Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der zweiten Handball-Bundesliga trennten sich am Dienstagabend der TV Großwallstadt und der Tabellenzweite ASV Hamm-Westfalen mit 27:27 (13:13)-Unentschieden. Für den TVG bedeutet dies Rang 16, punktgleich mit Ferndorf. Hamm hingegen hat nach der Punkteteilung dem VfL Gummersbach zum Aufstieg verholfen.
 
Die Zuschauer sahen ein nervenaufreibendes, kampfbetontes und zwischendurch total hektisches Handballspiel, das am Ende keinen Sieger fand. Mit 27:27 trennten sich beide Mannschaften, denn der TVG verwandelte nach 60 Spielminuten noch einen Strafwurf.
 
Beide Fan-Lager machten gut Stimmung und die Gäste traten unglaublich gut auf, machten klar, dass sie unbedingt in die erste Liga wollen. Doch auch der TV Großwallstadt war nicht gewillt, die Punkte herzuschenken und auch er zeigte, dass er für den Klassenerhalt alles geben wird. So entwickelte sich ein gutes Spiel, in dem der Gast das erste Tor erzielte. Doch Mario Stark, Dino Corak und Moritz Klenk sorgten schnell für das 3:1. Der ASV schien zunächst überrascht. Ein Siebenmeter brachte den Anschluss und ratzfatz drehten der starke ASV-Spielmacher Dani Baijens und der schnelle Außen Fabian Huesmann das Ergebnis auf 4:3 zu ihren Gunsten. In der Folge waren die Gäste vorne. Aber auch deshalb, weil der TVG vorne zu viele Chancen liegen ließ. Beide Abwehrreihen packten gut zu und der ASV nutzte jeden Fehler des Gegners aus und münzte diesen in Tore um. Der TVG kämpfte, erzielte das 8:8 und das 10:10. Aber immer wieder zogen die Gäste davon. Sechs Minuten vor dem Halbzeitpfiff stand es sogar drei vor für den ASV (13:10). TVG-Trainer Maik Handschke brachte den siebten Feldspieler und Klenk, Savvas Savvas, der nächste Saison zum ASV wechselt,  mit seinem ersten Feldtor und Thomas Rink sorgten für den 13:13-Pausenstand. Gefühlt hätte der TVG aber mit drei, vier Toren – den vorhandenen Chancen nach – führen können (müssen).
 
Mario Stark erzielt die Führung
 
Nach dem Wiederanpfiff gelang Mario Stark das 14:13. Bis zur 40. Minute legte der TVG zwar immer vor, doch schnell glichen die Gäste aus. In der Folge hatte der Gast wieder Oberwaser. Beim 20:21 schoss Savvas Savvas einen Strafwurf am Tor vorbei und wenig später scheiterte Pierre Busch am eingewechselten Wesemann mit einem Siebenmeter. Dazwischen lagen fehlerbehaftete Minuten hüben wie drüben. Beste Chancen wurden ausgelassen und technische Fehler produziert. Allerdings kämpften beide Teams wie die Berserker, wobei der Gast viel mehr Wechselmöglichkeiten hatte als der dezimierte TVG. Jan-Steffen Minerva hatte in der Schlussphase eine Parade nach der anderen, aber auch sein Gegenüber Felix Storbeck hielt sehr stark. In der total hektischen Schlussphase hatte der TVG Chancen auf den Sieg (19:17, 24:22). Doch sie wurden nicht genutzt und der ASV führte plötzlich wieder mit 27:25. Auch für ihn war der Sieg nun greifbar. Klenk, der zuvor vergab, sorgte für den Anschluss. Dino Corak wurde in den Schlusssekunden gefoult und die Schiedsrichterinnen entschieden auf Siebenmeter. Eiskalt verwandelte Pierre Busch diesen zum 27:27-Endstand. Letztlich holte sich der TVG in einem Kampfspiel einen wichtigen Punkt.
 
ASV-Trainer Michael Lerscht sah es zwar am Ende als einen verlorenen Punkt, sah es aber auch als ein gerechtes Ergebnis. Maik Handschke sagte, dass sein Team zum Ende zweimal die Chance hatte, auf drei wegzugehen. „Doch wir haben die Chancen nicht reingemacht. Es war ein tolles Kampfspiel, meine Jungs haben alles gegeben. Aber wir müssen die einfachen Fehler abstellen.“ Gelegenheit dazu hat der TVG schon am Samstag, denn dann gastiert der TV Hüttenberg in Elsenfeld.
 
Das Bild, das Pierre Busch zeigt, hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank hierfür.

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Heute Abend, Dienstag, kommt es zum Nachholspiel in der zweiten Handball-Bundesliga zwischen dem TV Großwallstadt und dem ASV Hamm-Westfalen. Das Spiel konnte in der Hinrunde aufgrund von Terminüberschneidungen beim ASV nicht am datierten Zeitpunkt ausgetragen werden und auch der Nachholtermin im März musste aufgrund von Corona-Fällen beim Gegner erneut verschoben werden.

Heute ist es endlich soweit. Die ambitionierte Mannschaft um Trainer Michael Lerscht steht aktuell auf dem zweiten Tabellenplatz und spielt somit eine wichtige Rolle um den Aufstieg. Hamm musste sich zwar Anfang April im Duell gegen den Tabellenführer VfL Gummersbach geschlagen geben, konnte dann aber die Partie gegen Aufsteiger Eintracht Hagen knapp gewinnen. Schwer wiegt allerdings das Unentschieden am Wochenende gegen VfL Lübeck-Schwartau, wo der ASV einen wichtigen Punkt um den Aufstieg herschenkte.

Sicherlich werden die Gäste mit viel Wut im Bauch nach Großwallstadt reisen und alles versuchen, um gegen den TVG weitere Zähler zu erspielen, um im Aufstiegskampf weiter ein Kandidat mit besten Chancen zu sein.

Für die Hausherren hingegen bietet diese Partie eine weitere Möglichkeit, um Punkte im Kampf um den Klassenerhalt zu sichern. Dass die Unterfranken hier als krasser Außenseiter antreten, darf die Mannschaft um Trainer Maik Handschke nun aber nicht mehr beeindrucken. Denn in den letzten Duellen der Saison ist jedes Spiel ein Endspiel. Wichtig wird es sein, den Kreisläufer des ASV, Jan Brosch, sowie die Rückraumakteure Jo Gerrit Genz, Marian Orlowski und Jan von Boenigk in den Griff zu bekommen und auch den überragenden Spielgestalter Dani Baijens in seinem Aktionsrahmen einzuschränken.

TVG-Trainer Maik Handschke jedenfalls ist sich sicher, dass seine Mannschaft auch gegen Hamm eine realistische Chance hat: „Wenn wir unser gesamtes Potenzial abrufen und alles in das Spiel reinhauen, dann können wir mit diesem absoluten Siegeswillen auch gegen eine Top-Mannschaft wie Hamm bestehen.“

 

Das Bild von Can Adanir hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank hierfür.

 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der Klassenverbleibsrunde zur dritten Handball-Liga muss die HSG Bieberau/Modau in der Gruppe V nach der Niederlage gegen den TSV Neuhausen in den sauren Apfel beißen und zurück in die Oberliga.

Der TV Kirchzell hingegen hat zwar seinen ersten Matchball in der Gruppe VII gegen Plochingen vergeben, hat aber noch alle Chancen auf den Ligaerhalt.

 

Bieberau/Modau unterliegt in Neuhausen mit 31:34

Mit dieser Niederlage ist der Abstieg der HSG Bieberau/Modau nach 39 Jahren in Liga drei in die Oberliga zurück. Das ist sehr bitter und damit hatte niemand gerechnet. Doch eine unglaubliche Verletzungsserie riss die Mannschaft in den Abstiegsstrudel.

Hervorragend eingestellt von Trainer Ralf Ludwig legten die Gäste los wie die Feuerwehr. Nach nur fünf Minuten führten sie 3:0 und überraschten den Tabellenführer mit einem Wahnsinnstempo nach vorne und mit einer kompromisslosen Abwehr. Die sonst so agile Abwehr Neuhausens fand zunächst keinen Zugriff auf die Rückraumspieler der Falken, die das Spiel zu Beginn klar bestimmten. Doch mit zunehmender Spieldauer fanden sie besser ins Spiel. Nach 20 Minuten stand es zwar noch 14:10 für die Falken, aber bis zur Pause hatte Neuhausen diesen Vorsprung zunichte gemacht und so ging es mit 17:17 in die Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel stand die Abwehr Neuhausens dann richtig gut, vereitelte zahlreiche Chancen der Falken und sie trafen im Angriff effizienter. Wie so oft im Handball legten sie mit einer guten Abwehrleistung den Grundstein für ihre Dominanz, die sich nun auch in Toren ausdrückte. In der 33. Minute erzielte der TSV die erste Führung (20:19) und gabe diese auch bis zum Ende der Partie nicht mehr ab. Die Falken probierten alles, stellten die Abwehr um, wechselten den Torhüter, gingen zeitweise in Manndeckung, aber Neuhausen dominierte weiter und ließ sich nicht mehr vom Sieg abbringen. 

HSG-Manager Georg Gaydoul: „Wir werden nach einer absoluten „Seuchen“ Saison mit einer so noch nie dagewesenen Verletzungswelle und einer, bis zum Trainerwechsel, sportlich weit unter ihren Möglichkeiten spielenden Mannschaft erstmals nach 39 Jahren in die Hessische Oberliga absteigen und sportlich vorläufig viertklassig werden. Das ist sehr bitter und eine fast unerträgliche Situation für uns. Aber wir müssen damit leben und umgehen und das werden wir. Wir sind gefallen, aber wir werden wieder aufstehen und uns wieder nach oben orientieren, mit einem klaren Ziel. Wir rücken nicht vom Leistungshandball ab und werden deshalb weiter qualitativ auf Drittliganiveau arbeiten, im Umfeld, der Organisation, im sportlichen Bereich mit einer intensiven Saisonvorbereitung, viermaligen Training in der Woche und einer professionellen Spielvorbereitung. Wir kommen wieder!“

 

TV Kirchzell kommt mit einer 23:28-Niederlage aus Plochingen zurück

Mit einer 23:28-Niederlage kam der TV Kirchzell aus Plochingen zurück und hat zunächst seinen ersten Matchball vergeben. Allerdings ging das Hinspiel mit elf Treffern an den TVK (30:19), so dass noch nichts verloren ist.  „Wir haben noch die Möglichkeit, mit zwei Siegen den Klassenerhalt zu packen“, sagte TVK-Trainer Andi Kunz nach der Partie. 
 
Die Zuschauer sahen ein ganz anderes Spiel als noch vor zwei Wochen. Damals spielten die Kirchzeller den Gegner regelrecht an die Wand, wobei die Trainer Kunz und Hauptmann sich einig waren, dass im Hinspiel bei den einen alles, bei den anderen nichts zusammen lief. Diesmal wäre, obwohl der TVK seine Leistung nicht abrufen konnte, trotzdem mehr drin gewesen. Doch jedesmal, wenn die Gäste dran waren, versemmelten sie beste Chancen und ließen ihr Momentum verstreichen.
 
Ohne ihre zwei Linkshänder Brandner und Hejny traten die Plochinger das Rückspiel gegen den TV Kirchzell an. Hochmotiviert begannen die Hausherren die Partie, wollten sich unbedingt für die hohe Hinspiel-Niederlage revanchieren. Der TVK hingegen wirkte gehemmt, lag schnell mit 1:3 und 2:6 im Hintertreffen. Die Abwehr der Gastgeber war aggressiv und bissig, störte früh und Münch und Fuß im Innenblock standen stabil. Auch der TVP-Angriff machte vorne seine Sache gut.
 
Die Kirchzeller hingegen vergaben beste Chancen, hinzu kamen zwei vergeigte Siebenmeter. Trotzdem waren sie beim 13:10 wieder dabei, doch Ballverlust und technischer Fehler sorgten für das 16:10. Nico Polixenidis verkürzte zur Pause auf fünf Tore. Damit war der TVK gut bedient.
Nach dem Wechsel steigerte sich der TVK und versuchte es immer wieder über den Kreis. Leon David machte das clever und verkürzte. Aus dem 11:17 wurde ein 14:18. Wieder war die Chance da, auf drei Tore zu verkürzen, doch die Odenwälder scheiterten frei vorm Tor. Aber sie gaben nicht nach und kämpften. Drei Treffer in Folge brachten die Gäste auf 20:22 (47.) heran und nun wurden die Hausherren nervös, nahmen die Auszeit. Zu schnell stand es wieder vier für Plochingen vor (24:20). Der nervenstarke Antonio Schnellbacher verwandelte seinen vierten Siebenmeter souverän und brachte sein Team wieder auf Schlagdistanz. Und wieder waren es nur noch zwei Treffer (25:23). Doch der TVK ließ erneut das Momentum verstreichen. Sie brachten einfach Goller auf Rechtsaußen, Fuß und Münch nicht in den Griff. Im Endspurt ließ Plochingen nichts mehr anbrennen und holte sich verdient den Sieg. TVP-Trainer Hörner freute sich über den Sieg und über die Bewegung im Angriff und die stabile Abwehr. 
TVK-Trainer Andi Kunz beglückwünschte den Gegner, bedankte sich bei den mitgereisten TVK-Fans und meinte: „Vor 14 Tagen waren wir daheim, heute Plochingen. Der Heimvorteil macht was aus. Wir können unserer Mannschaft nicht vorwerfen, dass sie die elf Tore Unterschied vom Hinspiel überbewertet hat. Damals ist vieles für uns gelaufen. Heute war in den ersten zehn, 15 Minuten der Abschluss schlecht, die Abwehr bekam den Gegner nicht in den Griff und wir mussten immer einem Rückstand hinterherlaufen. In Halbzeit zwei haben wir alles investiert und waren dran. Doch die mühsame Arbeit war schnell dahin und daher geht der Sieg für Plochingen voll in Ordnung.“
 
Nächste Woche kommt Tabellenführer Willstätt nach Miltenberg und für die Kirchzeller gilt es, in diesem Match alles in die Waagschale zu werfen.
 
Den Artikel über den TVK habe ich auch für meine Heimatzeitung Main Echo geschrieben.
 
 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Heute Abend, Samstag, steht bei dem Drittligisten HSG Hanau ein emotionaler Saisonabschluss bevor. Zu Hause trifft die HSG zum Abschluss der Aufstiegsrunde auf die SGSH Dragons aus dem Sauerland. Im Mittelpunkt steht dabei der Abschied von sechs Spielern, die maßgeblich das Gesicht der HSG Hanau in den letzten Jahren geprägt haben. Der HSG-Fanbeauftragte hat in einem Aufruf an die Fans gebeten, zu diesem besonderen Saisonabschluss in Blau in die Halle zu kommen.

„Wenn wir alles umsetzen, worauf wir uns vorbereitet haben und 60 Minuten unser Herz auf der Platte lassen, können wir uns allen einen nicht nur schönen Saisonabschluss ermöglichen, sondern auch einen würdigen und schönen Abschied für unsere Spieler die uns verlassen werden schaffen“, sagt Hanaus Trainer Hannes Geist.

Alle Beteiligten rund um die HSG Hanau haben sicher gehofft, das dieser Tag niemals kommen wird, doch nun steht dieser beim kommenden Spiel bevor. Es wird das letzte Spiel für sechs Hanauer Leistungsträger des Drittliga-Teams sein, die nicht nur mit ihren Leistungen auf der Platte die Fans bewegten und verzauberten, sondern wie kaum jemand anderes, die DNA der HSG Hanau über Jahre mitprägten und nach außen verkörperten.

Für Marius Brüggemann, Yaron Pillmann, Michael Hemmer, Björn Christoffel, Sebastian Schermuly und Lucas Lorenz hört der gemeinsame Weg mit der HSG nach diesem Spiel auf. Unterschiedlichste Umstände sorgten für dieses einschneidende Ereignis in der Geschichte der HSG Hanau. 

Das Spiel gegen die SGSH Dragons ist eine Premiere und das erste Aufeinandertreffen dieser beiden Teams. Spielerisch erwartet die Hanauer eine Mannschaft, die über ihren Rückraum agiert und mit ihren vielen guten Schützen in Kombination mit einem sehr erfahrenen Kreisläufer agiert. Für die Grimmstädter gilt es dagegen die Räume eng zu halten und Abschlüsse zu vermeiden, um im Idealfall Ballgewinne zu kreieren. Über das Tempo- und Umschaltspiel soll der direkte Zug zum Tor erfolgen, um Emotionen auf die Platte zu bringen, die Fans abzuholen und nochmal ein Handballfest feiern zu können.

Im Angriff muss sich die HSG auf unterschiedliche Deckungssysteme einstellen. Vorrangig agieren die Dragons in einer 6-0-Deckung, können aber auch eine 5-1-Deckung spielen. Auf Hanau kommt also viel Arbeit zu und es gilt die passenden Lösungen zu finden und beim Abschluss konzentriert zu bleiben.

Um einen runden Saisonabschluss mit dem ersten Sieg in der Aufstiegsrunde zu schaffen und einen schönen Rahmen für die emotionale Verabschiedung zu kreieren, hat sich das Geist-Team über die letzten beiden Wochen intensiv und akribisch vorbereitet.

 

Das Bild hat uns die HSG Hanau zur Verfügung gestellt. Danke hierfür.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser. 

In der Klassenverbleibsrunde zur dritten Handball-Liga muss der TV Kirchzell in der Gruppe VII beim TV Plochingen antreten. Die HSG Bieberau/Modau muss in der Gruppe V beim TSV Neuhausen/Filder ran.

Lange hat die HSG Bieberau/Modau auf den ersten Erfolg in der Abstiegsrunde warten müssen. Letzte Woche klappte es endlich mit einem Sieg gegen den VfL Günzburg. Doch nicht nur der Sieg, sondern auch die Art und Weise, wie er zustande kam, gibt den Falken neue Zuversicht und so wollen sie auch in Neuhausen mit einer ordentlichen Leistung aufwarten und die Chance nutzen weiter Boden in der Tabelle gut zu machen.

Der TSV Neuhausen/Filder spielte bisher sehr effizient in der Abstiegsrunde und führt mit 11:3 Punkten die Tabelle an. Im Hinspiel gab es für die Falken nach enttäuschender Leistung eine 31:34 Heimniederlage, die vor allem an der miserablen Angriffsleistung lag, zu viele Fehlwürfe und technische Fehler im Spielaufbau gaben den Gästen damals viele Konterchancen und einfache Tore. Zudem stimmte die Abwehrleistung bedenklich. Nach diesem verkorksten Auftritt kam es in Bieberau/Modau zur Trainerentlassung. 

Die gleichen Fehler wie beim Hinspiel wollen die Falken am Sonntag nicht wieder machen und so wurde eifrig trainiert und an der Feinabstimmung gearbeitet. Der Sieg letzte Woche war ein erster Schritt in die Richtung, die sich die Falken eigentlich vorgestellt hatten. Jetzt gilt es in Neuhausen diesen Trend fort zu setzen.

 

TV Kirchzell will seinen ersten Matchball verwandeln

Vergangene Woche kamen die Kirchzeller mit einem Sieg aus Pforzheim zurück. Zwar gewann der TVK mit 33:28, doch das Spiel war phasenweise recht zäh. Am Ende ist es egal. Wichtig waren die zwei Punkte, denn nach dem letzten Sieg können die Kirchzeller ihren ersten Matchball zum Verbleib in der dritten Liga an diesem Sonntag verwandeln. 
 
Diesmal geht es zum Rückspiel nach Plochingen. Erst vor zwei Wochen spielten beide Teams gegeneinander und die Schützlinge der Trainer Kunz/Hauptmann zeigten damals eine Galavorstellung. Mit sage und schreibe 30:19 gewannen die Kirchzeller unter dem Jubel ihrer Fans. Allerdings waren sich beide Trainer einig, als sie sagten, dass der TVK nicht die elf Tore besser war als auf der Anzeigetafel stand. Es lief eben alles für Tobias Jörg und Co. 
 
Alle im Kirchzeller Lager hoffen natürlich, dass es diesmal wieder so gut läuft. Andi Kunz sagt: „Ich will es jetzt nicht unbedingt Endspiel nennen, aber mit einem Sieg in Plochingen können wir Klarheit schaffen. Das ist was Schönes, aber es wird auch nicht einfach!“ Daher meint der Coach auch, dass das Hinspiel schnell aus den Köpfen seiner Spieler muss. „Denn dieses Spiel wird mit Sicherheit ein anderes. Der ganze Verein steht hinter der Mannschaft, wir müssen uns auf eine volle Halle und eine tolle Stimmung einstellen. Aber das ist ja genau das, was wir wollen.“ 
 
Tatsächlich hatten die mitgereisten Plochinger Fans schon im Hinspiel ein mords Spektakel gemacht und der TVP will das gleiche wie der TVK: die Klasse halten. Also werden die Jungs von Trainer Christian Hörner alles geben, um diesmal das Spiel auf ihre Seite zu ziehen. Der TVK weiß, dass Plochingen stark über den Kreis ist und hat mit Maximilian Hejny, Axel Goller oder Oskar Neudeck gute Akteure in seinen Reihen. „Wir werden uns was einfallen lassen“, sagt Andi Kunz. „Wichtig ist, dass wir einen kühlen Kopf bewahren und die Atmosphäre annehmen. Wir freuen uns über jedes rote Trikot, das wir auf der Tribüne sitzen sehen, denn wir brauchen unbedingt die Unterstützung unserer Fans. Und ich würde gerne einen entspannten Sonntagabend haben.“ 
 
Den Artikel über den TVK habe ich auch für meine Heimatzeitung Main Echo geschrieben.

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der zweiten Handball-Bundesliga hat im Abstiegskampf der TV Großwallstadt beim EHV Aue einen immens wichtigen 27:19-Erfolg eingefahren. Nach den zwei Niederlagen in Folge, gegen Dormagen und Rostock waren dies zwei enorm wichtige Punkte. Das Spiel war zwar weit weg von einem schönen Spiel, doch das war auch nicht anders zu erwarten und das ist am Ende auch egal. Allein die Punkte zählen. Den Gastgebern nutzte auch die Unterstützung in der Halle von Olympiasieger und Einzel-Weltmeister , der Nordische Kombinierer, Eric Frenzel, und die Fußballer von Erzgebirge Aue nichts. Letztlich gewann der TVG verdient gegen einen schwachen Gegner und hat nun 23:39 Punkte auf dem Konto, während Aue Tabellenletzter bleibt. 

Torhüter Jan-Steffen Minerva wieder dabei

Dabei mussten die Gäste erneut ersatzgeschwächt antreten. Dafür war aber wieder Torhüter Jan-Steffen Minerva dabei und er hatte bereits nach 30 Minuten acht Paraden auf dem Konto, hielt seine Mannschaft im Spiel. Er mit seinen Paraden und Savvas Savvas und Pierre Busch sowie Frieder Bandlow mit ihren Treffen sorgten letztlich für den Erfolg.
 
Beiden Teams war die Nervosität anzumerken, denn es ging um viel, es war ein sogenanntes Vier-Punkte-Spiel. Den Torreigen eröffnete in der Erzgebirgshalle Frieder Bandlow  und Pierre Busch und Moritz Klenk zogen zum 3:1 nach. Jan-Steffen Minerva hielt in der 15. Minute beim Stand von 7:4 für sein Team einen wichtigen Freien. Nach einem Fehler im Angriff kam Kevin Roch in Ballbesitz und scheiterte frei vor dem Torhüter. Savvas Savvas sorgte anschließend für das 8:4. Doch ganz schnell stelle Aue den Anschluss wieder her. TVG-Trainer Maik Handschke zog den grünen Karton, brachte im Anschluss den siebten Feldspieler. Trotzdem wurde ein Überzahlspiel nicht genutzt und gegen Ende der ersten Hälfte nahm sich Savvas einige Schüsse, die zu nichts führten. So auch der letzte Abschluss vor der Pause. So ging es mit 10:12 aus Sicht der Hausherren in die Kabinen. Zehn Gegentore in 30 Minuten ist nicht schlecht. Vorne hätte der TVG ein paar mehr werfen können.
 
TVG war dem Gegner spielerisch überlegen
 
Nach dem Wechsel hatten die Großwallstädter Anwurf und Pierre Busch erhöhte gleich auf 13:10. Selbst als Aue in der 36. Minute in Überzahl kam, ging nichts. Auf der anderen Seite blockten zwei TVG-Spieler Savvas frei, der auf 15:11 erhöhte. So lief die Begegnung weiter. Der TVG war dem Gegner spielerisch überlegen, zeigte Moral. Die Hausherren übertrafen sich im Fehler produzieren und als in der 48. Minute Bengt Bornhorn den TVGler Babarskas foulte und die blaue Karte bekam, war es endgültig um die Gastgeber geschehen. Da half auch die Auszeit in der 44. Minute von Trainer Stephan Just nichts. Mitte der zweiten Hälfte beim 20:12 für den TVG bog dieser endgültig auf die Siegerstraße ein. Am Ende gelang Aue noch ein bisschen Ergebniskosmetik. Mehr war für sie nicht drin. 
 
Weiter geht es für die Handschke-Crew am 10. Mai. Dann kommt der ASV Hamm-Westfalen nach Elsenfeld. 
 
Das Bild, das Dennis Weit zeigt, hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Danke hierfür.
 
Den Artikel habe ich auch für meine Heimatzeitung Main Echo geschrieben.

Liebe Leserinnen, liebe Leser. 

In der zweiten Handball-Bundesliga trifft heute, Mittwoch, um 19 Uhr der TV Großwallstadt im Kellerduell beim EHV Aue. Beide Mannschaften stehen mit dem Rücken zur Wand und ein Sieg ist für jedes Team heute ein MUSS.

Der EHV hat dabei die schlechtere Ausgangsposition. Nach 32 absolvierten Spielen steht er mit 19:45 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Um diesen verlassen zu können, hat sich der Verein vor knapp zwei Wochen von Trainer Kirsten Weber getrennt und den Nachwuchscoach der Zweitligamannschaft des SC Magdeburg, Stephan Just, kurzfristig verpflichtet. Unter seiner Leitung gewannen die Sachsen dann auch gleich die Partie gegen Lübeck, mussten sich dann aber gegen den ThSV Eisenach am vergangenen Wochenende geschlagen geben.

TVG enttäuschte zuletzt

Der TV Großwallstadt hingegen hat seinen Trainerwechsel schon ein paar Wochen zuvor vollzogen. Leider enttäuschten die Blau-Weißen in ihren letzten Partien gegen Dormagen und Rostock und stehen deshalb mit zwei Spielen weniger und 21:39 Punkten auf Platz 18 der Tabelle. Für die heutige Partie hat sich das Team von Trainer Maik Handschke erneut viel vorgenommen. Die Mannschaft weiß, was auf dem Spiel steht und ist gewillt, heute all das umzusetzen, was der Coach von ihnen verlangt. Wichtig für die Unterfranken ist auch die Rückkehr von Torhüter Jan-Steffen Minerva. Dieser hat die letzten beiden Begegnungen wegen einer hartnäckigen Bronchitis pausieren müssen und steht heute Abend wieder zwischen den Pfosten. Bleibt abzuwarten, wie er körperlich auf der Höhe ist.

Verzichten muss der TVG allerdings weiter auf die verletzten Tom Jansen, Florian Eisenträger und Görkem Bicer. Doch das muss der TVG ausblenden. Ein Sieg heute ist absolute Pflicht.

Besondere Brisanz im heutigen Duell kommt auch Adrian Kammlodt zu. Der Rückraum-Akteur läuft aktuell noch für den EHV auf, hat aber zur nächsten Saison einen Vertrag in Großwallstadt unterschrieben. Es bleibt abzuwarten, ob er eventuell heute das Zünglein an der Waage sein wird. 

Unser Bild, das uns der TVG dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat,  zeigt Torhüter Jan-Steffen Minerva und Kreisläufer Dino Corak. 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In einem munteren Handballspiel gewann die HSG Rodgau Nieder-Roden am vergangenen Wochenende die ersten Punkte in der laufenden DHB-Pokalrunde ein. Gegen den bis dato verlustpunktfreien Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten II zeigte die HSG in allen Mannschaftsteilen eine sehr konzentrierte Leistung und gewann mit 37:30.

Die knapp 200 Zuschauer in der RODAUSTROM Sportarena bekamen vom Anpfiff weg eine sehr attraktive Partie geboten. Beide Mannschaften agierten mit offenem Visier, suchten zielstrebig den Weg zum Torerfolg, der sich auch oftmals einstellte. Im Gleichschritt erzielten beide Teams ihre Treffer, so dass es nach 15 Minuten folgerichtig 8:8 stand. Auf Seiten der Rodgauer agierte schon zu diesem Zeitpunkt Philippe Kohlstrung sehr auffällig. Mit schönen Toren aus dem Rückraum und einer hundertprozentiger Strafwurfquote kam er am Ende der Partie auf insgesamt 13 Treffer, was ihn zum erfolgreichsten Schützen des Abends machte.

Aber auch seine Teamkollegen hatten sichtlich Spaß am Torewerfen. So schafften es die Baggerseepiraten, einen kleinen Vorsprung zu behaupten, doch nach der unglücklichen Disqualifikation des bis dahin ebenfalls torhungrigen Filip Brühl kamen die Jung-Gallier auf 14:13 heran. Erneut war es Kohlstrung, der durch drei Treffer in Folge den Abstand wieder anwachsen ließ, beim 17:14 wurden letztendlich die Seiten gewechselt.

Nach dem Wiederanpfiff schalteten die Rodgauer dann noch einen Gang hoch. Die laufstarke Defensive hielt den Aktionsradius der individuell top besetzten Gäste in engen Grenzen. Innerhalb von nur zehn Minuten hieß es 26:19. Gestützt auf den sehr gut aufgelegten Philipp Hoepffner wurden immer wieder Ballgewinne erzielt, die die effektive HSG-Tormaschine weiter fütterten. Auch in der Folge gestattete der Gastgeber dem Gegner keine größere Resultatsverbesserung. Über die Zwischenstände 30:21 und 35:27 steuerten die Jungs von Trainer Jan Redmann zielstrebig dem verdienten 37:30 entgegen. Der zeigte sich nach dem Schlusspfiff sehr angetan von der gezeigten Leistung: „Das war heute von der ersten bis zur letzten Minute eine starke Vorstellung. Wir hatten die richtige Körpersprache, waren sehr engagiert und vor allem auch konsequent in den Abschlüssen.“

 

Das Bild hat uns die HSG Rodgau zur Verfügung gestellt. Danke hierfür.

Liebe Leserinnen, liebe Leser. 

Am vergangenen Wochenende ging es in der Klassenverbleibsrunde zur dritten Handball-Liga um den TV Kirchzell in der Gruppe VII und der HSG Bieberau/Modau in der Gruppe V wieder um wichtige Punkte. Beide Mannschaften gewannen ihre Spiele und die Freude war groß.

Am Maifeiertag musste der TV Kirchzell zum Rückspiel in Pforzheim in der Bertha Benz-Halle antreten und hatte es bei der ersatzgeschwächten TGS zwischendurch schwerer als erwartet. Am Ende stand aber ein klarer und verdienter 33:28-Erfolg. Den Unterschied machten Torhüter Tobias Jörg, der eine Parade nach der anderen verzeichnete und Tom Spieß, der mit neun Toren brillierte. Er agierte nicht nur selbst sehr torgefährlich, sondern glänzte auch mit tollen Anspielen. TVK-Trainer Alex Hauptmann brachte es auf den Punkt: „Spielentscheidend war, dass wir am Ende den größeren Willen hatten, unser Torhüter entscheidende Bälle gehalten hat und jeder noch einmal alles gegeben hat. Für uns war es ein schwieriges Spiel, denn die TGS hatte viele Verletzte, spielte ohne Druck. Bei uns ging es um alles.“ 
 
Enormes Verletzungspech bei der TGS
 
Tatsächlich schlug bei den Hausherren das Verletzungspech enorm zu und es fehlten mit Kapitän Florian Taafel, den Rückraumspielern Lennart Cotic, Michal Wysokinski und Raphael Blum sowie Lukas Salzsseeler gleich fünf wichtige Akteure. Der TGS-Kapitän Taafel übernahm kurzerhand den Trainerposten, dafür spielte Trainer Tobias Müller am Kreis mit. 
 
Für die Gastgeber galt es, sich erhobenen Hauptes aus der dritten Liga zu verabschieden, die Gäste hingegen haben noch alle Trümpfe in der Hand und fingen dementsprechend konzentriert an. Bis zur 14. Minute führten die Kirchzeller mit zwei, drei Treffern, doch wenig später hieß es 9:9 und 10:10. Das TGS-Spiel über den Kreisläufer Davor Sruk klappte gut und Roy James in der Abwehr machte einen guten Job. Den kleinen Wackler machten die Gäste schnell wieder wett, ließen sich auch von der etwas offensiveren Abwehr der Hausherren nicht durcheinander bringen und gingen mit 18:15 in die Pause. 
 
TVK zum Schluss stabiler
 
Nach dem Wechsel verkürzte die TGS zunächst und hatte immer wieder in Davor Sruk einen starken Kreisläufer, der gut gegen die TVK-Deckung agierte. In der 37. Minute war es dann soweit. Die TGS erzielte das 20:20. Zwar hielt TVK-Keeper Podsendek einen Strafwurf. Am Nachschuss konnte er aber nichts machen. Damit war die erste Führung (21:20) der Gastgeber da. Die Pforzheimer standen nun gut in der Deckung, an der sich der TVK jetzt aufrieb. Auch in Angriff gab es ein paar Fehler zu viel, so dass die TGS in der 47. Minute mit 24:22 die Nase vorn hatte. Der starke Leon David, der immer wieder Lücken riss, Strafwürfe herausholte oder selbst traf, und Joshua Osifo sorgten für den Ausgleich. Die Pforzheimer nahmen daraufhin die Auszeit und schicken gleich noch eine hinterher. Aber die Odenwälder agierten in der spannenden Schlussphase sehr stabil, hatten den größeren Siegeswillen und ließen sich auch nicht vom siebten Feldspieler der Gastgeber durcheinander bringen. Mit seinem neunten Treffer setzte schließlich Tom Spieß den 33:28-Schlusspunkt unter einen wichtigen Auswärtssieg. Damit schob sich der TVK wieder auf den zweiten Platz hinter Willstätt.
 

HSG Bieberau/Modau: Der Knoten ist geplatzt

Bei der HSG Bieberau/Modau ist der Knoten geplatzt und gegen den VfL Günzburg wurde mit 31:25 gewonnen. Von Beginn an merkte man Bieberau/Modau den unbedingten Siegeswillen an und mit einem Blitzstart gelang eine 3:0 Führung, die Sicherheit verlieh. Die Abwehr spielte gut zusammen und machte es den Gästen nicht einfach Tore zu erzielen. Dazu gab es eine gute Harmonie mit Torhüter Witkowski, der gut aufgelegt die ein oder andere Torchance zunichte machte. 

Die früh herausgespielte Führung hatte lange Bestand, ehe eine kurze Schwächephase im Spiel der Falken zum 11:10 in der 24. Minute führte. Danach gab es wieder einen Ruck und binnen drei Minuten erhöhten sie sogar auf 15:10, was zugleich der Pausenstand war.

Gut eingestellt aus der Kabine

Co Trainer Björn Beilstein (in Vertretung für den verhinderten Trainer Ralf Ludwig) nutzte die Pause um sein Team für die zweite Halbzeit einzustellen, was ihm auch gut gelang. Die Falken ließen nicht locker und setzten ihre Linie konsequent fort. Lediglich in der 39. Minute konnte Günzburg noch einmal auf 19:16 heran kommen, ehe die Falken wieder vorlegten und ihre Führung souverän weiter ausbauen konnten. Nach 50 Minuten stand ein 27:19 auf der Anzeigetafel und bis zum Ende der Partie wurde dieser Vorsprung clever verwaltet. Günzburg konnte noch etwas Ergebniskosmetik betreiben und nutzte seine Chancen zum 31:25 Endstand. 

Im Kollektiv gelang der erste Sieg in der Abstiegsrunde, der zum einen die klitzekleine Chance für den Klassenverbleib offen hält, der aber auch sehr wichtig für das Gesamtgefüge war. Das war den Spielern und den Verantwortlichen nach dem Spiel auch anzusehen. HSG-Manager Georg Gaydoul: „Na also – wir können doch noch gewinnen. Solange eine Chance besteht, werden wir nicht aufgeben.“

 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser. 

Der Linksaußen des Handball-Drittligisten HSG Hanau, Marius Brüggemann, wird seine Handball-Karriere beenden. Die Entscheidung fiel ihm verdammt schwer. Doch am Ende war sie alternativlos. Zumindest bis auf Weiteres.

Mit dieser Personalie sind die Abgänge bei der HSG Hanau abgeschlossen. Die HSG Hanau verliert damit nicht nur ihren größten Publikumsliebling und eine absolute Identifikationsfigur, sondern auch einen hervorragenden Handballspieler.

„Es war nicht leicht für mich, diese Entscheidung zu treffen und noch schwerer, sie dem Verein mitzuteilen“, sagt Brüggemann. „Die HSG Hanau bedeutet mir schließlich sehr viel und ich verbinde unglaublich viele schöne Erinnerungen mit diesem Verein.“

Für den einen oder anderen mag der Entschluss überraschend kommen, schließlich befindet sich der 26-Jährige im besten Handball-Alter. Doch nach dem Ende seines Studiums steht der Bauingenieur längst mit beiden Beinen im Berufsleben. Bereits jetzt war die Zeit eng getaktet. Neben Arbeit und Handball blieb nicht mehr viel Zeit für anderes. Jetzt plant Brügemann den Bau eines Eigenheims. Spätestens dann sind die großen Trainingsumfänge nicht mehr zu stemmen.

„Marius ist ein ganz feiner Kerl. Er genießt im Team und in der gesamten HSG-Familie einen hohen Stellenwert. Sein Abgang ist nicht nur menschlich ein herber Verlust, sondern natürlich auch sportlich. Insbesondere in der Abwehr waren seine Leistungen sensationell. Mit seiner aggressiven aber stets fairen Art hat er so manchen Topspieler zur Weißglut getrieben. Wir wünschen ihm nur das Allerbeste“, sagt der Sportliche Leiter der HSG Hanau, Reiner Kegelmann.

Spieler der ersten Stunde

Brüggemann steht – wie der ebenfalls scheidende Yaron Pillmann – wie kaum ein anderer Spieler für die HSG Hanau. Beide spielten in der Jugend noch für die heutigen Stammvereine und waren somit Aktive der ersten Stunde. Während Pillmann für den TV Kesselstadt auf Torejagd ging, schloss sich Brüggemann als Zwölfjähriger in der D-Jugend der TS Steinheim an. 

„Die Entwicklung der HSG Hanau mitzuerleben, das war schon toll. Insbesondere während der Corona-Zeit hat der Verein einen großen Sprung nach vorne gemacht. Das war beeindruckend“, sagt Brüggemann. Der Aufstieg in die dritte Liga zählte für den stets freundlichen und hilfsbereiten Athleten zu seinen größten sportlichen Erfolgen. „Aber auch das Spiel gegen Dansenberg in der letztjährigen Aufstiegsrunde zur 2. Liga war ein absolutes Highlight. „Das war sehr emotional, auch wenn es ohne Zuschauer stattgefunden hat“, sagt „Brügge“. Gerne erinnert er sich auch noch an die vielen Derbys und auch an sein Tor in letzter Sekunde, das in dieser Saison den spektakulären Auswärtssieg in Groß-Bieberau besiegelte. „Aber ich möchte auch die vielen Saisonabschlussfahrten nicht vergessen“, sagt der Linksaußen mit einem Augenzwinkern.

Nicht nur dort pflegte Brüggemann seine vielen Freundschaften. „Man kann schon sagen, dass die HSG Hanau eine Art Familie für mich ist. Der Zusammenhalt hier ist schon enorm. Und von der Jugend bis heute habe ich viele Freunde hier gefunden“, sagt der aktuelle Vize-Kapitän.

Insbesondere seinen Eltern ist er dankbar, dass sie ihn am Anfang seiner Karriere mehrmals in der Woche zum Training gefahren haben. Gemeinsam mit seinem Opa und später mit seiner Freundin Nicole haben sie bis heute kaum ein Spiel von ihm verpasst. „Das bedeutet mir schon sehr viel.“ Genauso wie die vielen Fans und Freunde auf der Tribüne, die immer auch ein bisschen lauter getrommelt haben, wenn Hallensprecher Stephan Pillmann „unseren Marius Brüggemann“ angekündigt hat.

Einmal noch wird man dieses liebgewonnene Ritual erleben dürfen. Ein bisschen Bammel habe er schon vor seinem letzten Auftritt im HSG-Trikot am 7. Mai in der Main-Kinzig-Halle gegen die SGSH Dragons. „Aber auch Vorfreude. Es wird ein schöner Abend und ein schöner Abschluss, auch wenn es sicher den einen oder anderen traurigen Moment geben wird“, sagt Brüggemann.

In der neuen Saison will er auf jeden Fall so oft es geht in der Halle sein. Dabei blickt er positiv in die Zukunft. „Der Umbruch ist zwar groß, aber die HSG wird eine gute Mannschaft haben, die in den nächsten Jahren zusammenwachsen kann und wieder ganz oben mitspielen wird.“ Und wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann dann doch noch einmal ein Comeback des Publikumslieblings. „Wenn ich noch einmal Handballspielen sollte, dann nur für die HSG Hanau“, sagt Brüggemann.