Handball – 3. Liga: Baggerseepiraten unterliegen Saarlouis – Hanau kehrt mit einer Niederlage aus Ratingen zurück
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In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, musste sich die HSG Rodgau Nieder-Roden der HG Saarlouis beugen und die HSG Hanau brachte aus Ratingen keine Punkte mit.
HSG Rodgau Nieder-Roden zeigt ansprechende Leistung
Die HSG Rodgau Nieder-Roden hat sich der HG Saarlouis nach einer starken Leistung in der ersten Halbzeit am Ende mit 22:25 (14:13) geschlagen geben müssen. Trotz der Niederlage zeigte die HSG über weite Strecken eine ansprechende Leistung und bot dem erfahrenen Team aus Saarlouis lange Paroli.
Von Beginn an präsentierten sich die Baggerseepiraten konzentriert und mit einer guten Körpersprache. Die Abwehr stand kompakt, und auch im Angriff fanden die Rodgauer immer wieder gute Lösungen gegen die Defensive der Gäste. Die 14:13-Führung zur Pause war deshalb durchaus verdient. Noch deutlicher hätte die Führung allerdings ausfallen können: Mehrere freie Chancen blieben ungenutzt, zudem hatten Brandt & Co. bei einigen Pfostentreffern das nötige Quäntchen Glück nicht auf ihrer Seite.
Anderes Bild nach dem Seitenwechsel
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild vor den knapp 400 Zuschauern. Die HSG kam offensiv nicht mehr so richtig in Fahrt und hatte zunehmend Schwierigkeiten, die nun deutlich stabiler auftretende Defensive der HG Saarlouis zu überwinden. Auch der Torhüter der Gäste konnte sich mehrfach auszeichnen und vereitelte wichtige Abschlussmöglichkeiten der Rodgauer. Saarlouis nutzte diese Phase konsequent aus und übernahm zunehmend die Kontrolle über die Partie. Während die Hausherren im Angriff ihre Durchschlagskraft aus der ersten Halbzeit nicht mehr ganz auf den Platz brachte, agierten die Saarländer nun deutlich abgeklärter. Am Ende setzte sich die größere Erfahrung und Qualität der Gäste durch.
„Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt und dem Favoriten lange das Leben schwer gemacht. Leider haben wir einige freie Chancen nicht genutzt und hatten bei den Pfostentreffern auch nicht unbedingt das Glück auf unserer Seite. Trotzdem können wir mit unserer Leistung über weite Strecken zufrieden sein“, so HSG-Trainer Christian Sommer nach Abpfiff der 60 intensiven Minuten.
HSG Hanau kehrt mit Niederlage aus Ratingen zurück
Die Blau-Weißen starteten mit einer deutlichen Niederlage in die neue Drittliga-Saison: In Düsseldorf-Ratingen unterlagen die Grimmstädter bei interaktiv.Handball Düsseldorf-Ratingen mit 23:30 (9:15) und hinterließen dabei vor allem in der Offensive einen schwachen Eindruck. Nach vier Siegen in Folge gegen die Ratinger ist es nun die erste Niederlage in den Duellen. Cedric Schiefer war mit sechs Treffern noch der auffälligste Hanauer Akteur.
„Das war ein bitterer Schlag, den wir uns hier abgeholt haben und in erster Linie haben wir uns das mit einer schwachen Angriffsleistung selbst verschuldet”, bilanzierte HSG-Trainer Axel Spandau nach dem Spiel. „Halbzeitübergreifend, von der 19. bis zur 40. Minute, haben wir einen drei zu vierzehn Lauf erhalten. Da scheitern wir vorne vor allen Dingen an Sebastian Bliß in freien Situationen oder teilweise auch in unvorbereiteten Situationen. Der Deckungsverband hat grundsätzlich eine ganz ordentliche Leistung abgeliefert. Aber Schwachpunkt war definitiv die Durchschlagskraft im Angriff.”
Das erste Auswärtsspiel der Spielzeit war als schwieriger Auftakt eingeordnet worden, weil der Gastgeber mit einem Pflichtspiel in den Beinen bereits Wettkampfrhythmus mitbrachte, und auch in ihren Vorbereitungsspielen zu überzeugen wusste. Unter anderem bezwang man Zweitligist TuS Ferndorf.
Die Partie begann ausgeglichen: Nach 55 Sekunden traf Frederik Waldbach zur Führung für die Gastgeber, Cedric Schiefer antwortete in der zweiten Minute umgehend zum 1:1. Doch der frühe Spielrhythmus geriet aus den Fugen: In der dritten Minute mussten Jan-Eric Kleemann und Dziugas Jusys binnen weniger Sekunden beide mit Zeitstrafen auf der Bank Platz nehmen. Düsseldorf-Ratingen nutzte die doppelte Überzahl sofort und baute seinen Vorsprung auf 3:1 aus. Lukas Böhm und erneut Schiefer hielten ihre Farben beim 2:4 (7.) im Spiel, ehe Mark Szabo auf 6:3 stellte. Die Grimmstädter blieben geduldig: Cedric Marquardt und David Rivic verkürzten auf 5:6 (11.), wiederum Marquardt im Tempogegenstoß und Aktivposten Schiefer drehten den Spielstand auf 8:7, damit lagen die Grimmstädter in der 15. Minute erstmals in Führung. Jan-Philipp Winkler erhöhte sogar auf 9:7 (19.). Postwendend gab es den Anschlusstreffer durch den besten Torschützen Emil Kübler zum 9:8. Im Anschluss verloren die Grimmstädter ihren Spielfluss im Angriff und die Partie kippte durch eine inkonsequente Chancenverwertung und eine Vielzahl an technischen Fehlern. Düsseldorf-Ratingen zog binnen fünf Minuten von 9:9 auf 11:9 davon. Trainer Axel Spandau zog nun sein erstes Timeout (24.). Doch dieses verpuffte. Fünf Angriffe ohne Torerfolg führten mit dem Treffer von Tjark Seher zum 9:15 Halbzeitrückstand.
Entscheidung fällt zwischen der 30. und der 42. Minute
Die zweite Halbzeit begann, wie die erste begann: Schiefer traf zum 10:15, Kübler antwortete sofort für Düsseldorf und stellte wieder auf Sechs-Tore-Vorsprung. In der 32. Minute bot sich Cedric Marquardt die Gelegenheit zum Anschluss — in Überzahl und mit dem Ball beim Siebenmeter in der Hand. Er scheiterte am starken Bliß im Tor der Ratinger. Auf der Gegenseite traf Kübler zu erstmaligen 7-Tore Führung (17:10). In Überzahl verkürzten Schiefer und Böhm nochmals auf 12:17. Die Abwehr packte weiterhin beherzt zu, doch die das fehlerbehaftete Angriffsspiel lud die rot-blau gekleideten Gastgeber immer wieder ein über ihr Tempospiel zu einfachen Toren zu kommen. Dies war die entscheidende Phase des Spiels. Zwischen der 34. und der 42. Minute gelang den Hanauer kein Tor und Düsseldorf-Ratingen stellte mit einem 5:0-Lauf auf 22:12.
Nach dem Spiel gab Kapitän Jan-Eric Kleemann zu Protokoll: „Das Spiel haben wir im Angriff verloren und unsere Inkonsequenz von Ratingen bestraft. So dürfen wir uns nicht präsentieren, wenn wir auswärts ein Spiel gewinnen wollen. Wir müssen schnellstmöglich unsere Angriffsleistung verbessern und an der Abschlussquote arbeiten, um erfolgreich zu sein.“
Den Lauf der Ratinger unterbrach Jan-Philipp Winkler in der 43. Minute. Die HSGler steckten nicht auf und versucht immer wieder in der Abwehr Ballgewinne zu erzielen, um im Umschaltspiel den Abstand zu verkürzen. Doch der Gastgeber hatten immer wieder eine Antwort parat. Auch auf die offensiv ausgerichtete Deckungsvariante der Hanauer hatten sie Lösungen. Bis zur 54. Minuten pendelte sich der Abstand ein, ehe die Blau-Weißen nochmals alles in die Waagschale warfen und binnen drei Minuten auf 22:27 durch David Rivic an Düsseldorf herankamen. Doch Lennart Schröder machten mit seinem Treffer zum 28:22 den Deckel auf die Partie. Malte Just traf in der letzten Sekunde noch zum 23:30-Endstand.
„Die Mannschaft hat sich nicht aufgegeben und hat bis zum Ende um ein besseres Ergebnis gekämpft — das ist das Einzige, was ich hier positiv mitnehme”, sagte Trainer Spandau nach dem Spiel. „Aber 23 Tore auswärts — damit gewinnt man nichts. Die Fehlerquote war deutlich zu hoch, vorwiegend in den Fehlwürfen. Daran müssen wir arbeiten.”






