder schien plötzlich zum Greifen nahe. Auch nach einer Hüttenberger Auszeit blieb der TVG konzentriert. Malolepszy traf in der 44. Minute zum 21:18. Hüttenberg verkürzte anschließend auf 20:21, doch der dezimierte TVG, der im Laufe der Partie auch auf den starken Broßmann verzichten musste, ließ einfach nicht nach. In der 52. Minute traf Malolepszy per Unterhandwurf zum 24:21. Die Hölle Süd bebte, die Sensation war nur noch acht Minuten entfernt.

Doch nun machte sich das intensive Spiel bei der Gelnhäuser Mannschaft zunehmend bemerkbar. Nach einem Hüttenberger Treffer scheiterte Malolepszy mit einem Siebenmeter. Auch Fynn Hilb vergab in der 56. Minute einen Siebenmeter und damit die Chance, wieder auf drei Tore davonzuziehen. Stattdessen kam Hüttenberg durch David Kuntscher, mit sieben Treffern bester Gästeschütze, auf ein Tor heran. Fehl erzielte noch das 25:23, doch die Gäste antworteten sofort.

In der 58. Minute erzielt Hüttenberg schließlich den 25:25-Ausgleich und nach einer Parade des Hüttenberger Torhüters Yahav Shamir erzielte Hüttenberg in der 59. Minute die erste Führung der zweiten Hälfte. Gleichzeitig sah Fehl eine Zeitstrafe, sodass der TVG für den Rest der Partie in Unterzahl spielte. Nach einer weiteren Balleroberung erhöhte Hüttenberg auf 27:25. 30 Sekunden vor Schluss nahm der TVG noch einmal eine Auszeit. Die Barbarossastädter wollten die letzte Chance auf die Pokalsensation wahren, doch Malolepszy scheiterte am Pfosten. Damit war die knappe Niederlage besiegelt. Hüttenberg spielte die verbleibenden Sekunden runter und gewann letztlich mit 27:25.

„Ich bin unfassbar stolz auf die Jungs“, sagte TVG-Trainer Tim Beckmann nach der Partie. „Wir haben heute gegen eine wirklich tolle Zweitligamannschaft 55 Minuten auf Augenhöhe gespielt und phasenweise sogar souverän geführt.“ Besonders die Abwehrleistung hob Beckmann hervor: „Wir haben diesen Willen gezeigt, verteidigen zu wollen und das im Kollektiv. Auch in der Unterzahl haben wir eine richtig starke Abwehr gezeigt.“ Ein Sonderlob erhielt Minerva für sein Debüt mit elf Paraden. „Bruno hat eine ganz starke Leistung gezeigt. Aber alle Spieler haben ihren Teil zu dieser tollen Leistung beigetragen“, sagte Beckmann.

Auch Hüttenbergs Trainer Stefan Kneer fand nach der Partie lobende Worte für den TVG und die Atmosphäre in der Hölle Süd: „Gelnhausen hat das in der Abwehr und im Angriff sehr gut gemacht und uns immer wieder vor große Herausforderungen gestellt. Vielen Dank auch an die Fans. Es war wirklich eine sehr gute Stimmung.“ Kneer betonte zudem: „Am Ende hat so ein Spiel eigentlich keinen Sieger verdient.“

Damit endet die Pokalreise des TVG in der ersten Runde. Die Leistung gegen den gestandenen Zweitligisten macht jedoch große Lust auf die neue Saison. „Wir können ganz viel aus diesem Spiel mitnehmen und mit gestärkter Brust in die anstehenden Aufgaben gehen“, blickt Beckmann voraus.

 

 

Das Bild hat uns Gelnhausen zur Verfügung gestellt. Danke dafür

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Kurz vor dem Pokalspiel am kommenden Sonntag gibt es vom Handball Zweitligisten TV Großwallstadt schöne Neuigkeiten. Kreisläufer Patrick Gempp bleibt auch in der Saison 2026/27 Kapitän des TVG. Unterstützt wird er von Neuzugang Jannek Klein und von Florian Eisenträger.

Komplettiert wird die Führungsriege durch den Mannschaftsrat. Diesem gehören neben dem Kapitän und den Co-Kapitänen auch Žiga Urbič, Connar Battermann und Sebastian Trost an.

 

 

 

Das Bild hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Danke dafür

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Handball-Zweitligist TV Großwallstadt empfängt am Sonntag, den 23.08.2026, um 17 Uhr den Erstliga-Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten in der ersten Runde des DHB-Pokals. Die Vorbereitung auf die neue Saison 2026/27 ist beendet und der TVG steckt in der Einstimmung auf das Pokalspiel am kommenden Sonntag.

Nach dem Turniersieg beim Untermain-Cup 2026 folgten noch einige aufschlussreiche Testspiele. Am 07. August unterlag der TVG den Rhein-Neckar-Löwen, die an diesem Tag durch starke Torhüter-Paraden glänzten, mit 25:34. Direkt am nächsten Tag war die Lohrbach-Crew zu Gast bei der HSG Rodgau Nieder-Roden, wo sie souverän mit 29:37 gewann. Ein Duell mit einem Liga-Konkurrenten folgte am 12.08. Bei den Eulen Ludwigshafen zeigte der TVG eine überragende erste Halbzeit, musste sich aber am Ende der zweiten Spielhälfte mit einem Tor (30:31) geschlagen geben. Am vergangenen Sonntag bestritten die Großwallstädter ein Testspiel gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II und besiegten den hessischen Drittligisten mit 33:24. Eine letzte Testeinheit im Training absolvierte der TVG unter der Woche gegen den TV Kirchzell.

„Vom Leistungsstand sind wir etwa da, wo wir hinwollten“

Trainer André Lohrbach zog ein positives Fazit, weiß aber auch, dass am Sonntag ein hochkarätiger Gegner wartet: „Ich bin erst einmal froh, dass wir frei von Verletzungen geblieben sind, so dass wir inhaltlich vernünftig arbeiten konnten. Vom Leistungsstand sind wir etwa da, wo wir hinwollten. Das zeigen die Resultate der Vorbereitungsspiele. Am Sonntag bekommen wir es mit einer ausgeglichen besetzten Mannschaft zu tun, da dürfen wir uns nicht viele Fehler erlauben. Die Qualität in Balingen ist schon sehr hoch, das wissen wir noch aus der letzten Saison“

HBW Balingen-Weilstetten klarer Favorit der Partie

Genau in dieser letzten Saison 2025/26 hatten sich die Gastgeber in beiden Begegnungen dem Gegner geschlagen geben müssen. Zuhause verlor der TVG mit 30:34 gegen die Gallier, auswärts setzte es eine 30:38-Niederlage. Doch bekanntlich schreibt der Pokal ja seine eigenen Gesetze. Die Einheimischen werden jedenfalls alles in dieses Spiel stecken, um den Gegner mit dem torgefährlichen Rekord-Torschützen der letzten Zweitliga-Saison Sascha Pfattheicher, möglichst lange zu ärgern und eventuell für eine kleine Sensation zu sorgen.

Familien-Handballtag rund um das Pokalspiel

Rund um das Pokalspiel veranstaltet der TV Großwallstadt zusammen mit der TVG Junioren Akademie e.V. einen Familien-Handballtag. Bereits um 11 Uhr findet ein offenes Training der weiblichen U15 statt. Hierbei können Interessierte einen Einblick in die Trainingsarbeit des TVG Junioren Akademie e.V. erhalten. Bevor dann das DHB-Pokalspiel der Bundesliga-Mannschaft angepfiffen wird, trägt die männliche U19 der Akademie ein Spiel gegen das A-Jugendteam des Gegners HBW Balingen-Weilstetten aus.

Neben diesem spannenden Tagesprogramm werden noch zahlreiche weitere Attraktionen geboten. Nach dem Pokalspiel stehen die Spieler für Autogramme zur Verfügung, es wird ein Activity-Parcours aufgebaut sein und hier gibt es tolle Preise zu gewinnen. Und auch kulinarisch dürfen sich die Besucher durch das Angebot schlemmen.

 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Die Vorfreude steigt, die Spannung ist greifbar. Mit dem Heimspiel gegen den Zweitligisten TV Hüttenberg startet der TV Gelnhausen am Freitag, den 21. August, um 20.15 Uhr in die neue Saison. Im DHB-Pokal wartet nicht nur ein sportlich attraktiver Gegner, sondern zugleich ein Derby, das schon im Vorfeld für große Begeisterung sorgt. Gleichzeitig wird die Partie das erste Pflichtspiel des neuen Trainergespanns Patrick Beer und Tim Beckmann an der Seitenlinie der Barbarossastädter. Die Zuschauer dürfen sich auf einen hochklassigen Handballabend in der Rudi-Lechleidner-Halle freuen.

Der sportliche Leiter des TVG, Sergej Budanow, blickt der Partie mit großer Vorfreude entgegen: „Wir freuen uns sehr auf das Pokalspiel gegen den TV Hüttenberg. Für uns ist diese Begegnung nicht nur aufgrund der regionalen Nähe ein echtes Derby, sondern auch sportlich eine äußerst reizvolle Aufgabe gegen einen sehr attraktiven Gegner.“

Mit dem TV Hüttenberg reist ein etablierter Zweitligist nach Gelnhausen, der seit Jahren für kontinuierliche Arbeit und attraktiven Tempohandball steht. Die Mittelhessen verpassten in der Saison 2024/25 nur knapp den Aufstieg in die erste Bundesliga. In der vergangenen Saison landeten sie im Mittelfeld der zweiten Liga, überzeugten jedoch durch ihre mannschaftliche Geschlossenheit. Außerdem zählen die stabile Defensive und das schnelle Umschaltspiel seit Jahren zu den Markenzeichen des TVH.

Im Angriff verfügt Hüttenberg über zahlreiche Akteure, die auf hohem Zweitliga-Niveau den Unterschied ausmachen können. Mit Spielern wie David Kuntscher, Paul Ohl und Danil Dyatlov sorgt der TVH jederzeit für Torgefahr aus dem Rückraum. Hinzu kommen körperlich starke Kreisläufer, eine eingespielte Defensive sowie ein Torhütergespann, das Spiele entscheidend beeinflussen kann.

Insgesamt zeichnet den TV Hüttenberg vor allem seine Ausgeglichenheit aus. Große Schwachstellen sucht man im Kader des Zweitligisten vergeblich. Verstärkt wurde das Team in der Sommerpause zudem durch die Nachwuchstalente David Sehnke (U23 HC Erlangen) und Julius Gümbel (A-Jugend Mittelhessen Youngsters).

Auch Budanow weiß um die Qualität des kommenden Gegners: „Uns ist bewusst, dass Hüttenberg über eine sehr gute und eingespielte Mannschaft verfügt, die in der 2. Bundesliga jeden Gegner schlagen kann.“ Entsprechend groß ist der Respekt vor der Aufgabe, allerdings möchte sich der TVG in dieser Partie auch nicht verstecken.

Barbarossastädter mit viel Selbstvertrauen

Die Barbarossastädter gehen nach einer intensiven Vorbereitung mit viel Selbstvertrauen in die neue Spielzeit. In den vergangenen Wochen arbeitete die Mannschaft konzentriert an den Abläufen in Angriff und Abwehr und konnte wichtige Erkenntnisse aus den Testspielen mitnehmen. Das Pokalspiel bietet nun die erste Gelegenheit, sich unter Wettkampfbedingungen mit einem hochklassigen Gegner zu messen und den eigenen Leistungsstand zu überprüfen. Für das neue Trainergespann Beckmann/Beer ist die Partie zugleich die Pflichtspielpremiere an der Seitenlinie des TV Gelnhausen, wobei Beer aufgrund beruflicher Verpflichtungen erst ab November vollständig in den Trainings- und Spielbetrieb einsteigen wird.

Personell muss der TVG dabei einige Ausfälle verkraften. Torhüter Alex Bechert fällt aufgrund von Knieproblemen aus. Ebenfalls nicht zur Verfügung stehen Rückraumspieler Jonas Dambach mit Fußproblemen und Mittelmann Silas Altwein, der sich im Training einen Nasenbeinbruch zugezogen hat und voraussichtlich rund fünf Wochen fehlen wird. Fraglich ist zudem der Einsatz von Henrik Müller, der erkrankt ist. Für Bechert rückt Juniorentorhüter Noah Pilgrim in den Kader auf.

Sein Pflichtspieldebüt für den TV Gelnhausen wird unterdessen Neuzugang Jan-Steffen Minerva geben und das ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Verein. Minerva spielte von 2008 bis 2013 für den TV Hüttenberg und stand in der Saison 2011/12 für die Mittelhessen sogar in der ersten Liga zwischen den Pfosten. Nun will er als TVG-Torhüter mit seinen neuen Teamkollegen dem Favoriten möglichst lange Paroli bieten.

Genau diesen Anspruch formuliert auch der sportliche Leiter: „Unsere Mannschaft hat in der Vorbereitung sehr konzentriert gearbeitet und viel investiert. Jetzt wollen wir zeigen, was wir uns in den vergangenen Wochen erarbeitet haben.“ Gleichzeitig weiß Budanow, dass seine Mannschaft dafür einen nahezu perfekten Auftritt benötigen wird: „Um gegen ein Team dieser Qualität bestehen und das Spiel möglichst lange offen gestalten zu können, müssen wir an unsere absolute Leistungsgrenze gehen und in vielen Bereichen sogar darüber hinauswachsen.“

Aufgrund seiner langjährigen Zugehörigkeit zur zweiten Liga geht der TV Hüttenberg als klarer Favorit in die Begegnung. Dennoch gibt es im DHB-Pokal immer wieder kleine Wunder. Vor heimischer Kulisse möchte der TV Gelnhausen alles geben und zeigen, was an diesem Abend möglich ist.

Eine entscheidende Rolle könnte dabei einmal mehr die Atmosphäre in der Rudi-Lechleidner-Halle spielen. Wenn die Fans die Mannschaft unterstützen und die Hölle Süd ihrem Ruf gerecht wird, kann dies zusätzliche Kräfte freisetzen. Auch Budanow setzt auf die Unterstützung der Ränge: „Wir brauchen eine geschlossene Mannschaftsleistung, viel Leidenschaft und natürlich die bedingungslose Unterstützung unserer Fans.“

Alles ist somit angerichtet für einen besonderen Handballabend. Zwei ambitionierte Mannschaften, Derbycharakter und die besondere Atmosphäre des DHB-Pokals versprechen beste Voraussetzungen für einen spannenden Saisonauftakt. Der TV Gelnhausen will dem favorisierten Zweitligisten alles abverlangen und gemeinsam mit seinen Fans für einen unvergesslichen Abend in der Hölle Süd sorgen.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Nach zehn Jahren beim TV Großwallstadt ist Mario Stark zurückgekehrt zu seinen Wurzeln. Dort, wo für den heute 34-Jährigen einst alles begann, trägt er nun wieder das Trikot des TV Kirchzell. Dazwischen liegen viele Jahre Leistungshandball, Aufstiege und Abstiege, Verletzungen, besondere Spiele, prägende Trainer und vor allem eine Menge Erfahrungen.

Mario Stark hat beim TV Großwallstadt nicht nur sportlich viel erlebt. Er ist dort erwachsen geworden, hat Verantwortung übernommen, Freundschaften fürs Leben geschlossen und sich über viele Jahre zu einem Führungsspieler entwickelt. Nun beginnt für ihn ein neues Kapitel – und gleichzeitig schließt sich ein Kreis.

Im Gespräch blickt Mario zurück auf seine Anfänge in Kirchzell, seine Jahre beim TVG, besondere Weggefährten wie Dino Corak, emotionale Spiele, schwierige Verletzungsphasen und seinen Abschied aus Großwallstadt. Er erzählt, warum zwei Trainer ihn besonders geprägt haben, weshalb er seiner Region immer treu bleiben wollte und warum die Rückkehr nach Kirchzell für ihn weit mehr bedeutet als nur ein Vereinswechsel.

Ein Gespräch über einen langen Handballweg, Verantwortung, Freundschaft, Emotionen – und darüber, warum es manchmal genau richtig ist, dorthin zurückzukehren, wo alles begonnen hat.

 

Mario, nach vielen Jahren beim TV Großwallstadt sitzt Du nun wieder in der Kabine des Drittligisten TV Kirchzell. Erinnerst Du Dich noch an den Moment, als Du zum ersten Mal wieder dort gesessen hast? Was ist Dir durch den Kopf gegangen?

„Ich habe mich auf das erste Training gefreut. Ansonsten war es gar nicht so besonders, weil ich die Jungs ja alle kenne. Ich musste niemanden neu kennenlernen oder erst Anschluss finden. Das hat den Wiedereinstieg natürlich sehr angenehm gemacht.“

Du bist gebürtiger Kirchzeller und hast hier Deine ersten Schritte im Handball gemacht. Fühlt sich die Rückkehr nach zehn Jahren wie ein Nachhausekommen an?

Mario als junger “Pimpf”

„Ja, auf jeden Fall. Es ist schon etwas Besonderes. Ich hatte immer den Gedanken, dass ich meine Karriere gerne irgendwann in Kirchzell beenden will. So war auch immer der Austausch mit Gottfried Kunz (sportlicher Leiter beim TVK, Anm. d. Red.). Er hat früher schon zu mir gesagt: ‚Wenn deine Zeit beim TVG irgendwann zu Ende geht, dann melde dich und wir sprechen miteinander.‘ Das heißt aber nicht, dass er mich jedes Jahr angerufen hat.“ (lacht). „Letztlich ist es genau so gekommen, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Das war eigentlich meine Wunschvorstellung.“

Du warst noch sehr jung, als Du den Schritt zum Handball-Leistungszentrum und später zum TV Großwallstadt gegangen bist. Wann hast Du gemerkt, dass das der richtige Weg für Dich ist?

„Ich bin im zweiten Jahr der C-Jugend zunächst zur JSG Wallstadt gewechselt. Kurz darauf wurde das HBLZ Großwallstadt gegründet und dadurch bin ich zum TV Großwallstadt gekommen. Zur JSG kam ich damals über die Bezirksauswahl – durch die Trainer Dirk Eisenträger und Bernd Beetz sowie meinen Kumpel Florian Eisenträger, mit dem ich immer zusammengespielt habe. Die Zeit bei der JSG war für uns so etwas wie ein Übergangsjahr, bevor das HBLZ gegründet wurde.

Schon damals habe ich gemerkt, dass es der richtige Schritt war. Die Trainingsintensität und der Umfang waren deutlich höher als in den meisten anderen Vereinen der C- und B-Jugend. Rückblickend war es genau die richtige Entscheidung.“

Du warst später mit Doppelspielrecht für den TV Kirchzell und den TV Großwallstadt unterwegs. War das eher Belastung oder die ideale Lösung?

„Ganz am Anfang hatte ich noch kein Doppelspielrecht, weil das in den jüngeren Jahrgängen damals noch nicht möglich war. Erst im ersten Jahr der A-Jugend habe ich nach der Hinrunde komplett für Kirchzell gespielt und hatte dann das Doppelspielrecht. Im zweiten A-Jugend-Jahr war ich ausschließlich für Kirchzell im Einsatz, weil wir mit der A-Jugend des HBLZ bereits mit einer Sondergenehmigung in der Herren-Bayernliga gespielt haben. Damals war ich 17 Jahre alt.“

Wenn Du heute auf Deine Zeit beim TV Großwallstadt zurückblickst: Was hat Dich als Spieler und als Mensch am meisten geprägt?

„Puh, das ist gar nicht so leicht zu beantworten, weil es viele Dinge gibt. Wahrscheinlich hat mich am meisten geprägt, dass ich immer Verantwortung übernommen habe. Das habe ich immer gerne gemacht, das war für mich keine Belastung – gerade in entscheidenden Situationen, wenn es brenzlig wurde.“

Und als Mensch?

„Auch da ist das Thema Verantwortung ganz wichtig. Im Sport lernst du, Verantwortung zu übernehmen – und das hilft dir später auch im Beruf und im Privatleben. Ich habe versucht, Verantwortung zu tragen, egal ob etwas gut oder schlecht ausgegangen ist. Das hat mich sicher geprägt. Auch wenn mal ein Ball daneben ging (lacht). Wenn ich an meinen Abschied vom TVG denke und daran, wie die Fans und die Menschen im Verein darauf reagiert haben, dann haben sie mir auch einen ‚daneben gegangenen Ball‘ anscheinend nicht krumm genommen.“

Du hast in Deiner Zeit beim TVG viele Trainer erlebt. Hat jeder Spuren hinterlassen oder gab es jemanden, der Dich besonders geprägt hat?

Er weiß genau, wo er Ball hin soll

„Mit großem Abstand waren Ralf Bader und Igor Vori die beiden Trainer, von denen ich am meisten mitgenommen habe. Das ist Fakt, wobei das ganz unterschiedliche Typen waren. Ralf war extrem taktisch, sehr strukturiert und perfektionistisch. Seine Vor- und Nachbereitung war herausragend.

Igor dagegen hatte eine unglaublich emotionale Art. Er hat uns sehr viel Vertrauen geschenkt und uns immer starkgeredet. Egal, wie schlecht wir gespielt haben. Das war eine seiner größten Stärken. Außerdem hat er versucht, alles, was außerhalb der Mannschaft passiert ist, von uns fernzuhalten. Dadurch konnten wir uns voll auf das konzentrieren, was auf dem Feld wichtig war.“

Igor Vori wirkte oft wie ein emotionales Bündel, bei dem man nie wusste, wann er explodiert. Ralf Bader dagegen erschien immer sehr strukturiert. Hast Du das auch so erlebt?

„Absolut. Das waren wirklich zwei komplett unterschiedliche Trainertypen. Bei Ralf war alles bis ins Detail geplant. Wenn Igor etwas nicht gepasst hat, hat er seinen Plan auch spontan über den Haufen geworfen und etwas anderes mit uns trainiert. Ich erinnere mich an eine Trainingseinheit, bei der die Halle kurz zuvor gewischt worden war und der Boden noch nass war. Igor hat sich das angeschaut und sofort gesagt: ‚Hier trainieren wir heute nicht. Die Verletzungsgefahr ist zu groß. Training beendet – ihr könnt nach Hause gehen.‘

Ralf hingegen hätte eine nasse Halle wahrscheinlich ebenfalls wahnsinnig gemacht. Zum einen wegen der Verletzungsgefahr, zum anderen, weil dadurch sein kompletter Trainingsplan durcheinander geraten wäre. Igor war in solchen Situationen deutlich entspannter.“

Igor Vori hatte mit Dino Corak, Deinem langjährigen Mannschaftskameraden und einer Deiner besten Freunde, so etwas wie seinen verlängerten Arm auf dem Feld. Beide sind Landsleute – hat das vieles einfacher gemacht?

„Ja, wobei Igor wirklich sehr gut Deutsch gesprochen hat. Er hat keinen Dolmetscher gebraucht. Wenn er allerdings emotional wurde, ist er automatisch ins Kroatische gewechselt. Dann musste Dino übersetzen.

“Kroaten sind emotional und direkt!”

Ich erinnere mich, dass Dino dann manchmal gesagt hat: ‚Nein, das übersetze ich nicht.‘'(lacht) Und Igor hat nur geantwortet: ‚Doch, das übersetzt du und zwar jedes Wort!‘ In solchen Situationen kam dann meistens irgendeine Beleidigung. Aber das war nie persönlich gemeint. So sind die Kroaten eben – sehr emotional und manchmal etwas direkter in ihrer Ausdrucksweise.

Ich will auch gar nicht sagen, dass bei Igor alles perfekt war. Aber er hatte in seiner eigenen Karriere wahrscheinlich einige der besten Trainer der Welt. Das hat er mit in seinen Trainerjob genommen und das hast du gemerkt. Von ihm habe ich unglaublich viel mitgenommen. Es war eine tolle Erfahrung und ich bin dankbar, unter ihm trainiert zu haben.“

Apropos Trainer, weißt Du eigentlich noch, wie viele Trainer Du in Deiner Zeit beim TV Großwallstadt erlebt hast?

„Uff, das waren eine ganze Menge. Nein, so aus dem Stegreif kann ich sie nicht alle aufzählen, aber ich würde sie sicher zusammenbringen. Wobei ich sagen muss, dass auch ein oder zwei dabei waren, von denen ich –  ehrlich gesagt – nicht besonders viel mitgenommen habe.“

Gab es einen Mitspieler, mit dem Du Dich auf dem Feld nahezu blind verstanden hast?

„Ja – ganz klar: Dino Corak. Wir waren wirklich Deckel auf Topf. Er hat schon gespürt, was ich machen würde, bevor ich überhaupt den Ball an ihn weitergegeben habe. Das war einfach toll. Mit ihm hat das Zusammenspiel perfekt funktioniert – und das nicht nur auf dem Feld, sondern auch privat.“

Wie lange habt Ihr zusammengespielt?

„Sechs oder sieben Jahre müssten es gewesen sein. Ganz am Anfang haben wir sogar gemeinsam in Kirchzell gespielt. Damals konnte Dino weder richtig fangen noch werfen (lacht). Ich weiß noch, dass Dino damals ein Probetraining beim TVK hatte, er kam von einem anderen Verein, und Gottfried Kunz hat mich nach dem Training gefragt, was ich von ihm halte. Ich habe damals gesagt: ‚Naja, er ist groß und stark. Wir können es ja mal mit ihm probieren.‘ (lacht). Anfangs kam er vor allem über die Abwehr. Mit der Zeit wurde er auch im Angriff immer besser. Was am Ende daraus geworden ist, hat jeder gesehen: einer der besten Kreisläufer der zweiten Bundesliga. Sein Wechsel zum HSVH Hamburg war völlig verdient. Dino war mit Abstand die beste Verbindung, die ich jemals auf dem Handballfeld hatte.“

Hat es Dir wehgetan, als Dino den TVG verlassen hat?

„Ja, sehr sogar. Ich habe ihm den Schritt nach Hamburg von Herzen gegönnt. Trotzdem war es für mich persönlich schwer. Ich weiß noch genau, dass er mir nach dem Spiel gegen Dessau, kurz vor Weihnachten war das, von seinem Wechsel erzählt hat. Ich war im ersten Moment richtig geschockt. Natürlich habe ich mich danach schnell für ihn gefreut, aber sportlich war es für mich eine riesige Umstellung. Nach so vielen Jahren blindem Verständnis plötzlich mit anderen Kreisläufern zu spielen, die andere Stärken hatten, war nicht einfach. Schade finde ich heute vor allem, dass Dino seine Karriere inzwischen beendet hat. Aber ich verstehe es. Er ist in den elterlichen Betrieb eingestiegen, da bleibt einfach nicht mehr viel Zeit für den Handball.“

Gibt es ein Spiel, an das Du heute noch besonders oft denkst oder bei dem Du einen richtigen Gänsehaut-Moment hattest?

„Davon gibt es auf jeden Fall einige. Sehr präsent ist mir das Spiel gegen Hamm in der vorletzten Saison. Maxim Schalles, unser Außen, hat am vorletzten Spieltag den entscheidenden Siebenmeter verwandelt und uns damit den Klassenerhalt gesichert. Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Das waren pure Emotionen. Eine ähnliche Situation gab es einige Jahre zuvor zu Hause gegen Bietigheim. Auch dieses Spiel war unglaublich emotional und etwas ganz Besonderes.“

Du hast Abstiege erlebt, aber auch Wiederaufstiege gefeiert. Welche Phase war emotional schwieriger?

„Wir hatten zwei Aufstiege, wobei einer durch die Corona-Situation zustande kam. Der war natürlich etwas anders und vielleicht auch ein bisschen weniger emotional (grinst). Der erste sportlich geschaffte Aufstieg von der dritten in die zweite Liga dagegen war etwas ganz Besonderes. Das war nicht nur ein einzelnes Spiel, sondern das Ergebnis einer ganzen Saison. Die Konstellation mit Manfred ‚Hobbes‘ Hofmann als Trainer (TVG-Torhüter-Legende und Urgestein beim TVG, Anm. d. Red.) war eine richtig schöne Zeit. Damals hatte sich schon sehr schnell herauskristallisiert, dass wir aufsteigen werden. Wir mussten nicht zittern oder rechnen. Es war eine tolle Saison. Dass wir danach direkt wieder abgestiegen sind, war zwar bitter, aber rückblickend war der Verein damals wohl noch nicht bereit für die zweite Liga. Als wir dann direkt wieder aufgestiegen sind, war klar, dass wir diesmal bleiben wollten – und das haben wir ja auch geschafft.“

Was ist emotional schwieriger: ein Aufstieg oder ein Abstieg?

„Für mich waren die Nichtabstiege im Moment selbst deutlich emotionaler. Bei einem Aufstieg zeichnet sich vieles schon über die ganze Saison ab. Bei einem Abstiegskampf entscheidet dagegen oft ein einziges Spiel – und das noch meistens gegen Ende der Runde. Das war so gegen Hamm. Von diesem Spiel hing alles ab. Wenn wir verloren hätten, wären wir wahrscheinlich abgestiegen. Dieser Druck war enorm. Nach dem Spiel ist einfach alles von uns abgefallen und wir waren nur noch glücklich.“

Aber wenn dann noch zwei, drei Spiele zu absolvieren sind: Wie motiviert man sich dann?

 „Das ist unglaublich schwer, den Schalter noch einmal umzulegen und hundert Prozent zu geben. Du bist einfach erleichtert, dass du es geschafft hast, willst zwar in den letzten Matches auch noch einmal alles geben, aber meistens kann man das gar nicht mehr schaffen. Nicht nur der Körper, auch der Kopf ist da gar nicht mehr in der Lage, sich zu hundert Prozent zu pushen.“

Der Klassenerhalt des TV Großwallstadt in Deiner Abschiedssaison war hart erarbeitet. Was hat dieser Moment für Dich bedeutet?

 „Im ersten Moment konnte ich mich, ehrlich gesagt, gar nicht richtig darüber freuen. Wir hatten kurz zuvor in Potsdam eine unnötige Niederlage kassiert, über die ich mich sehr geärgert hatte. Deshalb war die Freude zunächst etwas getrübt. Hätten wir in Potsdam gewonnen, dann wäre der Drops gelutscht gewesen. Aber so mussten wir weiter zittern.

“Ich wollte mich nicht mit einem Abstieg verabschieden”

Doch es war mir extrem wichtig, mich nicht mit einem Abstieg aus der zweiten Liga zu verabschieden. Als ich dann mit etwas Abstand zurückgeblickt habe, war ich natürlich trotzdem sehr glücklich über den Klassenerhalt. Vor allem, wenn man bedenkt, was in dieser Saison bei uns alles passiert ist – so viele Verletzungen, zwei Spielerbeurlaubungen und so weiter. Es waren viele Schwierigkeiten, die die Mannschaft unglaublich gut weggesteckt hat. Im Training hat man diese Belastungen mitunter gespürt, aber im Spiel hat jeder immer alles gegeben.“

Was hast Du in den schwierigen Phasen, zum Beispiel während Deiner langen Verletzung, über Dich selbst gelernt?

„Was ich gelernt habe, ist, dass man Verletzungen richtig auskurieren muss. Man darf nicht wegen des Sports seine Gesundheit aufs Spiel setzen, um vielleicht bis ans Lebensende darunter zu leiden. Die schwierigste Phase meiner Verletzung war die Ungewissheit. Kein Arzt konnte genau sagen, wie lange es dauern würde, bis ich wieder fit bin. Der eine sagte, es könnten vier Wochen sein, der andere sprach von acht Monaten.

Wenn du nach sechs Monaten merkst, dass es immer noch nicht besser ist, machst du dir natürlich Gedanken. Als Sportler willst du immer so schnell wie möglich zurückkommen und dafür tust du alles. Aber du hörst auch viel stärker in deinen Körper hinein.“

Wie lange hast Du insgesamt gefehlt?

Mario ganz privat

„Im März 2025 hatte ich zunächst eine Bänderverletzung. Ich bin relativ schnell wieder zurückgekommen, musste ich auch, weil der Klassenerhalt oberste Priorität hatte. Danach war ich von Juni 2025 bis Februar 2026 aufgrund von Knochenödemen außer Gefecht. Zusätzlich hatten sich Knochennasen gebildet, die aufeinander gerieben haben. Diese wurden am Schienbein und Sprunggelenk abgefräst, der Knorpel geglättet. Das ging aber erst, nachdem sich die Ödeme ganz zurückgebildet hatten. Deshalb hat sich die ganze Geschichte so lange gezogen.“

Viele Spieler wechseln heute häufiger den Verein als das vielleicht früher der Fall war. Du bist dem TV Großwallstadt über viele Jahre treu geblieben, obwohl es sicherlich auch andere Möglichkeiten gegeben hätte. Was hat Dich immer wieder zum Bleiben bewogen?

 „Ich hatte die eine oder andere Möglichkeit, die ich nicht wahrgenommen habe. Rückblickend hätte mir ein Wechsel vielleicht noch einmal einen sportlichen Push gegeben. Andererseits war für mich immer klar, dass ich die Region nicht verlassen möchte. Meine Frau und ich haben hier vor Jahren ein Haus gekauft, meine Familie wohnt hier und wir fühlen uns sehr wohl. Beim TVG hatten wir immer tolle Mannschaften und ich hatte nie das Gefühl, dass ich etwas Neues machen muss. Wobei wir durch die vielen Wechsel im Kader eigentlich jedes Jahr wieder eine neue Mannschaft hatten (lacht). Die Teamchemie war immer etwas Besonderes. Ich hatte einfach Spaß mit den Jungs. Gerade in Elsenfeld, wenn die Halle voll ist, macht es unglaublich Spaß zu spielen. Ich würde diesen Weg immer wieder genauso gehen.”

Und trotzdem kam irgendwann die Nachricht, dass Deine Zeit beim TV Großwallstadt endet. Wie hast Du diesen Moment erlebt?

„Es war so, dass der Verein mir zunächst signalisiert hatte, dass man gerne mit mir weiter planen würde. Gleichzeitig habe ich aber schnell gespürt, dass sich die Richtung verändert. Deshalb kam es für mich nicht unvorbereitet, sondern ich war darauf vorbereitet. Ich hatte es mir schon gedacht, trotzdem war die Art und Weise der Kommunikation nach zehn Jahren im Verein natürlich nicht die schönste. Eine frühere, offenere und ehrlichere Kommunikation wäre sicherlich besser gewesen. Trotzdem bin ich heute sehr glücklich damit, wie es gekommen ist. Ich merke einfach, dass mein Körper bei diesem Trainingspensum an seine Grenzen kommt.“

War es eher Enttäuschung und Wehmut – oder überwog irgendwann die Vorfreude auf das, was kommt?

„Es war wirklich nur die Art und Weise, wie es mir gesagt wurde, die mich enttäuscht hat. Nicht die Tatsache, dass meine Zeit beim TVG zu Ende geht. Damit hatte ich gerechnet. Ich habe mich auf die letzten Spiele mit dem TVG sehr gefreut und gleichzeitig auch auf die neue Zeit in Kirchzell. Vor dem letzten Heimspiel beim TVG hatte ich schon Respekt. Schließlich sind zehn Jahre kein Pappenstiel. Aber ich muss sagen, wie der Abschied beim TVG abgelaufen ist, war wirklich großartig. Das war toll und dafür gebührt allen beim TVG ein großes Lob.“

Es war schnell klar, dass für Dich eigentlich nur der TV Kirchzell infrage kommt, oder?

„Ja, schon. Es mussten natürlich noch einige Rahmenbedingungen geklärt werden, die für beide Seiten passen mussten. Und es gab auch Angebote aus der Region, die deutlich höher lagen als das Angebot von Kirchzell. Aber am Ende war für mich klar, dass ich diesen Weg Richtung Kirchzell gehen möchte.“

Was bedeutet es Dir, wieder für deinen Heimatverein aufzulaufen?

„Es ist ein tolles Gefühl. Ich freue mich auf die Menschen in der Halle, weil ich ja die meisten von ihnen kenne. Dass sich in Kirchzell so viele gefreut haben, dass ich zurückkomme, ist ein unglaublich schönes Gefühl und macht mir den Einstieg richtig leicht.“

Viele sehen Dich als Führungsspieler. Ist das eher Druck oder Verantwortung?

„Sicher ist damit immer ein bisschen Druck verbunden. Ein bisschen Druck ist ja auch nicht schlecht, im Gegenteil, das ist okay. Ich will Verantwortung im Team übernehmen und vorangehen.“

Worauf freust Du Dich in Kirchzell am meisten?

 „Auf die Heimspiele, die geniale Stimmung in der Halle und darauf, danach vielleicht noch ein Bierchen mit den Fans zu trinken (grinst). Eigentlich freue ich mich auf das Gesamtpaket.“

Was traust Du der Mannschaft in dieser Saison zu?

„Das ist für mich etwas schwer einzuschätzen, weil ich die dritte Liga in den letzten Jahren nicht so intensiv verfolgt habe. Ich weiß aber, dass zum Beispiel mit Gelnhausen, Saarlouis, Longerich und Krefeld starke Mannschaften in unserer Staffel sind. Es wird eine sehr anspruchsvolle Saison werden. Trotzdem glaube ich, dass wir eine gute Truppe haben. Ich hoffe, dass wir gerade zu Hause den einen oder anderen Gegner ärgern und richtig nerven können.“

“Geh den Weg, den du für richtig hältst!”

Was möchtest Du persönlich in den nächsten zwei Jahren – so lange läuft Dein Vertrag erst einmal – noch erreichen?

So liebten ihn seine Fans beim TVG

„Für mich ist wichtig, mit Leistung voranzugehen und ein gutes Beispiel für die jüngeren Spieler zu sein. Ich möchte in jedem Spiel alles geben, so wie ich es immer gemacht habe. Genau das will ich auch in den nächsten zwei Jahren in Kirchzell tun.“

Letzte Frage: Du hast den TV Kirchzell als Jugendlicher verlassen, bist beim TV Großwallstadt erwachsen geworden und kehrst nun als erfahrener Spieler zurück. Wenn Du dem jungen Mario von damals heute einen Rat geben könntest – welcher wäre das?

 „Ich würde alles wieder genauso machen. Ich war als junger Spieler sicherlich nicht der Einfachste. Das kann Gottfried Kunz wahrscheinlich bestätigen (lacht). Aber genau diese Erfahrungen waren wichtig. Wenn man seinen Weg nicht selbst erlebt, kann man daraus auch nichts lernen. Deshalb würde ich dem jungen Mario sagen: Mach es wieder genauso. Mach deine eigenen Erfahrungen und gehe den Weg, den du für richtig hältst.“

 

Vielen lieben Dank, Mario für das tolle Gespräch und alles Gute in Kirchzell!

 

Die Bilder haben uns Mario, Mario’s Mama und der TVK zur Verfügung gestellt. Danke dafür

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Handball Zweitligist TV Großwallstadt hatte am Wochenende im Zuge der Vorbereitung jede Menge zu tun 🙂 Erst gab es ein Testspiel gegen en Erstligisten Rhein Neckar Löwen, dann ein Match gegen den Drittligisten HSG Rodgau Nieder-Roden im Rahmen dessen Jubiläumsfeier. Das gab der Verein bekannt.

Im Testspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen verlor der TVG 25:34 (10:15). Gegen den Bundesligisten zeigte die Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit über weite Strecken eine engagierte Leistung. Der TVG erwischte einen guten Start und ging früh mit 2:0 in Führung. Eine stabile Abwehrarbeit sorgte dafür, dass die Löwen zunächst nur schwer ins Spiel fanden. Im Angriff ließ die Mannschaft jedoch einige gute Möglichkeiten ungenutzt, scheiterte mehrfach am gegnerischen Torhüter oder leistete sich technische Fehler. Torhüter Žiga Urbič zeigte einige starke Paraden, während Florian Eisenträger beide Siebenmeter in Halbzeit eins sicher verwandelte.

Nach dem Seitenwechsel erschwerte ein Wechselfehler den Start in die zweite Hälfte. Zwar konnte Anel Durmić zwischen den Pfosten ebenfalls mit Paraden auf sich aufmerksam machen, insgesamt häuften sich jedoch weiterhin die technischen Fehler. Die Rhein-Neckar Löwen nutzten diese konsequent aus und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus. In der Schlussphase rückte Löwen-Keeper David Späth mit zahlreichen starken Paraden in den Mittelpunkt und ließ den TVG immer wieder verzweifeln. Positiv aus Großwallstädter Sicht waren die vielen Einsatzminuten von Yessine Meddeb nach seiner Verletzung sowie die makellose Siebenmeterquote.

Spiel im Rodgau

Gelungener Abend für den TV Großwallstadt, denn im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jubiläum der HSG Rodgau Nieder-Roden war der TVG in der RODAUSTROM Sportarena zu Gast. Nach dem bereits zuvor ausgetragenen Jubiläumsspiel, in dem sich die TVG All-Stars erfolgreich mit 34:32 durchsetzen konnten, legte auch die aktuelle Mannschaft des TV Großwallstadt nach und gewann das anschließende Freundschaftsspiel mit 37:29 (19:16).

Die Gastgeber erwischten zunächst den besseren Start. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase konnte sich die HSG Rodgau Nieder-Roden zwischenzeitlich auf 8:4 absetzen. Der TVG reagierte jedoch schnell, fand zunehmend besser ins Spiel und verkürzte den Rückstand Tor um Tor. Nach dem 9:9-Ausgleich übernahm Großwallstadt schließlich die Kontrolle und ging bis zur Pause mit 19:16 in Führung.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb der TVG konzentriert und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Über 23:18 und 30:24 setzte sich die Mannschaft weiter ab. Besonders in der Schlussphase ließ der TVG nichts mehr anbrennen und sorgte mit einem 37:29-Erfolg für einen gelungenen Testspielabend.