Exakt 3386 Zuschauer wollten jüngst das dramatische Endspiel um die dänische Handball-Meisterschaft sehen. Am Ende gewann Sabine Englert mit ihrem FC Midtjylland gegen das Team Esbjerg hauchdünn den Pokal (Hinspiel 23:22, Rückspiel 22:22, Gesamt 45:44) und freute sich riesig. „Wir haben richtig gut abgeräumt“, grinst sie bis über beide Ohren. Denn neben der dänischen Meisterschaft gewann die Torhüterin, die seit 2009 beim Spitzenverein FCM zwischen den Pfosten steht, noch den Europapokal der Pokalsieger, den dänischen Supercup (im letzten August), den dänischen Pokal (Ende des Jahres), mit ihrer Mannschaft holte sie den Fair play-Pokal und sie wurde ins Allstar-Team der dänischen „Boxer-Liga“ gewählt (Boxer ist ein dänischer TV Anbieter und Sponsor der Liga, Anm. d. Red.).

Solide Saison

„Wir haben über die ganze Saison sehr solide gespielt, haben ja im Herbst den Supercup und den dänischen Pokal geholt“, erzählt sie stolz. Zwar hat der FCM Anfang der Spielzeit die Champions League-Qualifikation nicht geschafft, aber „wir haben uns im September sofort nach dem Ausscheiden zusammen gesetzt und uns in einer Trotzreaktion gesagt: jetzt holen wir alle anderen Titel.“
Welcher der wichtigste Titel für die 33-jährige sympathische Obernburgerin ist, kann sie gar nicht beantworten: „Jeder Titel für sich ist etwas Besonderes. Der Europapokal war eine tolle Befriedigung und der Meistertitel ist immer sensationell.“ Mit dem gewonnenen Meistertitel haben sich Sabine und Co. direkt für die Champions League qualifiziert und sie sagt: „Das gibt uns etwas Ruhe.“

Vier Neue

Ruhe, um gleich vier neue Spielerinnen auf wichtigen Positionen im Team zu integrieren.  „Wir haben einen Monat mehr Zeit für uns, weil die Quali-Spiele wegfallen und das ist enorm viel“, weiß sie als Routinier, wie hart das Geschäft läuft und dass jeder Tag zählt.
Drei Spielerinnen werden auf der Rückraumposition eingesetzt und die Keeperin selbst bekommt eine neue Kollegin. „Meine jetzige Kollegin hat sich das Kreuzband gerissen und fällt lange aus. Daher mussten wir uns nach einem Ersatz umschauen.“ Aber Sabine, die ihre neue Partnerin noch nicht persönlich kennt, ist zuversichtlich, dass sie sich schnell mit ihr ergänzen wird.
Nach der ganzen „Feierei“ machte die immer gut gelaunte Vollblutsportlerin einen kurzen Abstecher in ihre Heimat. Die Eltern, den Bruder, die Verwandten und die Freunde besuchen. „Meine Familie ist enorm wichtig für mich und ich bin sehr dankbar für ihre Unterstützung. So oft es geht, kommen sie mich in Dänemark besuchen. Wenn meine Eltern vor Ort waren, haben wir noch kein Finale verloren. Das war auch diesmal wieder so. Wenn das kein gutes Omen für die Zukunft ist“, lacht sie.
Nach drei Tagen in der Heimat ging es zurück nach Dänemark. „Ein Teil unseres Teams ist mit der Nationalmannschaft unterwegs und wir trainieren noch volle zwei Wochen. Dann haben wir drei Wochen Pause, ehe die Vorbereitung los geht. Wir spielen bereits am 20. August um den Super Cup mit. Da bleibt nicht viel Zeit für Urlaub“, sagt sie. Trotz der kurzen Freizeit freut sie sich schon wieder auf die neue Runde mit all ihren Herausforderungen.

Wir wünschen ihr einen guten Start in die neue Runde und viel Erfolg!

Die Bilder hat uns Sabine freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

 

Geballte Großwallstädter Power gibt es zur neuen Saison in der Handball-Bundesliga der Frauen. Isabell Roch wechselt zur neuen Saison vom Erstligisten HSG Blomberg-Lippe zur SG BBM Bietigheim. Die 24-jährige Torhüterin erhält in Bietigheim einen Vertrag über zwei Jahre und bildet ab 2015/16 zusammen mit Ann-Cathrin Giegerich das Torhütergespann. Anca, wie ihre Freunde sie nennen, stand bereits beim TV Großwallstadt und bei der HSG Sulzbach/Leidersbach im Kasten. „Es ist schon witzig, dass nächste Saison zwei aus Großwallstadt das Tor der SG hüten“, schmunzelte Isabell, die mit Anca schon zusammen im Kindergarten war. Beide freuen sich auf ihre gemeinsame Zeit bei der SG.

Fünf Jahre bei Blomberg-Lippe

Über Großwallstadt und Aschaffenburg wechselte Isabell nach Thüringen. Vom THC ging es zurück in die Heimat zur HSG Sulzbach/Leidersbach, dann zur Borussia Dortmund, ehe sie bei der HSG Blomberg-Lippe unterschrieb. Fünf Jahre lang spielte die sympathische Sportlerin bei der HSG und in dieser Saison sogar erfolgreich im Europapokal. „Jetzt war es an der Zeit für Veränderungen und eine neue Herausforderung. Ich hatte sehr gute Gespräche mit der SG und vertraue auf die Umsetzung des Konzeptes. Der Verein und die aktuelle Mannschaft haben viel Potenzial. Daher freue ich mich darauf, ab Sommer mit Anca ein gutes Torhütergespann zu bilden und der Mannschaft zu helfen, ihre gesetzten Ziele zu erreichen“, sagte Isabell. Die Keeperin hatte gute Angebote aus ganz Deutschland und auch aus Frankreich. „Ich hätte da sogar Champions League spielen können“, sagt sie. Doch letztlich hat die SG das Rennen gemacht. „Ich kenne mit Anca jetzt schon drei Spielerinnen, denn zwei waren vorher in Blomberg. Ich freue mich auf die kommende Runde. Ich denke auch, dass Anca und ich ein gutes Gespann bilden werden. Wir sind ganz unterschiedliche Typen und das macht es oft aus.“

Papa Roch in Ober-Eschbach

Ihr Papa, Sigi Roch, ist Anfang des Jahres zur TSG Ober-Eschbach (3. Liga Frauen, Staffel West) gestoßen. Der ehemalige Nationaltorhüter trainiert die Torhüterfrauen bei der TSG. Er kennt den TSG-Manager Gerhard Döll schon lange Jahre und sagt: „Auf seine Frage, ob ich Unterstützung leisten könne, habe ich ja gesagt. Es ist ein Freundschaftsdienst.“ Sigi Roch trug 16 Jahre lang das Trikot des TV Großwallstadt und ist mit 533 nationalen und internationalen Einsätzen dessen Rekordspieler. 1984 und 1990 war der Torhüter dabei, als der TVG zwei seiner insgesamt sechs deutschen Meisterschaften gewann. 1984, 1987 und 1989 holte der 38-malige Nationalspieler, der 1984 mit Deutschland in Los Angeles hinter Jugoslawien die olympische Silber-Medaille gewann, mit den Großwallstädtern den DHB-Pokal und 1984 auch den IHF-Pokal. Und Sigi Roch hält den Rekord von sieben gehaltenen Siebenmetern in einem Spiel.

 

Wir wünschen Isabell alles Gute und viel Erfolg!

Am 8. Februar feierte er seinen 40. Geburtstag und zwischenzeitlich ist er auch zum zweiten Mal Papa geworden. Derzeit übt sich Uli Wolf im Spagat zwischen Familie, Beruf und seiner Leidenschaft, dem Handball. Wir haben ein paar Zeilen über ihn zusammen geschrieben.

Mitte Dezember hat Uli Wolf das Ruder beim Landesligisten HSG Stockstadt/Mainaschaff übernommen, mit einer Mission: dem Klassenerhalt. Der Rechtsanwalt und ehemalige Profi-Handballer ist als „Feuerwehrmann“ gefragt und steht gleichzeitig auch noch als Spieler auf dem Parkett. Ganz freiwillig hat sich Uli aber nicht fürs Traineramt entschieden.

Anfang 2013 riefen ihn die HSG-Verantwortlichen  an und fragten zunächst, ob er ihnen als Spieler aushelfen könnte. „Naja, ich hatte eigentlich seit dem Spiel gegen den VfL Gummersbach im Mai 2008 meine Schuhe an den Nagel gehängt. Danach habe ich zwar beim TV Großwallstadt noch ein paar Spiele ausgeholfen. Aber seit ein paar Jahren stand ich nicht mehr ständig im Training“, berichtet er. Da der gebürtige Heidelberger erstens in Stockstadt wohnt, zweitens immer einspringt, wenn es irgendwo brennt und drittens bereits in der Saison 2012/13 bei der Spielgemeinschaft ausgeholfen hatte, sagte er zu. Mit seiner Hilfe schloss die HSG die Runde 2013/14 mit dem fünften Platz ab. 2012/13 war es der neunte Rang gewesen.

Auch für die aktuelle Saison sagte der Kreisläufer nochmal als Spieler zu. „Das sollte aber dann wirklich meine letzte Saison als Aktiver sein“, erklärt der Rechtsanwalt. Doch nun ist er plötzlich nicht nur Spieler, sondern auch noch Coach. Mitte Dezember 2014 stellte der damalige HSG-Trainer Norbert Wess sein Amt zur Verfügung. Und wer kam den HSG-Verantwortlichen da als neuer Coach in den Sinn? Uli Wolf. Der zögerte nicht lange und stellte sich auch dieser Aufgabe.

„Ich war von der Entwicklung völlig überrascht. Ich habe immer viele Gespräche mit unserem Coach geführt und gedacht, dass ich meine letzte Saison mit ihm als Trainer abschließen würde. Ich persönlich hatte keine Ambitionen Richtung Traineramt. Im Gegenteil: Für mich bedeutet dies einen Kraftakt und einen Spagat zwischen Familie, Beruf und Sport“, sagt Uli, der die erste Partie als Coach mit seinem Team gegen Babenhausen verlor.

Dennoch setzt die HSG weiter auf den Kreisläufer, macht mit ihm und Co-Trainer Thomas Zang auf jeden Fall bis zum Saisonende weiter. Und will noch mehr: Im Januar kam die Anfrage an ihn, doch auch kommende Saison das Zepter bei Stockstadt/Mainaschaff zu schwingen. „Ich habe mir Bedenkzeit ausgebeten, denn ich muss ich erst schauen, wie sich das Traineramt mit Familie und Beruf realisieren lässt“, erklärt Uli Wolf. Fakt ist aber, dass er in die Kaderplanung für die kommende Runde involviert ist und sich wohl personell einiges verändern wird.

Doch zunächst muss die laufende Runde gespielt werden. Und da ist die Zielsetzung für den ehrgeizigen Sportler klar: „der Nichtabstieg“.  Wenn der Kreisläufer dem Team seine eigene Einstellung in Sachen Kampfgeist und Bereitschaft, immer alles zu geben,  mit auf den Weg geben kann, sollte er also durchaus machbar sein, der Klassenerhalt für das Team und den Trainer Uli Wolf.

 

Unser Fotograf Klaus Roos hat uns ein paar schöne Bilder von Uli herausgesucht. Vielen Dank dafür.

 

Das Wüstenmärchen ist ausgeträumt und unsere Handballer sind bei der WM 2015 in Katar gegen die Gastgeber ausgeschieden, spielen nur noch um die Plätze… Während Katar im Halbfinale steht, konnte unsere Mannschaft nicht an die Leistungen der vorhergehenden Spiele anknüpfen, zeigte sich anschließend auch selbstkritisch. Viele Spieler sprachen von “zu vielen Fehlern, zu vielen Freien, die liegen gelassen wurden” usw. Einige sahen auch im Schiedsrichter-Gespann den Grund der Niederlage. Trotz allem ist es ein Erfolg, denn hätte es diese ominöse Wildcard des Weltverbandes IHF nicht gegeben, wären unsere Handballer überhaupt nicht Teil dieser WM gewesen.

Starke Leistung von Carsten Lichtlein

Ein Mann hat sich bei dieser Meisterschaft mit seinen Leistungen in den Vordergrund gedrängt. Torhüter Carsten Lichtlein spielte sehr stark auf und zeigte sein Können. Jahrelang stand er geduldig im Schatten seiner Kollegen – ohne ein Wort des Klagens oder Maulens, was nicht selbstverständlich ist. In Katar hat er sich sozusagen “freigeschwommen” und das freut mich persönlich sehr. Denn ich kenne Carsten seit seiner Zeit beim derzeitigen Drittligisten TV Kirchzell. Damals kam er als Jungspund von der TG Heidingsfeld in den Odenwald und in all den Jahren, egal ob er beim TV Großwallstadt, beim TBV Lemgo oder jetzt beim VfL Gummersbach unter Vertrag stand, entwickelte sich eine Freundschaft.

Während ich, teils berufsbedingt, teils privat, die WM 2007 vom ersten Tag an begleiten durfte, sah ich diesmal nicht ein einziges Spiel. Grund: ich besitze kein Sky. Doch dank Carsten war ich immer auf dem Laufenden. Vor dem Spiel gegen Ägypten schrieb ich eine kleine Geschichte über ihn, die hier nachzulesen ist. Und ausgerechnet in dieser Begegnung wurde er als “Man of the Match” ausgezeichnet.

Sonntag, 26. Januar 2015:

Während es bei uns in Aschaffenburg ein bisschen geschneit hat, scheint in Doha am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr bereits die Sonne und es sind 20 Grad. National-Torhüter und ehemaliger TVG-Spieler, Carsten Lichtlein, gibt uns einen kleinen Rück- und Ausblick aus dem „Frankenzimmer“ im Hilton Hotel in Doha. Frankenzimmer deshalb weil er es sich mit Michael Müller, ebenfalls ein Ex-Großwallstädter, das Zimmer teilt. „Wir verstehen uns beide sehr gut und es harmoniert“, sagt Lichtlein. Der Frühaufsteher ist bereits vom Frühstück zurück, während sein Zimmerkollege noch mit den anderen Spieler einen Plausch hält oder beim Physio vorbeischaut.
„Die Abläufe sind immer gleich. An einem freien Tag stehen Pressetermine an, dann Besprechung, Mahlzeiten und Training“, erzählt uns der Keeper. Die Tour in die Wüste vor ein paar Tagen hat der Mannschaft viel Spaß gemacht und war eine schöne Abwechslung. „Aber ich glaube, unsere Fahrer haben nur 25 Prozent gegeben – aus Rücksicht auf uns und damit keinem von uns schlecht wird“, grinst er. Ansonsten war es für alle Beteiligten ein Erlebnis. „Wir haben in einem Wüstencamp Spezialitäten des Landes gegessen, haben einiges über Land und Leute erfahren. Es war einfach schön.“
Die Stimmung innerhalb des Teams könnte nicht besser sein. War dieser bisherige Erfolg zu erwarten? „Ich glaube in der Art nicht. Wir als Team wollten natürlich von Anfang an Vollgas geben. Aber ich glaube, von den Außenstehenden hat dies keiner erwartet.“ Einer der Garanten ist der gebürtige Würzburger. Er freut sich, dass er, wie bereits bei den Quali-Spielen, die Chance von Trainer Dagur Sigurdsson bekommen hat und diese letztlich auch nutzen konnte. „Bis auf das Dänemark-Spiel bin ich ganz zufrieden mit meiner Leistung“, bleibt Lichtlein gewohnt selbstkritisch. „Aber ich bin begeistert vom Team. Wir spielen unbekümmert drauf los, versuchen immer das Beste zu geben und Dagur ist der ruhende Pol. Er verbreitet keinerlei Hektik.“
Gegen Ägypten wollen die Deutschen ebenfalls erfolgreich sein. „Wir müssen uns sehr konzentrieren. Die sind stark in der Abwehr, spielen aggressiv. Da heißt es, von Anfang an hellwach sein und unsere Leistung abrufen.”

Die Logen in Katar:

Die Freude, die ihm sein neuer Job als Trainer beim slowakischen Spitzenclub Tatran Presov seit seinem Amtsantritt im Juli 2014 macht, ist ihm deutlich anzumerken. Peter David war jüngst ein paar Tage auf „Heimaturlaub“ und nahm sich ein paar Minuten Zeit für uns.

„Presov ist die drittgrößte Stadt in der Slowakei. Hier ist immer etwas los“, sagt er. Der Trainer hat eine schöne Wohnung mitten in der Stadt und hat es nicht weit zu seiner Arbeitsstätte. „Wir haben eine tolle Halle, in die 4200 Zuschauer reinpassen. Alles ist neu, modern und es dürfen auch nur wir Aktiven und die Jugend-Handballmannschaften dort trainieren.“ Alle anderen Sportarten müssen in die alte Halle ausweichen.

Unangefochten an Platz eins

Derzeit steht Peter mit seiner Mannschaft in der slowakischen Liga auf dem ersten Tabellenplatz. Seit 13 Spielen ist sein Team ungeschlagen und es spaziert – wie erwartet – absolut souverän durch die Liga. In der SEHA League steht Tatran Presov derzeit auf dem dritten Rang. Sein Team misst sich hier unter anderem mit Veszprem, Metalurg, Meshkov Brest, Zagreb oder Vardar – um nur einige zu nennen. Alles klingende Namen in der Handballwelt. Auch in seinem Team gibt es klingende Namen. So steht beispielsweise der 2.15 Meter große Lette Dainis Kristopans auf halbrechts. Peter ist begeistert von ihm und sagt: „ Er ist sehr begehrt. Viele Vereine der ganzen Welt wollen ihn unbedingt haben. Auf Linksaußen spielt Radoslav Antl. Mein Landsmann ist pfeilschnell und kaum zu halten. Aber generell sind wir ausgeglichen besetzt.“ Bei dieser Belastung braucht er auch einen Kader, der gut besetzt ist, denn neben den zwei Ligen und dem EHF-Pokal mischt der ehemalige Trainer des TV Großwallstadt mit seinem Team auch noch im slowakischen Pokal mit und hat vor kurzem das Halbfinale erreicht.

Heute geht es gegen Melsungen

Dieses Wochenende (22. November 2014) trifft er mit seiner Mannschaft in der dritten Runde im EHF-Cup auf einen alten Bekannten. Es warten die MT Melsungen und sein ehemaliger Trainerkollege beim TV Großwallstadt, Michael Roth. „Es ist schon verrückt, wie klein die Welt ist“, schüttelt Peter grinsend den Kopf. Für Tatran Presov ist es das erste Eingreifen im EHF-Cup, denn bedingt durch die Champions League Qualifikation, in der Tatran den zweiten Platz erreichte, ist die Mannschaft von Trainer Peter David gesetzt.
Er weiß, dass diese Aufgabe schwer werden wird, denn „Melsungen hat einen ausgeglichenen und gut besetzten Kader. Der Papierform nach hat Melsungen leichte Vorteile. Michael muss mit seiner Truppe Woche für Woche gegen einen starken Gegner spielen, denn die deutsche Liga ist halt eben mal sehr stark. Bei uns ist das in der slowakischen Liga ist nicht so. Die ist nicht so stark. Allerdings sind wir in der SEHA League gefordert. Mit uns gibt es sechs Topteams und wir treffen daher auf richtig gute Mannschaften und müssen immer alles geben. So werden wir auch gegen Melsungen antreten. Wir werden alles geben, um erfolgreich zu sein.“

Michael Roth zeigt Respekt

Michael Roth zeigt ebenfalls viel Respekt vor dem kommenden Gegner auf internationaler Ebene und sagte: „Presov ist nach Toulouse ein anspruchsvoller Gegner und damit kein einfaches Los, aber durchaus machbar.“ Peter David machte sich mit seinen Jungs bereits am Mittwoch nach dem Abendtraining auf den Weg Richtung Deutschland. Die Fahrt war sehr lange, denn sie fuhren am Mittwoch gegen 19.30 Uhr los und kamen erst am Donnerstag um 11.40 Uhr in der Nähe von Kassel an. Am Abend und am Freitag wurde nochmal trainiert. Dazwischen lagen Spaziergänge, Gespräche, Vorbereitung. „Nach dem Spiel geht es zurück, so dass wir am Sonntagvormittag wieder in Presov eintreffen werden“, sagt der Coach. So ein Pensum muss Tatran auch in der SEHA League ständig absolvieren. Daher ist es auch enorm wichtig, dass Peter das Training wohl dosiert.

Peter freut sich auf Weihnachten

Bis Weihnachten hat der Trainer noch ein straffes Programm zu erfüllen. Dann hat er erst einmal eine Weile Pause und darauf freut er sich schon. „Endlich habe ich dann wieder Zeit für meine Familie. Darauf freue ich mich schon sehr, denn sie fehlt mir sehr.“ Zwar steht er mit seiner Familie im ständigen Kontakt und tägliche Telefongespräche sind normal, denn es gibt immer was zu erzählen. „Ich muss meiner Frau ein großes Kompliment machen und ich bewundere sie sehr, wie sie zu Hause in Obernburg alles organisiert und für die Kinder sorgt und alles im Griff hat. Das ist wirklich toll. Und sie unterstützt mich in allem, obwohl sie bedingt durch meinen Job so oft alleine ist. Um so mehr freue ich mich auf Weihnachten, bis wir alle wieder vereint sind. Und ich bin total glücklich, dass Ingrid nach dem Spiel in Melsungen mit mir nach Presov fährt und dort für ein paar Tage bleibt. Gott sei Dank sind unsere Kinder sehr selbstständig, so dass wir uns keine Gedanken machen müssen, wenn sie ein paar Tage alleine sind.“

Wir drücken Peter David die Daumen, dass es sportlich so gut weiterläuft wie bisher und freuen uns für ihn und seine Familie, dass sie bald für einige Wochen viel Zeit miteinander verbringen können.

Die Bilder hat uns freundlicherweise Peter David zur Verfügung gestellt.

Stolz wie Oskar sind sie: die frischgebackenenU 20-Europameister Jannik Kohlbacher, Tom und Lars Spieß. Nur mit der Stimme hapert es zum Wochenbeginn bei den Handball-Juniorennationalspielern ein bisschen. Kein Wunder, haben sie doch nach dem Titelgewinn am Sonntag die Nacht zum Tag gemacht. »Wir haben bis in den Montagmorgen hinein gefeiert. Es war schon recht hell, als wir ins Hotel kamen«, berichtet Lars, der gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Tom bei den DJK Rimpar Wölfen spielt (vormals waren die beiden beim TSV Lohr und HBLZ Großwallstadt). Und der Großwallstädter Jannik Kohlbacher verrät: »Obwohl am Tag nach dem Endspiel bereits um 7.30 Uhr Frühstück angesetzt war, kamen manche erst um 8 Uhr.« Aber was soll’s. Wer so souverän durch eine Europameisterschaft spaziert, darf auch dementsprechend feiern.

Der Aberglaube

Alle drei Spieler standen übrigens bereits im Juli 2012 beim Gewinn der U 18-EM im deutschen Kader. Damals wurden die Jungs von Klaus-Dieter »Pitti« Petersen und Christof Armbruster trainiert. Und da fast alle Handballer ein bisschen abergläubisch sind, teilten sich Jannik und die Spieß-Brüder bei dieser EM ihr Zimmer wieder mit den gleichen Kollegen von damals. »Tom teilte sich das Zimmer mit Christopher Rudeck von der SG Flensburg, ich bin mit Jannik Hausmann von Balingen-Weilstetten zusammen. Das war bisher eine sehr gute Konstellation«, erzählt Lars. TVG-Kreisläufer Kohlbacher wohnte mit Marcel Engels zusammen. »Wir sind ein eingespieltes Team. Es passt hervorragend. Er ist ja jetzt nach St. Gallen gewechselt, da hatten wir uns viel zu erzählen«, sagt Jannik.

Kein Problem mit der Favoritenrolle

Doch nicht nur abseits des Platzes lief für den deutschen Nachwuchs alles rund. Die Mannschaft wurde auch auf dem Feld ihrer Favoritenrolle gerecht. Schwierigkeiten damit, als Titelanwärter in die EM zu gehen, hatten die Jungs keine. »Wir sind eine gute Truppe und spielen alle bereits in der ersten, zweiten oder dritten Liga im Männerbereich – haben dementsprechend schon Erfahrung. Die Vorrunde wollten wir auf jeden Fall sehr gut abhandeln. Danach kam die schwere Hauptrunde, doch wir haben uns stetig gesteigert, das Halbfinale dann überraschend klar gewonnen – und dann standen wir auch schon im Finale«, lässt Jannik den Turnierverlauf Revue passieren. Und Tom ergänzt: »Wir hatten mit Fabian Wiede, Simon Ernst und Jonas Meier drei Spieler dabei, die uns extrem verstärkten. Sie spielten ja zwischenzeitlich schon bei den Älteren mit.« Begeistert sind die drei Europameister vom Trainergespann Markus Baur/Axel Kromer. Tom: »Für Markus freut es uns sehr, denn es ist sein erster Titel als Bundestrainer. Er findet genau die richtige Mischung für uns Jungen.« Jannik meint: »Das Trainerteam hat uns super eingestellt, ist auf jeden einzelnen Spieler eingegangen, hat uns gefördert. Es hat einfach Spaß gemacht, alles zu geben.«

Österreich tanzte aus der Reihe

Fast alle Teams wohnten in Österreich übrigens im gleichen Hotel. Die Stimmung war locker. Und da sich viele Spieler schon von diversen Turnieren zuvor kannten, gab es immer mal wieder den einen oder anderen Plausch. »Wir wohnten in einem Studentenwohnheim mit angegliedertem Hotel und waren im achten Stock untergebracht. Es war toll. Nur die Österreicher waren nicht bei uns. Sie wohnten in ihrem Olympiastützpunkt «, erzählt Lars. Das knappe 28:27 in der Vorrunde gegen die Gastgeber war für Jannik eines der schwersten Spiele im Turnierverlauf. Die Österreicher seien letztlich auch sehr enttäuscht gewesen, den Titel nicht gewonnen zu haben: »Immerhin haben sie ein ganzes Jahr darauf hingearbeitet, haben alles dafür getan, damit der Pott im eigenen Land bleibt.« Das Finale – die Neuauflage Schweden gegen Deutschland von 2012 – wollten rund 2000 Fans sehen. »Wir haben in einer Arena gespielt, die 6000 Leute fasst. Wenn da halt nur ein Drittel besetzt ist, ist die Stimmung nicht so toll. Aber von uns Spielern waren Familie, Verwandte und Freunde da, haben uns super angefeuert und alles gegeben «, erzählt der Kreisläufer. Seit Montag sind er und die Spieß- Brüder wieder zu Hause und froh, endlich im eigenen Bett schlafen zu können. »Wir sind seit dem 30. Juni unterwegs, hatten in all der Zeit nur vier Tage frei. Da freut man sich schon auf Daheim«, sagt Jannik. Während er von seinem Trainer Maik Handschke jetzt erst einmal drei Tage frei bekam und am Freitag wieder zur Großwallstädter Mannschaft stößt, waren die Spieß- Brüder bereits am Montagabend beim Training von Rimpar dabei. »Wir müssen nicht gleich voll mittrainieren, aber so richtig frei haben wir auch nicht«, erzählt uns Lars. Alle drei Europameister wollen in der restlichen Vorbereitung so richtig Gas geben und freuen sich auch schon auf die kommende Zweitliga-Saison. Während die Brüder Spieß sich weiterentwickeln und mehr Spielanteile bekommen wollen, hat Jannik andere Pläne: »Ich freue mich auf die neue Aufgabe und hoffe, dass wir unser Saisonziel erreichen. Dafür werden wir alles tun. Dann haben wir am Ende der Runde hoffentlich schon wieder etwas zu feiern – nämlich unseren Aufstieg. « Und Jannik hätte die nächste Gelegenheit, die Nacht zum Tag zu machen…

 

Wir haben von den Dreien ein paar Bilder herausgesucht, die uns freundlicherweise unser Fotograf Klaus Roos zur Verfügung gestellt hat. Sie zeigen Jannik, Tom (mit der Nr. 9) und Lars (Nr. 6) bei diversen Spielen.

 

Jetzt ist es amtlich. Die Staffeleinteilung in der dritten Handball-Liga bleibt wie sie ist. Die HSG Rodgau Nieder-Roden, stellvertretend für die Vereine aus dem südlichen Bereich des Hessischen Handballverbandes, der Pfalz sowie dem Raum Hannover, verzichtet vorerst auf eine weitere juristische Auseinandersetzung mit dem DHB.

Der DHB kann von Glück reden, dass die Vereine so umsichtig gehandelt haben und es nicht bis zum Äußersten haben kommen lassen. Vielleicht sollten die DHB-Verantwortlichen sich dieses Handeln zum Vorbild bzw. zu Herzen nehmen. Doch zurück zum Thema und zur Erklärung, warum die Einteilungen so bleiben wie bisher.

Zum zuletzt heiß diskutierten Thema Staffeleinteilung hat die HSG Rodgau Nieder-Roden nach erfolglos geführten Gesprächen mit der federführenden Spielkommission stellvertretend für die Vereine HSV Hannover, TSV Burgdorf II, HF Springe, TS Großburgwedel, TV Hochdorf sowie die hiesigen Vereine MSG Groß-Bieberau/Modau, TV Groß-Umstadt und TV Kirchzell beim DHB-Sportgericht Einspruch gegen die vorläufige Staffeleinteilung durch eben die vom DHB-Präsidium eingesetzte Spielkommission gelegt. Es erfolgte durch die erste Kammer des Sportgerichts des DHB erwartungsgemäß die Ablehnung des Einspruchs zur Staffeleinteilung. Nach eingehender Prüfung der Urteilsbegründung mit einem Rechtsbeistand kamen die Vereine zur Auffassung, dass sie sehr gute Chancen bei einem Zivilgericht zur Umsetzung der sachlich begründeten Vorschläge haben. Parallel dazu hat der DHB seine Dialog-Bereitschaft deutlich gemacht.

Aus diesem Grund und vor allem mit Rücksicht auf viele Vereine, die dann in ein zu erwartendes Terminchaos stürzen würden, haben sich die einspruchsführenden Vereine dazu entschlossen, dieser Entwicklung eine Chance zu geben und vorerst von weiteren juristischen Schritten in diesem Jahr abzusehen. „Im Interesse der Gesamtsituation wird es für die bevorstehende Runde keine weiteren juristischen Schritte geben“, sagte Kirchzells Trainer Gottfried Kunz. Er hofft, wie die anderen Vereine auch, auf eine bessere Einteilung und vor allem ein besseres Miteinander in der Saison 2015/16. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung war der erste gemeinsame Staffeltag für die dritten Ligen, der im Juli auf Antrag der hiesigen Vereine stattfand.

 

 

Sverre Jakobsson hat den Handball-Zweitligisten TV Großwallstadt verlassen. Sein Vertrag wurde nicht verlängert und nach fünf Jahren geht es für den Abwehrchef der Unterfranken Richtung Island. Der 37-jährige Kreisläufer kam 2009 nach Großwallstadt. Zuvor spielte der isländische Nationalspieler schon einmal in der stärksten Liga der Welt. Von 2006 bis 2008 trug er das Trikot des VfL Gummersbach. Bevor Sverre seine letzten Tage in Großwallstadt genoss, beantwortete er uns einige Fragen, auch die nach der Teilnahme seines Landes an der WM 2015 in Katar. Er war sich so sicher, dass Island dabei ist und eine Medaille holen wird. Doch leider scheiterten sie an Bosnien-Herzegowina (32:33/29:29), die sich über ihre erste WM-Teilnahme freuen dürfen.

Sverre, nach fünf Jahren heißt es nun Abschied nehmen. Wie schwer fällt Dir der Abschied aus Großwallstadt?

Der Abschied fällt mir sehr sehr schwer. Es war eine super Zeit hier in Großwallstadt und ich habe viele nette Leute kennen gelernt. Nicht nur auf dem Spielfeld. Auch außerhalb des Sports haben sich in all der Zeit sehr viele Freundschaften entwickelt. Für mich fängt nun ein neuer Lebensabschnitt an, denn meine Profikarriere geht zu Ende. Mein Beruf war ja auch immer mein Hobby. Das ist nun nicht mehr so. Und weg von Deutschland zu gehen, ist ein ganz komisches Gefühl.

Aber nicht nur Du, sondern auch Deine komplette Familie hat sich am Untermain sehr wohl gefühlt.

Ja, das stimmt. Ich denke, dass auch meine Kinder Großwallstadt sehr vermissen werden. Sie realisieren das im Moment noch nicht so, schwanken mit ihren Gefühlen hin und her. Einerseits ist hier Deutschland, andererseits wartet Island. Es geht ihnen wie mir. Sie haben gemischte Gefühle. Wir hatten wirklich eine super Zeit hier.

Wenn Du die Jahre Revue passieren lässt. Was war Dein schönstes Erlebnis?

Die ersten Jahre hier waren überragend. Vor allem in meiner ersten Saison haben wir, glaube ich, 40 Punkte geholt. Das war perfekt. Das Team, die Moral, die Einstellung – alles hat gepasst. Und wir wollten mehr, hatten große Ziele. Dann kam der Europapokal und wir haben alle gedacht, dass es so weiter gehen würde. Aber es war nicht so. Die letzte Saison war ein riesiger Schock für uns alle. Es war mental so hart, so grausam. Ich kann es nicht beschreiben, wie schlimm der Abstieg für mich persönlich war. Trotzdem haben wir zusammen gehalten, sind zum Glück wieder auf die Füße gekommen und haben weiter gekämpft. Aber die Frage war ja nach meinem schönsten Erlebnis  🙂 Wie gesagt, die ersten Jahre waren sportlich toll. Aber auch privat hat alles, bis zum Schluss, gepasst. Wir haben so tolle Nachbarn, haben tolle Leute in der Schule, im Kindergarten, beim Einkaufen kennen gelernt. Das wird meine größte Erinnerung bleiben.

Dein letztes Spiel im TVG-Trikot ist schon einige Zeit vorbei. Wie geht es jetzt weiter?

Wir haben schon angefangen, Umzugskartons zu packen. Zuvor war ich mit der Nationalmannschaft unterwegs. Wir hatten  am 8. und 15. Juni zwei WM-Qualifikationsspiele gegen Bosnien-Herzegowina, die wir ja leider beide verloren. Ich habe mit meiner Familie ein bisschen Urlaub gemacht, haben hier in der Region ein paar Freunde und Städte besucht. Dann geht es mit Packen weiter, denn Ende Juli kommt der Container und es geht Richtung Island.

Bleiben wir kurz bei der Nationalmannschaft.  Du warst Dir so sicher, dass Ihr die Quali für die WM schafft. Und jetzt?

Ich war mir so sicher, dass wir das schaffen werden und ich hoffte,  dass wir besser abschneiden als zuletzt bei der EM in Dänemark. Damals wurden wir Fünfter. Für mich war es die letzte Möglichkeit auf eine Medaille, denn spätestens im Januar werde ich aufhören.

Warum?

🙂  naja, ich kann ja nicht ewig spielen. Alles hat seine Zeit!

Was für eine neue Herausforderung wartet in Island auf Dich?

Ich werde Spielertrainer beim KA Akureyri in der ersten Liga werden. Zunächst einmal für ein Jahr. Danach soll ich den Trainerposten übernehmen. Derzeit sind wir zu zweit, teilen uns die Aufgabe, denn als Spielertrainer kann ich nicht alles alleine übernehmen.

Freust Du Dich auf die Aufgabe?

Ja klar. Wir haben eine sehr junge Mannschaft und ich werde der Opa im Team sein 🙂  Ich will mir aber auch eine Stelle in einem Wirtschaftsunternehmen suchen. Das habe ich schließlich studiert (Magister der internationalen Wirtschaftswissenschaften, Anm. d. Red.). In Island kannst du nicht nur als Trainer arbeiten. Das reicht nicht. Ich hatte die Chance, mir in Deutschland eine Karriere als Co-Trainer aufzubauen – sogar in der ersten Liga. Doch ich musste abwägen, ob ich mir hier noch einmal eine Karriere aufbauen oder nach Island gehen und auf Dauer in der Sparte arbeiten will, die ich studiert habe. Die Entscheidung war nicht leicht.

Und trotzdem hast Du Dich für Dein Heimatland entschieden.

Meine Familie lebt dort, die Familie meiner Frau ebenfalls und meine Landsleute haben mir sehr viel sehr leicht gemacht. Ich bin vor 16 Jahren von Akureyri weggezogen und jetzt komme ich wieder zurück. Natürlich hätte ich mir erst noch einmal etwas in Deutschland aufbauen und dann zurück gehen können. Aber ich denke, vom Timing war es gut so, wie es jetzt ist. Trotzdem ist es ein komisches Gefühl.

 

Wir wünschen Sverre auf seinem weiteren Lebensweg alles Gute und hoffen, dass er uns in guter Erinnerung behalten wird.

 

Die tollen Bilder hat uns freundlicherweise Klaus Roos zur Verfügung gestellt. Dafür vielen Dank!

 

 

 

 

 

 

Auch heuer gaben die Staffeleinteilungen des Deutschen Handballbundes (DHB) in den dritten Ligen wieder viel Grund zur Unzufriedenheit respektive Aufregung. Viele Vereine sind mit der Einteilung nicht einverstanden, darunter auch die hiesigen Clubs. Sie sollen in der neuen Saison erneut in der Staffel Ost antreten. Das wiederum bedeutet weite Fahrten und immens hohe Kosten. Die Vereine wollen das nicht hinnehmen und setzen sich nun zur Wehr.

Der TV Groß-Umstadt hat in seinem und im Namen der Vereine TV Kirchzell, MSG Groß-Bieberau, HSG Rodgau Nieder-Roden den Antrag an den DHB und seine Spielkommission gestellt, die Einteilung wegen der unter anderem zahlreichen Einsprüche der Vereine zu überarbeiten und dabei noch mehr den ökonomischen Gesichtspunkten der Vereine Rechnung zu tragen. Dies begründen sie mit der Spielordnung des DHB im § 38 (3) „…Ihre Zusammensetzung erfolgt nach geografischen Gesichtspunkten“. Der Definition nach darf von einer geografischen Einteilung ausgegangen werden, wenn die Summe aller Fahrten (Kilometer-Berechnung) minimiert ist. Dies ist aber aus Sicht vieler Vereine bei der Einteilung vom 26. Mai 2014 nicht erfolgt.

Überlange Fahrten und ein immenser Aufwand

Die derzeitige Einteilung mutet den Vereinen überlange Fahrtstrecken und einen immensen Aufwand zu und auch die Umwelt wird durch überflüssig lange Fahrten stärker als nötig belastet. Die langen Reisen sind nach Auffassung der Amateurvereine diesen nicht zuzumuten. Groß-Umstadt und Co. sind sich im Klaren, dass es keine Lösung geben kann, die allen 64 Vereinen gerecht wird. Es wird immer Kompromisse geben müssen und es wird zu Härtefällen kommen. Aber die sind möglichst gering zu halten und das ist – aus Sicht der vier Vereine – auch möglich.

Korrektur der bisherigen Vorgehensweise wird gefordert

Der Einwand, wer 3. Liga spiele, müsse wissen was auf ihn zukomme, zieht in diesem Fall nicht. Die Aufteilung der 64 Mannschaften folgt keinen starren und objektiv nachvollziehbaren Kriterien, sondern hängt offensichtlich von einer Vielzahl weicher Faktoren ab.
Die Stimmen werden immer lauter, die eine Korrektur der bisherigen Vorgehensweise und mehr Mitspracherecht der betroffenen Vereine fordern. Vor allem die vier oben genannten Vereine haben sich vehement für eine Änderung der Einteilung eingesetzt und haben auch eine Alternative erarbeitet, die den 64 Vereinen aller vier Staffeln insgesamt 30 000 Kilometer über die Saison verteilt einsparen würde. „Es gibt keinen mir bekannten Verein, der dem von uns Südhessen gemachten Vorschlag ablehnend gegenübersteht. Wir müssen sehen, ob das letztlich tragfähig ist, aber ich denke schon, dass sich das DHB-Präsidium als entscheidende Instanz damit sehr intensiv auseinandersetzen und die Anregungen der betroffenen Vereine ernsthaft prüfen sollte“, äußerte sich Michael Blechschmitt, Teammanager des TV Groß-Umstadt und Mitinitiator der Alternativlösung. Dies passiert derzeit und Blechschmitt steht mit DHB-Präsident Bernhard Bauer in Kontakt.

Staffel West – anstatt Ost

Würden der TV Groß-Umstadt, der TV Kirchzell, die MSG Groß-Bieberau und die HSG Rodgau Nieder-Roden in der Staffel West, anstatt Ost, spielen, würde dies viele Vorteile in Form von weniger Reise- und Benzinkosten bringen und viel Zeit einsparen. „Insgesamt gesehen ist es für uns ein Unding, dass die Herren nach ihren Einfällen die ‚Hütchen hin- und herschieben‘ und nach Wohlbefinden einteilen“, gibt sich Gottfried Kunz, Trainer des TV Kirchzell, verärgert über die Einteilung.
Ein Etappenziel haben die vier Vereine aber bereits erreicht. In der Vergangenheit gab es für jede Staffel einen eigenen Staffeltag. Diese Tage wurden nun abgesagt und dafür dem Antrag der Vereine stattgegeben, einen gemeinsamen Staffeltag ins Leben zu rufen. „Wir 64 Vereine werden als eins behandelt. Warum können wir uns daher nicht alle zusammen an einem zentralen Ort in Deutschland an einen Tisch setzen und einen gemeinsamen Staffeltag abhalten?“, fragte sich Kunz. Dies passiert wohl jetzt am 12./13. Juli in Dortmund.

Die derzeitige Einteilung

Die derzeitige Einteilung für die Saison 2014/15 in der 3. Liga, Staffel Ost, Männer: TV Groß-Umstadt, SG LVB Leipzig, TV Kirchzell,, SC Magdeburg II, HG Köthen, TSV Burgdorf II, HSV Bad Blankenburg, HC Elbflorenz, Dessau-Rosslauer HV, MSG Groß-Bieberau/Modau, ESV Lok Pirna, HSG Rodgau Nieder-Roden, HSV Hannover, HSC Bad Neustadt, Northeimer HC, SV Anhalt Bernburg.

 

Unsere Deutschlandkarte, die uns freundlicherweise von der HSG Rodgau/Nieder-Roden zur Verfügung gestellt wurde, zeigt die derzeitige Einteilung der vier Staffeln in der 3. Liga Männer.

Peter David, langjähriger Trainer beim jetzigen Handball-Zweitligisten TV Großwallstadt, hat eine neue Aufgabe. Ab 1. Juli wird der 66-fache slowakische Nationalspieler den Handballclub HT Tatran Presov übernehmen. Peter wird mit seinem Team in der multinationalen SEHA-Liga (Southeast Handball Association) spielen. Tatran hat sich in den letzten Jahren zum erfolgreichsten und stärksten Verein der Slowakei entwickelt und gehört in der neugegründeten SEHA-Liga neben Vardar Skopje und Szeged Veszprem zu den Spitzenteams.

„Ich freue mich sehr auf meine neue Herausforderung“, erzählte uns Peter begeistert von seiner neuen Trainerstelle. Der 48-Jährige kennt die Mentalität der Spieler in seiner Mannschaft aus dem Effeff. Diese ist gespickt mit vielen Nationalspielern aus der Slowakei, Tschechien, Lettland oder Serbien. „Ich bin ja schon so lange in Deutschland, denke schon wie ein Deutscher, weiß aber auch, wie meine Landsleute ticken“, grinst Peter, der einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben hat und nun in seine Heimat zurück geht. Doch so direkt “neben seiner Familie” lebt er nicht. Peter ist in der Nähe von Bratislava zu Hause, sein jetziges Domizil ist über 400 Kilometer weg. “Das ist so, wie wenn du von Obernburg nach Hamburg fährst”, erklärt uns der zweifache Familienvater. Seine Frau und seine Kinder werden erst einmal in Deutschland bleiben. “Für die drei ändert sich erst einmal nichts. Sie bleiben weiter in Obernburg wohnen. Wir werden sehen, wie das alles klappt und passt. Aber ich denke, es wird sich einspielen”, ist Peter zuversichtlich, dass er und seine Lieben Beruf und Privates unter einen Hut bekommen.

Die Vorbereitung bei Tatran geht am 1. Juli los. Der erste Höhepunkt wird schon Ende August kommen, denn dann will sich der ehrgeizige Trainer mit seinem Team die Qualifikation für die Champions League sichern. Ligabeginn ist im September.

Wir gratulieren Peter herzlich zu seinem neuen Job und wünschen ihm alles Gute!