Doppelten Grund zur Freude hatte Isabell Roch in den letzten Wochen. Erstmals seit sie beim Erstligisten HSG Blomberg-Lippe im Tor steht, haben die Frauen das DHB-Pokal Final Four erreicht. Am letzten April-Wochenende war es soweit. In der Arena in Leipzig standen sich in der bedeutendsten Veranstaltung im Frauen-Handball die vier besten Teams, HC Leipzig, Buxtehuder SV, TSV Bayer Leverkusen und HSG Blomberg-Lippe, gegenüber. Die HSG Blomberg-Lippe setzte sich im Halbfinale mit 27:26 gegen den TSV Bayer Leverkusen durch und stand im Finale gegen Gastgeber Leipzig. Zwar verloren sie das Endspiel mit 26:36, doch das tat der Freude keinen Abbruch. Der unglaubliche Erfolg, überhaupt im Finale zu stehen, überwog alles andere. Und dem nicht genug: Isabell, Tochter von TVG-Urgestein Sigi Roch, wurde zur besten HSG-Spielerin gekürt.

„Ich habe nie gedacht, dass wir soweit kommen“, strahlte Isabell.  „Dass wir soweit gekommen sind, ist einfach toll. Unser Finale war das Halbfinale. Hier hat alles gepasst“, erzählt sie. Sie stand vorher noch nie in einem Pokal-Finale und das war natürlich für die junge Torhüterin das Größte. Denn dass ihre Mannschaft überhaupt so weit kam, war ein großes Stück ihr Verdienst. Und gerade in der Arena in Leipzig vor über 5000 Zuschauern zu spielen, war großartig. „Unser Trainer hat im Vorhinein zu uns gesagt: genießt es! Das haben wir dann auch gemacht.“

Komplizierte Meisterschaftsrunde

Die Meisterschaftsrunde dauert bei den Frauen etwas länger als bei den Männern. „Wir haben heuer eine neue Auf- und Abstiegsregelung. Play downs und Play offs. Die ersten sechs spielen um die Play offs, der Rest spielt Play down. Doch nächste Runde haben wir schon wieder einen neuen Modus. Da gibt es keine Play offs mehr“, erzählt Roch. Etwas verwirrend ist die Meisterschaft mit der Aufstiegs- und Abstiegsrunde schon. Das soll in der neuen Saison besser, sprich einfacher, werden. Die Zahl der Teilnehmer wird von zwölf Mannschaften auf 14 aufgestockt. Die HSG Blomberg-Lippe ist diesmal in der Endabrechnung auf dem siebten Platz gelandet. Alles in allem ein gutes Ergebnis.

„Wir haben ein Durchschnittsalter von 22 Jahren, sind damit das jüngste Bundesliga-Team. Natürlich hätte es ein bisschen mehr sein können. Aber generell sind wir zufrieden und unser Highlight war ganz klar, das Erreichen des Final Four“, sagt die 23-Jährige, deren Vertrag noch bis 2015 läuft.

Die Torhüterin fühlt sich bei der HSG sehr wohl, wohnt in Detmold und hat dadurch die Chance, auch die Männer-Bundesliga live zu erleben. „Nach Hannover, Minden, Lübbecke, Melsungen oder Lemgo ist es nicht weit und wir Mädel schauen schon immer mal bei den Männern vorbei. Je nachdem wie unser Spielplan es zulässt“, so Isabell. Bei den HSG-Frauen geht es etwas beschaulicher zu als bei der männlichen Konkurrenz. Isabells Team hat einen Zuschauerschnitt von 730. „Unsere Halle wurde umgebaut und erstmals können wir aufgrund der erweiterten Zuschauerkapazität von bisher cirka 500 Fans vor 900 spielen.“ Die HSG-Mannschaft hat keine Stars. „Wir können nur geschlossen zum Erfolg kommen. Jeder muss alles geben und jeder für jeden kämpfen. Doch so manchmal fehlt uns schon eine richtige Führungsspielerin“, meint die staatlich anerkannte Kosmetikerin. 2012 war sie mit ihrer Lehre fertig. Gefragt, warum es ausgerechnet der Kosmetikberuf sein sollte, sagte sie: „Ich wollte schon immer etwas Kreatives machen. Also habe ich mich für diesen Beruf entschieden und es nicht bereut.“

Der Handball ist ihr, wie ihrer älteren Schwester auch, in die Wiege gelegt worden. Mit fünf Jahren hat sie beim TV Großwallstadt angefangen, in der D-Jugend wechselte sie dann zur HSG Aschaffenburg 08. Bereits mit 15 Jahren entschied sich Isabell, nach Erfurt ins Internat zu gehen. „Die Thüringer hatten mich bei einer Sichtung gesehen und angefragt, ob ich zu ihnen kommen wollte.“ Der Schritt war damals sicher hart für so ein junges Mädchen, doch bereut hat sie ihn nie. „Es war genau richtig“, sagt die Tochter von Sigi Roch heute.

Die Familie ist ihr Rückhalt

Ihr großer Rückhalt ist und war schon immer ihre Familie. „Ich habe nie Druck von meinen Eltern verspürt. Auch nicht von Papa. Das einzige, auf das meine Eltern bei meiner Schwester und mir Wert legten, war, dass wir als kleine Pimpfe zum Turnen gingen.“ Die Eltern waren der Meinung, dass ihre Kinder beim Turnen die grundlegenden Kenntnisse für alle Sportarten mitbekommen. Und sie sollten Recht behalten.

An was sich Isabell sehr gerne in ihrer noch jungen Karriere erinnert, sind die Eintragungen ins goldene Buch. „Zweimal durfte ich es in Erfurt erleben, als wir die deutsche Meisterschaft geholt haben. Nun das erste Mal in Blomberg. Das ist schon ein toller Moment“, freut sie sich.

Wenn Isabell nicht gerade in der Halle steht, verbringt sie ihre Freizeit am liebsten zu Hause in Großwallstadt. „Ich bin sehr gerne daheim bei meiner Familie. Viele denken zwar, dass sich bei uns alles um Handball dreht. Aber das ist nicht so. Mit Papa rede ich über so viele Dinge, wir haben so viele Gemeinsamkeiten. Aber wir reden ganz wenig über Handball.“ Das ist wohl das Rezept, warum sich die beiden so gut verstehen!

Wir wünschen ihr für ihre Zukunft weiter alles Gute und sind überzeugt, dass wir noch viel von ihr hören werden.

Die Bilder hat uns Isabell freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Dafür danke.

 

 Vita:

Geboren am 26. Juli 1990 in Erlenbach

1.77 Meter groß

Position: Torhüterin

Vereine in der Jugend:

TV Großwallstadt

HSG Aschaffenburg 08

Thüringer HC

 Vereine als Aktive:

Thüringer HC

Rhein-Main-Bienen

BVB Dortmund

HSG Blomberg-Lippe (seit 2010)

 

 

 

Jüngst gab es in Warendorf wieder einen Lehrgang der DHB-Junioren- und Jugendmannschaften. Der Lemgoer Handball-Jugendkoordinator Christian Plesser war ebenfalls vor Ort, denn er hatte einen Termin mit DHB-Trainer Wolfgang Sommerfeld.

Woran Christian bei seinem Besuch nicht dachte, war, dass die Bundeswehr ihre Sportsoldaten dort ebenfalls versammelt. “Plessi”, wie ihn seine Jungs nennen, war daher auch völlig platt, als ihm plötzlich die Spies-Zwillinge über den Weg liefen. Es gab ein großes “Hallo” und alle drei freuten sich sehr über das überraschende Wiedersehen.

“Die Überraschung war groß, als ich die beiden dort sah. Die Jungs als Sportsoldaten dort zu sehen – daran hatte ich wirklich in dem Moment nicht gedacht”, freute sich Plessi, seine ehemaligen Schützlinge zu sehen. “Wir haben ein bisschen über alte Zeiten geplaudert, die eine oder andere Anekdote herausgeholt und natürlich viel gelacht”, so Plessi weiter.

Die Spies-Zwillinge waren lange Zeit in der TVG-Junioren-Akademie zu Hause, ehe sie beim Zweitligisten DJK Rimpar Wölfe anheuerten.

Bilder wurden natürlich auch gemacht und die hat uns Plessi freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Auf dem einen Bild ist er, zusammen mit Tom, zu sehen.

 

 

 

Sabine Englert, die seit 2009 das Tor beim dänischen Spitzenverein FC Midtjylland hütet, muss derzeit eine Handballpause einlegen. Der Grund war ihre Knie-OP. Es wurde der Knorpel geglättet und die Plica (eine Falte der inneren Gelenkhaut im Kniegelenk, die in das Innere des Kniegelenks hineinragt) entfernt. „Es war der ideale Zeitpunkt hierfür, denn wir haben insgesamt fünfeinhalb Wochen Pause. Außerdem hätte das Knie nicht mehr die ganze Saison durchgehalten“, erzählt uns Sabine. „Jetzt bin ich gerade mitten in der Reha und hoffe, dass ich bis zum Pokalfinale am 28. Dezember gegen Viborg HK wieder spielfähig bin. Ein Finale lässt man sich natürlich nur sehr ungern entgehen“, schmunzelt die 32-Jährige, sagt aber weiter: „Mit Blick auf das spannende Frühjahr mit der CL-Hauptrunde und den Schlussspielen (Play-offs in Dänemark, Anm. d. Red.) werden wir aber kein Risiko eingehen.“ Zurzeit weilt die Torhüterin, die zwischenzeitlich für eine Woche in ihrer alten Heimat war, schon wieder in Dänemark, wird aber zwei Tage vor Weihnachten wieder für kurze Zeit nach Obernburg zurückkehren.

Auf Platz drei in die Winterpause

Das letzte Spiel vor der Winterpause war für den FCM am 17. Dezember. „Das war das CL-Spiel gegen Lublin. Mit diesem Erfolg haben wir uns den Sieg in der CL-Gruppe gesichert“, strahlt sie. In der Liga überwintert das Team um Sabine auf dem guten dritten Tabellenplatz, gerade einmal einen Punkt hinter den punktgleichen Mannschaften aus Viborg HK und Randers HK. Hier geht es erst am 5. Januar weiter. Sabine und ihre Kolleginnen peilen auf jeden Fall die Meisterschaft an. „Das ist unser Ziel“, sagt sie selbstbewusst.

Nationalmannschaft ist Geschichte

Nach über zehn Jahren und 206 Länderspielen hatte die Nationaltorhüterin direkt nach der enttäuschenden WM im Dezember 2011 ihren Rücktritt erklärt. „Mein letztes Ziel war die Teilnahme an Olympia in London. Das sollte nach zehn Jahren Frauen-Nationalmannschaft ein würdiger Abschluss für mich selbst sein. Ich wollte einfach ein bisschen mehr Freizeit haben und konnte auch merken, dass mein Körper ab und zu einfach ein paar Tage Pause braucht. Die hat man aber doch sehr selten, wenn man Nationalmannschaft spielt“, erzählt Sabine.

Bei der gerade laufenden WM in Serbien fiebert sie mit und drückt ihren ehemaligen Kolleginnen die Daumen. Deutschland steht mittlerweile im Viertelfinale und trifft heute Abend (18.12.2013) um 20.15 Uhr in Novi Sad auf Dänemark. Der Favorit auf den Titel ist für die Keeperin Norwegen.

 

 

 

Der frühere Trainer des jetzigen Handball-Zweitligisten TV Großwallstadt ist seit dem 01. Juli 2013 kein Coach mehr beim TVG.  Sein Vertrag galt nur für Liga eins und mit dem Abstieg der Unterfranken endete sein Arbeitsverhältnis. „Ich habe lange Zeit gebraucht, um mich von dem anstrengenden letzten Jahr beim TVG zu erholen. Wegen einem Punkt beziehungsweise wegen einem Tor abzusteigen, ist so bitter. Daran hatte ich lange zu knabbern, habe lange nicht geschlafen, nur gegrübelt und brauchte viele Wochen, um dies alles zu verarbeiten“. Seit Januar 2008 arbeitete David für den TVG, zunächst im Jugendbereich, dann war er Co-Trainer unter Michael Roth. Als dieser erkrankte, sprangen er und der ehemalige Teammanager Uli Wolf in die Bresche. „Für Michael tat es mir so leid, aber für Uli und mich war dies eine tolle Zeit“, erinnert er sich. Ab dem 01. Januar 2010 übernahm Michael Biegler die Verantwortung auf der Bank und Peter David war sein Co-Trainer. Doch nicht lange, denn bereits am 01. Dezember hieß es wieder: „David übernehmen Sie!“.  Nach der Saison 2012/13 war dann endgültig Schluss für den früheren Nationalspieler.

Fast zeitgleich war auch Schluss mit dem Job als slowakischer Männer-Nationaltrainer. In der Slowakei gab es Ende Juni einen enormen Umbruch bei den Männer- und Frauenmannschaften.  „Die Führungsteams wurden komplett ausgetauscht und alle alten Verantwortlichen waren von jetzt auf nachher weg“, schildert David die Situation. Für ihn bedeutete dies zwar noch mehr Freizeit, aber auch kurzfristig mehr Aufregung, Hektik und Telefonate, ehe alles geklärt war.

Heiß für eine neue Herausforderung

Mittlerweile hat sich der 47-Jährige von den Turbulenzen der letzten Monate erholt, hat seinen Akku aufgeladen und ist wieder heiß für eine neue Herausforderung. „Ich verfolge, soweit es geht, alle Spiele der ersten und zweiten Liga. Ich möchte den Kontakt zu meinen Kollegen  nicht verlieren. Daher versuche ich auch, soweit es mir möglich ist, viele Begegnungen live anzusehen. Am TV verfolge ich sowieso jedes Match“, sagt der zweifache Familienvater.

Vor allem der TVG liegt ihm nach wie vor sehr am Herzen und er hat schon viele Heimspiele von seinem früheren Verein besucht. „Ich verfolge die zweite Liga mit großem Interesse, versuche, mir ein Bild davon zu machen und habe natürlich nach wie vor Kontakt zu den Spielern.“ David wohnt weiter in Obernburg. Er und seine Familie fühlen sich dort sehr wohl und möchten auch gerne dort bleiben. Ganz in der Nähe seiner Wohnung verläuft ein toller Joggingpfad und den nutzt er derzeit häufig. „Um mich fitzuhalten“, wie er augenzwinkernd erklärt.

Auf die Frage, ob ihm derzeit Angebote vorliegen, sagt er: „Ich stehe mit einigen Vereinen in Kontakt. Aber es gibt nichts Konkretes. Doch wenn ein Angebot kommen sollte, das mich überzeugt, packe ich sofort meine Tasche und stehe bereit“, grinst der Slowake. Denn zwischenzeitlich vermisst er die Spannung und Anspannung, die sein Beruf mit sich bringt, schon. „Wenn du so lange Jahre in der Trainings- und Spielhalle verbracht hast, dann kribbelt es nach einer Weile schon. Das ist aber auch normal. Doch Stress mache ich mir keinen. Mal sehen, was die Zukunft bringt“, bleibt David gelassen.

Vita:

Peter David ist am 17. April 1966 geboren, bestritt für die tschechoslowakische Handball-Nationalmannschaft 66 Länderspiele. Nach deren Auflösung spielte er  43 mal für die Slowakei. 1986 wurde er mit Dukla Prag Meister und acht Jahre später gewann er mit Trnava in der Slowakei das Double aus Meisterschaft und Pokal.

1995 zog der zweifache Familienvater nach Deutschland und schlug eine Karriere als Trainer ein. Nach Kirchzell, Aschaffenburg und Werratal trainierte er die Frauenmannschaft des damaligen Erstligisten HSG Sulzbach/Leidersbach. Ab 2008 stand er in Diensten des TV Großwallstadt.

 

Die Bilder von Peter David hat uns freundlicherweise unser Fotograf Klaus Roos zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank.

 

 

 

In der deutschen Jugend-Nationalmannschaft ist er mittlerweile ein fester Bestandteil. In seiner Mannschaft,  der A-Jugend Bundesliga, gehört Antonio Metzner schon längst zu einem der Leistungsträger und “erfreut” sich meistens einer Manndeckung. Jüngst war er mit dem DHB-Team vor den Toren von Paris zu Gast und nahm dort am “Tournoi International Pierre Tiby”, einem international besetzten Jugendturnier, teil. Er war zufrieden mit seinen Einsatzzeiten und hat viele Erfahrungen gesammelt. “Wir haben gegen Norwegen gewonnen, gegen Frankreich und Schweden verloren. Aber unsere Trainer (Heiko Karrer und Christian Schwarzer, Anm. d. Red.) haben auch viel ausprobiert und durchgewechselt”, zog Antonio ein positives Fazit.

Der 17-Jährige gehört seit August 2012 der TVG-Junioren-Akademie an. Als Pimpf spielte er in seinem Heimatort, der TSG Haßloch, ehe bei einer südwestdeutschen Jugend-Meisterschaft der damalige TVG-Jugendkoordinator Christian Plesser auf ihn aufmerksam wurde. Er holte den “Schlaks” nach Großwallstadt. “Am Anfang war es für mich schwer, von zu Hause weg zu sein. Es war alles neu und fremd”, erzählt Antonio. Doch mittlerweile ist er überzeugt, dass er alles richtig gemacht hat. Er besucht die Realschule in Elsenfeld, teilt sich in der Akademie das Zimmer mit Leon Schneider und Tobias Jörg. Scherzhaft nennen die drei ihr Zimmer das “Rheinland-Pfalz-Zimmer”, da alle ursprünglich aus der Ecke kommen.

Mit seiner A-Jugend-Mannschaft führt er in der Bundesliga, Staffel West, die Tabelle an und das Team von Trainer Vanja Radic ist bisher ungeschlagen. Neun Spiele – neun Siege. Handballherz, was willst du mehr.  “Wir sind richtig gut drauf”, grinst der Linkshänder. Kein Wunder, die Jungs fühlen sich wohl in Großwallstadt, das Training macht ihnen Spaß und der Erfolg krönt ihre harte Arbeit.

Vor ein paar Tagen war Antonio erneut zu einem DHB-Lehrgang nominiert. Mit seinen gezeigten Leistungen empfiehlt sich der Rohdiamant für “Höheres” und man darf gespannt sein, wann sich das Profiteams des Zweitligisten TV Großwallstadt für ihn interessiert.

Wir wünschen ihm auf jeden Fall alles Gute für seinen weiteren Weg und sind überzeugt, dass er den Sprung ins Profigeschäft schafft.

 

Die Bilder, die uns freundlicherweise unser Fotograf Klaus Roos zur Verfügung stellte,  zeigen Antonio in Aktion.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Dominik Plaue vor der Saison von der TVG-Junioren-Akademie nach Kiel wechselte, fiel ihm der Schritt nicht leicht. „Doch der THW hat mir hier sehr viel ermöglicht. Ich habe eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann angefangen, habe mit meinen drei Arbeitskolleginnen Lena, Sarah und Christa „Ersatzmamas“ gefunden und, was sehr wichtig ist, ich fühle mich in der Mannschaft unglaublich wohl. Der THW ist wie eine zweite Familie für mich und ich habe die große Chance, mich in allen Bereichen weiterzuentwickeln“, sagt Dominik nach ein paar Monaten im Norden. Am Anfang war es für den jungen Keeper schon schwierig – weit weg von zu Hause, komplett neues Umfeld, neuer Verein – und eine Wohnung für sich alleine. „Es ist was schon was anderes, wenn man alleine wohnt. Es kommt keiner mehr in dein Zimmer und möchte was von dir und/oder nervt“, sagt er mit einem Augenzwinkern. „Das vermisse ich wirklich sehr. Aber ich bereue es keineswegs, diesen Schritt gegangen zu sein.  Aber ich bin auch sehr dankbar für die Erfahrung, die ich in Großwallstadt  gemacht habe.“

Das Training, sagt der 18-Jährige, der im THW-Juniorteam steht,  ist hart und ähnelt dem der ersten Mannschaft.  Für ihn erfüllte sich ein Traum, für diesen Verein zu spielen oder, wie er sagt „mit dem Bus der ersten Mannschaft zu fahren, mit den Stars zu reden, geschweige denn, sie zu kennen.“

Auf Domi kam zunächst ziemlich viel zu. Seine Lehrstelle, das Handballtraining mit Kiel oder mit dem TSV Altenholz, der in der zweiten Liga spielt. Mit seinen Einsatzzeiten beim THW Kiel II ist er zufrieden. Er teilt sich die Torhüterposition mit Moritz Krieter, dem Sohn von Michael „Pumpe“ Krieter. “Der Zusammenhalt zwischen uns ist enorm. Wir verstehen uns super und wir sind ein kleines Team im Team”, freut er sich, dass er sich mit seinem Kollegen so gut ergänzt. Aber er weiß auch: „Die Messlatte liegt ganz schön hoch, denn das Publikum in Kiel ist erfolgsverwöhnt und will gute Leistung sehen. Mit dem Druck umzugehen, ist nicht ganz leicht. Aber ich werde mich durchkämpfen“, sagt Dominik.

Er und Moritz leben beide ihren Traum – einmal zusammen das Tor der ersten Mannschaft zu hüten – und dafür geben sie alles. „Aber ohne die Unterstützung meiner Eltern hätte ich das alles nicht geschafft“, geht Dominik’s Dank in die Heimat. Zum Schluss schmunzelt er und sagt: „Es ist schon komisch, wenn man für sein Hobby plötzlich bezahlt wird. Auch daran muss ich mich erst noch gewöhnen…“.

 

Die Bilder, die uns Dominik zur Verfügung stellte, zeigen neben ihm noch ein paar Impressionen seiner neuen Heimat.

 

 

 

 

 

 

 

Beim diesjährigen Kleinostheimer fan-Cup, der übrigens zum zehnten Mal von der HSG Kahl/Kleinostheim organisiert wurde, zeigte sich Handball-Zweitligist TV Großwallstadt erstmals nach seinem Abstieg aus der ersten Liga seinem hiesigen Publikum in der Region.

Die Fans waren gespannt auf die vielen neuen Gesichter im TVG-Team und auf den ersten Auftritt. Neben den Bundesligisten MT Melsungen und der HSG Wetzlar war noch Zweitligist TV Hüttenberg vertreten. Im “kleinen Turnier” spielten der TV Kirchzell, der TV Groß-Umstadt, die Tuspo Obernburg und Gastgeber HSG Kahl/Kleinostheim.

Der TVG zeigte viel Licht, aber auch viel Schatten und landete letztlich nach den Niederlagen gegen Wetzlar und Hüttenberg auf dem letzten Platz.

Unser Fotograf Klaus Roos übertraf sich einmal mehr selbst und schoss viele tolle Fotos. Alle können wir sie leider nicht zeigen, aber eine kleine Auswahl wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist zwar schon ein paar Tage her, dass der TV Großwallstadt e. V. sein 125-jähriges Jubiläum feierte. Aber unser Fotograf Klaus Roos hat so tolle Bilder gemacht, die wir Euch natürlich nicht vorenthalten wollen.

Beim Feldhandballspiel zwischen den ehemaligen TVG-Spielern, wie Alex Mierzwa, Carsten Lichtlein, Heiko Grimm, Bernd Roos, Tom Meisinger, Andi Kunz oder Marcus Rominger – um nur einige zu nennen – und der 1b von Großwallstadt hatten alle großen Spaß. “Das Spiel war sehr lustig”, befand daher auch Keeper Lichtlein. Das Ergebnis Nebensache, wobei sich die “Profis” knapp durchsetzten.

Aber auch danach gab es jede Menge Spaß, denn die Spieler mussten natürlich ihre alten Erinnerungen auffrischen und die eine oder andere Anekdote machte die Runde. So sagten auch viele der Gefragten: “Kaum saßen wir zusammen, waren die ganzen alten Sprüche wieder da und ein Joke jagte den anderen.”

 

Genießt die Bilder von Klaus und schaut mal, ob Ihr alle Ehemaligen noch erkannt hättet…

 

 

 

Das kommende Wochenende steht in Großwallstadt ganz im Zeichen des „Feierns“. Der TV Großwallstadt Hauptverein feiert sein 125-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass wird es am Samstag unter anderem ein Promi-Feldhandball-Spiel zwischen den TVG All Stars und der TVG 1b geben. Neben den ehemaligen TVG-Spielern, wie Alex Mierzwa, Heiko Grimm, Mark Nagel, Jörg Kunze, Uli Wolf, Bernd Hofmann, Tom Meisinger, Andi Kunz und Bernd Hofmann oder Albert Karrer kommt auch Carsten Lichtlein. Der Torhüter, der von 2000 bis 2005 beim TVG zwischen den Pfosten stand, freut sich schon. „Ich freue mich sehr auf meine alten Kameraden. Es gibt bestimmt viel zu erzählen, denn viele von denen habe ich lange nicht gesehen. Und im Tor beim Feldhandball zu stehen, ist ja auch nicht alltäglich“, schmunzelt er.

Fußball für einen guten Zweck

Schon wieder eine neue Herausforderung für den 2.02 Meter-Mann. Denn erst vor kurzem probierte er sich im Fußball. Beim Benefizspiel in seinem Heimatort Würzburg ging es unter dem Motto „team-up for kids“ um einen guten Zweck. Manuel Neuer, Torhüter beim FC Bayern, und Basketballstar Dirk Nowitzki traten mit zwei Fußballmannschaften, gespickt mit Promis, gegeneinander an. Beide Teams spielten für das Projekt „Fußball trifft Kultur“ von LitCam, das bei Kindern über ihre Begeisterung für das runde Leder auch das Interesse an Kultur und Bildung wecken soll. Carsten war im Neuer-Team, das am Ende mit 8:7 gewann. „Es war eine tolle Sache und es ging um einen guten Zweck. Da macht man doch gerne mit“, sagte der gebürtige Würzburger Nationalspieler. Die Schwester von Dirk Nowitzki, hat ihn angesprochen, denn sie war eine der Organisatorinnen und Carsten kennt sie noch aus seiner Würzburger Zeit. Ebenso wie Dirk. Und, wie klein die Welt eben ist, die Väter der beiden Profis, kennen sich gut vom Handball. In der Schulmannschaft haben sie miteinander gespielt, in ihren Heimatvereinen Heidingsfeld und TG Würzburg gegeneinander! Auch nach dem Spiel war einiges geboten und Carsten war begeistert: „Die Players Partie war super. Vor allem, als Dirk dann zur Gitarre griff. Das war richtig stark.“

Umzug ist geschafft

Zwischen all den Einladungen hatte der 32-Jährige noch einen Umzug zu stemmen. Von Ostwestfalen ging es ins Oberbergische, denn nach acht Jahren beim TBV Lemgo hütet er in der kommenden Saison das Tor des VfL Gummersbach. „Der Abschied von Lemgo ist mir sehr schwer gefallen, denn ich habe dort in der langen Zeit viele Freunde gefunden. Es war schon ein Schlag, als mir die Verantwortlichen sagten, dass ich mir einen neuen Verein suchen kann“, wird Carsten ganz ernst. Die Fans und seine Freunde, aber auch der Verein, bereiteten ihm einen bewegenden Abschied und es floss die eine oder andere Träne. Mittlerweile freut er sich sehr auf seine neue Arbeitsstätte und die neue Herausforderung, die vor ihm liegt. Ein Häuschen ist gefunden, die Möbel stehen an Ort und Stelle und am 10. Juli ist es dann soweit. „Dann starte ich mit dem VfL in die Vorbereitung zur neuen Saison. Ich will tatkräftig mithelfen, dass wir nicht wieder so eine Zittersaison wie zuletzt erleben müssen und ich freue mich auf die neue Herausforderung.“ Bevor es soweit ist, ist der Nationaltorhüter erst einmal am Samstag auf dem Großfeld in Großwallstadt gefragt. Doch wer ihn kennt, weiß, dass er auch diese Aufgabe souverän meistern wird.

Unser Bild, das uns Carsten freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, zeigt ihn beim Benefizspiel in Würzburg.

 

Das letzte Qualifikationsspiel zur Handball-EM in Dänemark im Januar 2014 ging im Juni in Aschaffenburg über die Bühne. Der Gegner hieß Israel und er war hoffnungslos überfordert. Daher landete die deutsche Nationalmannschaft zwar einen 38:19-Kantersieg. Dieser war am Ende wertlos, denn die Schützenhilfe der Konkurrenz blieb aus.

Nationaltrainer Martin Heuberger war schon vor der Partie bedient, war ihm doch zu Ohren gekommen, dass Montenegro ohne vier Stammspieler in die zeitgleiche Partie gegen Tschechien ging und diese am Ende mit 25:30 verlor.

Es kam zu einem historischen Tiefpunkt in der Geschichte des deutschen Handballs, denn die EM in Dänemark wird ohne deutsche Beteiligung über die Bühne gehen müssen. Eigentlich ein Unding, schimpfen wir uns doch die stärkste Liga der Welt.

Die Spieler waren geknickt, konnten nicht glauben, was passiert war und Stefan Kneer sprach von einer der schlimmsten Stunden in seiner Handball-Karriere. Carsten Lichtlein meinte: „Es ist eine Katastrophe.“ Wohin man im Turnschuhgang in der fan-Arena schaute – es gab nur ratlose Gesichter.

Glück im Unglück

Wenige Tage nach dem Debakel am 15. Juni in Aschaffenburg hatte die DHB-Auswahl Glück im Unglück. Die Vorqualifikation zur WM 2015 in Katar bleibt ihr trotz verpasster EM 2014 erspart. Was war passiert? Der Europäische Handballverband entschied, dass das DHB-Team für die WM Playoffs gesetzt ist und zwar wegen seines guten Ranglistenplatzes. Obwohl die Deutschen auf dem Weg zur EM 2014 kläglich gescheitert sind, bleibt ihnen nun die Vorqualifikation für die Playoffs zur WM 2015 erspart. Wie ist das zu verstehen?

EHF-Generalsekretär Michael Wiederer sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Das war eine rein mathematische Entscheidung. Es ging dem Exekutivkomitee darum, die 21 Mannschaften und sechs freien Plätze optimal unter einen Hut zu bekommen. Und Deutschland war die Nummer eins in der Rangliste dieser 21 Mannschaften.“

Na dann, dankeschön EHF. Wir freuen uns mit unseren Handballern und hoffen, dass sie bis zur WM wieder auf der Höhe sind und im Wüstenstaat Katar in die Erfolgsspur zurückfinden.

 

Übrigens: die tollen Bilder zur Partie in Aschaffenburg hat uns Klaus Roos freundlicherweise zur Verfügung gestellt und dafür möchten wir uns ganz herzlich bei ihm bedanken!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die tollen Bilder zur Partie in Aschaffenburg hat uns Klaus Roos freundlicherweise zur Verfügung gestellt und dafür möchten wir uns ganz herzlich bei ihm bedanken!