Zwei große Lieben hat Ronnie Büttner aus Aschaffenburg. Seine Ehefrau Marion und den FCK. Oder war es doch umgekehrt? 🙂 Egal, Marion sieht es gelassen, denn sie ist ebenfalls FCK-Fan und begleitet ihren Mann sehr oft ins Stadion.

Von klein an hat Ronnie Fußball beim TV Aschaffenburg gespielt. Er hatte damals in der F- und E-Jugend den gleichen Trainer wie Felix Magath, nämlich Alexander Petschner. Nach der E-Jugend ging er für zwei Jahre zur Viktoria Aschaffenburg und spielte dort im Tor. Anschließend zog es ihn zum Eisenbahner SV, wo er bis zu seinem 14. Lebensjahr spielte. „Dann hatte ich keine Lust mehr auf Fußball“, sagt der Aschaffenburger. Obwohl in seiner Familie Fußball von jeher ein Thema war. Sein Papa war bekennender MSV Duisburg-Fan. „Daher kommt auch mein Vorname“. Denn beim MSV spielte damals Ronnie Worm. Also war klar, wenn es männlichen Zuwachs im Hause geben sollte, dann heißt der Bub Ronnie.

Der FCK-Virus
Seine Mama und sein Bruder sind Bayern-Anhänger und Ronnie war früher 60er-Fan. Seine Liebe zum FC Kaiserslautern fing bei einem Spiel der Eintracht Frankfurt an. „Es war die Abstiegssaison 96. Damals fuhr ich mit Kumpels zum Spiel, weil die 60er und die Kaiserslautern Fans eine sogenannte Fan-Freundschaft hatten. Und mir hat es dann so gut gefallen, dass ich die Woche darauf zum Spiel nach Kaiserslautern gefahren bin“, erzählt er grinsend. Damals hat er 50 Mark für eine Eintrittskarte auf dem Schwarzmarkt bezahlt. Aber das war es ihm wert und von diesem Tag an wurde er vom FCK-Virus infiziert.
In der Saison 96/97 spielte sein Verein in der 2. Liga und er hat damals alle 34 Spiele gesehen und eine Saison später kaufte Ronnie sich zum Wiederaufstieg seine erste Dauerkarte. „Die Atmosphäre, die Stimmung im Fritz-Walter-Stadion ist einfach toll“, erzählt er begeistert. In der Saison 97/98 musste sein FCK das erste Spiel bei Bayern München bestreiten und er fuhr mit Kumpels im Zug dahin, sagte mehr aus Spaß: „Wenn wir heute dort gewinnen, werden wir deutscher Meister!“. Er sollte sich als Orakel betätigen, denn es hat tatsächlich geklappt und der Mannschaft gelang das Kunststück, im Aufstiegsjahr sofort deutscher Meister zu werden.
Für Ronnie war das Ansporn genug, jetzt auch die Champions League-Spiele, den UEFA Pokal usw. zu besuchen.

Die erste Fahne
In der Spielzeit 99/2000 gab es noch den Ligapokal, der vor der Saison ausgetragen wurde. Der FCK spielte damals in Mannheim – ausgerechnet gegen 1860 München. Zu diesem Highlight hat Ronnie die erste Fan-Fahne anfertigen lassen mit der Aufschrift „FCK-Fans Aschaffenburg“. In der darauffolgenden Woche spielte sein Club gegen die Bayern in Augsburg. Er schaute sich natürlich auch die Fernsehaufzeichnungen an und merkte, dass die Fahne im TV zu klein rüberkam. „Also habe ich eine größere anfertigen lassen“, grinst er. Diese war dann zehn Meter lang und 1.20 Meter hoch. Kosten: 300 Mark.
2000/01 war er erneut bei allen Heim- und Auswärtsspielen zugegen plus UEFA Pokal. Sein Verein verlor im Halbfinale gegen den spanischen Club CD Alavez. Zu dieser Zeit nahm er seine damalige Freundin und jetzige Ehefrau das erste Mal zu einem Auswärtsspiel mit. Es ging nach Prag und Marion hatte der Ausflug so gut gefallen, dass seitdem auch sie das FCK-Fieber gepackt hatte. Die darauffolgenden Runden (2001/02, 2002/03, 2003/04) verbrachte Ronnie seine freie Zeit wiederum in vielen Stadien, denn er hat kein einziges Pflichtspiel seiner Lauterer verpasst. Erst 2004 konnte er das vorletzte Spiel im DFB-Pokal gegen Freiburg nicht sehen, da er sich an der Achillessehne operieren lassen musste. „Ich hatte damals einen tollen Chef, der Verständnis für meine Leidenschaft hatte. Also habe ich zu den Spielen immer Urlaub genommen und in der fußballfreien Zeit durchgearbeitet.“ In jedem Stadion in der ersten und zweiten Liga kennt sich der heutige Stadtbusfahrer aus und weiß, wo es die beste Stadionwurst gibt … 🙂
Ab 2003/04 gab es die dritte Fahne, diesmal mit rotem Hintergrund und weißer Schrift. Die Sammlung war nun komplett, denn die große Variante wurde für die Heimspiele genutzt, die kleine für die Auswärtspartien eingepackt. Zu dieser Zeit hat sich der Tattoo-Fan sogar einen FCK Teufel auf den rechten Unterarm stechen lassen.
Allerdings gab es in all der Zeit auch nicht immer Grund zur Freude, denn der Aschaffenburger war zweimal live beim Abstieg dabei. „Das war echt traurig und tat weh“, erinnert er sich ungern an die Zeit. Als es wieder einmal soweit war und die zweite Liga rief, fuhr Ronnie nur noch zu den Heimspielen nach Lautern. Er erinnert sich: „Im zweiten Jahr zweite Liga in der Saison 2007/08 sind wir fast in die dritte Liga abgestiegen. Am 18. Mai 2008 war das entscheidende Spiel gegen den 1. FC Köln. Das haben wir dann daheim mit 3:0 gewonnen. Köln hatte eine Riesenchance durch Helmes. Der traf nur den Pfosten. Danach setzte Regen ein und es folgte typisches Fritz-Walter-Stadion-Wetter. Die Kölner hatten keine Chance mehr und nach Spielschluss haben wir alle geweint.“ Tränen der Erleichterung!
2009/10 machte sein Club den Wiederaufstieg perfekt, doch erneut ging es 2012/13 nach unten. Seither spielt der FCK in der zweiten Liga. Nach all den Jahren ist Ronnie nicht mehr so „verrückt“ wie zu Beginn. „Ich habe immer noch eine Dauerkarte, aber ich bin nicht mehr bei jedem Spiel dabei“, sagt er. „Es gibt wichtigeres im Leben.“ Und durch den Umbau wegen der WM ist die Stimmung auch nicht mehr so gut wie zuvor. „Das Stadion ist von 38000 auf 51000 Zuschauer ausgebaut worden. Das merkt man natürlich, wobei derzeit im Schnitt nur cirka 30 000 Fans zu den Spielen kommen.“
In seiner langen Zeit als Fan sind auch viele private Kontakte entstanden. Er hat zum Beispiel sehr guten Kontakt zu Tim Wiese, hat sicherlich 15 Trikots und 20 paar Torwarthandschuhe von ihm alleine. Insgesamt ist seine Trikotsammlung auf ungefähr 100 Stück angewachsen und er sagt stolz: „Die, die ich gekauft habe, kann ich an einer Hand abzählen. Die meisten wurden mir von den Spielern geschenkt.“
An eine Geschichte erinnert sich der 35-Jährige auch sehr gerne. Beim Aufstieg 2009/10 war ein „Aschaffenburger Jung“ mit auf dem Platz. Ivo Ilicevic, aufgewachsen in Aschaffenburg Südring in „Fort Yuma“. Und 2010/11 aufm Betze schoss Ilicevic das 1:0 gegen die Bayern. Am Ende hieß es dann 2:0.
Mit der aktuellen Saison ist der „Fußballspezialist“ nicht ganz einverstanden. Seiner Meinung nach zeigt sein Team seine Qualitäten nicht und er orakelt: „ Ich denke, dass wir Ende der Runde hinter den Aufstiegsplätzen stehen.“
Einen Traum hätte der Aschaffenburger schon noch. Einmal Busfahrer beim FCK zu sein. 2003 hatte er die Chance, als Zeugwart bei den Amateuren anzufangen. „Das hätte mich sehr gereizt. Aber damals hatte ich gerade eine Lehre als Gerüstbauer angefangen und die wollte ich zu Ende bringen und nicht zwischendurch abbrechen.“
Im Nachhinein ist alles gut, wie es gekommen ist und Ronnie wird weiter seinem Verein die Treue halten, seinen Platz auf der Haupttribüne auch in der kommenden Runde haben und – anstatt die FCK-Spieler die Aschaffenburger Einwohner im Bus „herumkutschieren.“

Die Fotos hat uns Ronnie dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Dafür sagen wir vielen Dank!

 

 

 

„Gemeinsam Geschichte geschrieben: 2. Bundesliga – WIR sind dabei!“

So ist es zu lesen auf der Homepage des frischgebackenen Fußball-Zweitligisten FC Heidenheim 1846. Nach 35 Spieltagen machte die Mannschaft von Erfolgstrainer Frank Schmidt den Aufstieg beim SV Elversberg mit dem 1:1 vorzeitig perfekt. Die rund 1000 mitgereisten FCH-Fans erlebten den erstmaligen Aufstieg in die 2. Bundesliga mit und es gab nach dem Schlusspfiff kein Halten mehr. „Nie mehr dritte Liga, nie mehr, nie mehr“, sangen die Fans immer wieder und freuten sich unbändig mit ihren Lieblingen. Der Vater des Erfolgs, Trainer Schmidt, sagte: „Die Spieler sind die wahren Helden“ und das macht ihn so sympathisch. Denn ohne ihn wäre dieser Kraftakt sicher nicht möglich gewesen.

Egal, wie. Uns bleibt, dem FCH alles Gute und weiter viel Erfolg zu wünschen.

Unser Fotograf, Jan Mauch, war live in Elversberg dabei und hat uns ein paar Bilder zur Verfügung gestellt. Dafür vielen Dank.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viele mögen sich jetzt denken, hm, FC Heidenheim? Wer oder was ist das denn? Ehrlich gesagt, habe ich das auch noch bis vor kurzem gedacht. Da das Leben aber sehr oft eigene Wege geht, ist mir der FCH mittlerweile bestens bekannt und vergangene Woche, genauer gesagt am 29. März, habe ich einen Spieltag dort verbracht.

Der FCH ist auf dem Sprung in die zweite Fußball-Bundesliga und hatte vergangenen Samstag den Tabellenachten RW Erfurt zu Gast. Vor einer Rekordkulisse von 11400 Fans machte sich die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt daran, den nächsten Dreier einzufahren und damit die Verfolger Leipzig und Darmstadt weiter auf Distanz zu halten.

Doch bevor es soweit war, durfte ich zunächst den Business Club besuchen und mich über die Gastfreundschaft der Heidenheimer freuen. Das Spiel stand im Zeichen des „Darmkrebsmonat März“, was heißt, dass in ganz Deutschland bereits zum 13. Mal für die Darmkrebsvorsorge geworben wird. Das Darmkrebszentrum Heidenheim hat mit der Aktion „Rote Karte dem Darmkrebs“ vor den Fußballfans des 1. FC Heidenheim 1846 in der Voith-Arena versucht, die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren. Seitens des FCH stößt die Aktion auf großes Interesse und wird tatkräftig unterstützt.

Dicke Chancen – keine Tore

Pünktlich um 14 Uhr ging es los und die Einheimischen hatten gleich mehrere dicke Chancen, die sie allerdings nicht verwerteten. Ob sich das wohl rächen würde? In der 40. Minute passierte, was nicht sollte: Die Gäste bekamen von dem keineswegs souverän leitendenden Schiedsrichter einen Elfmeter zugesprochen und Nils Pfingsten-Reddig verwandelte diesen zur 1:0-Führung der Erfurter. Mit einer Menge Wut im Bauch gingen die Heidenheimer in die Pause, waren danach erneut die bessere Mannschaft und endlich erlöste Kapitän Marc Schnatterer in der 58. Minute die Fans mit einem tollen Tor. Wenige Minuten danach nutzte Paddy Mayer eine Chance und netzte zum 2:1 ein (65.). Das sollte auch der Endstand sein. Die Fans kamen aus dem Jubeln nicht mehr heraus und feierten ihr ersatzgeschwächtes Team euphorisch. Und das zu Recht!

Schmuckstück Voith-Arena

Während der Großteil der Zuschauer sich noch über den Erfolg freute, durfte ich mich über einen sehr interessanten Rundgang durch das “Schmuckstück Voith-Arena” freuen. Vorbei am Kids-Club, der mit tollen Steiff-Kuscheltieren ausgestattet ist, über den Presseraum bis hin zum Fan-Shop führte mein Weg.

Nicht zu vergessen Maskottchen „Paule“. Ihn hatte ich sofort ins Herz geschlossen. Paule ist bei jedem Heimspiel, bei jeder Autogrammstunde und bei allen Events dabei und wird von „Groß und Klein“ geliebt.

Wer sich unter dem von der Firma Steiff gesponserten Kostüm versteckt, bleibt ein Geheimnis. Trotzdem konnte ich Paule ein bisschen etwas entlocken. Er freut sich schon auf den „Paule Talenttag“ am 1. Mai. An diesem Tag sichten die FCH-Juniorentrainer ehrgeizige und talentierte Fußballspieler zwischen sieben und 13 Jahren, die gerne beim FCH spielen möchten. „An diesem Tag kommen ganz viele Jugendliche, es gibt ein tolles Rahmenprogramm und leckere Verpflegung“, weiß Paule zu berichten. Er freut sich schon jetzt auf seinen Einsatz und die vielen Fußballtalente um ihn herum. Und wenige Tage danach könnte es ein erneutes Highlight für Paule und Co. werden. Denn mit dem Ende der Runde wird der FCH, so wie es derzeit ausschaut, in die zweite Liga aufsteigen. „Wenn es soweit ist, gibt es hier eine ganz große Sause“, fiebert Paule schon ein bisschen dem Saisonende entgegen. Doch, wie alle hier im Verein, schaut auch er erst einmal noch von Spieltag zu Spieltag.

Nach einem ereignisreichen und vor allem erfolgreichen Tag hieß es für mich zunächst einmal Abschied nehmen. Allerdings steht die nächste Einladung bereits und dieser werde ich gerne folgen. Und ich hoffe, dass ich die „große Aufstiegs-Sause“ live mit erleben darf… Bis dahin wünsche ich dem FCH alles Gute und viel Erfolg!

Diese Woche muss der FCH beim SV Wehen Wiesbaden antreten. Diesem Spiel sehe ich mit etwas gemischten Gefühlen entgegen,  denn auch in Wiesbaden bin ich sehr gerne zu Gast… Deshalb an dieser Stelle viele Grüße an Torsten und Michael!

 

Unsere Bilder zeigen ein paar Eindrücke rund um den FCH und natürlich darf das Maskottchen Paule nicht fehlen…

 

Nach fast neun erfolgreichen Jahren als Sport Marketing Manager beim amerikanischen  US-Sportartikelhersteller Under Armour suchte Alexander Jung nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Diese hat er nun gefunden. Ab Januar 2014 arbeitet er für UFA Sports, ein international tätiges Sportmarketing-Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg. Seine Aufgabe ist die des Teamleiters beim Fußballclub 1. FC Heidenheim 1846 e.V., der kurz vor dem Aufstieg in die zweite Liga steht.

Warum verschlägt es einen gebürtigen Waldaschaffer ausgerechnet ins beschauliche Heidenheim an der Brenz, wie hat er sich mittlerweile dort eingelebt und was sind seine ersten Eindrücke. Wir haben nachgefragt.

Alex, erst einmal Glückwunsch zum neuen Job. Warum hat es Dich ausgerechnet nach Baden-Württemberg verschlagen?

Nach achteinhalb Jahren bei einem Sportartikelhersteller war es für mich persönlich Zeit, die Seiten zu wechseln. Ich wollte entweder bei einem Club oder auf der Vermarktungsseite arbeiten. Die Jahre zuvor hatte ich immer wieder mit Sportvermarktern zu tun und hatte dadurch auch schon einen engen Draht zu UFA. Ja, und dann kam die Anfrage von der Geschäftsleitung von UFA bezüglich der Stelle als Teamleiter beim FCH. Gerade das „Projekt Heidenheim“ hat mich sehr gereizt.

Warum gerade Heidenheim? Bei UFA hättest Du ja viele Möglichkeiten gehabt.

Das mag sein. Aber hier in Heidenheim habe ich die Chance, den möglichen Aufstieg mit zu erleben. Ich kann mithelfen, den gut geführten Club im „Haifischbecken“ des Fußballprofi-Geschäfts zu etablieren. Hier ziehen alle an einem Strang, wollen alle an der Erfolgsgeschichte weiter schreiben und ich kann meinen Beitrag hierzu leisten. Das ist eine tolle Sache und ich habe den Schritt bisher nicht bereut.

Du bist ja sehr sportbegeistert und interessierst Dich natürlich auch für Fußball. Aber wenn Dich einer vor kurzem nach dem FCH gefragt hätte, hättest Du auf Anhieb gewusst, wo der Verein derzeit steht?

Naja, dass hier guter Fußball gespielt wird, habe ich schon gewusst und dass der FCH vor ein paar Jahren, genau gesagt 2009/10 in die dritte Liga aufgestiegen ist, auch. Da kam mir meine Tätigkeit im Sportmarketing definitiv zu Gute.

Warum?

Durch meinen Kontakt zu sehr vielen Proficlubs fiel auch immer wieder der Name FCH. Dadurch habe ich bereits im Vorfeld viel Gutes über den Verein gehört und gewusst, dass die Mannschaft sehr erfolgreich unterwegs ist. Der Club ist in den letzten beiden Saisons mehr als knapp am Aufstieg in die zweite Liga vorbei geschrammt. Aber diesmal haben wir alle Trümpfe in der Hand und dem Aufstieg sollte wohl nichts mehr im Wege stehen.

Seit ein paar Wochen bist Du der neue Teamleiter und hast Dein Büro in der FCH-Geschäftsstelle. Wie ist Dein bisheriger Eindruck?

Durchweg positiv. Es gefällt mir hier richtig gut. Hier wird einerseits sehr professionell gearbeitet, andererseits herrscht ein familiärer Umgang untereinander. Die Stadt, die Region, der Verein ziehen – wie schon gesagt – alle an einem Strang. Die Mannschaft ist ehrgeizig und sympathisch und das komplette Umfeld identifiziert sich mit dem Verein. Das ist ganz toll. Und hier ist das Motto „Geradeaus und ehrlich“ nicht nur ein Spruch, das wird hier wirklich gelebt. Das kann ich nach der kurzen Zeit schon bestätigen.

Du hast ja vorher bei Under Armour gearbeitet und hattest oft die Qual der Wahl, welchen Verein das Unternehmen als Ausrüster unterstützen sollte. Jetzt hast Du die Seiten gewechselt und eine Deiner Aufgaben ist es, den Verein zu vermarkten. Wie fühlt sich das an?

Das fühlt sich gut an. Natürlich ist meine Aufgabe nun eine andere. Aber das macht ja gerade den Reiz der neuen Herausforderung aus. Früher war ich in den unterschiedlichsten Sportarten weltweit unterwegs, wobei auch hier der Fußball die Hauptrolle gespielt hat. Denn immerhin rüstet oder rüstete Under Armour nationale und internationale Topclubs wie Borussia Dortmund, Tottenham Hotspurs, Hannover 96, FC Everton oder FC Wacker Innsbruck aus. Nun steh ich auf der anderen Seite und freue mich sehr auf meine neue Aufgabe, den Verein vermarkten zu dürfen.

Der FCH wird mittlerweile von über 300 Partnern und Sponsoren unterstützt. Das ist schon eine Hausnummer. Wie siehst Du die weiteren Vermarktungspotenziale?

Erst einmal muss man sagen, dass der FCH mit seinen zwei großen Partnern Hartmann und Voith auf grundsoliden Säulen steht. Weiter haben wir den Businessclub, der mit über 1200 Plätzen komplett belegt ist. Das sind Voraussetzungen, um die uns viele Profivereine beneiden. Die Sponsorenstruktur wird ja besonders durch die zahlreichen regionalen Partner getragen und das ist einmalig in Deutschland. Als einen großen Teil meiner neuen Aufgabe sehe ich, diese bestehenden Partnerschaften weiter zu stärken. Desweiteren gilt es, neue Partner zu akquirieren.

Durch den tollen sportlichen Erfolg der Mannschaft werden wir natürlich auch bundesweit stärker wahrgenommen. Wir haben die Drittliga-weit einzige LED-Bande und daher sind wir auch für überregionale Partner interessant geworden. Generell steckt in verschiedenen Bereichen noch Vermarktungspotenzial.

Was siehst Du kurz- bzw. mittelfristig als die größte Herausforderung?

Wir planen derzeit eine Stadionerweiterung und dadurch wird es 20 neue Logen geben. Also können wir unsere Logenanzahl auf insgesamt 38 erhöhen. Das ist natürlich schon eine große Herausforderung, diese zu vermarkten. Die nächste große Aufgabe wird sein, bei einem Aufstieg unsere fast 300 Partner auf unsere „Reise zweite Liga“ mitzunehmen. Ein weiteres großes Thema ist unser Leistungszentrum. Das wird neu gebaut und auch hier suchen wir Partner. Wir wollen unseren Verein so gestalten, dass auch national tätige Unternehmen uns interessant finden.

Noch ein Wort zum Privaten. Hast Du Dich in Heidenheim schon eingelebt, hast Du schon eine Wohnung gefunden?

Zurzeit wohne ich noch im Hotel, habe aber vor kurzem eine Wohnung gefunden, die ich demnächst beziehen werde. Mittlerweile weiß ich auch schon, wo ich am besten zum Beispiel zum Einkaufen gehe, wo ich gut Essen gehen kann und und und… (grinst). Heidenheim ist eine kleine, feine Stadt und eine der Sehenswürdigkeiten ist das schöne Schloss. Die Leute hier sind sehr hilfsbereit und machen es mir leicht, mich schnell zu integrieren. Es gefällt mir wirklich sehr gut hier.

Du bist ja in Deiner Heimat oft in Sachen Tennis und/oder Golf unterwegs, hast bis vor kurzem noch Tennis-Bundesliga in Deiner Altersklasse gespielt. Wird das jetzt erst einmal auf „Eis“ gelegt?

In erster Linie ist mein Lebensmittelpunkt nun in Heidenheim. Alles andere wird sich finden. Und es ist ja nicht so, dass es in Heidenheim und Umgebung nicht auch schöne Tennis- und Golfplätze gibt. Die ersten Herausforderer in Sachen Tennis stehen schon in der „Warteschleife“. Unser Cheftrainer Frank Schmidt, unser Geschäftsführer Holger Sanwald und unser Vizepräsident Michael Schuck haben mir schon „angedroht“, meine Bundesliga-Tauglichkeit in Sachen Tennis prüfen zu wollen… (lacht).

Nun, dann wünschen wir Dir viel Spaß dabei, sagen vielen Dank für’s Gespräch und wünschen Dir für Deine neue Aufgabe alles Gute und viel Erfolg!

Das Bild wurde uns freundlicherweise vom FCH zur Verfügung gestellt und zeigt Alex im Stadion.

Hier noch ein paar kleine Informationen:

Über UFA Sports

UFA Sports hat seinen Hauptsitz in Hamburg und beschäftigt derzeit mehr als 100 hoch qualifizierte Mitarbeiter in Europa und Asien. Das erfahrene Senior Management Team mit Robert Müller von Vultejus, Philip Cordes und Stefan Felsing in Hamburg ist dabei der Dreh-und Angelpunkt der Sportmarketing-Aktivitäten von UFA Sports. Kunden und Partner profitieren dabei von kumuliert über 50 Jahren Erfahrung in der Sportvermarktung.

Über den 1. FC Heidenheim 1846. e.V.

Der 1. FC Heidenheim 1846 e. V. ist ein Fußballverein, der 2007 durch die Abspaltung der Fußballabteilung des Heidenheimer Sportbundes entstand. Die erste Herrenmannschaft spielt seit der Saison 2009/10 in der 3. Liga. Zuvor, genauer gesagt im Jahre 1910, schlossen sich Voith-Ingenieure (Voith ist ein vorwiegend im Maschinenbau tätiger, deutscher Konzern mit Firmensitz in Heidenheim an der Brenz. Das Familienunternehmen befindet er sich zu 100 Prozent im Besitz der Nachkommen von Friedrich Voith und es ist einer der großen Partner des FCH, Anm. d. Red.) zusammen und brachten unter dem Namen VfB Heidenheim erste Strukturen in den Heidenheimer Fußball. Seither erlebte die beliebteste Sportart Deutschlands in der Stadt an der Brenz jede Menge sportliche Höhen und Tiefen. Und das unter den verschiedensten Namen.

Vor kurzem hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum öffentlichen Training in die Mainzer Coface-Arena geladen – und die Fans kamen in Scharen. Über 20 000 kostenlose Tickets gingen weg wie warme Semmeln. Alle wollten das DfB-Team trainieren sehen. Unter ihnen auch Katerina. Sie kam in den Genuss von VIP-Tickets, was hieß, dass sie die Spieler nicht nur auf dem Platz ganz nah zu Gesicht bekam. Auch beim anschließenden gemeinsamen Abendessen mischte sie sich unter Löw, Lahm, Schmelzer, Müller und Co.

„Alle waren völlig relaxt, schrieben Autogramme oder ließen sich mit den Besuchern im VIP-Raum der Arena fotografieren“, beschrieb Katerina die lockere Atmosphäre nach der Trainingseinheit. Da wurden mit Joachim Löw ein paar lockere Worte gewechselt, mit Nationalmannschaftspsychologe Dr. Hans-Dieter Hermann gab es ebenso ein bisschen small talk wie mit Mario Gomez. Alles in allem ein gelungener Abend.

Weniger gelungen war dann zwei Tage später das Länderspiel gegen Paraguay in Kaiserslautern. 3:3 lautete der Endstand und die Erkenntnis, dass noch viel Arbeit auf Löw und seine Mannschaft wartet.

 

Unsere Bilder zeigen ein paar Eindrücke vom öffentlichen Training.

Endlich war es soweit. Am Samstag, 18. Mai, läutete die Fußball-Bundesliga um 15.30 Uhr ihren letzten Spieltag ein. Nur noch schnell 90 Minuten die Hoffenheimer in Schach halten, natürlich mit einem Sieg die Runde beenden und dann endlich die Gedanken nur noch an London „verschwenden“. So hatte ich mir das auf meinem Weg Richtung Dortmund vorgestellt. Aber es sollte anders kommen und am Ende musste ich, wie viele andere auch, sehr enttäuscht die Heimfahrt antreten.

Nach 90 mehr als durchwachsenen Minuten hatte 1899 Hoffenheim mit 2:1 die Nase vorn.

Zwar führten die Einheimischen mit 1:0. Danach war es allerdings vorbei mit der Herrlichkeit. Zwei Elfer sorgten letztlich für Jubelstürme bei den Gästen, denn sie entgingen mit diesem Sieg dem direkten Abstieg. BVB-Trainer Jürgen Klopp: „Wir haben 60 Minuten überragend gespielt, aber unsere Möglichkeiten nicht genutzt.“ Er muss bei einem anderen Spiel gewesen sein, denn es war am Spiel der Dortmunder ganz und gar nichts überragendes zu sehen. Das sahen sogar eingefleischte VIP‘s nach der Begegnung so und es wurde heftig zwischen frischem Spargel und Erdbeerschnittchen diskutiert.

Doch das ist nun alles nebensächlich. Heute Abend geht es um alles oder nichts und die Dortmunder blasen zum Angriff „Mission Henkelpott“.

Ein ganz großer BVB-Fan ist Christian Plesser, Handball-Jugendkoordinator bei der TVG-Junioren-Akademie. Schon als Steppke wurde er mit dem BVB-Virus infiziert und trägt ihn bis heute in sich. Auch seine Freundin Sandra ist total auf schwarz-gelb eingestellt und die beiden überlegten, ob sie von Großwallstadt nach Dortmund fahren sollen, um dort die große Party mitzuerleben. Dieser Gedanke wurde zwar verworfen. Jetzt geht eben im Hause Plesser „der Punk“ ab.

„Die Begegnung ist für mich eine ganz klare Sache“, sagt Christian im Brustton der Überzeugung. „Wir werden die Bayern ganz geschickt auskontern und am Ende wird Europa schwarz-gelb sein!!! Der Henkelpott muss in den Ruhrpott. Dort ist er zu Hause!“

Sein Tipp ist klar: 3:1 gewinnen seine „Dortmunder“.

In ein paar Stunden werden wir alle mehr wissen. Die Vorfreude steigt und ich freue mich auf ein gutes, faires und spannendes Spiel.

 

 

Das schwarz-gelbe Meer im siebten Fußball-Himmel

Der 24. April wird ein denkwürdiger Tag werden, denn genau an dem Tag legte der BVB Dortmund den Grundstein zum Einzug ins Finale.

Wembley wir kommen!

Die 65 829 Fans im Signal Iduna Park verwandelten die Arena beim Halbfinal-Hinspiel gegen Real Madrid in einen Hexenkessel und als sie das Lied „Echte Liebe“ sangen, hatte ich einmal mehr Gänsehaut. Als Robert Lewandowski nach knapp acht Minuten zum 1:0 einnetzte, waren die Fans nicht mehr zu halten.

Die Einheimischen spielten groß auf und alle hatten ihre Hausaufgaben gemacht. Weidenfeller war hellwach, seine Vorderleute ebenso. Real drückte, doch der BVB ließ nichts mehr anbrennen und schickte die Spanier mit 4:1 nach Hause.

Was für ein toller Fußball-Abend. Da war es auch nicht schlimm, dass wir bei der Heimfahrt sage und schreibe 45 Minuten benötigten, um aus dem Parkplatz heraus zu kommen. Es ging gar nichts mehr. Doch das war alles egal, spielte überhaupt keine Rolle! Wichtig war nur, dass wieder eine Hürde auf der „Road to Wembley“ weggeräumt war.

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Am Sonntag (5. Mai 2013) machten wir uns auf Richtung München. Auf Einladung unseres Freundes Sascha wollten wir uns die Löwen gegen Union Berlin anschauen – Tabellensechster gegen Siebter. Mein Tipp zuvor: 3:1 für die Löwen. Beinahe sollte ich Recht behalten. Am Ende war das 3:0 noch schöner!

Die Stimmung unter den 18100 Fans konnte nicht besser sein, als Benny Lauth mit seinem ersten Treffer vorlegte. Moritz Stoppelkamp und noch einmal Lauth machen den Dreierpack perfekt.

Die Berliner Fans machten das Beste aus der Situation, stimmten “Oh, wie ist es schön” an und die einheimischen Fans sangen fleißig mit. Als die Gästezuschauer dann auch noch “always look on the bright side of life” sangen und ihre Mannschaft mit den Worten: “ein Tor könnt ihr doch schießen. Ein Tor, das kann doch nicht so schwer sein” zu etwas mehr Tordrang animierten, war es zum Gewinnen allerdings schon zu spät.

Fazit des Fußballsonntags: So friedlich wie heute darf es ruhig immer zugehen – und – wir dürfen wieder kommen, denn wir haben den Münchnern Glück gebracht!

 Auf den Spuren des verlorenen Henkelpotts
oder
das Wunder von Dortmund

Was für ein Fußballabend! Ich kann es kaum in Worte fassen. Als ich zwei Stunden vor Spielbeginn auf den Parkplatz im Signal Iduna Park fuhr, war ich beileibe nicht die Einzige. Ich war total überrascht, wie viele Fans sich schon versammelt hatten, um ihren BVB im Spiel gegen den FC Malaga zu unterstützen. Der Weg zum Stadion ähnelte einem schwarz-gelben Meer. Die Vorfreude war bereits jetzt zu erkennen.
Was die 65829 Zuschauer dann in der Arena ablieferten, war aller Ehren wert. Die Stimmung war von Anfang an am Überschwappen und als dann die Choreographie auf der Südtribüne losging, war Gänsehaut pur angesagt. Nicht nur bei mir. Und selbst den alt eingefleischten BVB-Zuschauern blieb der Mund offen stehen.
Es hat einfach alles gepasst. Bis auf das Ergebnis. Der BVB hat, meiner Meinung nach, nicht gut gespielt. Zu viele technische Fehler, zu wenig Spritzigkeit. Malaga hingegen machte aus seinen Möglichkeiten das Optimale. Das 1:2 war die Quintessenz. In meiner Reihe standen die Leute auf und wollten enttäuscht nach Hause gehen – als plötzlich das Unfassbare geschah. Als Marco Reus das 2:2 erzielte, waren exakt 90 Minuten und 45 Sekunden gespielt. Die Fans hatten sich noch gar nicht vom Ausgleich beruhigt, da schoss Felipe Santana das nie und nimmer für möglich gehaltene 3:2. Nun waren 90 Minuten und 54 Sekunden gespielt. Es gab kein Halten mehr. Weder auf dem Rasen, noch auf den Rängen. Nicht nur Spieler und Verantwortliche lagen sich in den Armen. Auch auf den Rängen herzten und drückten sich wildfremde Menschen, feierten ihre Helden euphorisch!

69 Sekunden, die eine ganze Region zum Ausflippen brachten! 69 Sekunden, die Trainer Klopp und seine Jungs zu den glücklichsten Menschen werden ließ! 69 Sekunden, die den Fußball-Fans den Himmel auf Erden bescherten!
Auf der anderen Seite schlichen die Gäste aus Malaga wie ein Häufchen Elend vom Feld. Sie konnten einem schon fast wieder leid tun. Aber so ist der Sport.
Ich für meinen Teil freute mich unendlich, dass ich bei so einem Highlight dabei sein durfte. Mein besonderer Dank geht deshalb an unseren Freund Patrick, der mir dies ermöglicht hat.
Auf jeden Fall bin ich beim nächsten Mal wieder dabei und vielleicht wiederholt sich das Wunder! Wer weiß …

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Im Spiel der Tabellennachbarn aus dem unteren Drittel stand viel auf dem Spiel. Vor allem die Bochumer mussten unbedingt Boden gut machen, schließlich haben sie noch ein schweres Restprogramm.
Doch die gut 13000 Zuschauer trauten ihren Augen nicht. In der achten, 29. und 37. Minute platzten die Träume im rewirpowerStadion und die Fans waren richtig sauer. „Wir haben die Schnauze voll“ klang es von den Rängen und den Unmut bekam vor allem Keeper Andreas Luthe zu spüren.
Nach der Partie war „dicke Luft“ angesagt. Als dann auch noch die Spieler sich der Presse gegenüber nicht gesprächsbereit zeigten, war dies kein gutes Zeichen nach außen. Die Mannschaft nahm einen Tag später Stellung, wollte nach dem Gang in die Ostkurve sich erst als Team zusammen zu setzen, ehe sie sich den Medienvertretern öffnet.
Probleme mit dem Trainer?
Doch das war nur das eine Problem. Das weitaus größere Problem zeigte sich in der Leistung des Teams. Es wirkte schon wie Arbeitsverweigerung und die Vereinsführung muss sich fragen, ob der Trainer die Mannschaft überhaupt noch erreicht.
Wie es in Bochum weitergeht, werden die nächsten Tage zeigen.