,

Handball – 3. Liga: Bitterer Abend für Kirchzell – Gelnhausen im Derby mit Galavorstellung

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Das hatte sich Handball Drittligist TV Kirchzell sicherlich anders vorgestellt. Mit 22:36 (9:21) musste sich der TVK beim bärenstarken TV Gelnhausen deutlich geschlagen geben. Dabei hatte sich die Mannschaft von Trainer Povilas Babarskas viel vorgenommen und erwischte zunächst sogar einen guten Start. Doch gegen einen sehr gut aufgelegten Gastgeber um einen überragenden Keeper Jan-Steffen Minerva, der mit 23 Paraden glänzte, war nicht viel zu holen.

Kirchzell begann gut, führte mit 3:1 und schien dem Gastgeber Paroli bieten zu können. Dann aber kippte die Partie. Kapitän Tim Häufglöckner bekam eine mit, konnte zunächst nicht mehr voll agieren, dazu vergab der TVK zwei Siebenmeter und zwei weitere freie Würfe. Hinzu kam eine Zeitstrafe – und plötzlich hatte Gelnhausen das Kommando übernommen. Aus einem 1:3 wurde zunächst ein 3:3 und bis zur 16. Spielminute sogar ein 11:5. Kirchzell fand keinen Zugriff mehr auf die Partie. “Schnell lag der TVG mit sechs, sieben Toren vorne und wir mussten hinterherlaufen”, so der TVK-Coach.

Vor allem im Angriff lief bei den Gästen kaum noch etwas zusammen. Würfe gingen am Tor vorbei, dazu kamen zahlreiche technische Fehler. Insgesamt leistete sich der TVK rund 25 Fehlwürfe und schätzungsweise zehn technische Fehler – zu viel, um gegen eine Spitzen-Mannschaft wie Gelnhausen bestehen zu können.

Als die Gastgeber sich Mitte der ersten Halbzeit bereits auf sechs oder sieben Tore abgesetzt hatten, zeichnete sich ab, dass es für Kirchzell ein ganz schwerer Abend werden würde. Zur Pause lag der TVK bereits mit 9:21 zurück. Dabei kann man der Mannschaft zumindest eines nicht vorwerfen: Die Einstellung stimmte. Doch ansonsten wollte an diesem Abend einfach nichts zusammenpassen.

Ein Grund dafür war auch Gelnhausens Torhüter Jan-Steffen Minerva. Mit insgesamt 23 Paraden vernagelte er sein Tor geradezu und wurde damit zu einem der entscheidenden Faktoren der Partie. Kirchzell machte es ihm allerdings auch nicht immer besonders schwer. Die beiden TVK-Torhüter kamen zusammen auf neun Paraden. Auch personell wurde es nicht einfacher. Zwar hatte der TVK-Coach noch Antonio Schnellbacher als Notnagel dabei (er wurde nicht eingesetzt), doch als Tom Spieß in der 26. Minute den TVG-Spieler Jonathan Malolepszy mitten im Gesicht traf, sah er sofort Rot und durfte nicht mehr mitwirken.

TVK versuchte dagegen zu halten

Nach dem Seitenwechsel versuchte Kirchzell noch einmal dagegenzuhalten, doch Gelnhausen kontrollierte die Partie souverän und ließ keinen Zweifel mehr am Ausgang aufkommen. Spätestens beim 29:16 (43.) war die Messe gelesen. Zu diesem Zeitpunkt musste auch noch Kreisläufer Jannik Wolf das Parkett nach seiner dritten Zeitstrafe verlassen. Die Hausherren spielten ihren Part souverän zu Ende und so stand letztlich ein verdientes 36:22 auf der Anzeigetafel.

Ein Abend, an dem beim TV Kirchzell vieles schiefging. Die kämpferische Einstellung war da, doch gegen einen starken Gegner reichten Einsatz und Wille allein nicht aus. Zu viele Fehlwürfe, zu viele technische Fehler und ein überragender Gelnhausener Torhüter machten einen Punktgewinn an diesem Abend unmöglich.

Niklas Ihmer glänzte mit acht Toren, beim Gegner war Jonathan Malolepszy mit elf Treffern der erfolgreichste Schütze.

Gelnhausens Trainer Tim Beckmann sagte anschließend: „Ich möchte vor allem die Einstellung hervorheben, die unsere gesamte Mannschaft in der Abwehr und beim Verteidigen gezeigt hat. Egal, wer auf dem Feld stand: Jeder war sofort voll da. Einige Spieler mussten auf ungewohnten Positionen aushelfen und haben ihre Aufgaben hervorragend gelöst. Das zeigt die große Stärke und Mentalität unserer Mannschaft und verdient ein riesiges Kompliment.“

TVK-Coach Povilas Babarskas meinte: “Ab der zehnten Minute war Gelnhausen heute in allen Belangen die bessere Mannschaft. Wir wissen, dass wir es besser können, haben uns auch Chancen herausgespielt, diese aber nicht genutzt. Heute hat nichts zusammengepasst.”

 

 

Das Bild hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Danke dafür