Seit Freitag  finden in Röllfeld, am Campingplatz Mainwiese, die deutschen und internationalen Meisterschaften im Barfuß Wasserski statt. Ausrichtender Verein ist der WSC Mainaschaff. Mitorganisator und Lokalmatador Stefan Weigand ist stolz, dass nach cirka 30 Jahren die Meisterschaften wieder einmal in seiner Heimatregion ausgetragen werden. Der 28-jährige Frankfurter Unternehmer sieht sich als halber Röllfelder. „Ich bin zwar gebürtiger Frankfurter, fühle mich aber als halber Röllfelder, da ich sehr viel Zeit dort verbringe.“ Die nicht ganz alltägliche Sportart ist ihm quasi in die Wiege gelegt worden. „Mein Vater war begeisterter Barfuß Wasserski-Läufer und seit ich acht Jahre alt bin, fröne ich ebenfalls dieser Sportart.“ Papa Jürgen Weigand hat es 1984 sogar ins Guinnessbuch der Rekorde mit einem Sprung von 14.80 Meter Weite geschafft. „Das war damals der Wahnsinn, denn vor soviel Jahren rasten die Sportler nicht mit 72 km/h übers Wasser, so wie wir jetzt“, erzählt Sohn Stefan voller Stolz.

Lockere 22.10 Meter

Sein weitester Sprung ist 22.10 Meter und er will diese Saison die 25 Meter-Marke angreifen.
Der Lokalmatador betreibt seinen Sport seit 2012 auch als Wettkampf, ist in seiner ersten Challenge gleich auf den ersten Platz gesprungen und hat sich den deutschen Meistertitel geholt. „Das gab es vorher auch noch nicht. Das erste Mal gelaufen und gleich den ersten Platz gemacht“, muss Weigand heute noch schmunzeln.
Konkurrenz bekommt er von dem erst 16-jährigen Kenneth Eissler aus der Pfalz. Der amtierende Junioren-Weltmeister will heuer nicht mehr bei den Jungen mitfahren, sondern bei den Aktiven, also in der Klasse Open Men, antreten. „Er ist mein direkter Konkurrent und ich lass mir natürlich nicht gerne einen Titel von einem Junior wegnehmen“, gibt sich Weigand, der zweimal im Jahr in Florida trainiert, kämpferisch.
Insgesamt haben sich bisher für die Meisterschaften in Röllfeld 22 deutsche und cirka zehn internationale Topleute angemeldet. „Von den Junioren bis über die Aktiven hin zu den Senioren ist alles vertreten“, ist Weigand zufrieden mit den Anmeldungen. Natürlich sind auch Frauen mit dabei wie zum Beispiel Weltmeisterin Steffi Kirsch (Schleich bei Trier) oder Europameisterin Svenja Hempelmann aus Herford.
Am heutigen Sonntag ist ideales Wetter für die Läufer und seit 8 Uhr geht es auf dem See rund. Stefan Weigand: “Wir sind sehr wetterabhängig. Wir benötigen für unseren Sport spiegelglattes Wasser. Beim Fußball schnappst du dir den Ball und gehst bei jedem Wetter zum Spielen raus. Bei uns funktioniert das so nicht. Wir müssen das Wasser behandeln, wie eine Frau“, grinst er. Warum das so ist? „Naja, wenn du sie schlecht behandelst, bekommst du es gleich doppelt zu spüren“, grinst er.
Der Eintritt zu den deutschen Meisterschaften, die als Qualifikation für die EM im britischen Lydd gilt, ist auch heute frei.

Die Bilder hat uns dankenswerterweise Stefan bzw. Kerstin zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!

 

… die Medenspiele ihren Namen haben?

Die Medenspiele wurden von der Hamburger Tennis-Gilde bereits vor dem Ersten Weltkrieg zu Ehren von Carl August von der Meden, einem ehemaligen Präsidenten des DTB, ausgetragen. Ursprünglich waren die Medenspiele eine Vereinsmeisterschaft. 1927 wurden sie in eine Meisterschaft der Bezirke umgewandelt.  Seit 1948 werden die Medenspiele als Meisterschaften der Landesverbände ausgetragen.

Früher waren die Medenspiele in Deutschland die Rundenspiele im Männertennis. Bei den Frauen hießen die Saisonspiele Poensgen-Spiele, benannt nach Ernst Poensgen, Mäzen und Gründer des Rochusclub Düsseldorf. Erst 2006 wurden die Spiele zusammen gelegt und nennen sich seit dieser Zeit Medenspiele.

 

 

Zum 32. Mal fand vergangene Woche auf der Tennisanlage des TV Aschaffenburg das Turnier der Tretorn-Masters-Series statt. Von Dienstag bis Sonntag wurde traditionell die Freiluftsaison mit dem Kalkan-Cup eingeläutet. Auch diesmal tummelten sich wieder viele hochkarätige Spieler auf der TVA-Anlage und kämpften um Ranglistenpunkte. Die Organisatoren des Turniers scheuten erneut keine Mühe und holten viele Topleute nach Aschaffenburg.
Am Dienstag ging es bei dem mit 12 500 Euro dotierten Kalkan-Cup mit der Vorqualifikation los und die Zuschauer sahen viele bekannte Gesichter vom bayerischen Untermain. Akteure vom Gastgeber sowie von WB Aschaffenburg, Kahl, Karlstein oder Bürgstadt hatten gemeldet. Auch der Vorjahressieger Marvin Netuschil war wieder mit von der Partie. Er freute sich sehr auf seine Titelverteidigung, die erst am Freitag mit Beginn des Hauptfelds startete.
„”Küken”“ Sommer sorgte für die Überraschung
Gleich zum Auftakt sorgte der jüngste Spieler des Turniers, Julius Sommer vom TVA, für eine Überraschung. Der 13-Jährige spielte in seinem ersten Match sehr stark auf, musste sich dann aber in der nächsten Runde geschlagen geben. So nach und nach verabschiedeten sich alle regionalen Spieler aus dem Turnier. Mit Patrick Ostheimer (TVA) musste am Donnerstag der letzte Lokalmatador die Segel gegen Yannik Offermans (TV Reutlingen/195) streichen.
Titelverteidiger verlor im ersten Match
Am Freitag gab es dann die ersten großen Überraschungen. Zwei der acht gesetzten Spieler sind in ihrem ersten Match ausgeschieden. Andre Wiesler (TC Wolfsberg Pforzheim/Nr. 141) kegelte den an eins gesetzten Marvin Netuschil (TC Iserlohn/Nr. 27) in drei hart umkämpften Sätzen – 6:4, 2:6, 6:4 – aus dem Rennen. Christopher Waite (TC Ravensburg/225) gewann gegen den an sechs gesetzten Philipp Scholz vom Tennispark Versmold (Nr. 51). Alle anderen Gesetzten, wie Matthias Wunner (1. FC Nürnberg), Pirmin Hänle (TC Friedrichshafen), Steven Moneke (Marienburger SC), Michal Schmid (TC BW Dresden-Blasewitz), Maximilian Abel (Frankfurter TC) und Hannes Wagner (TC Großhesselohe) erledigten ihre Aufgaben mehr oder weniger souverän.
Der Wettergott meinte die ganze Woche über gut mit den Aschaffenburgern und auch die Finalspiele gingen bei bestem Tenniswetter über die Bühne.
Finale mit Jahn und Wiesler
Am Ende der Veranstaltung standen sich Jeremy Jahn (TC Blau-Weiss Neuss/82) und Andre Wiesler vom TC Pforzheim im Finale gegenüber. Der 25-jährige Jahn verwandelte gleich seinen ersten Matchball und war damit der strahlende Sieger bei der 32. Auflage des Kalkan-Cup vom TV Aschaffenburg. Mit 6:3 und 6:3 holte er sich den Titel. Sieben Jahre und 59 Ranglistenplätze trennen die beiden Kontrahenten. Doch sie lieferten sich ein Spiel auf Augenhöhe mit packenden Ballwechseln.
Zuvor mussten sich beide Spieler erst beweisen. Wiesler musste durch die Qualifikation, warf in der ersten Hauptrunde den Vorjahressieger Marvin Netuschil aus dem Rennen. Danach hatte er etwas Glück, denn Nils Brinkmann, sein Viertelfinalgegner, verletzte sich am Samstag, nachdem er den an sieben gesetzten Maximilian Abel besiegt hatte, und gab das Spiel kampflos ab. Im Halbfinale gab der 32-jährige Wiesler, der vergangenen Dezember als Hitting-Partner von Angelique Kerber fungierte, alles und besiegte den an vier gesetzten Steven Moneke glatt mit 6:3, 6:2.
Der für den TC BW Neuss spielende Jahn behielt gegen den an fünf gesetzten starken Tschechen Michal Schmid in drei hart umkämpften Sätzen die Oberhand und traf anschließend auf Matthias Wunner (an zwei gesetzt). Dieser fand am Samstag überhaupt nicht zu seinem Spiel und ging deutlich mit 0:6 und 4:6 unter. Im Halbfinale wartete auf die Nummer 82 in Deutschland mit Sumit Nagal ein Qualifikant. Gegen den 17-Jährigen Inder gewann Jahn mit 6:4, 6:2 und somit war der Weg ins Finale frei.
Nervöser Beginn
Die Finalisten begannen sehr nervös. Beide bekamen gleich zu Beginn viel Applaus, denn für die Zuschauer waren sie keine Unbekannten. Jahn stand bereits 2013 im Halbfinale, konnte im vergangenen Jahr aufgrund einer Schulterverletzung in Aschaffenburg nicht antreten. Andre Wiesler stand sogar schon 2010 und 2013 im Halbfinale. Der jüngere Jahn führte im ersten Satz schnell mit 2:0, 4:2 und sogar mit 5:2. Nun wurde Wiesler sicherer, erlaubte sich nicht mehr so viele Fehler und verkürzte auf 3:5. Aber Jahn machte mit 6:3 den ersten Satz zu. Im zweiten Satz brachte jeder seinen Aufschlag bis zum 3:3 durch. Weltklasse Ballwechsel wechselten sich mit „Kreisklasse-Fehlern“ ab. Wiesler musste seinen Aufschlag zum 3:4 abgeben und Jahn witterte seine Chance. Trotz heftigster Gegenwehr brachte er auch den zweiten Satz mit 6:3 nach Hause. Bei der anschließenden Siegerehrung bedankten sich die beiden überaus fairen Spieler bei der Turnierleitung für den reibungslosen Ablauf. „Es war wieder einmal ein tolles Turnier und ich komme auf jeden Fall wieder. Glückwunsch an Jeremy für die gute Leistung“, so Wiesler. Der glückliche Gewinner sagte: „Hut ab vor meinem Gegner. Er hat toll gespielt. Ich freu mich sehr, dass ich gewonnen habe und komme sicher wieder.“ Und pünktlich mit dem Schlusssatz öffnete der Himmel seine Schleusen und verwandelte die Plätze in kleine Seen.

 

Die Bilder hat uns freundlicherweise Christian Dietershagen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

 

 

Mit sechs Jahren hat Andre Wiesler angefangen, Tennis zu spielen. Dabei frönte in seiner Familie niemand diesem Sport. Seine Mama hat früher zwar viel Tennis geschaut, aber nie ein Racket selbst geschwungen. Und seine beiden Schwestern begeistern sich mehr für den Pferdesport.
„Als ich zwölf, 13 Jahre alt war, war ich gar nicht so erfolgreich. Ich war zwar ein ‚Trainingsweltmeister‘, aber auf dem Court klappte es nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte“, grinst der sympathische Sportler. Erst als er 16 Jahre alt war, platzte der Knoten, die Erfolge stellten sich ein und der Übergang von der Jugend zu den Aktiven fiel ihm nicht schwer.

Abi oder Profi?

Wieder ein paar Jahre später stand Andre vor der Wahl: Entweder er musste jetzt fürs Abi büffeln und Tennis reduzieren oder er geht den Schwenk Richtung Profi. „Ich habe es mit der Profischiene probiert“, erinnert er sich. Im Jahre 2007/2008 stand der in Dorheim (bei Friedberg im Wetteraukreis) geborene Athlet bereits auf Rang 600 der Welt. Aber Tennis ist nicht nur sehr zeitaufwendig, sondern vor allem sehr kostenintensiv. Daher entschloss sich der heute 32-Jährige sich vom Profitennis zu verabschieden und seine Konzentration mehr darauf zu legen, sein Wissen an andere weiter zu geben. „Ich spiele in der zweiten Bundesliga in Pforzheim, spiele in der zweiten Liga in Frankreich und fungiere als Hittingpartner von Leistungsspielern.“ So war er beispielsweise im vergangenen Dezember für zwei Wochen mit der derzeitigen Nummer 14 der Welt, Angelique Kerber, in Dubai unterwegs. Und Andre trainiert und betreut noch Spieler von cirka zwölf Jahren bis ins Erwachsenenalter im Taktikbereich. „Ich würde sehr gerne im Leistungsbereich bleiben und mein Wissen weiter geben“, erzählt der Kämpfer, der nie einen Ball verloren gibt.

Unterschied zwischen der deutschen und der französischen Liga
Angesprochen, ob es einen Unterschied zwischen der deutschen und der französischen Liga gibt, sagt Andre: „Die deutsche Liga ist wesentlich ausgeglichener als die französische. Wobei die erste französische Liga sehr stark ist. Dort begegnet man vielen Profis, die sich in der Liga fithalten.“
Sehr gerne kommt Andre nach Aschaffenburg zum Turnier. „Es ist das erste Freiplatzturnier nach der Winterrunde und ich habe sehr gute Erinnerungen an Aschaffenburg“, lacht er. Kein Wunder. Schon zweimal stand er im Halbfinale und gerade erst vor ein paar Tagen schaffte er es bis ins Finale. Auf seinem Weg dahin besiegte er den Vorjahressieger Marvin Netuschil. Im Endspiel musste er sich allerdings Jeremy Jahn vom TC Neuss nach großem Kampf geschlagen geben. „Ich hatte in meiner bisherigen Laufbahn verschiedene schöne Erlebnisse. Ich kann jetzt gar nicht sagen, welches das schönste war. Aber der Kalkan Cup gehört auf jeden Fall dazu“, meinte er. Andre hofft, dass er noch viele Jahre fit ist, um den Mix aus Bundesliga und Turnieren noch lange gehen zu können. „Solange ich körperlich mithalten kann, genieße ich es. Ich schaue von Monat zu Monat und wenn es an der Zeit ist, werde ich neue Wege einschlagen.“
Wir wünschen dem sympathischen Sportler auf jeden Fall alles Gute und freuen uns schon auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr auf der Anlage des TV Aschaffenburg.

 

Die Bilder hat uns freundlicherweise Christian Dietershagen zur Verfügung gestellt. Hierfür herzlichen Dank.

 

 

Geballte Großwallstädter Power gibt es zur neuen Saison in der Handball-Bundesliga der Frauen. Isabell Roch wechselt zur neuen Saison vom Erstligisten HSG Blomberg-Lippe zur SG BBM Bietigheim. Die 24-jährige Torhüterin erhält in Bietigheim einen Vertrag über zwei Jahre und bildet ab 2015/16 zusammen mit Ann-Cathrin Giegerich das Torhütergespann. Anca, wie ihre Freunde sie nennen, stand bereits beim TV Großwallstadt und bei der HSG Sulzbach/Leidersbach im Kasten. „Es ist schon witzig, dass nächste Saison zwei aus Großwallstadt das Tor der SG hüten“, schmunzelte Isabell, die mit Anca schon zusammen im Kindergarten war. Beide freuen sich auf ihre gemeinsame Zeit bei der SG.

Fünf Jahre bei Blomberg-Lippe

Über Großwallstadt und Aschaffenburg wechselte Isabell nach Thüringen. Vom THC ging es zurück in die Heimat zur HSG Sulzbach/Leidersbach, dann zur Borussia Dortmund, ehe sie bei der HSG Blomberg-Lippe unterschrieb. Fünf Jahre lang spielte die sympathische Sportlerin bei der HSG und in dieser Saison sogar erfolgreich im Europapokal. „Jetzt war es an der Zeit für Veränderungen und eine neue Herausforderung. Ich hatte sehr gute Gespräche mit der SG und vertraue auf die Umsetzung des Konzeptes. Der Verein und die aktuelle Mannschaft haben viel Potenzial. Daher freue ich mich darauf, ab Sommer mit Anca ein gutes Torhütergespann zu bilden und der Mannschaft zu helfen, ihre gesetzten Ziele zu erreichen“, sagte Isabell. Die Keeperin hatte gute Angebote aus ganz Deutschland und auch aus Frankreich. „Ich hätte da sogar Champions League spielen können“, sagt sie. Doch letztlich hat die SG das Rennen gemacht. „Ich kenne mit Anca jetzt schon drei Spielerinnen, denn zwei waren vorher in Blomberg. Ich freue mich auf die kommende Runde. Ich denke auch, dass Anca und ich ein gutes Gespann bilden werden. Wir sind ganz unterschiedliche Typen und das macht es oft aus.“

Papa Roch in Ober-Eschbach

Ihr Papa, Sigi Roch, ist Anfang des Jahres zur TSG Ober-Eschbach (3. Liga Frauen, Staffel West) gestoßen. Der ehemalige Nationaltorhüter trainiert die Torhüterfrauen bei der TSG. Er kennt den TSG-Manager Gerhard Döll schon lange Jahre und sagt: „Auf seine Frage, ob ich Unterstützung leisten könne, habe ich ja gesagt. Es ist ein Freundschaftsdienst.“ Sigi Roch trug 16 Jahre lang das Trikot des TV Großwallstadt und ist mit 533 nationalen und internationalen Einsätzen dessen Rekordspieler. 1984 und 1990 war der Torhüter dabei, als der TVG zwei seiner insgesamt sechs deutschen Meisterschaften gewann. 1984, 1987 und 1989 holte der 38-malige Nationalspieler, der 1984 mit Deutschland in Los Angeles hinter Jugoslawien die olympische Silber-Medaille gewann, mit den Großwallstädtern den DHB-Pokal und 1984 auch den IHF-Pokal. Und Sigi Roch hält den Rekord von sieben gehaltenen Siebenmetern in einem Spiel.

 

Wir wünschen Isabell alles Gute und viel Erfolg!

Bei den 47. nationalen Tennis-Hallenmeisterschaften für Seniorinnen und Senioren in Essen kämpfte sich Bernd Legutke vom TC Schönbusch Aschaffenburg bei den Herren 50 bis ins Halbfinale. Sein Teamkollege Ingo Hartmann, ebenfalls vom TCS, trat bei den Herren 45 an und für ihn war in Runde drei Schluss.
Über 800 Teilnehmer insgesamt tummelten sich vergangene Woche im Tenniszentrum Essen. Bei den 50er Herren gab es ein sehr starkes 128er-Teilnehmerfeld. „So ein gut besetztes und teilnehmerstarkes Turnier habe ich lange nicht mehr gespielt“, sagte Bernd Legutke.
Er durfte in der ersten Runde pausieren, traf in Runde zwei auf Ingo Balters vom Tennisclub Brederny e. V. Essen und gewann souverän mit 6:2, 6:2. In der dritten Runde musste er gegen Jürgen Elsner (TEVC Kronberg) antreten. Hier benötigte Bernd drei Sätze (6:3, 3:6, 6:1). Im anschließenden Achtelfinale wartete der an 15 gesetzte Thomas Wagenaar (Netzballverein e.V.). Auch hier ging es über drei Sätze und mit 3:6, 6:2, 6:4 hatte der Aschaffenburger erneut das bessere Ende für sich.
„Im Viertelfinale hatte ich ein bisschen Glück“, grinste der sympathische Spieler. Sein Gegner, Andreas Franz (TK Bietigheim), an fünf gesetzt, konnte verletzungsbedingt nicht antreten und Legutke musste sich im Halbfinale dem an eins gesetzten Martin Ridler (TC Bad Ems) stellen. Das Ergebnis liest sich deutlicher, als es letztlich war und mit 1:6, 2:6 war für Legutke Schluss. Er scheiterte am späteren Sieger. „Für mich war es eine gelungene Veranstaltung und ich freue mich sehr, dass ich in so einem starken Feld bis ins Halbfinale gekommen bin.“
Guter Auftakt von Ingo Hartmann
Ingo Hartmann, der bei den Herren 45 auf ein 64er-Feld stieß, war nach Runde drei Schluss. Zum Auftakt gewann Ingo gegen Dirk Erdmann (Odenkirchener TC) mit 6:4, 6:4. In Runde zwei fegte der an 15 gesetzte Hartmann seinen Gegner Heiko Weber (Tus Harsefeld) mit 6:1, 6:4 vom Platz. In der nächsten Runde traf er dann auf den an eins gesetzten Matthias Müller-Seele (Ratinger TC) und verlor gegen diesen nach hartem Kampf mit 7:6, 2;6, 6:7. Müller-Seele verlor anschließend gegen den Sieger Potthoff aus Remscheid.

Am 8. Februar feierte er seinen 40. Geburtstag und zwischenzeitlich ist er auch zum zweiten Mal Papa geworden. Derzeit übt sich Uli Wolf im Spagat zwischen Familie, Beruf und seiner Leidenschaft, dem Handball. Wir haben ein paar Zeilen über ihn zusammen geschrieben.

Mitte Dezember hat Uli Wolf das Ruder beim Landesligisten HSG Stockstadt/Mainaschaff übernommen, mit einer Mission: dem Klassenerhalt. Der Rechtsanwalt und ehemalige Profi-Handballer ist als „Feuerwehrmann“ gefragt und steht gleichzeitig auch noch als Spieler auf dem Parkett. Ganz freiwillig hat sich Uli aber nicht fürs Traineramt entschieden.

Anfang 2013 riefen ihn die HSG-Verantwortlichen  an und fragten zunächst, ob er ihnen als Spieler aushelfen könnte. „Naja, ich hatte eigentlich seit dem Spiel gegen den VfL Gummersbach im Mai 2008 meine Schuhe an den Nagel gehängt. Danach habe ich zwar beim TV Großwallstadt noch ein paar Spiele ausgeholfen. Aber seit ein paar Jahren stand ich nicht mehr ständig im Training“, berichtet er. Da der gebürtige Heidelberger erstens in Stockstadt wohnt, zweitens immer einspringt, wenn es irgendwo brennt und drittens bereits in der Saison 2012/13 bei der Spielgemeinschaft ausgeholfen hatte, sagte er zu. Mit seiner Hilfe schloss die HSG die Runde 2013/14 mit dem fünften Platz ab. 2012/13 war es der neunte Rang gewesen.

Auch für die aktuelle Saison sagte der Kreisläufer nochmal als Spieler zu. „Das sollte aber dann wirklich meine letzte Saison als Aktiver sein“, erklärt der Rechtsanwalt. Doch nun ist er plötzlich nicht nur Spieler, sondern auch noch Coach. Mitte Dezember 2014 stellte der damalige HSG-Trainer Norbert Wess sein Amt zur Verfügung. Und wer kam den HSG-Verantwortlichen da als neuer Coach in den Sinn? Uli Wolf. Der zögerte nicht lange und stellte sich auch dieser Aufgabe.

„Ich war von der Entwicklung völlig überrascht. Ich habe immer viele Gespräche mit unserem Coach geführt und gedacht, dass ich meine letzte Saison mit ihm als Trainer abschließen würde. Ich persönlich hatte keine Ambitionen Richtung Traineramt. Im Gegenteil: Für mich bedeutet dies einen Kraftakt und einen Spagat zwischen Familie, Beruf und Sport“, sagt Uli, der die erste Partie als Coach mit seinem Team gegen Babenhausen verlor.

Dennoch setzt die HSG weiter auf den Kreisläufer, macht mit ihm und Co-Trainer Thomas Zang auf jeden Fall bis zum Saisonende weiter. Und will noch mehr: Im Januar kam die Anfrage an ihn, doch auch kommende Saison das Zepter bei Stockstadt/Mainaschaff zu schwingen. „Ich habe mir Bedenkzeit ausgebeten, denn ich muss ich erst schauen, wie sich das Traineramt mit Familie und Beruf realisieren lässt“, erklärt Uli Wolf. Fakt ist aber, dass er in die Kaderplanung für die kommende Runde involviert ist und sich wohl personell einiges verändern wird.

Doch zunächst muss die laufende Runde gespielt werden. Und da ist die Zielsetzung für den ehrgeizigen Sportler klar: „der Nichtabstieg“.  Wenn der Kreisläufer dem Team seine eigene Einstellung in Sachen Kampfgeist und Bereitschaft, immer alles zu geben,  mit auf den Weg geben kann, sollte er also durchaus machbar sein, der Klassenerhalt für das Team und den Trainer Uli Wolf.

 

Unser Fotograf Klaus Roos hat uns ein paar schöne Bilder von Uli herausgesucht. Vielen Dank dafür.

 

Mit einem sensationellen 4:1-Erfolg über Australien hat das deutsche Tennisteam das Halbfinale des FedCup erreicht. Wieder war es Andrea Petkovic, die mit einem viel umjubelten Dreisatz-Sieg gegen Jarmila Gajdosova den entscheidenden dritten Punkt holte. Zuvor gewann Angelique Kerber mit 6:2, 6:4 gegen Samantha Stosur.
Die deutschen Damen spielen nun am 18./19. April auswärts gegen Russland um den Einzug ins Finale.
Das nächste Tennis-Highlight lässt nicht lange auf sich warten, denn vom 6. bis 8. März 2015 steht das Davis Cup-Spiel Deutschland – Frankreich an. Austragungsort wird die Fraport-Arena in Frankfurt sein. Die Deutschen spielen um den Einzug in das Viertelfinale. Noch immer ist unklar, wer als Teamchef auf der Bank sitzen wird, nachdem Carsten Arriens vom DTB abgesetzt wurde.
Einige Namen machen die Runde, einige haben auch schon abgesagt. Boris Becker zum Beispiel hat ebenso abgewunken wie Rainer Schüttler.
DTB-Präsident Ulrich Klaus wollte erst den FedCup die gebührende Aufmerksamkeit schenken, die er verdient hat. Er weiß aber auch, dass die Zeit drängt. Ein potenzieller Anwärter auf diesen Posten ist wohl Alexander Waske. Aber auch Namen wie Markus Zoecke, Lars Uebel oder Christopher Kas – um nur einige zu nennen – sind in diesem Zusammenhang gefallen. Wer auch immer es letztlich werden wird, einfach wird seine Aufgabe nicht. Es bleibt spannend für uns Tennisfans.

Mit einer unglaublich guten kämpferischen Leistung sicherte Andrea Petkovic am Samstag (07.02.) ihrem Team beim FedCup in der Stuttgarter Porsche-Arena gegen Australien den 1:1-Ausgleich. Nach 3 Stunden und 16 Minuten gewann sie gegen Samantha Stosur mit 6:4, 3:6, 12:10 und sorgte für den ersten deutschen Punkt. Das Auftaktmatch hatte zuvor Angelique Kerber gegen die Nr. 62 der Welt, Jarmila Gajdosova, überraschend mit 6:4, 2:6, 4:6 verloren.
Die Entscheidung bei den Weltmeisterschaften im Tennis, an der in diesem Jahr 99 Nationen teilnehmen, fällt also am heutigen Sonntag.

Viel Prominenz
Cirka 4000 Zuschauer, darunter viel Prominenz, wie zum Beispiel der ehemalige Fußballer Fredi Bobic, SPD-Politiker Sigmar Gabriel, der baden-württembergische Kultusminister Andreas Stoch, die ehemalige Tennisspielerin Anke Huber oder die Nummer 100 der Welt, Andreas Beck, sahen zum Auftakt eine Angelique Kerber, die gut in die Partie fand. Der erste Satz ging mit 6:4 an Deutschland. Danach kam die Australierin immer besser ins Spiel und die Weltranglisten-Zehnte musste den zweiten Satz mit 2:6 abgeben. Auch im dritten Satz fand Kerber nicht zu ihrem Spiel, machte zu viele Fehler und Gajdosova damit das Gewinnen leicht.

Schnelle Führung von Petkovic
Nach einer kurzen Pause ging es weiter und Andrea Petkovic begann ebenfalls im ersten Satz sehr gut, führte schnell mit 3:0 und gewann 6:4. Ohne ihre Leistung schmälern zu wollen, war Stosur doch weit von ihrer einstmals sehr guten Form entfernt. Trotz allem wehrte sich die Australierin im zweiten Satz vehement, schlug immer wieder durch die Mitte auf, erwischte Petkovic ein ums andere Mal auf dem „falschen Fuß“ und sicherte sich den zweiten Durchgang. Auch hier musste der dritte Satz für die Entscheidung sorgen. Bei beiden Spielerinnen wechselten sich Licht und Schatten ab, wobei die Spannung kaum zu überbieten war. Beim Stande von 4:5 wehrte die Deutsche einen Matchball ab, eine Stunde später verwandelte sie vor dem begeisterten Publikum ihren ersten. Nach drei Stunden und 5 Minuten stand es noch 10:10. Es war der Wahnsinn. „Ich hatte Mühe, meine Emotionen zu kontrollieren. 50 Prozent der Zeit hatte ich eine Gänsehaut“, zeigte sie sich anschließend überglücklich und ließ sich zurecht von ihren Fans feiern.

Der zweite Wettkampftag am Sonntag beginnt mit dem Match zwischen Angelique Kerber und Samantha Stosur. Anschließend treffen Andrea Petkovic und Jarmila Gajdosova aufeinander. Zum Abschluss steht das Doppel Sabine Lisicki und Julia Görges gegen Samantha Stosur und Casey Dellacqua auf dem Programm.

Nachfolgend ein paar Bilder vom Samstag.

 

Das Wüstenmärchen ist ausgeträumt und unsere Handballer sind bei der WM 2015 in Katar gegen die Gastgeber ausgeschieden, spielen nur noch um die Plätze… Während Katar im Halbfinale steht, konnte unsere Mannschaft nicht an die Leistungen der vorhergehenden Spiele anknüpfen, zeigte sich anschließend auch selbstkritisch. Viele Spieler sprachen von “zu vielen Fehlern, zu vielen Freien, die liegen gelassen wurden” usw. Einige sahen auch im Schiedsrichter-Gespann den Grund der Niederlage. Trotz allem ist es ein Erfolg, denn hätte es diese ominöse Wildcard des Weltverbandes IHF nicht gegeben, wären unsere Handballer überhaupt nicht Teil dieser WM gewesen.

Starke Leistung von Carsten Lichtlein

Ein Mann hat sich bei dieser Meisterschaft mit seinen Leistungen in den Vordergrund gedrängt. Torhüter Carsten Lichtlein spielte sehr stark auf und zeigte sein Können. Jahrelang stand er geduldig im Schatten seiner Kollegen – ohne ein Wort des Klagens oder Maulens, was nicht selbstverständlich ist. In Katar hat er sich sozusagen “freigeschwommen” und das freut mich persönlich sehr. Denn ich kenne Carsten seit seiner Zeit beim derzeitigen Drittligisten TV Kirchzell. Damals kam er als Jungspund von der TG Heidingsfeld in den Odenwald und in all den Jahren, egal ob er beim TV Großwallstadt, beim TBV Lemgo oder jetzt beim VfL Gummersbach unter Vertrag stand, entwickelte sich eine Freundschaft.

Während ich, teils berufsbedingt, teils privat, die WM 2007 vom ersten Tag an begleiten durfte, sah ich diesmal nicht ein einziges Spiel. Grund: ich besitze kein Sky. Doch dank Carsten war ich immer auf dem Laufenden. Vor dem Spiel gegen Ägypten schrieb ich eine kleine Geschichte über ihn, die hier nachzulesen ist. Und ausgerechnet in dieser Begegnung wurde er als “Man of the Match” ausgezeichnet.

Sonntag, 26. Januar 2015:

Während es bei uns in Aschaffenburg ein bisschen geschneit hat, scheint in Doha am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr bereits die Sonne und es sind 20 Grad. National-Torhüter und ehemaliger TVG-Spieler, Carsten Lichtlein, gibt uns einen kleinen Rück- und Ausblick aus dem „Frankenzimmer“ im Hilton Hotel in Doha. Frankenzimmer deshalb weil er es sich mit Michael Müller, ebenfalls ein Ex-Großwallstädter, das Zimmer teilt. „Wir verstehen uns beide sehr gut und es harmoniert“, sagt Lichtlein. Der Frühaufsteher ist bereits vom Frühstück zurück, während sein Zimmerkollege noch mit den anderen Spieler einen Plausch hält oder beim Physio vorbeischaut.
„Die Abläufe sind immer gleich. An einem freien Tag stehen Pressetermine an, dann Besprechung, Mahlzeiten und Training“, erzählt uns der Keeper. Die Tour in die Wüste vor ein paar Tagen hat der Mannschaft viel Spaß gemacht und war eine schöne Abwechslung. „Aber ich glaube, unsere Fahrer haben nur 25 Prozent gegeben – aus Rücksicht auf uns und damit keinem von uns schlecht wird“, grinst er. Ansonsten war es für alle Beteiligten ein Erlebnis. „Wir haben in einem Wüstencamp Spezialitäten des Landes gegessen, haben einiges über Land und Leute erfahren. Es war einfach schön.“
Die Stimmung innerhalb des Teams könnte nicht besser sein. War dieser bisherige Erfolg zu erwarten? „Ich glaube in der Art nicht. Wir als Team wollten natürlich von Anfang an Vollgas geben. Aber ich glaube, von den Außenstehenden hat dies keiner erwartet.“ Einer der Garanten ist der gebürtige Würzburger. Er freut sich, dass er, wie bereits bei den Quali-Spielen, die Chance von Trainer Dagur Sigurdsson bekommen hat und diese letztlich auch nutzen konnte. „Bis auf das Dänemark-Spiel bin ich ganz zufrieden mit meiner Leistung“, bleibt Lichtlein gewohnt selbstkritisch. „Aber ich bin begeistert vom Team. Wir spielen unbekümmert drauf los, versuchen immer das Beste zu geben und Dagur ist der ruhende Pol. Er verbreitet keinerlei Hektik.“
Gegen Ägypten wollen die Deutschen ebenfalls erfolgreich sein. „Wir müssen uns sehr konzentrieren. Die sind stark in der Abwehr, spielen aggressiv. Da heißt es, von Anfang an hellwach sein und unsere Leistung abrufen.”

Die Logen in Katar: