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Handball – 3. Liga: Deutliche Niederlage für Kirchzell – HSG Hanau ist zu Hause eine Macht – Remis für Gelnhausen

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, gewann die HSG Hanau ihr Spiel gegen Friesenheim-Hochdorf II. Der TV Gelnhausen holte in Melsungen einen Punkt. Lediglich der TV Kirchzell musste in Ratingen eine deutliche Niederlage hinnehmen. 

 

Kirchzell chancenlos

Der TV Kirchzell hat bei Interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen eine bittere 32:43 (18:20)-Niederlage hinnehmen müssen. Dabei hatten sich die Kirchzeller schon etwas ausgerechnet, wollten endlich wieder Punkte einfahren. Allerdings standen die Zeichen im Vorfeld alles andere als gut. Einige Spieler waren eh noch angeschlagen, Kapitän Tim Häufglöckner musste verletzungsbedingt passen und Tom Spieß konnte aufgrund Krankheit die Woche über nicht trainieren, stellte sich aber am Samstag in den Dienst der Mannschaft.

Obwohl die Gäste in keiner Phase des Spiels ihren Rhythmus fanden, gestalteten sie die erste Hälfte ausgeglichen. Doch über 2:2, 4:4 (9.) zogen die Hausherren erstmals auf drei Tore davon (8:5 – 11.). Dieser Drei-Tore-Vorsprung hielt bis zur 20. Minute (14:11). Kurz vor der Pause stockte Düsseldorf noch einmal auf (17:12), aber Kirchzell kämpfte und lag bis zur Pause beim 18:20 gut im Rennen. Allerdings war TVK-Trainer Povilas Babarskas bereits zu diesem Zeitpunkt nicht zufrieden. Vor allem mit seiner Defensive haderte er. Trotz allem war die Hoffnung da, den Bock im zweiten Abschnitt noch umzustoßen.

Kein Durchsetzungsvermögen

Nach dem Wechsel waren die Hausherren weiter am Drücker und beim 27:22 (40.) zog der TVK-Coach die Reissleine. Gebracht hat es nichts, denn wenig später führte Düsseldorf mit 30:22. Da war schon die Entscheidung gefallen. Der TVK erlaubte sich zu viele Fehler, die jungen Spieler agierten teilweise übermotiviert, suchten zu schnell den Abschluss, so dass die Hausherren die Fehler nutzten und schnelle Tore gegen den TVK fielen. Am Ende stand eine deutliche Niederlage, die Povilas Babarskas sauer machte: “Ich vermisste den Biss, die Einstellung, die Absprachen. Das war heute nichts.” Generell gefiel ihm die Einstellung einiger Spieler nicht, “denn immerhin spielen wir dritte Liga. Da sollten alle über die gesamte Spielzeit Kampfgeist zeigen. Das habe ich heute nicht gesehen.” Die zurückliegende Trainingswoche lief zwar, aufgrund der vielen Ausfälle, nicht optimal. Doch das will er keinesfalls als Ausrede gelten lassen. “Wir werden über einiges zu reden haben. Entschuldigung an unsere Fans, die mit uns gefahren und uns unterstützt haben. Wir konnten ihnen leider am Samstag nichts anbieten, was gut war.”

Jetzt ist erst einmal Osterpause und der TVK hat ein bisschen Zeit, um über die Niederlage, wie sie zustande gekommen ist, nachzudenken und es im nächsten Spiel besser zu machen.

 

 

 

TV Gelnhausen holt in letzter Sekunde Punkt in Melsungen

Was für ein Krimi! Der TV Gelnhausen hat sich am Samstag einen hart erkämpften Punkt bei der MT Melsungen II gesichert. Vor 210 Zuschauern in der Stadtsporthalle Melsungen, darunter rund 60 lautstarke Fans aus Gelnhausen, die per Zug nach Nordhessen angereist waren, trennten sich beide Teams mit 25:25 (11:11). Mit nun 41:7 Punkten behauptet der TVG weiterhin den zweiten Tabellenplatz der Süd-West-Staffel und bleibt damit auf Kurs in Richtung Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga.

Die Ausgangslage vor der Partie war erneut alles andere als einfach für den TV Gelnhausen, denn aufgrund vieler Ausfälle hatte TVG-Coach Geiger nur begrenzt personelle Optionen. Und es kam noch dicker: Bereits im ersten Angriff traf Silas Altwein zwar zur 1:0-Führung, wurde dabei jedoch unglücklich am Auge getroffen und fiel zunächst für einen Großteil der ersten Spielhälfte aus. Der verbliebene Rest rückte enger zusammen und lieferte dem Gastgeber, der im Abstiegskampf noch jeden Zähler dringend gebrauchen kann, eine intensive und ausgeglichene Partie, in der beide Abwehrreihen die Akzente setzten. Tore waren zunächst Mangelware, nach zehn Minuten stand es 3:3. Der TVG ließ in dieser Phase mehrere gute Chancen liegen, während Melsungens Torhüter Kim Hüter einen starken Tag erwischte und im ersten Durchgang unter anderem zwei Siebenmeter parierte, die Altwein, Fynn Hilb und Simon Belter in Abwesenheit von Malolepszy im Wechsel warfen.

Trotzdem blieb das Spiel vollkommen offen. Die Führung wechselte ständig, keine Mannschaft konnte mit mehr als einem Tor in Führung gehen. Beim TVG überzeugte vor allem die kompakte Abwehr um Torben Fehl, die den Melsungern immer wieder schwierige Abschlüsse abverlangte. Auf Melsunger Seite sorgte Kreisläufer Bruno Eickhoff, der sonst im Bundesligakader der MT Melsungen steht, für die nötige defensive Stabilität und erzielte über das Spiel hinweg auch im Angriff vier Treffer für die Nordhessen. Nach 20 Minuten stand es 8:8, zur Halbzeit zeigte die Anzeigetafel ein leistungsgerechtes 11:11.

Nach dem Wechsel änderte sich nicht viel

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig am Spielverlauf. Beide Teams begegneten sich weiterhin auf Augenhöhe, die Abwehrreihen standen stabil und nach 40 Minuten hieß es folgerichtig 13:13. Anschließend fand der TVG zunehmend Lösungen über die linke Angriffsseite, wo Finn Trinczek mehrfach erfolgreich zum Abschluss kam und genauso wie Altwein fünf Treffer zum Punktgewinn beisteuerte. Doch auch jetzt gelang es den Barbarossastädtern nicht, sich entscheidend abzusetzen. Melsungen blieb hartnäckig und nutzte jede sich bietende Gelegenheit. Nach 50 Minuten stand es 18:18 und die Partie steuerte auf eine dramatische Schlussphase zu. Diese begann zunächst mit einem kleinen Vorteil für den TVG. In der 54. Minute verwandelte Belter einen Siebenmeter zur ersten Zwei-Tore-Führung des Spiels (21:19). Doch die Gastgeber reagierten prompt, nahmen eine Auszeit und drehten die Partie in der Folge erneut. In der 57. Minute brachte Benjamin Fitozovic Melsungen mit 23:22 in Führung.

Die Schlussminuten waren an Spannung kaum zu überbieten. Beide Teams trafen im Wechsel, ehe Melsungens Jonas Riecke 18 Sekunden vor dem Ende zum 25:24 für die Gastgeber einnetzte. Doch der TVG hatte noch eine letzte Antwort parat. Für einen Freiwurf neun Sekunden vor Schluss brachte Geiger den siebten Feldspieler. Der Angriff wurde ausgespielt und es tat sich eine Lücke für Rückraumspieler Hilb auf. Er behielt die Nerven und traf in letzter Sekunde zum umjubelten 25:25-Ausgleich. Mit acht Treffern war er der erfolgreichste Torschütze des Abends.

„Am Ende waren wir vielleicht nicht clever genug, als wir uns den Zwei-Tore-Vorsprung erarbeitet haben“, analysierte Geiger. „Wir haben zu schnell abgeschlossen und Melsungen hat das bestraft. Umso schöner ist es, dass wir den letzten Angriff mit dem siebten Feldspieler sauber ausspielen und noch den Ausgleich erzielen.“ Insgesamt sah der TVG-Coach ein intensives und hochklassiges Spiel: „Melsungen ist ein junges, sehr gut ausgebildetes Team und war extrem bissig. Sie haben uns große Probleme bereitet. Es war von beiden Seiten ein richtig gutes Spiel, aber wir haben durch unsere Chancenverwertung auch einiges liegen lassen.“

 

 

 

 

Main-Kinzig-Halle wird zur Festung

Die HSG Hanau hat am Samstagabend einen 37:33 (20:17)-Erfolg über das HLZ Friesenheim-Hochdorf II feiern können. Beim Arbeitssieg in der Hanauer Festung Main-Kinzig-Halle ließen die Blau-Weißen ihren Kontrahenten nur in den Anfangsminuten in Führung gehen. Getragen von Rückraumschütze Cedric Schiefer (9 Tore) und Spielmacher Jan-Eric Kleemann blieb Hanau damit im achten Heimspiel in Folge ungeschlagen – die letzte Niederlage vor eigenem Publikum kassierte das HSG-Team im Oktober 2025 gegen Tabellenführer Saarlouis. 

„33 Gegentore sind für meinen Geschmack zwar einen Ticken zu viel, aber das war eigentlich klar, dass wir zwischen diesen beiden Spitzenspielen gegen Saarlouis und Gelnhausen vielleicht nicht zu hundert Prozent konsequent in der Deckung agieren“, sagte HSG-Cheftrainer Axel Spandau, dessen Team zudem im achten Saisonspiel in Serie erneut zwei Punkte mitnahm. „Wir haben das aber heute immer wieder richtig gut gelöst und so einen verdienten Sieg einfahren können.“ 

„Man muss aber auch sagen, dass Friesenheim hier gut gespielt und uns gerade in den Eins-gegen-eins-Situationen immer wieder vor Aufgaben gestellt hat“, bemerkte Spandau, dessen Mannschaft die Gäste nur zu Beginn in Führung gehen ließ, als Frederik Zepp für das HLZ den Ball zum 1:0 und 2:1 im Tor unterbrachte. In der fünften Minute zeigte die HSG dann erstmals ihre gefährliche Konterstärke: Torhüter Benedikt Müller schickte nach einer Parade seinen Kreisläufer David Rivic in den Gegenstoß, der zur 5:3-Führung erfolgreich war. In der Folge behaupteten die Grimmstädter diesen Vorsprung. Spandau hatte für das HSG-Angriffsspiel zunächst auf die passstarke Variante mit Kleemann, Jan-Philipp Winkler und Dennis Gerst im Rückraum gesetzt. Die Idee ging auf: Hanau ließ den Ball gut laufen und generierte immer wieder richtig gute Möglichkeiten. Als Müller einen weiteren HLZ-Wurf stoppte und Kleemann im darauffolgenden Angriff seinen Rechtsaußen Sebastian Hein bediente, zogen die Gastgeber sogar auf 12:8 (13. Minute) davon. Diesen Vorsprung nahm Hanau auch beim 20:17 mit in die Pause. 

Gäste bewiesen Nervenstärke

Die Zweitliga-Reserve der Eulen Ludwigshafen bewies allerdings direkt nach Wiederbeginn Nervenstärke. Die Mannschaft von Trainer Gabriel Schmiedt benötigt unbedingt weitere Punkte für den sicheren Klassenerhalt und dementsprechend trieb auch HLZ-Spielmacher Lars Hannes sein Team immer wieder nach vorne. Gerade Frederick Zepp im Rückraum und Linksaußen Moritz Schulz strahlten bei den Gästen jede Menge Gefahr aus. Zwei schnelle Konter später und das HLZ war mit dem 22:22 (35.) wieder mitten im Spiel. Hanau brauchte aber nicht lange, um den Ausgleich der Pfälzer wegzustecken, denn Kleemann nahm das Heft in die Hand, ging einmal selbst mit einer klasse Körpertäuschung durch die Abwehr und legte wenig später für Hein auf, der mit dem 26:23 den alten Abstand wieder herstellte. Nur einen Angriff später revanchierte sich Hein bei seinem Mittelmann und ebnete seinerseits für Kleemann den Weg zum Kempa-Tor, große Begeisterung in der Main-Kinzig-Halle, die nun ebenfalls auf Betriebstemperatur angekommen war. 

Auch Schiefer drehte in dieser Spielphase auf, traf beim 29:26 (47.) und 33:27 (53.) aus allen Lagen. Der eingewechselte Malte Just sorgte mit seinem 36:30 (58.) für die Vorentscheidung in einer unterhaltsamen Partie, in der auch HSG-Nachwuchstorhüter Luca Patrizio wieder einige Einsatzminuten erhielt. „Wir können heute definitiv glücklich sein über unsere Angriffsleistung“, bemerkte Schiefer später. „Gerade in der ersten Halbzeit hatten wir heute zu wenig Zugriff in der Abwehr, aber der Gegner hat uns definitiv auch viel Arbeit bereitet.“ Der achte Sieg in Serie, da musste auch Spandau schmunzeln: „Natürlich, wenn man sich in so einen Flow spielt, dann entwickelt das Team auch ein gewisses Selbstverständnis. Wir sprechen gerade alle eine Sprache und viele Dinge in unserem Spiel werden momentan richtig gut umgesetzt und funktionieren einfach.“ 

 

 

Das Bild hat uns Hanau zur Verfügung gestellt. Danke dafür