Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Nach rund eineinhalb Jahren Verletzungspause ist Luisa Hrdá beim ITF-$15.000-Tennis-Turnier in Gaborone (Botswana) erfolgreich auf die Profi-Tour zurückgekehrt. Durch die lange Pause verlor die gebürtige Mainaschafferin ihr WTA-Ranking im Einzel und Doppel und musste sich deshalb zunächst wieder über die Qualifikation ins Hauptfeld kämpfen.

Wie uns Max Giegerich, der sich im Hintergrund um die organisatorischen, finanziellen und kommunikativen Belange rund um Luisa kümmert, berichtete, zeigte Luisa Hrdá beim ersten von zwei Turnieren in Botswana direkt starke Leistungen. In der Qualifikation setzte sie sich zunächst souverän gegen die US-Amerikanerin Madison Rose mit 6:2, 6:2 durch. Anschließend besiegte sie auch die an Position sieben gesetzte Simbabwerin Kudzei Erin Patience Chapepa mit 6:3, 6:2 und zog ins Hauptfeld ein. Dort traf sie in der ersten Runde auf die an Nummer drei gesetzte Mexikanerin Sabastiani Leon (WTA 930). Gegen die favorisierte Spielerin lieferte Hrdá einen großen Kampf und musste sich erst im dritten Satz mit 1:6, 6:4, 4:6 geschlagen geben.

Beeindruckend im Doppel

Im Doppel sorgte Luisa Hrdá gemeinsam mit ihrer italienischen Partnerin Sofia Avataneo für ein beeindruckendes Turnier. Nach einem souveränen Auftaktsieg gegen Colalancia / Moshaoa wartete im Viertelfinale die an Position zwei gesetzte Paarung Laskutova (RUS / WTA 590 Doppel) und Lan Mi (CHN / WTA 580 Doppel). Hrdá und Avataneo setzten sich nach großem Kampf mit 6:4, 0:6, 10:8 durch. Auch im Halbfinale bewiesen die beiden Nervenstärke und besiegten Kunz (SUI / WTA 940 Doppel) und Wagner (GER / WTA 870 Doppel) mit 0:6, 6:3, 12:10. Erst im Finale mussten sie sich den topgesetzten Leon (MEX / WTA 490 Doppel) und Podhajecka (POL / WTA 650 Doppel) mit 6:7, 2:6 geschlagen geben.

In der zweiten Turnierwoche lag der Fokus auf dem Einzel. Erneut spielte sich die gebürtige Mainaschafferin erfolgreich durch die Qualifikation. Im Hauptfeld gewann sie anschließend gegen die Simbabwerin Sasha Natalie Chimedza mit 6:2, 6:4 und feierte damit ihren ersten Sieg im Hauptfeld eines Profiturniers seit ihrer Rückkehr. In der zweiten Runde wartete erneut Sabastiani Leon, gegen die sich die 26-Jährige diesmal mit 2:6, 1:6 geschlagen geben musste.

Unter dem Strich kann die Mainaschafferin dennoch auf eine erfolgreiche Botswana-Reise zurückblicken. Mit einem WTA-Punkt im Einzel sowie zehn WTA-Punkten im Doppel kehrt sie in die Weltrangliste zurück und wird in ein paar Tagen im Doppel voraussichtlich auf Position 1570 geführt.

 

 

Das Bild zeigt Luisa Hrdá (rechts) mit ihrer Doppelpartnerin Sofia Avataneo und dem Finalistenpokal.
Foto: Matteo Covato
 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Heute gibt es eine neue Folge meines Podcasts. Als Gast war diesmal Matthias Rieth, leidenschaftlicher Fußballer, mittlerweile auch begeisterter Handball-Fan und stellvertretender Serviceleiter und KFZ- Techniker-Meister, bei mir zu Besuch. 

Matthias hat lange Jahre aktiv Fußball gespielt, war dann Spielertrainer, kennt dementsprechend “Gott und die Welt” und da sein Sohn seine Liebe fürs Handball entdeckt hat, hilft er nun auch in der Handball-Halle beim Training mit, zusammen mit seinem Kumpel Uli Wolf, dem ehemaligen Handball-Profi und Trainer des derzeitigen Zweitligisten TV Großwallstadt.

Matthias lässt uns teilnehmen an seinen Erinnerungen, Begegnungen im Sport – wie über Daniel Baier oder Heiko Westermann, spricht aber auch über seine Arbeit beim Autohaus Brass in Aschaffenburg.

Nehmt Euch deshalb die Zeit und hört in meinen Podcast mit Matthias Rieth rein. 

 

Den Podcast könnt Ihr nicht nur auf meinem Blog unter “Podcast”, sondern auch auf Spotify oder überall wo es Podcasts gibt, hören. Ganz wie Ihr wollt.

Die Bilder hat uns Matthias zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür. Links sind Matthias mit seiner damals hochschwangeren Frau zu sehen beim Aufstiegsspiel, in der Mitte Papa und Sohn beim Handball und rechts Matthias in Aktion.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Handball Zweitligist TV Großwallstadt hat im letzten Heimspiel der Saison gegen den HC Elbflorenz 2006 in der Untermainhalle Elsenfeld eine 29:33 (12-15)-Niederlage hinnehmen müssen. Dabei mussten es elf Spieler im Kader des TVG mit dem 16-Mann starken Kader der Dresdner aufnehmen. Also kein Heimsieg zum Abschluss, aber ein Abschied mit großer Geste.

Die Gastgeber waren personell stark dezimiert, standen vor einer schwierigen Aufgabe, gaben sich aber nie auf und waren zehn Minuten vor Schluss beim 25:27 in Schlagdistanz. Die Partie begann kurios: Vier der ersten fünf Treffer fielen per Siebenmeter. Im weiteren Spielverlauf entwickelte sich ein kampfbetontes Duell, das phasenweise etwas unrund verlief, was sich in elf Zeitstrafen niederschlug. Elbflorenz wurde seiner Favoritenrolle letztlich gerecht. Das Ergebnis rückte jedoch in den Hintergrund. Für den emotionalsten Moment des Abends sorgte TVG-Urgestein Mario Stark. Nach zehn Jahren im Trikot des TVG absolvierte er sein letztes Heimspiel. In den Schlusssekunden bewiesen die Gäste große Fairness: Beim Stand von 28:33 überließen sie Stark den Ball, so dass er noch einmal erfolgreich einnetzen konnte. Es war sein letztes Tor vor heimischem Publikum.

Anschließend stand der HCE Spalier und ermöglichte Stark einen besonderen Abschied auf dem Spielfeld. Unter dem Applaus der Fans konnte sich der langjährige Leistungsträger von seinem Publikum verabschieden – ein bewegender Moment und eine Geste, die weit über das eigentliche Spielergebnis hinausging.
 
Auf nach Coburg
 
Nun muss der TVG im letzten Spiel der Saison am Samstag beim HSC Coburg antreten. Im Match gegen den Tabellenneunten wird es wohl keine Brisanz mehr geben, denn die Würfel sind gefallen. Die einen stehen im Tabellenmittelfeld, die anderen haben den Klassenerhalt geschafft. Zu einem Wiedersehen kommt es mit HSC-Torhüter Petros Boukovinas, der eine unglaublich gute Saison gespielt hat. 
 
Das letzte Aufeinandertreffen im Weihnachtsspiel in der Untermainhalle endete 33:30 für die Oberfranken. Damals waren es Mikael Helmersson (9 Treffer) auf Rückraum Mitte und Jesper Schmidt (10/4 Tore) auf Linksaußen, die maßgeblich zum Erfolg ihres Teams beigetragen haben. Helmersson ist es auch, der mit 190 Toren auf Platz zwei der aktuellen Torschützenliste der HBL steht und am Samstag sein letztes Spiel für den HSC 2000 Coburg bestreiten wird.
 
Das Bild hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Danke dafür

 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Wie Handball Drittligist TV Gelnhausen bekannt gab, erhält der Verein die Lizenz für die zweite Liga und hat damit auf dem Weg zu einem der größten Erfolge seiner Vereinsgeschichte eine weitere wichtige Hürde genommen. Die unabhängige Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga hat den Barbarossastädtern die Lizenz für die zweite Bundesliga für die Saison 2026/27 erteilt und das ohne Auflagen und ohne Bedingungen. Voraussetzung für die Teilnahme am Unterhaus des deutschen Profihandballs bleibt allerdings die sportliche Qualifikation über die laufende Aufstiegsrunde.

Damit steht fest: Sollte der TV Gelnhausen sein entscheidendes letztes Spiel der Aufstiegsrunde am Samstag, 06. Juni, gegen den EHV Aue gewinnen, wäre der Aufstieg in die zweite Liga perfekt. Nach 1988 und 2002 wäre es der dritte Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse in der Vereinsgeschichte und gleichzeitig der größte sportliche Erfolg in der jüngeren Geschichte des Vereins.

Im Rahmen des umfangreichen Lizenzierungsverfahrens wurden die Vereine durch die unabhängige Lizenzierungskommission nicht nur auf ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, sondern auch auf infrastrukturelle, organisatorische und rechtliche Kriterien geprüft. Die Kommission kann dabei sowohl Bedingungen als auch Auflagen erteilen. Während Bedingungen zwingend vor Saisonbeginn erfüllt werden müssen, damit überhaupt eine Lizenz wirksam wird, regeln Auflagen Vorgaben, die während der laufenden Spielzeit einzuhalten sind.

Umso bemerkenswerter ist das Ergebnis für den TV Gelnhausen. Nun fehlt noch ein letzter Schritt: 60 Spielminuten gegen den EHV Aue trennen den TV Gelnhausen von der Rückkehr in die zweite Liga und einem historischen Kapitel der Vereinsgeschichte.

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Aus Mittelhessen zurück in die Brüder-Grimm-Stadt. Handball Drittligist HSG Hanau nimmt zur neuen Saison 2026/27 den talentierten Rückraumspieler Marek Schöber unter Vertrag. Der 18-Jährige wechselt von den Mittelhessen Youngsters an den Main und erhält bei der HSG ein Arbeitspapier bis zum 30. Juni 2027. In Hanau ist Rechtshänder Schöber, der in der Vergangenheit auch in den Hanauer Jugendmannschaften ausgebildet wurde, als weitere Option für den Rückraum der Blau-Weißen eingeplant. Das gab die HSG Hanau in einer Pressemitteilung bekannt.

„Marek hat sich vor zwei Jahren für den Wechsel nach Dutenhofen entschieden, um dort zwei Saisons lang in der Jugend-Bundesliga auf höchstem Niveau zu spielen. Nun steht er kurz vor dem Abitur und möchte den Fokus stärker auf Schule und Heimatnähe legen“, erklärt der sportliche Leiter der HSG Hanau, Reiner Kegelmann. „Er ist ein hochtalentierter Spieler mit außergewöhnlicher Dynamik im Eins-gegen-eins und bringt großes Entwicklungspotenzial mit.“

Neben seinen Stärken in der Offensive, in der Schöber gerne seine Schlagwürfe präsentiert, gehört auch das Abwehrspiel zu den Qualitäten des Neuzugangs. „Marek kann im linken Rückraum und auch auf Rückraum Mitte auflaufen. Somit ist er eine wertvolle Bereicherung für unser Spiel“, ergänzt HSG-Geschäftsführer Hannes Geist. „Er kennt die HSG Hanau bestens und hat in seiner Zeit als B-Jugendlicher schon mit Malte Just, Ben Scharirrär und Sebastian Hein zusammengespielt. Wir freuen uns, dass er nun unsere Drittliga-Mannschaft unterstützt.“ 

„Ich freue mich riesig über den Wechsel nach Hanau und will schnell in der 3. Liga Anschluss finden, um hier den nächsten Schritt in Richtung Profihandball zu machen. Dadurch, dass ich viele meiner zukünftigen Mitspieler schon aus meiner Jugendzeit kenne, ist der Wechsel zurück zur HSG Hanau ideal für mich“, sagt Marek Schöber.

Der 1.81 Meter große Rückraumspieler Marek Schöber zählt zu den großen Talenten des 2007er-Jahrgangs der HSG Hanau und stand bereits mehrmals in den Auswahlmannschaften des Hessischen Handballverbandes. Bei den Mittelhessen Youngsters, der Jugend-Spielgemeinschaft der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II und des TV 05/07 Hüttenberg, reifte der gebürtige Langener schnell zum Leistungsträger und lief mit dem Team in beiden Spielzeiten in der A-Jugend-Bundesliga auf. Vor seiner Zeit in Hanau spielte Schöber unter anderem für die HSG Langen.

 

Das Bild hat uns die HSG zur Verfügung gestellt. Danke dafür

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Heute gibt es eine neue Folge meines Podcasts. Als Gast war diesmal Dennis Weit, Vollblut-Handballer und heutiger Personal Trainer, bei mir zu Besuch. Dennis hat jüngst seine Handballschuhe an den berühmten Nagel gehängt und widmet sich jetzt mit Begeisterung einem neuen Standbein in seinem Leben.

Handball wurde Dennis quasi in die Wiege gelegt, denn sein Papa Alexander Weit war ein Ausnahme-Torhüter, hat lange Jahre bei der TuSpo Obernburg gespielt und ist dort eine Torhüter-Legende.

Dennis hat einige Stationen hinter sich. So hat er zum Beispiel in Babenhausen, bei den TVG-Junioren, beim TV Großwallstadt, TV Kirchzell, Eintracht Hildesheim, Hannover-Burgwedel, Bruchköbel oder Gelnhausen gespielt – um nur einige zu nennen.

Warum Dennis sich nun in seinen jungen Jahren schon aus dem Handball-Geschäft zurückgezogen hat, wieviel Spaß ihm sein neues Business macht und noch einiges mehr erzählt er im Podcast.

Nehmt Euch deshalb die Zeit und hört in meinen Podcast mit Dennis Weit rein. 

 

Den Podcast könnt Ihr nicht nur auf meinem Blog unter “Podcast”, sondern auch auf Spotify oder überall wo es Podcasts gibt, hören. Ganz wie Ihr wollt.

 

Das Bild hat uns Dennis zur Verfügung gestellt. Danke dafür

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Was für eine Leistung. Handball Drittligist TV Gelnhausen hat sich am vierten Spieltag der Aufstiegsrunde zur zweiten Handball-Bundesliga beim Meister der Nord-West-Staffel ein sensationelles 28:28 (11:14)-Unentschieden erkämpft und sich damit ein Endspiel um den Aufstieg am kommenden Samstag gegen den EHV Aue gesichert. Vor 2.200 Zuschauern in der ausverkauften Ems-Halle nahmen die Barbarossastädter einmal mehr ihr Herz in beide Hände, lieferten dem großen Aufstiegsfavoriten TV Emsdetten einen an Leidenschaft nicht zu überbietenden Fight und trotzten dem konsternierten Gastgeber einen Punkt ab. Damit übernahm der TVG aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs sogar die Tabellenführung der Aufstiegsrunden-Gruppe und hat nun alle Trümpfe in der Hand.

Als Daniel Drozdz in den Schlusssekunden den letzten Wurf des 2.07 Meter großen Andre Meuser parierte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Spieler und Betreuer stürmten auf das Feld, ehe die Mannschaft direkt zu den rund 150 mitgereisten TVG-Fans eilte und gemeinsam mit ihnen diesen besonderen Abend feierte. Jedem war klar: dieses Spiel wird für immer einen Platz in den Geschichtsbüchern des TVG haben.  

Nichts für Handball-Ästheten

Dabei war es kein Spiel für Handball-Ästheten, sondern eines für alle, die Leidenschaft, Mentalität und bedingungslosen Einsatz lieben. Der TVG gewann diesen Punkt nicht durch individuelle Überlegenheit, sondern durch puren Willen, unglaublichen Teamgeist und den festen Glauben an die eigene Chance. Während viele dem TVG in dieser Aufstiegsrunde lediglich Außenseiterchancen eingeräumt hatten, bewiesen die Rot-Weißen erneut, dass Herz und Mentalität manchmal mehr wert sein können als jede individuelle Qualität.

Die personelle Situation war erneut angespannt. Neben Jonas Dambach (Fußverletzung) fehlten auch weiterhin Akos Csaba (Kreuzbandriss) und Dima Redkyn (Erkältung). Zu Beginn der zweiten Hälfte fiel dann auch noch Rückraumspieler Fynn Hilb nach einem Schlag aufs Bein aus. Der TVG ging personell auf dem Zahnfleisch.

Von Beginn an war zu spüren, welche Bedeutung diese Partie für beide Mannschaften hatte. Die Atmosphäre in der ausverkauften Ems-Halle war beeindruckend und die Gastgeber versuchten sofort, ihre Heimstärke auf die Platte zu bringen. Doch der TVG hielt dagegen. Vor allem Alexander Bechert erwischte einen starken Start, zeigte mehrere Paraden und entschärfte einen Siebenmeter. Im Angriff setzte zunächst Linksaußen Yannick Mocken die Akzente. Nach drei Treffern des Außenspielers traf Max Bechert in der 6. Minute zum 4:2 für die Gelnhäuser.

Emsdetten ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken. Die Gastgeber fanden nun besser in die Partie und drehten das Spiel bis zur 14. Minute auf 7:5. Vor allem gegen die kompakte Defensive der Westfalen tat sich der TVG phasenweise schwer, gute Lösungen zu finden. Doch die Gelnhäuser Abwehr verteidigte ihrerseits mit enormer Leidenschaft und hielt Gelnhausen im Spiel.

Durch Hilb gelang in der 21. Minute die erneute Führung zum 9:8. Doch anschließend erhöhte Emsdetten nochmals die Intensität. Nach einer Auszeit der Gastgeber folgte ein 6:1-Lauf, der den TVE auf 14:10 davonziehen ließ. Besonders Torhüter Oliver Krechel wurde nun immer stärker und brachte die Gelnhäuser Angreifer mehrfach zur Verzweiflung. Torben Fehl verkürzte unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff noch auf 11:14 und hielt den Rückstand damit in Grenzen.

Auch vom Ausfall von Hilb ließ sich die Gelnhäuser Mannschaft in der zweiten Spielhälfte nicht aus der Bahn werfen. Immer wieder verkürzten die Barbarossastädter den Rückstand. Vor allem Mocken erwischte einen Sahnetag. Mit zehn Treffern bei nur einem Fehlversuch war der Linksaußen der überragende Mann auf dem Feld und hielt seine Mannschaft in Schlagdistanz. In der 43. Minute belohnte er die Aufholjagd mit dem Treffer zum 19:19-Ausgleich.

Doch erneut hatte Emsdetten die passende Antwort. Drei Tore in Folge brachten die Gastgeber wieder mit 22:19 in Front. Im Tor entwickelte sich Daniel Drozdz in der Schlussphase immer mehr zum Faktor. Gleichzeitig verteidigten die Rot-Weißen nun mit enormer Konsequenz. Ballgewinne, provozierte Fehler und leidenschaftliche Zweikämpfe sorgten dafür, dass Emsdetten zunehmend nervöser wurde. „Wir haben versucht, das Spiel immer eng zu halten“, erklärte Geiger nach der Partie. „Auch als Emsdetten vier Tore vorne war, haben wir einen kühlen Kopf bewahrt. In den letzten 15 Minuten waren wir hellwach, obwohl der Körper längst im roten Bereich war.“

Sechs Minuten vor dem Ende glich Jannik Geisler zum 24:24 aus. Nun war die Partie endgültig zu einem Nervenspiel geworden. Zwar ging Emsdetten immer wieder mit einem oder zwei Toren in Führung, doch der TVG antwortete jedes Mal. Als der Emsdettener Marc Esche in der 56. Minute das 27:25 für die Gastgeber erzielte, schien das Momentum erneut auf Seiten des TVE zu liegen. Kurz darauf sah Esche jedoch nach einem Gesichtstreffer gegen Silas Altwein die Rote Karte. Die anschließende Überzahl nutzten die Gelnhäuser konsequent aus. Jonathan Malolepszy und Mocken stellten auf 27:27.

In der 58. Minute brachte ein spektakuläres Kempa-Tor von Luca Klein Emsdetten erneut in Führung. Doch auch diesmal blieb der TVG cool. Malolepszy verwandelte im Gegenzug einen Siebenmeter zum 28:28. Die Schlussminute hatte es dann noch einmal in sich. Nachdem Emsdetten nur die Latte getroffen hatte, bekam der TVG sogar die Chance auf den Siegtreffer. Geiger nahm 50 Sekunden vor dem Ende eine Auszeit. Die Gelnhäuser spielten den Angriff aus, doch Malolepszy wurde kurz vor Schluss ein Offensivfoul abgepfiffen. So erhielt Emsdetten noch einmal den letzten Angriff. Nach einer Auszeit blieben acht Sekunden für die Gastgeber. Der Ball landete schließlich bei Andre Meuser, doch Daniel Drozdz war zur Stelle und parierte den letzten Wurf der Partie. Anschließend kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Die TVG-Spieler liefen wie schon in Aue direkt auf die Tribüne zu ihren Fans, die in der Ems-Hölle mächtig dagegenhielten, um mit ihnen die Sensation zu feiern.

„Das waren 60 Minuten purer Kampf von beiden Seiten“, sagte Geiger. „Was die Jungs heute abgerissen haben, ist wirklich Wahnsinn.“ Emsdettens Trainer Lennart Lingener zeigte sich nach dem Schlusspfiff enttäuscht: „Der Frust sitzt jetzt natürlich tief, aber wir werden alles investieren, um dieses Wunder noch möglich zu machen.“

Durch das Unentschieden steht der TV Gelnhausen nun mit 3:3 Punkten an der Spitze der Aufstiegsrunden-Gruppe. Der direkte Vergleich gegen Emsdetten wurde gewonnen. Für die Barbarossastädter kommt es damit am kommenden Samstag um 19.30 Uhr in der Rudi-Lechleidner-Halle zum großen Finale gegen den EHV Aue. Ganz gleich wie das Duell zwischen Aue und Emsdetten am Mittwochabend ausgeht, ein Heimsieg am Samstag würde für den TV Gelnhausen den Aufstieg in die zweite Liga bedeuten. 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Aggressiv und willensstark vom ersten Schlag, am Ende aber nicht belohnt: Der Deutschland-Achter fuhr im Weltcup-Finale in Sevilla mutig los, behauptete sich lange Zeit im Weltklasse-Feld der Großboote, musste sich schließlich aber mit dem vierten Platz hinter Weltmeister Niederlande, Großbritannien und Rumänien zufriedengeben. Trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Julius Christ, der von Ole Bartenbach ersetzt wurde, zeigte das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes ein komplett anderes Gesicht als noch im Testrennen zwei Tage zuvor. „Das war viel besser. Die Mannschaft hat vom Start ihr Kämpferherz gezeigt. Dass sie am Ende etwas zu kämpfen hatte, gehört dazu. So können wir weitermachen“, sagte Bundestrainer Mark Emke. Weiter heißt es in der PM:

Bei der 500-Meter-Marke lagen Sönke Kruse, Theis Hagemeister, Tassilo von Müller, Tobias Strangemann, Olaf Roggensack, Mattes Schönherr, Paul Klapperich, Ole Bartenbach und Steuermann Jonas Wiesen knapp vorn, wurden dann von den Niederländern und kurz nach Streckenhälfte auch von den Briten überholt. Auf dem letzten Streckenabschnitt zogen schließlich auch die Rumänen vorbei. „Auf den ersten 1000 Metern haben wir gesehen, dass es möglich ist, mit der Weltspitze mitzufahren. Wir sind offensiv ins Rennen gegangen und dann den Heldentod gestorben.  Wenn der Ofen aus ist, dann ist es vorbei“, sagte Theis Hagemeister, der am heutigen Sonntag seinen 29. Geburtstag feierte – aber schließlich nicht den erhofften und möglichen Medaillengewinn.

 

Weitere Stimmen aus dem Deutschland-Achter:

Sönke Kruse: „Aus dem Testrennen haben wir wichtige Schlüsse gezogen. Es ist immer ärgerlich, wenn man die Medaille verpasst und am Ende übersprintet wird. Wir hatten den Tank leergefahren. Aber das ist kein Grund zu Sorge.“
Mattes Schönherr: „Wir haben gesehen, dass wir eine hohe Geschwindigkeit generieren können und hatten heute die Gelegenheit, vorne mitzufahren. Wir nehmen mit: Achter fahren heißt volle Kanne losfahren und draufbleiben.“

Tobias Strangemann: „Wir haben gezeigt, dass wir mitfahren können – auch mit Ersatzmann. Jetzt müssen wir dranbleiben und Richtung Luzern fortsetzen, was wir uns erarbeitet haben.“

Ole Bartenbach: „Davon, einmal im Deutschland-Achter mitfahren können, habe ich als Kind geträumt. Das war für mich heute eine große Chance zum Lernen. Schließlich tut es weh, wenn man auf Medaillenkurs ist und es dann nicht klappt.“

 

Vierer gibt B-Finale die „Note drei“

„Für die Umstände war die Regatta okay. Wir haben deutlich höhere Ambitionen, aber als Übung waren die Rennen wichtig“, sagte Mark Hinrichs, der mit dem Vierer ohne Steuermann den Weltcup auf Platz drei im B-Finale und damit auf dem Gesamtrang neun abschloss. „Ich würde dem letzten Rennen die Note drei geben – mehr als ausreichend, aber auch nicht gut“, ergänzte Benedict Eggeling.

Der Vierer mit Jasper Angl, Benedict Eggeling, Ben Gebauer, der kurzfristig René Schmela ersetzte, und Mark Hinrichs fuhr im B-Finale auf den ersten 1000 Metern mit den führenden Booten aus Litauen und Polen gut mit, musste dann aber leicht abreißen lassen. „Die Grundlage ist da, wir sind aber noch nicht präzise genug im Ablauf unserer Ruderbewegung. Das Viererfahren ist einen Tick schneller als im Zweier. Ich bin optimistisch, dass wir das hinbekommen. Das Wochenende hat gezeigt: das A-Finale ist realistisch für uns“ erklärte Hinrichs.

Stabiles Weltcup-Debüt für Breuer/Brahms im Zweier

Knapp das A-Finale verpasst und den Weltcup mit dem zweiten Platz im B-Finale abgeschlossen: Frederik Breuer und Leonard Breuer haben im stark besetzten Zweier-ohne-Feld eine gute erste Duftmarke gesetzt. Im B-Finale lag das Duo bei Streckenhälfte noch in Führung, musste auf den zweiten 1000 Metern aber die Norweger auf der Außenbahn passieren lassen. Weltcup-Platz acht nach drei guten und stabilen Rennen ist ein guter Auftakt, das sah auch Frederik Breuer so: „Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Für Leo war es der erste Weltcup überhaupt, für uns zusammen die erste internationale Regatta im Zweier – und dann noch mit einem sehr starken Feld. Am Ende wollen wir weiter vorne sein, uns Richtung A-Finale orientieren.“ Für das deutsche Cambridge-Duo geht es nun zurück nach Großbritannien. Breuer: „Wir werden weiter an unserer Fitness arbeiten, unsere Masterarbeiten abschließen und dann in einem Monat ins Training in Deutschland einsteigen.“

 

Ergebnisse:

Achter, Finale: 1. Niederlande 5:33,23 Minuten, 2. Großbritannien 5:34,69, 3. Rumänien 5:35,50, 3. Deutschland-Achter (Sönke Kruse, Theis Hagemeister, Tassilo von Müller, Tobias Strangemann, Olaf Roggensack, Mattes Schönherr, Paul Klapperich, Ole Bartenbach, Steuermann Jonas Wiesen) 5:38,31, 5. Polen 5:42,36.

Vierer ohne Steuermann, B-Finale: 1. Litauen 6:09,32 Minuten, 2. Polen 6:10,52, 3. Deutschland 1 (Jasper Angl, Benedict Eggeling, Ben Gebauer, Mark Hinrichs) 6:13,43, 4. AIN 6:16,21, 5. Spanien 6:18,49, 6. Kanada 6:18,79.
Zweier ohne Steuermann, B-Finale: 1. Norwegen 6:44,15 Minuten, 2. Deutschland (Frederik Breuer, Leonard Brahms) 6:46,25, 3. Großbritannien 6:46,90, 4. Kroatien 6:48,61, 5. Uruguay 6:49,78, 6. Irland 6:54,18.

 

 

Das Bild hat uns Carsten Oberhagemann zur Verfügung gestellt. Danke dafür

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In Sevilla verpassen der Zweier und Vierer ohne Steuermann das A-Finale beim gut besetzten Weltcup in Sevilla. Plätze fünf und vier im Halbfinale für die Boote mit Potenzial. Das gab Geschäftsführer Carsten Oberhagemann in einer Pressemitteilung bekannt. 

„Der Weltcup ist eine gute Standortbestimmung. Im Männer-Riemen-Bereich sind alle Weltmeister und auch viele Finalboote aus Shanghai am Start. Sevilla ist eine gute Standortbestimmung“, sagte Bundestrainerin Sabine Tschäge nach dem zweiten Wettkampftag, an dem der Vierer und der Zweier ohne Steuermann Platz fünf und vier im Halbfinale erreichten und damit den erhofften A-Finaleinzug verpassten. Aber beide Boote zeigen, dass in ihnen großes Potenzial steckt.

„Heute fehlten ein paar Prozent“

Der Vierer konnte das gute Auftaktrennen vom Freitag nicht wiederholen. Jasper Angl, Benedict Eggeling, Ben Gebauer und Mark Hinrichs kamen hinter Weltmeister Großbritannien, dem WM-Zweiten Rumänien, Dänemark und Polen ins Ziel. „Heute hat in der Nachstartphase etwas die gemeinsame Präzision gefehlt. Dadurch haben wir nicht in den leichten Rhythmus wie im Vorlauf gefunden. Ein paar Prozent fehlten“, sagte Benedict Eggeling. Und Bundestrainerin Sabine Tschäge fügte hinzu: „Heute war es deutlich, aber morgen im B-Finale wollen wir versuchen, unseren Bugball vorzuschieben.“ Um 9.25 Uhr geht es gegen Litauen, Polen, Spanien, die neutralen Athleten und Kanada.

„Im Zweier braucht man einfach ein paar Rennen“

Mutig raus, auf den ersten 500 Metern gleichauf mit dem Weltmeister aus Neuseeland und bis 500 Meter vor dem Ziel in Reichweite zum A-Finale: Frederik Breuer und Leonard Brahms warfen im stark besetzten Halbfinale alles in die Waagschale, am Ende reichte es zum vierten Platz hinter Neuseeland, dem WM-Vierten aus Spanien und dem WM-Dritten aus der Schweiz. „Wir haben alles versucht, konnten uns mit den Top-Zweiern der Welt matchen und bis 1500 Meter mithalten. Für das erste Mal auf diesem Toplevel können wir viel Positives aus der Regatta ziehen. Das ist ein gutes Learning“, meinte Leonard Brahms. Ähnlich sieht es Sabine Tschäge: „Im Zweier ist es wichtig, internationale Rennerfahrung zu sammeln. Da braucht man einfach ein paar Rennen. Für den Auftakt ist es in Ordnung.“

Im B-Finale am Sonntag (9.10 Uhr) traf das Duo, das aktuell in Cambridge lebt und trainiert, auf Irland, Kroatien, Uruguay, Großbritannien und Norwegen. „Das Ziel ist vorne mitzufahren und uns nochmal zu steigern“, so Brahms.

Perspektiv-Vierer gewinnt C-Finale

Mit einem Sieg im C-Finale beendete der Perspektiv-Vierer mit Simon Schubert, Kaspar Virnekäs, Ole Bartenbach und Paul Martin die Regatta. Das Quartett setzte sich im Duell mit Tschechien durch. Es war ein eng geführter Zweikampf über die gesamten 2.000 Meter, schließlich überquerte der deutsche Vierer die Ziellinie mit einer knappen Sekunde Vorsprung. „Wir haben heute viel über den Kampf gelöst, ruderisch haben wir eine Menge Luft nach oben. Das Rennen war okay, aber insgesamt sind wir nicht zufrieden. Wir wären gerne im Halbfinale gelandet“, sagte Schlagmann Simon Schubert. Und Ole Bartenbach ergänzte: „Heute lief es besser als im Vorlauf, wir sind relaxter über die Strecke gekommen. Wir haben viel gelernt an diesem Wochenende.“

 

 

Ergebnisse:

Vierer ohne Steuermann, Halbfinale: 1. Großbritannien 5:54,54 Minuten, 2. Rumänien 1 5:57,02, 3. Dänemark 5:59,62, 4. Polen 6:02,72, 5. Deutschland 1 (Jasper Angl, Benedict Eggeling, Ben Gebauer, Mark Hinrichs) 6:10,15, 6. Spanien 6:13,54.
Zweier ohne Steuermann, Halbfinale: 1. Neuseeland 6:27,76 Minuten, 2. Spanien 6:31,72, 3. Schweiz 6:32,79, 4. Deutschland (Frederik Breuer, Leonard Brahms) 6:38,22, 5. Kroatien 6:42,13, 6. Irland 6:44,61.

Vierer ohne Steuermann, C-Finale: 1. Deutschland 2 (Simon Schubert, Kaspar Virnekäs, Ole Bartenbach, Paul Martin) 6:16,45 Minuten, 2. Tschechien 6:17,25.

 

 

Das Bild hat uns Carsten Oberhagemann zur Verfügung gestellt. Danke dafür

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“Das war ein dummes Rennen“, tituliert Bundestrainer Mark Emke den Auftakt des Deutschland-Achters beim Weltcup in Sevilla und ist unzufrieden. So ist es in der Pressemitteilung zu lesen.

Sie saßen länger als üblich zusammen in einem Stuhlkreis und analysierten das Rennen, den Testlauf. Der Deutschland-Achter kassierte beim sogenannten Weltcup-Testrennen in Sevilla eine deutliche Niederlage. Über zwei Bootslängen Rückstand auf Weltmeister Niederlande, Rumänien und Großbritannien sind eine ordentliche Hypothek für das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes, aber „kein Grund zur Sorge“, wie es Schlagmann Sönke Kruse formulierte.

„Das war ein dummes Rennen. Wir können es so viel besser, müssen es aber zeigen“, urteilte Bundestrainer Mark Emke ernüchtert. Deutlich wurde Steuermann Jonas Wiesen: „Wir haben heute das Wichtigste vermissen lassen: Kampf um jeden Zentimeter. Wir waren nicht aggressiv im Durchzug. Und wenn das fehlt, hat man zu keiner Phase des Rennens die Chance zu agieren. Das war ein dummer Fehler, den darf man nicht wiederholen.“

Testrennen mit Lernpotenzial

Im Testrennen mit Lernpotenzial auf dem Guadalquivir gerieten Sönke Kruse, Julius Christ, Tassilo von Müller, Tobias Strangemann, Geburtstagskind Olaf Roggensack, Mattes Schönherr, Paul Klapperich, Theis Hagemeister und Steuermann Jonas Wiesen schon zu Beginn ins Hintertreffen. Während sich vorne ein packender Dreikampf zwischen Niederlanden, Großbritannien und Rumänien entwickelte, musste sich die Crew um Geburtstagskind Olaf Roggensack noch gegen Polen wehren, um nicht Letzter zu werden. Das gelang, mehr aber nicht.

Am Sonntag gibt’s die Möglichkeit, diesen ernüchternden Auftakt zu revidieren. Um 12.49 Uhr treffen diese fünf Achter erneut aufeinander – und der Deutschland-Achter will sich da mit einem komplett anderen Gesicht zeigen. Das war eine wichtige Erkenntnis, nach dem langen Analysegespräch am Freitagnachmittag. „Heute hat nicht alles funktioniert. Das Testrennen macht uns kein Muffensausen. Wir haben daraus gelernt, freuen uns auf Sonntag und werden eine ganz andere Hausnummer aufzeigen“, sagte Schlagmann Sönke Kruse und ergänzte: „Letztes Jahr haben wir es ja gesehen: Das erste Rennen sagt nicht unbedingt viel aus.“ Da hatte der Deutschland-Achter bei der EM in Plovdiv noch freitags beim Vorlaufsieg an der Weltbestzeit gekratzt – und wurde zwei Tage später EM-Vierter.

Vierer überzeugt mit siebtbester Zeit – A-Finale ist das Ziel

Arg gebeutelt ging der Vierer ohne Steuermann in den Saisonstart, machte aber das Beste aus der Situation. Nachdem die Vorbereitung auf den Weltcup in Dortmund immer unter anderem durch Krankheitsausfälle gelitten hatte, fiel kurzfristig René Schmela aus. Ben Gebauer rückte für ihn auf die Position zwei und das Team qualifizierte sich trotz der Rückschläge sicher fürs Halbfinale. Im stark besetzten Vorlauf kamen Jasper Angl, Benedict Eggeling, Ben Gebauer und Mark Hinrichs hinter Vize-Weltmeister Rumänien, dem WM-Sechsten Frankreich und dem WM-Vierten Litauen auf dem vierten Platz und mit der siebtschnellsten Zeit aller drei Vorläufe ins Ziel. „Das war ein starkes Feld. Mit den Litauern haben wir uns einen guten Fight geliefert, mussten sie aber schließlich auf den letzten 200 Metern vorbeilassen“, sagte Schlagmann Jasper Angl, der angesichts der kurzen Vorbereitungszeit in dieser Konstellation mit der Leistung zufrieden war.

Auch Bundestrainerin Sabine Tschäge sieht eine positive Entwicklung des Vierers: „Sie haben es trotz des kurzfristigen Wechsels gut gemacht. Der Vierer kommt ins Rutschen, das hat sich bestätigt. Auf dem Ergebnis können wir aufbauen.“ Und Mark Hinrichs ergänzte: „Mit Ben haben wir uns gut eingefunden. Es fiel es uns leicht, ins Rennen zu finden. Vierer fahren macht Spaß. Mit der siebtbesten Zeit sind wir nah an den Top 6. Da wollen wir hin, das A-Finale ist unser Ziel. Dafür sind wir stark motiviert.“

Simon Schubert, Kaspar Virnekäs, Ole Bartenbach und Paul Martin haben als Perspektivvierer die Chance erhalten, internationale Erfahrung beim Weltcup zu sammeln. Das Quartett belegte in ihrem Vorlauf den vierten Platz und kam nach 6:16,33 Minuten ins Ziel. Die Zeit reichte nicht für den erhofften Halbfinaleinzug. „Die ersten 1.000 Meter liefen gut, aber dann haben wir den Tritt verloren. Für Ole und mich ist es der erste Weltcup, wir hatten keine Leistungserwartung, aber man sich schon etwas Druck. Man will ja performen. Jetzt gilt es, im C-Finale zu zeigen, was wir können“, sagte Paul Martin, der wie Ole Bartenbach sein erstes Jahr im A-Bereich bestreitet. Im C-Finale (Samstag, 10.20 Uhr) kam es zum Duell mit Tschechien.

Breuer/Brahms: „Mindestanforderung erreicht“

Die Konkurrenz im Zweier ohne Steuermann ist stark. Das bekommen Frederik Breuer und Leonard Brahms, die DM-Zweiten, im Weltcup-Vorlauf zu spüren. Sie belegten in ihrem Rennen hinter Rumänien, Litauen und Uruguay den vierten Platz, kamen aber letztlich über die Zeit weiter. „Das war ein solides Rennen mit etwas Luft nach oben. Dass es am Ende nur für den vierten Platz gereicht hat, hat uns ein wenig überrascht. Im Zweier ist es ein hartes Feld“, sagte Frederik Breuer, der sich zusammen mit Lenard Brahms für das morgige Rennen einiges vorgenommen hat: „Mit dem Halbfinale haben wir die Mindestanforderung erreicht. Aber jetzt wollen wir uns steigern.“

 

Die Ergebnisse:

Achter, Testrennen: 1. Niederlande 5:31,94 Minuten, 2. Rumänien 5:31,96, 3. Großbritannien 6:33,97, 4. Deutschland-Achter (Sönke Kruse, Julius Christ, Tassilo von Müller, Tobias Strangemann, Olaf Roggensack, Mattes Schönherr, Paul Klapperich, Theis Hagemeister, Steuermann Jonas Wiesen) 6:39,31, 5. Polen 5:39,89.

Vierer ohne Steuermann, Vorlauf 1: 1. Rumänien 1 5:59,18 Minuten, 2. Frankreich 6:00,96, 3. Litauen 6:04,14, 4. Deutschland 1 (Jasper Angl, Benedict Eggeling, Ben Gebauer, Mark Hinrichs) 6:04,38, 5. Kanada 6:09,88.
Vierer ohne Steuermann, Vorlauf 3: 1. Großbritannien 6:00,82 Minuten, 2. Neuseeland 6:07,38, 3. Spanien 6:11,76, 4. Deutschland 2 (Simon Schubert, Kaspar Virnekäs, Ole Bartenbach, Paul Martin) 6:16,33.

Zweier ohne Steuermann, Vorlauf: 1. Rumänien 6:38,03 Minuten, 2. Litauen 6:42,12, 3. Uruguay 6:44,92, 4. Deutschland (Frederik Breuer, Leonard Brahms) 6:46,61, 5. Frankreich 6:55,13.

 

 

Das Bild hat uns Geschäftsführer Carsten Oberhagemann zur Verfügung gestellt. Danke dafür