Handball – 2. Liga: Großwallstadt kämpft – doch der Favorit setzt sich durch
Liebe Leserinnen, liebe Leser.
Leicht hat es Handball Zweitligist TV Großwallstadt dem Favoriten und Erstliga-Absteiger SC DHfK Leipzig nicht gemacht, aber am Ende stand dann doch mit dem 28:33 (13:14) eine Niederlage zu Buche. Doch das Ergebnis erzählt längst nicht die ganze Geschichte dieser Partie.
Die Gäste erwischten den besseren Start, legten von Anfang an vor. Nach dem 2:2 legte Leipzig schnell nach und ging über 4:2 bis auf 7:3 (9. Minute) davon. Doch Großwallstadt ließ sich davon nicht beeindrucken. Die Mannschaft kämpfte, packte vor allem in der Abwehr alles aus und stellte den Favoriten immer wieder vor Probleme. Auch im Tor hatte der TVG einen starken Rückhalt: Anel Durmic zeigte eine sehr gute Partie und sorgte mit wichtigen Paraden dafür, dass Leipzig sich nicht frühzeitig entscheidend absetzen konnte.
Nach und nach kamen die Hausherren, die ohne den verletzten Jannek Klein, dafür mit Niklas Ihmer, der einen Kurzeinsatz bekam, besser ins Spiel. Florian Eisenträger verwandelte die Siebenmeter, bis auf einen, souverän und in der 20. Minute stand es 10:11. Kurz darauf bot sich beim 11:13 die große Chance, den Rückstand wieder zu verkürzen – doch der Ball flog über das Tor. Leipzig erhöhte auf 14:11 und TVG-Trainer Andrè Lohrbach nahm in der 25. Minute eine Auszeit. Danach passierte erst mal nichts mehr: Von der 23. bis zur 29. Minute fiel überhaupt kein Tor. Weder hüben noch drüben. Beide Abwehrreihen arbeiteten intensiv, und auch Leipzig fand lange keinen Weg durch die Deckung des TVG. Kurz vor der Pause gelang Großwallstadt schließlich noch das 13:14 durch Kapitän Patrick Gempp. Die Partie war also wieder offen.
Mit nur einem Tor Rückstand ging es in die Kabinen – und die Partie war völlig offen.
Nach dem Seitenwechsel erwischte erneut Leipzig den besseren Start. Innerhalb kürzester Zeit stand es 17:13 für die Gäste. Der TVG nahm erneut seine Auszeit, auch um den Spielfluss des Favoriten zu unterbrechen und wieder zurück in die Partie zu finden. Zunächst schien Leipzig dennoch davonzuziehen und beim 27:20 in der 47. Minute schien die Vorentscheidung endgültig gefallen, denn zu diesem Zeitpunkt sah vieles nach einer deutlichen Niederlage aus. Leipzig zeigte seine ganze Klasse und nutzte die Fehler der Gastgeber konsequent aus. Doch der TVG gab sich nicht geschlagen. Die Mannschaft zeigte Moral, kämpfte weiter, stellte sich in der Abwehr immer wieder dem Leipziger Angriff entgegen und verkürzte auf 24:28. Leipzig legte noch einmal nach, doch Großwallstadt blieb dran. In der 57. Minute hieß es plötzlich nur noch 27:30.
Die Fans durften wieder hoffen. Leipzig musste in dieser Phase noch einmal alles geben, um die Partie endgültig unter Kontrolle zu bringen. Der TVG hatte sich nach dem 20:27 noch einmal eindrucksvoll zurückgekämpft. Doch am Ende setzte sich der Favorit durch. Leipzig brachte den Vorsprung über die letzten Minuten und gewann letztlich mit 33:28.
Auch wenn der TVG damit ohne Punkte blieb, hat die Mannschaft gezeigt, dass sie sich vor einem solchen Gegner nicht verstecken muss. Besonders Anel Durmic im Tor überzeugte, ebenso Yessine Meddeb im rechten Rückraum. Florian Eisenträger blieb von der Siebenmeterlinie sicher und der junge Redkyn agierte gut. 
Auffällig war, das Großwallstadt kein einziges Mal führte. Nach dem 2:2 gelang auch kein Ausgleich mehr. Und dennoch war Leipzig über weite Strecken alles andere als ungefährdet. Das bestätigte auch Leipzigs Torhüter-Trainer Milos Putera: „Ich habe gewusst, dass es hier in Großwallstadt nicht einfach werden wird. Der TVG hat eine junge, hungrige Mannschaft, die ohne Druck aufspielen konnte. Sie spielen schnell nach vorne und stehen in der Abwehr gut.” Gleichzeitig sah er bei seinem eigenen Team noch Luft nach oben: „Bei uns ist noch das eine oder andere verbesserungsfähig.“
Für Leipzig bedeutet der Sieg zunächst einmal ein paar Tage zum Durchatmen. Nach dem Montag- und Freitagspiel kann die Mannschaft laut Putera erst einmal zwei Tage verschnaufen, bevor es weitergeht. Bei den Leipzigern war Staffan Peter, Matej Klima, Finn Schroven und Dean Bombac, zusammen mit Torhüter Anadin Suljakovic die Besten.
Für den TVG blieb zwar die Erkenntnis, dass es gegen einen solchen Favoriten noch nicht für Punkte reicht. Die kämpferische Leistung, der starke Auftritt der Abwehr und die Tatsache, dass sich die Mannschaft auch bei einem 20:27 nicht aufgab, machen aber Mut für die kommenden Aufgaben.






