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Handball – 3. Liga: Handball-Gala der HSG Hanau gegen den Spitzenreiter – Gelnhausen wurde seiner Favoritenrolle gerecht

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball Liga, Staffel Süd-West, gab es eine faustdicke Überraschung. Die HSG Hanau gewann beim Spitzenreiter HG Saarlouis sehr deutlich. Der TV Gelnhausen kam gegen den TV Kirchzell zu zwei Punkten.

 

Handball-Gala beim Spitzenreiter

Ein Handballabend, der mit seiner Kulisse und seinem sportlichen Niveau einem echten Topspiel der dritten Liga absolut gerecht wurde: Die HSG Hanau hat am Samstag dem Spitzenreiter der Staffel Süd-West eine empfindliche Niederlage beigebracht. Gegen die zuvor seit 14 Spielen ungeschlagene HG Saarlouis gewannen die Grimmstädter auch in der Höhe verdient mit 37:28 (19:16). Eine denkwürdige Teamleistung in der Abwehr und die eiskalte Chancenverwertung der HSG-Offensive um Cedric Schiefer (10 Tore) und David Rivic (6 Treffer) sorgten für den siebten Sieg der Blau-Weißen in Serie. 

„Als Trainerteam sind wir heute richtig stolz, dass unsere Mannschaft eine solche Leistung gezeigt hat“, lobte HSG-Cheftrainer Axel Spandau nach Spielende. „Gerade nachdem die letzten Spiele von Saarlouis so deutlich ausgefallen sind, wollten wir hier mit unserer stabilen Abwehr überzeugen. Das ist uns gelungen.“ 

Die HSG Hanau hat in ihrer zehnjährigen Drittliga-Historie schon die eine oder andere denkwürdige Begegnung bestritten. Der Auftritt der Spandau-Sieben in Saarlouis, gegen einen zumindest auf dem Papier übermächtigen Gegner, reihte sich an diesem Samstagabend im März 2026 nahtlos in die Liste ein. Sei es die Treffsicherheit von Schiefer, die Übersicht eines Jan-Eric Kleemanns, die Abgebrühtheit von Saad Khan oder das Abwehrvermögen von Dziugas Jusys – alles lief für die Blau-Weißen perfekt zusammen. 

Spandau hatte vor der Begegnung vor allem die offensive 3:2:1-Deckung der Saarländer als spielentscheidendes Mittel ausgemacht und sein Team entsprechend vorbereitet. In der mit über 1300 Zuschauern besetzten Stadtgartenhalle brachte Hanau als Tabellendritter von Beginn an die Konzentration und Abschlussstärke auf die Platte, welche die Spielgemeinschaft aus Kesselstadt und Steinheim seit Ende Januar – sechs Siege in Serie – so stark machen. 

Starke Abwehr legt den Grundstein

Nach einem munteren Abtasten in der Anfangsphase nahm Hanau nach einem Siebenmeter von Kapitän Max Bergold zum 5:5 (7. Minute) erstmals das Heft in die Hand. Mit zwei schnellen Treffern erhöhten die Südhessen auf 7:5 und ließen in der Folge die mit zahlreichen Hochkarätern besetzte HGS-Offensive in der Abwehr voll auflaufen. Saad Khan parierte gleich zwei Siebenmeter vom ehemaligen Bundesliga-Akteur Yves Kunkel. Ein Sahnepass von Lukas Böhm auf Kreisläufer Rivic brachte die erste Fünf-Tore-Führung beim 13:8 (19.) ein. 

„Wir haben das Gegenstoßspiel von Saarlouis in der ersten Halbzeit erfolgreich gestoppt“, erklärte Spandau. Mit schnellem Rückzugsverhalten zwang Hanau seinen Gegner in das Sechs-gegen-sechs, in dem die zweikampfstarke 6:0-Abwehr der HSG ihre volle Stärke entfaltete. Gegen diesen Verteidigungsriegel taten sich die, bis dahin in dieser Saison zu Hause noch ungeschlagenen, Gastgeber sichtbar schwer. Bis auf Winter-Neuzugang Zeb Bjerneld (8 Tore) hatte Hanau die Saarländer gut im Griff. Mit Dennis Gersts 19:15 (29.) sicherte man sich die Führung zur Pause.  

Hanauer Offensivmaschine macht früh alles klar

Die zweite Halbzeit begann so, wie die erste endete. Saarlouis mühte sich zu seinen Treffern, während Hanau mit klugem Angriffsspiel, immer wieder über Kleemann, seine Führung behauptete. Der pfeilschnelle Sebastian Hein holte nach einem Konter einen Strafwurf heraus, den Kleemann zum 24:20 (39.) verwandelte.

Im Anschluss nahm HGS-Coach Jörg Lützelsberger seine zweite Auszeit, um wohl noch einmal das Ruder herumzureißen. Saarlouis probierte weiterhin viel, vor allem über seinen Kapitän Tom Paetow, doch Hanau schickte sich nun an, den ganz großen Wurf zu landen und spielte seine Spielzüge im Angriff auf den Punkt: Mehrere Balleroberungen, ein Strahl von Schiefer, der sicher verwandelte Siebenmeter von Kleemann sowie der Treffer vom mustergültig freigespielten Julian Fulda bedeuteten mehr oder weniger die Vorentscheidung beim 27:20 in der 45. Minute. Einen schnell ausgeführten Anwurf der Gäste kratzte Keeper Benedikt Müller im Flug gerade noch so von der Linie – frenetischer Jubel bei den mitgereisten HSG-Fans. Rivic machte mit dem 35:27 (56.) den Deckel drauf. 

Egal welche Hürde oder Herausforderung, dem Team aus der Brüder-Grimm-Stadt schien an diesem Drittliga-Spieltag wirklich alles zu gelingen. Und mittendrinnen immer wieder Cedric Schiefer – der Rückraumakteur lief am Samstagabend für die Hanauer zur Hochform auf, glänzte nicht nur mit 10 Toren, sondern auch mit viel Übersicht für die Teamkollegen. „Was Cedric heute gemacht hat, das war wirklich herausragend“, meinte Spandau. „Am Ende haben wir so auch immer eine Lösung gegen die zum Schluss sehr offensive Deckung von Saarlouis gefunden. Unsere Chancenverwertung war hervorragend.“ 

 

 

TV Kirchzell ärgerte Gelnhausen eine Halbzeit lang

Im Spiel gegen den TV Gelnhausen musste der TV Kirchzell am Ende eine 27:36 (16:17)-Niederlage hinnehmen. Dabei gelang es den Kirchzellern, den hohen Favoriten in dessen eigener Halle zu ärgern. Zumindest eine Halbzeit lang. 3:1 führten die Gäste, die auf den angeschlagenen Tom Spieß verzichten mussten, sogar in der zweiten Minute. Über 4:4, 6:6 und 7:7 (11.) blieb die Partie ausgeglichen. Danach zog Gelnhausen auf drei Tore weg (10:7), doch den TVK kümmerte das wenig. 10:10 hieß es nach 18 Spielminuten und ausgeglichen ging es weiter. 17:16 hieß es zur Pause, wobei ärgerlich war, dass der TVK direkt vor dem Halbzeitpfiff noch eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte. TVK-Trainer Povilas Babarskas war zufrieden mit dem Gesehenen. “Wir haben viele gute Sachen gesehen, unser Rückzug war gut und wir haben sehr geduldig gespielt. Schade, dass wir vor dem Halbzeitpfiff zwei Minuten kassiert haben.”

Gelnhausen wurden seiner Favoritenrolle gerecht

So mussten die Kirchzeller nach Wiederbeginn in Unterzahl agieren. Vadym Oskilko war es, der pausieren musste. Er nutzte ansonsten seine Chancen sehr gut, hatte zum Schluss fünf blitzsaubere Tore zu verzeichnen und sein Coach war sehr zufrieden mit ihm. Die Unterzahl tat den Kirchzellern nicht gut und die Hausherren gingen in den “Angriffsmodus” über. Innerhalb fünf Minuten stand es 21:16 und auch die Auszeit des Kirchzeller Trainers in der 37. Minute beim 22:16 brachte nichts mehr. Mitte der zweiten Hälfte hatte der Sechs-Tore-Vorsprung noch immer Bestand (27:21) und wuchs sogar auf 34:24 (58.) an. Die Gäste vergaben einige Freie, einige Konter und vor allem die vergebenen Strafwürfe ärgerten den Trainer. “Wir haben mit diesen Aktionen die Halle groß gemacht und mussten auch noch gegen die Stimmung ankämpfen.” Am Ende stand eine deutliche Niederlage, doch Povilas Babarskas meinte: “Ich bin nicht ganz unzufrieden. Meine Mannschaft hat es phasenweise sehr gut gemacht, vor allem in Halbzeit eins. Allerdings ärgern mich die vergebenen Strafwürfe und auch ein paar Abwehrfehler. Was mich sehr freut ist, dass die Jungen ihre Chancen so gut genutzt haben. Lasse Becker hat sein erstes Tor geworfen. Das freut mich für ihn. Und auch Vadym Oskilko hat fünf Treffer beigesteuert und auch sonst gut gespielt. Alles in allem bin ich, wie gegen Saarlouis, nicht ganz unzufrieden und ich muss meine Mannschaft für vieles loben.”

 

 

 

 

Das Bild hat uns die HSG zur Verfügung gestellt. Danke dafür.