Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Am heutigen Samstag um 19 Uhr trifft Handball-Zweitligist TV Großwallstadt in der SparkassenArena in Balingen auf den Erstliga-Absteiger HBW Balingen-Weilstetten. Dort kommt es zum Spitzenspiel in der zweiten Liga zwischen den beiden Teams. Beide haben von bisher drei Spielen alle drei gewonnen und in diesem Zusammentreffen werden die zwei Mannschaften die Tabellenführung unter sich ausmachen.

Einmal mehr wird der Gegner als Favorit in die Partie gehen und einmal mehr möchten die Unterfranken beweisen, dass sie aktuell in einer Topform sind und daher alles möglich ist. Allerdings wissen die Jungs von Trainer Igor Vori auch, dass die bevorstehende Aufgaben alles andere als leicht werden wird. Die Baden-Württemberger haben unter Trainer Jens Bürkle bisher die Herausforderungen gegen starke Teams wie Ludwigshafen, Lübeck und Hüttenberg gemeistert. Nun soll gegen den TVG der vierte Sieg in Folge her, um konsequent das Ziel „direkter Wiederaufstieg“ zu verfolgen. Dennoch müssen die Gallier aufpassen, wenn sie die Serie der Großwallstädter verfolgt haben – und das werden sie sicherlich. Von daher geht der HBW sicher gut vorbereitet in dieses Match. 

HBW im Umbruch

Auch wenn sich der Verein im Umbruch befindet – sieben Spieler haben der Mannschaft den Rücken gekehrt und nur zwei neue Akteure wurden verpflichtet – verfügt das Team über exzellente Handballer: Neuzugang Filip Vistorop – Landsmann von TVG-Trainer Igor Vori – überzeugte bisher in allen Spielen auf Rückraum links und auch die torgefährlichen Oddur Gretarsson und Patrick Volz auf Linksaußen müssen von der blau-weißen Defensive in Schach gehalten werden. Auf genau diese Abwehr – derzeit das Prunkstück des TVG-Spiels – wird es auch heute Abend wieder ankommen, wenn die Gäste versuchen werden, die Tabellenspitze zu erobern. „Wir müssen gegen Balingen wieder eine Abwehr hinstellen wie zuletzt. Mit jeder gelungenen Aktion wächst unser Selbstvertrauen und dann wird es auch im Angriff leichter,“ so Kapitän Florian Eisenträger, der sich aktuell in bestechender Form befindet.

Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams gab es in der Saison 2018/19. Dort kam es zu zwei deutlichen Siegen für Balingen (30:19 und 31:21). Geht es nach dem Willen des TVG, dann soll diese Statistik etwas aufgehübscht werden. 

 

Das Bild, das Kapitän Florian Eisenträger zeigt, hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Danke dafür.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Görkem Bicer, Rechtsaußen des Handball-Zweitligisten TV Großwallstadt fällt nach einer Verletzung im Spiel gegen den TuS N-Lübbecke länger aus. Der 23 Jahre alte Türke hat sich in der ersten Hälfte der Partie beim Laufen eines Konters ohne Fremdeinwirkung eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes zugezogen.

Aktuell befindet sich Görkem Bicer in der engmaschigen Betreuung von Mannschaftsarzt Dr. Joerg Petermann sowie in der Physiotherapeutischen Behandlung im MTZ Großwallstadt.

Wie lange der Rechtsaußen ausfallen wird, ist aktuell noch nicht abschätzbar. Maxim Schalles, der bereits im letzten Spiel gegen Nettelstedt-Lübbecke seine Fähigkeiten auf dieser Position unter Beweis gestellt hat, wird nun erst einmal die Rechtsaußen Position begleiten. Der Verein hat aber trotzdem bereits reagiert. Mit dem ukrainischen U19- Nationalspieler Dmytro Redkyn ist in der TVG Junioren Akademie e.V. ein Linkshänder unter Vertrag, der bereits am vergangenen Dienstag erstmalig am Training der Bundesliga-Mannschaft teilnehmen wird, um sich bei Trainer Igor Vori zu bewerben.

Wir wünschen dem Spieler gute Besserung.

 

Das Bild von Görkem hat uns der TV Großwallstadt zur Verfügung gestellt. Dankeschön hierfür. 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball-Liga, Staffel Süd-West, holte der TV Kirchzell mit dem 31:27-Sieg gegen die HSG Pohlheim die ersten Punkte. Die HSG Rodgau Nieder-Roden überrollte den TuS Dansenberg beim 29:15 regelrecht und der TV Gelnhausen schlägt mit 33:27 Friesenheim-Hochdorf. Bleibt noch die HSG Hanau. Sie trennte sich von der HG Saarlouis mit 24:24.

 

Die ersten Punkte sind auf der Habenseite gelandet und beim TV Kirchzell gab es danach zufriedene Gesichter, aber auch Erleichterung. Denn der 31:27-Erfolg beim Aufsteiger HSG Pohlheim war alles andere als leicht. Die Partie war zerfahren, umkämpft und wollte nicht so recht rund laufen. Doch das war sicher auch nicht zu erwarten, denn für beide Mannschaften stand viel auf dem Spiel. Beide konnten bis dato noch keinen Erfolg verbuchen und beide wollten den Sieg auf Biegen und Brechen. Am Ende setzte sich der TVK durch und belohnte sich nach 60 umkämpften Spielminuten mit den ersten zwei Pluspunkten.

Dezimierte Kirchzeller

Die Mannschaft von TVK-Trainer Andi Kunz musste sehr dezimiert antreten. Tom Spieß wurde nach muskulären Problemen geschont. „Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme, aber wir wollten nichts riskieren“, sagte Andi Kunz nach der Partie. Jan Blank fehlte aus beruflichen, Oleh Soloviov aus privaten Gründen. Auch Michael Meyer-Ricks war nicht ganz fit. Er hat Probleme am Fuß, gab aber zu verstehen, dass er spielen kann. „Daher mussten wir unsere Deckung umstellen, agierten anstatt mit 6:0 nun offensiv“, sagte Kunz. Die Pohlheimer nahmen die Euphorie des Aufstiegs mit, begannen gleich sehr intensiv und handelten sich bereits nach acht Minuten vier Zeitstrafen ein. Generell war die Begegnung geprägt von vielen Zeitstrafen. Sage und schreibe elf gab es auf Pohlheimer, sechs auf Kirchzeller Seite. Es wurde also um jeden Zentimeter Boden geackert und gekämpft. Bis zum 4:4 (8.) war die Partie ausgeglichen. Danach setzten sich die Gäste auf 8:5 (13.) ab. Dieser Vorsprung hatte bis zum 10:7 Bestand. Beim 10:8 für den TVK sah Stefan Lex, Dreh- und Angelpunkt der Hausherren, nach seiner dritten Zeitstrafe Rot.

Den fälligen Siebenmeter verwandelte Tim Häufglöckner zum 11:8 und Antonio Schnellbacher erzielte das 12:8. Soweit, so gut. Aber die Hausherren waren nicht gewillt, sich kampflos zu ergeben. Dem 15:12 von „Krake“ Leon David, der mit neun Treffern bester Schütze seines Teams war, folgte das 14:15 von Pohlheim und der TVK nahm die Auszeit. Was Andi Kunz seinen Schützlingen mit auf den Weg gab, fruchtete und so ging es mit 18:14 für die Odenwälder in die Pause.

Pohlheim kam besser ins Spiel

Nach dem Wechsel erwischte der Aufsteiger den besseren Start und war beim 17:18 und 18:19 wieder dabei. Erneut zückte Andi Kunz den grünen Karton. In der Folge konnte sich zunächst keine Mannschaft Vorteile erarbeiten. Beim 20:20 in der 40. Minute schien die HSG Oberwasser zu bekommen. Aber mit einem unbändigen Siegeswillen bogen die Gäste das Spiel um und als Michael MeyerRicks das 28:25 erzielte, nahmen die Pohlheimer die Auszeit. So sehr sich die Gastgeber auch streckten, die Kirchzeller ließen sich nicht mehr von der Siegerstraße abbringen und Leon David war es vorbehalten, mit seinem neunten Treffer das verdiente 31:27-Siegtor zu erzielen. Andi Kunz: „Wir sind sehr froh über unseren ersten Sieg. Diesen Drive wollen wir nun gegen den nächsten Gegner mitnehmen.“ 

 

Überragende HSG-Defensive lässt nichts anbrennen

HSG Rodgau – Dansenberg

Dank einer sehr konzentrierten Vorstellung gewannen die Rodgauer Handballer auch ihr zweites Heimspiel. Vom Anpfiff an nutzten die Hausherren konsequent die sich bietenden Chancen. Mit variablem Spiel gelang es immer wieder, den Mittelblock der Dansenberger auseinander zu ziehen. Die entstehenden Räume wusste vor allem Flo Stenger zu besetzen. Der quirlige Kreisläufer war ein ständiger Unruheherd und wurde des öfteren mit klugen Pässen gefüttert. Prunkstück an diesem Abend sollte aber die HSG-Defensive sein. Mit unglaublich hoher Intensität in den Zweikämpfen und schneller Beinarbeit setzte sie die Dansenberger extrem unter Druck. Die individuell hochkarätig besetzten Gäste kamen kaum zur Entfaltung, vor allem die gefährliche Achse Claussen/Bösing wurde über weite Strecken neutralisiert. Und falls die HSG-Defensive doch mal einen Wurf zuließ, war da noch Kapitän Marco Rhein im Tor. Der 35-jährige Routinier zeigte erneut seine Extraklasse, hielt zudem noch drei Strafwürfe und hatte großen Anteil daran, dass sich seine Mannschaft absetzen konnte.

HSG drückte weiter aufs Gas

Auch nach dem Wiederanpfiff nahmen die Baggerseepiraten den Fuß nicht vom Gaspedal. Zwar probierten die Gäste jetzt mit einer offensiveren Deckungsvariante, den Spielaufbau zu stören, doch das gelang nur für wenige Minuten. Vor allem Henning Schopper, der nach seiner langwierigen  Verletzung endlich wieder schmerzfrei agiert, wirbelte die Dansenberger mit schnellen Kreuzbewegungen durcheinander. Tor um Tor wurde der Vorsprung ausgebaut, die Deckung um Rückkehrer Niklas Geck rührte weiter Beton an. Auch nach einigen personellen Wechseln gab es keinerlei Qualitätsverlust, für Trainer Jan Redmann ein Schlüssel zum Erfolg: „Heute hat jeder seine Aufgabe zu 100% erfüllt, wir haben fast keine einfachen Fehler gemacht. Dass ein Team wie Dansenberg mit dieser Qualität am Ende nur 15 Treffer erzielt, ist aus unserer Sicht natürlich sensationell.“ Unter dem  Applaus der gut 300 Heimfans schraubten die Baggerseepiraten den Zählerstand immer weiter nach oben, spätestens beim 22:11 in der 46. Minute war die Partie entschieden, aber bis zum Abpfiff der gut leitenden Unparteiischen blieben die Rodgauer weiter fokussiert. So stand am Ende ein auch in der Höhe völlig verdienter 29:15 Heimsieg zu Buche. 

 

TV Gelnhausen schlägt Friesenheim-Hochdorf 

Gelnhausen – Friesenheim-Hochdorf

Drittes Spiel, dritter Sieg. Der TV Gelnhausen schwimmt weiter auf der Erfolgswelle. Das Team von Trainer Matthias Geiger spielte sich beim 33:27 gegen HLZ Friesenheim-Hochdorf phasenweise in einen Rausch und rangiert mit nunmehr 6:0 Punkten hinter Zweitliga-Absteiger TuS Ferndorf überraschend auf Tabellenplatz zwei.

Rund zwei Minuten vor Abpfiff hielt es die meisten der 400 Zuschauer in der Gelnhäuser Großsporthalle nicht mehr auf ihren Plätzen. Mit Standing Ovations feierten sie ihre Mannschaft. Zuvor hatte Hendrik Müller mit seinem Treffer zum 32:26 auch die letzten Zweifel beseitigt. In den knapp 60 Minuten zuvor brannten er und seine Teamkollegen streckenweise ein Feuerwerk ab, das die TVG-Fans immer wieder von den Sitzen riss.

„Mit den Zuschauern im Rücken und dem Selbstbewusstsein aus den beiden Siegen zuvor gelang uns heute ein wichtiger Erfolg mit Blick auf die schweren Aufgaben, die jetzt vor uns liegen. Die Jungs haben heute viele Sachen richtig gut gemacht“, sagte TVG-Coach Geiger.

In der Tat. Jonathan Malolepszy und Co. legten los wie die Feuerwehr und ließen die Gäste nicht einmal im ganzen Spiel in Führung gehen. Bereits nach neun Minuten konnte Yannik Mocken mit seinem Treffer zum 7:4 erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung herauswerfen. Mit tollen Tempospiel, und jeder Menge Spielfreude machten die TVG-Jungs ohne Atempause weiter. Yannik Mocken, der mit neun Treffern der erfolgreichste Gelnhäuser Werfer war, erzielte in der 26. Minute das 18:10. Es sollte die höchste Führung im ganzen Spiel sein. Mit 20:14 ging es in die Halbzeitpause. „Mitte der ersten Hälfte sind wir konsequenter zu Werke gegangen, haben den Gegner zu Fehlern gezwungen und konnten uns so ein Polster herausspielen“, sagte Geiger.

Gäste wie verwandelt

Und das war auch nötig, denn Friesenheim-Hochdorf zeigte Moral und kam wie verwandelt aus der Kabine. Nach 34 Minuten stand es nur noch 21:18 für den Gastgeber. In dieser Phase hielt Alexander Bechert, der im zweiten Abschnitt den ebenfalls starken Julian Lahme zwischen den Pfosten ersetzte, sein Team auf Kurs. Bis zur 53. Minute blieb Friesenheim-Hochdorf dennoch dran, ehe der TVG beim 30:25 endgültig die Weichen auf Sieg stellte. 

 

Abwehrschlacht in Hanau

Auch im dritten Spiel können die Handballer der HSG Hanau Zählbares einfahren. Im Spitzenspiel bei der HG Saarlouis gelang es den Grimmstädtern nach einer intensiven Abwehrschlacht mit einem 24:24  einen Punkt aus dem Saarland zu entführen. „Glückwunsch an beide Mannschaften zum Punktgewinn. Es war eine intensive Abwehrschlacht über 60 Minuten. Meiner Mannschaft muss ich ein großes Kompliment machen, hier in dem Hexenkessel so zu bestehen, ist nicht einfach. Die Jungs haben eine unglaubliche Mentalität gezeigt und sich über die Abwehr reingekämpft“, sagt HSG-Coach Hannes Geist. 

Mit bisher zwei Siegen aus den ersten beiden Spielen gegen ambitionierte Gegner sind die Hanauer bisher gut in die Saison gestartet. Diesen Schwung wollte die Mannschaft mitnehmen und auch bei den ungeschlagenen Saarländern Vollgas zu geben. Das dies kein einfaches Unterfangen für die HSG werden sollte, war bereits mit Anpfiff klar. Angetrieben von den heimischen Fans im Hexenkessel der Stadtgartenhalle brannte Saarlouis darauf, den dritten Sieg in Folge einzufahren. Beide Mannschaften legten engagiert los. In der Anfangsphase konnte sich keines der Teams absetzen und so stand es nach rund 15 Spielminuten 5:5.

In einem vor allem durch stark stehende Abwehrreihen gab es kaum Lücken für den Gegner. Durch das Tor von Max Bergold in der 23. Minute (9:7) konnte sich Hanau als erstes Team erstmals mit zwei Toren Abstand einen minimalen Vorsprung sichern. Bis zur Halbzeit hatten die Saarländer dies aber wieder aufgeholt und so ging es mit 11:11 in die Pause.

Offener Schlagabtausch

Nach dem Seitenwechsel wurde der offene Schlagabtausch noch intensiver. Saarlouis war nun mit zwei Toren im Vorteil (14:12). Zwei Minuten später folgte durch Jonas Ahrensmeier aber der Hanauer Ausgleich und in der 39. Spielminute war die HSG durch den Treffer von Kapitän Jannik Ruppert wieder mit zwei Toren vorne. Der Schlagabtausch sollte sich in der Schlussphase nochmals zuspitzen. Weniger als eineinhalb Minuten vor Spielende war erneut ein Unentschieden auf der Anzeigentafel zu sehen (23:23). Die Halle stand nun endgültig Kopf. Rund 50 Sekunden vor Spielende legte Hanau durch den Treffer von Youngster Cedric Schiefer zum 24:23 vor und Saarlouis bekam nochmal den Ball. 

Jetzt wurde es dramatisch. Fünf Sekunden vor Schluss sah Hanaus Torhüter Can Adanir die Rote Karte und wurde des Feldes verwiesen. Es gab den ersten und entscheidenden Siebenmeter für den Gastgeber. Torhüter Tom Paetow behielt die Nerven und sicherte somit seiner Mannschaft einen Punkt.

Weiter spielten:

TuS Ferndorf – HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II 32:26, VTV Mundenheim – VfL Gummersbach II 27:29, TSG Haßloch – DJK Waldbüttelbrunn 36:25.

Die Bilder haben uns Hanau, Gelnhausen und Nieder-Roden zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Am Mittwoch, den 12. Oktober treffen um 20 Uhr in der f.a.n.-Arena in Aschaffenburg die Nationalmannschaften der Ukraine sowie der Faröer Inseln zum Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft 2022/23 aufeinander. Der TV Großwallstadt sowie die Handballregion Untermain werden als Kooperationspartner der ukrainischen Mannschaft fungieren und das Spiel in Aschaffenburg ausrichten. Besondere Aufmerksamkeit erhält diese Partie, da aufgrund des Krieges in der Ukraine dort aktuell keine Spiele ausgetragen werden können und daher Deutschland als Spielort gewählt wurde.

Slava Lochman bezeichnet die Region als zweite Heimat

Der Trainer der ukrainischen Nationalmannschaft, Vyacheslav Lochman, wohnt seit seiner Flucht aus der Ukraine im März dieses Jahres im Landkreis Miltenberg, bezeichnet die Region mittlerweile als seine zweite Heimat. Slava Lochman ist es auch zu verdanken, dass die Spieler der Nationalmannschaft bereits im April 2022 vom ukrainischen Sportministerium eine Ausreisegenehmigung bekommen haben, um in Großwallstadt ein Trainingslager zu absolvieren. Damals war das Medieninteresse groß und der Trainer, der durch seine früheren Kontakte als Spieler des TV Großwallstadt diese Region als Zufluchtsort auswählte, hat immer wieder betont, wie wichtig es ist, der Welt zu zeigen, dass die Ukraine noch lebt und dass die Sportler nicht an der Front, sondern auf dem Spielfeld für ihr Land kämpfen.

Aktuell andere Situation

Aktuell ist die Situation anders, die mediale Aufmerksamkeit liegt nicht mehr auf dem Krieg in der Ukraine, andere Themen stehen im Vordergrund. Aber gerade der Handballsport hat mit dem Start der Saison 2022/23 noch einmal ein Zeichen gesetzt: Der Ukrainische Top-Verein HC Motor Zaporizhzhia erhielt von der Handball-Bundesliga die Möglichkeit, in der aktuellen Spielrunde in der zweiten Liga aufzulaufen und somit weiter Profihandball zu spielen. „Das ist schon ein großes Zeichen an die Außenwelt, dass eine ukrainischer Spitzenclub in der 2. Liga spielt – wenn auch außer Konkurrenz um die Auf- und Abstiegsränge. Getreu unserem Motto Handballer helfen Handballern ist das aber in meinen Augen das richtige Signal. Für uns als TV Großwallstadt war es deshalb auch keine Frage, als die Anfrage kam, ob wir die ukrainische Nationalmannschaft dabei unterstützen können, ihr EM-Qualifikationsspiel hier bei uns in der Region auszurichten. Wir hoffen, dass wir die Handballfans am Untermain dazu bewegen können, zu diesem besonderen Sportereignis in die f.a.n.-Arena zu kommen und ein Zeichen für den Frieden zu senden“, so TVG-Geschäftsführer Michael Spatz.

Auch Slava Lochmann fiebert dieser Partie entgegen: „Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich mit meiner Mannschaft hier in Deutschland weiterspielen kann. In meinem Heimatland ist es aktuell nicht möglich, Sport zu treiben. Wir wollen an diesem Spieltag wieder einmal zeigen, dass wir noch leben, dass die Ukraine noch existiert. Aber natürlich wollen wir auch gewinnen, nicht nur dieses Qualifikationsspiel, sondern alle anderen auch und nicht nur im Handball, sondern in allen Sportarten. Auf diese Weise können wir der Welt zeigen, dass wir auf dem Spielfeld weiter für Frieden und Freiheit kämpfen.“

Ukrainer in verschiedenen Vereinen Europas

Die Spieler der ukrainischen Nationalmannschaft sind aktuell in verschiedenen Vereinen in Europa untergekommen, die meisten davon laufen für den HC Motor Zaporizhzhia auf. Ein weiterer Akteur, Ievgen Zhuk, trägt das Trikot des TV Großwallstadt. Der Linksaußen, der vorher bei Medwedi Perm in Russland unter Vertrag stand, freut sich auf die Partie gegen die Faröer Inseln: „Ich bin froh, endlich wieder für mein Land ein Spiel bestreiten zu dürfen. Nach meiner Flucht aus Russland wusste ich zunächst nicht, wie meine Handballkarriere weiterverläuft. Aber hier in Großwallstadt bin ich gut aufgenommen worden und ich freue mich jetzt sehr darauf endlich wieder in den Farben blau und gelb – meinen Nationalfarben – auflaufen zu dürfen.“

Die Ukraine ist in der EM-Qualifikation der Gruppe 4 zugelost worden und bestreitet neben dem Spiel gegen die Faröer Inseln am 12. Oktober noch folgende Begegnungen:

15.10.2022:   Rumänien gegen Ukraine

08.03.2023:   Ukraine gegen Österreich

11.03.2023:   Österreich gegen Ukraine

26.04.2022:   Faröer Inseln gegen Ukraine

30.04.2023:   Ukraine gegen Rumänien

 

Das Bild hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Dankeschön hierfür.

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Der TV Großwallstadt hat in der zweiten Handball-Bundesliga auch in seinem dritten Spiel überzeugt und steht nun aktuell mit 6:0 Punkten auf einem überragenden zweiten Tabellenplatz. Die gut 1300 Zuschauer sahen einen unglaublich engagiert aufspielenden TVG – und dieses Auftreten macht Lust auf mehr.

Es war nicht verwunderlich, dass TVG-Geschäftsführer Michael Spatz die Freude ins Gesicht geschrieben stand, als er nach dem Abpfiff sagte: „Ich bin einfach nur begeistert! Hut ab vor der Leistung dieser Mannschaft. Die Abwehr, zusammen mit unserem Torhüter Jan-Steffen Minerva, ist einfach Klasse. Drei Spiele – drei Siege – besser geht es nicht.”

Nach dem 26:23-Erfolg gegen den Erstliga-Absteiger TuS Nettelstedt-Lübbecke wollten die Freudentänze auf dem Parkett und der Applaus für die Mannschaft von TVG-Trainer Igor Vori kein Ende nehmen. „Wir sind heute einmal mehr über die Emotionen, aber auch über den Kopf gekommen. Jeder hat Bock alles zu geben und die Jungs haben viel Selbstvertrauen. Das ist Igor Vori geschuldet. Ich freu mich auch sehr, dass der von uns zusammengestellte Kader so gut passt“, brachte es Michael Spatz auf den Punkt.

Mit Spannung erwartete Partie

In der mit Spannung erwarteten Partie gegen einen der Favoriten der zweiten Liga gehörte das erste Tor den Gästen. Jo Geritt Genz, der seine Karriere bei den TVG-Junioren begann, netzte zum 1:0 ein. Dies sollte die erste und einzige Führung für sein Team gewesen sein. In der Folge erhöhten die Hausherren auf 3:1 und unternahmen beim 5:3 und 8:6 bereits die ersten Ausreißversuche. In der 24. Minute betrug der Abstand dann drei Treffer (10:7) durch zwei wunderschöne Tore in Folge von Kreisläufer Dino Corak. Schon hier zeigte sich, dass die Gäste mit der 5:1-Deckung des TVG nicht gut zurecht kamen. Hinzu kam ein erneut bärenstarker Jan-Steffen Minerva im Tor.

Kapitän Florian Eisenträger beim Wurfversuch

Kein Wunder, dass Rückraumhüne Finn Wullenweber sagte: „Der Schlüssel zum Erfolg war heute wieder die brutal gute Abwehr mit einem Weltklassetorhüter Bruno (Spitzname von Jan-Steffen Minerva, Anm. d. Red.). Wir haben bisher Woche für Woche gezeigt, dass wir als Mannschaft gut funktionieren und kämpfen bis zum Schluss.“  Zwar zeigten sich kurz vor der Pause ein paar Flüchtigkeitsfehler beim TVG, die der TuS gut ausnutzte. Doch näher als ein Tor kamen die Gäste nicht heran. Nach dem 12:11-Anschlusstreffer durch den körperlich präsenten Kreisläufer Leos Petrovsky ging es zunächst einmal in die Pause. Einen kleinen Wermutstropfen gab es in der 14. Minute. Görkem Bicer hatte Probleme mit dem Knie, musste behandelt werden und wurde nicht mehr eingesetzt. Michael Spatz gab aber nach dem Spiel Entwarnung. Für Bicer kam Maxim Schalles und reihte sich letztlich mit 3/2 Treffern in die Reihe der Torschützen ein.

Immer wieder Jan-Steffen Minerva

Nach dem Wechsel hielt Jan-Steffen Minerva den ersten Wurf der Gäste. Im Gegenzug verwandelte Kapitän Florian Eisenträger vom Punkt zum 13:11 und erhöhte gleich danach zum 14:11. Im Gegenstoß traf Schalles und Mario Stark mit einem sehr unnachahmlichen Hüftwürfe erzielte das 16:12 (37.). Und immer wieder war es Jan-Steffen Minerva, der seinem Gegenüber Nikolas Katsigiannis an dessen 40. Geburtstag die Show stahl. Beim 17:13 nahm TuS-Trainer Michael Haaß die Auszeit, brachte den siebten Feldspieler und ließ vorgezogen decken, mal 5:1, mal 4:2. Doch bis dahin war der TVG längst nicht mehr von seiner Linie abzubringen. Im Gegenteil. Tolle Tore von Bandlow, Eisenträger, Corak und Kammlodt sorgten für das 22:15 (50.). Hinzu kam, dass der TVG in der Defensive zurück auf die 6:0-Formation wechselte und das machte es dem Gast nicht leichter.

„Unsere Deckung war unglaublich und ich denke, dass der Mix zwischen unserer 5:1 und 6:0 dem TuS Probleme bereitete“, meinte TVG-Coach Igor Vori anschließend. Im Schlussakkord wurde es trotzdem noch einmal kurz spannend und die Gäste kamen auf 23:21,24:22  und 25:23 heran. Aber Torhüter Minerva fing einen Pass der Gäste weit vor seinem Tor ab, passte auf Frieder Bandlow und dieser netzte zum 26:23-Endstand ein. „Wieder einmal haben wir zusammen die zwei Punkte geholt“, strahlte er im Anschluss.

Redlich verdienter zweiter Tabellenplatz

Fokussiert: Frieder Bandlow, Finn Wullenweber, Dino Corak

Den aktuell zweiten Tabellenplatz nach Siegen gegen Eisenach, Nordhorn und jetzt Nettelstedt hat sich der TVG redlich verdient und Coach Igor Vori sagte: „Glückwunsch an die Jungs. Die Deckungsarbeit war unglaublich. Wir haben noch Luft nach oben, haben noch einen Riesenmarathon vor uns. Aber wir wissen auch um unsere Stärken. Es kommen sicher auch schwierige Zeiten. Doch jetzt genießen wir erst einmal unseren Sieg.“ Das sah auch sein Kapitän Eisenträger so: „Wir sind sehr glücklich über unseren tollen Start in die Saison. Aber diese ist noch ewig lang. Deshalb müssen wir Selbstvertrauen aufbauen und unsere Leistung halten. Unsere Abwehr mit Bruno hintendrin ist super. Der siebte Feldspieler vom Gegner hat uns erst ein paar Probleme bereitet. Nettelstedt hat ja ohne Frage eine große Qualität. Umso mehr freut es mich, dass wir gewonnen haben.“

Nächste Woche geht es zum nächsten Erstliga-Absteiger. Dann muss der TVG in Balingen-Weilstetten antreten, das derzeit von der Tabellenspitze grüßt.

 

 

Großwallstadt – Nettelstedt-Lübbecke 26:23 (12:11). –

TVG:

Minerva (1. bis 60. Minute), Boukovinas (bei vier Siebenmetern eingesetzt); Klenk, Babarskas, Eisenträger 7/3, Bandlow 3, Schauer, Bicer 2, Strakeljahn, Wullenweber 2, Zhuk, Corak 3, Stark 1, Munzinger, Kammlodt 5, Schalles 3/2.

TuS:

Katsigiannis (1. bis 47. Minute), Asheim; Genz 3, Holzhacker, Ten Velde, Baumgärtner, Petreikis, Strosack 2, Dräger, Mrakovcic 1, Wesseling 7/2, Nissen 1, Petrovsky 2, Skroblien 7/3.

 

Das Beitragsbild zeigt Maxim Schalles und es hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Die anderen Bilder sind von mir selbst.

Den Artikel könnt Ihr auch in meiner Heimatzeitung Main Echo lesen.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball-Liga kommt es diese Woche zu interessanten Begegnungen. Der TV Kirchzell muss zum Aufsteiger HSG Pohlheim, die HSG Hanau muss nach Saarlouis, die HSG Rodgau Nieder-Roden empfängt Dansenberg und der TV Gelnhausen spielt gegen Friesenheim-Hochdorf.

Nach zwei Spielen hat der TV Kirchzell bisher noch keine Punkte auf die Habenseite schaffen können. Allerdings spielte die Mannschaft des Trainer-Duos Alex Hauptmann und Andi Kunz zuletzt gegen den hoch gehandelten Meisterschafts-Favoriten TuS Ferndorf sehr gut auf. Erst im Schlussspurt zog der routinierte Zweitliga-Absteiger davon und holte sich den Sieg. „Wir können zu Recht sagen, dass wir gegen Ferndorf gut gespielt haben. Wir haben sehr viel gut und richtig gemacht. Allerdings fehlte uns am Ende noch ein bisschen und da müssen wir nochmal zulegen“, so TVK-Trainer Andi Kunz.

Erste Punkte sollen her

Diesmal geht es für die Odenwälder zum Aufsteiger HSG Pohlheim und gegen den kommenden Gegner sollen auf jeden Fall die ersten Punkte in der neuen Saison eingefahren werden. Die Hausherren haben die ersten beiden Spiele ebenfalls verloren. Gegen Ferndorf gab es eine hohe Niederlage, gegen Mitaufsteiger Mundenheim erlaubte sich Pohlheim zum Schluss ein paar Fehler zu viel. Diese kosteten den Sieg, wobei Trainer Andreas Lex meinte, dass ein Punkt gerecht gewesen wäre.

Die HSG ist keine unerfahrene Mannschaft, sondern hat routinierte Akteure in ihren Reihen. Andi Kunz: „Wir kennen Pohlheim noch aus unserer Oberliga-Zeit. Aber das ist jetzt schon eine zeitlang her. Die Spiele waren immer umkämpft und darauf müssen wir uns einstellen. Hinzu kommt, dass wir nicht wissen, wie die Euphorie unter den Zuschauern in der Halle ist. Wir dürfen uns auf keinen Fall davon anstecken lassen, sondern wir müssen unsere Linie beibehalten.“

Mit Stefan Lex hat die HSG einen gestandenen früheren Zweitliga-Spieler im Team und zusammen mit Kreisläufer Moritz Lambrecht, der am vergangenen Spieltag aus privaten Gründen nicht mit dabei war, bilden die beiden eine gute Achse, die das Team nach vorne bringt. Rückraumspieler Max Rühl ist ein dynamisches Kraftpaket und Lukas Drommershausen ein schneller Spieler, der schwer zu halten ist.

Allerdings ist Andi Kunz zuversichtlich, wenn er sagt: „Wir wollen die ersten Punkte und dieser Aufgabe werden wir uns stellen. Wir haben eine aufsteigende Tendenz in der Abwehr, machen nach vorne unsere Tore und wir wollen das Tempo hochhalten. Klar gesagt: wir wollen das Spiel gewinnen.“

Aber auch HSG-Trainer Andi Lex, der lange beim Erstligisten Wetzlar gespielt hat, sagt: „Es gilt im nächsten Spiel die Fehler zu minimieren. Ich hoffe, dass unsere Halle gegen den TV Kirchzell voll wird und wir mit der Unterstützung unserer Fans dann die ersten Punkte holen.“   

HSG Hanau will auch in Saarlouis bestehen 

Jannik Ruppert von der HSG Hanau

Den erfolgreichen Saisonstart veredeln, darauf kommt es der HSG Hanau an. Als Tabellenführer reist das Team von Trainer Hannes Geist zum Tabellenvierten HG Saarlouis. Beide Teams sind in der jungen Saison noch ungeschlagen. „Uns erwartet ein Hexenkessel in Saarlouis“, sagt Hannes Geist vor dem Aufeinandertreffen mit den Saarländern. „Das wird eine riesige Aufgabe für uns, als junge Mannschaft dort zu bestehen.“

HG im Umbruch

Saarlouis befindet sich ebenfalls in einer Umbruchsaison. Wie auch die HSG setzt Saarlouis und ihr Trainer Branimir Koloper dabei vor allem auf Spieler aus den eigenen Junioren-Teams. In der höchsten deutschen Jugendspielklasse sind sich die Talente beider Mannschaften schon des Öfteren begegnet. 

„Sie haben natürlich auch sehr viel Erfahrung in ihren Reihen“, so HSG-Coach Geist und spielt damit vor allem auf den starken Rückraum der HG an. So lenkt der Mittelmann Tim Paetow routiniert das Spiel der Hausherren. Gleichzeitig sorgen Frano Vujovic und Marcel Becker im linken und rechten Rückraum für viel Torgefahr. Während die HG Saarlouis im ersten Saisonspiel noch ungefährdet in Pohlheim gewann, ging es letzte Woche gegen Gummersbach emotionsgeladenen zu und am Ende siegte die HG-Sieben.  

„Für unsere Abwehr wird das natürlich eine riesige Herausforderung, denn auf das starke Rückraumspiel müssen wir uns einstellen“, gibt Geist einen Einblick in seinen Matchplan. Gestützt auf die bisher herausragenden Torhüterleistungen von Can Adanir, will die HSG schnelle Ballgewinne erzielen und ihr Umschaltspiel nutzen. „Die starke Deckung der HG müssen wir umgehen können. Da erwarte ich von meiner Mannschaft die nötige Kreativität“, so Geist. „Dass das nicht unbedingt einfach wird, haben wir vor zwei Jahren festgestellt, als wir recht deutlich in Saarlouis verloren haben.“ 

Dennoch bleibt die HG kein Angstgegner für die junge Truppe aus der Grimmstadt. Dass Hanau mutig nach vorne spielen kann und sich auch vor starken Gegner nicht verstecken muss, dass bewiesen Ritter, Bergold und Co. bereits in den ersten beiden Saisonspielen. Bisher war es vor allem das Tempospiel, welches in der Liga für Eindruck sorgte. „Wie auch zuletzt wollen wir unsere Leidenschaften und unsere Tugenden einbringen und sehen, was nach 60 Minuten auf der Anzeigetafel steht“, so Geist abschließend.

 

HSG Nieder-Roden empfängt Dansenberg

Nach dem verheißungsvollen Auftaktsieg gegen Waldbüttelbrunn reisten die Baggerseepiraten mit breiter Brust zum Auswärtsspiel nach Hochdorf. Am Ende stand jedoch eine  Auswärtsniederlage. Nun heißt es Mund abputzen und sich auf die kommende Aufgabe konzentrieren, die es wahrlich in sich hat, denn die Gäste vom TuS Dansenberg konnten zu Saisonauftakt Hochdorf mit 26:22 besiegen und damit ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Allerdings gingen sie gegen Hanau mit 19:36 unter. Entsprechend geladen werden die Jungs von Trainer Frank Müller gegen Nieder-Roden auflaufen, zu tief dürfte der Stachel der Niederlage in Hanau noch stecken. Mit dem 36-jährigen Routinier Gunnar Dietrich (ehemals Eulen Ludwigshafen und TBV Lemgo) konnte der Verein aus dem Kaiserslauterner Stadtteil einen Königstransfer realisieren, der die Abwehr ordnet und vorn für einfache Tore sorgt. Zudem wechselte mit Linkshänder Jonas Dambach von der HSG Groß-Bieberau/Modau ein bekanntes Gesicht in die Pfalz, der im letzten Jahr noch bester Feldtorschütze der Bieberauer war.

Unbequemer Gegner

Auf Trainer Jan Redmann kommt also jede Menge Arbeit zu. Zum einen gilt es, das eigene Team nach der Pleite in Hochdorf wieder aufzurichten, zum anderen müssen die Baggerseepiraten auf den unbequemen Gegner eingestellt werden, der als Mitfavorit in der Staffel Süd-West gilt und möglichst schnell die Schmach von Hanau vergessen machen will. Personell kann Jan Redmann aus dem Vollen schöpfen, lediglich hinter dem Einsatz von Lars Spieß und Niclas Geck stehen immer noch Fragezeichen.

 

Gelnhausen muss gegen Friesenheim-Hochdorf an seine Grenzen gehen

Nach zwei Siegen in Folge und der makellosen Bilanz von 4:0 Punkten will der TV Gelnhausen diese Woche nachlegen. Ein Selbstläufer wird das allerdings nicht, denn mit Friesenheim-Hochdorf gibt am Samstag ein echter Brocken seine Visitenkarte in der Barbarossastadt ab. 

„Wir haben eine junge und sehr begeisterungsfähige Mannschaft, die nach zwei Siegen Selbstvertrauen getankt hat. Aber am Samstag brauchen wir auch die Unterstützung unserer Fans“, sagt Matthias Geiger. Der Gelnhäuser Coach hofft auf eine Hexenkessel-Atmosphäre in der Hölle Süd, um gemeinsam den dritten Sieg einfahren zu können.

Es dürfte ein hartes Stück Arbeit werden und wohl nur im Zusammenspiel zwischen Fans und Mannschaft zu bewerkstelligen sein. Schließlich ist Friesenheim-Hochdorf eine enorm spielstarke Mannschaft, die in der Vorwoche beim 25:22-Sieg gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden ihre Klasse unter Beweis gestellt hat. „Der Gegner steht sehr gut in der Abwehr und hat viele gut ausgebildete Spieler in seinen Reihen“, sagt Geiger. „Das ist eine richtige Hausnummer.“

TVG-Team muss auf Tim Schaller aufpassen

Besonders aufpassen muss das junge TVG-Team auf Tim Schaller, der mit einem Zweitspielrecht für den Zweitligisten Eulen Ludwigshafen ausgestattet ist. Mit elf Treffern war Schaller gegen Nieder-Roden der erfolgreichste Schütze für Friesenheim-Hochdorf.

TV Gelnhausen-Fahne

Um zu bestehen, hofft Geiger, dass sein Team zu mehr Konstanz findet. „Wir konnten bisher noch nicht unsere Leistung über 60 Minuten abrufen. Das müssen wir besser machen.“ Ebenso hofft der Coach, dass seine Jungs in der Abwehr noch „etwas griffiger“ zu Werke gehen. Gegen Friesenheim-Hochdorf kann Geiger auf seinen aktuell bewährten Kader zurückgreifen. Es fehlen noch immer Felix Reinhardt (Adduktorenprobleme), Philipp Schenk (Aufbauphase nach Schulterverletzung) sowie die beiden Langzeitverletzten Michael Hemmer und Max Bechert.

 

Weiter spielen:

TuS Ferndorf – HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II, VTV Mundenheim – VfL Gummersbach II, TSG Haßloch – DJK Waldbüttelbrunn.

 

Die Bilder haben uns die HSG Hanau und der TV Gelnhausen zur Verfügung gestellt. Danke hierfür.

Den Artikel über den TV Kirchzell könnt Ihr auch in meiner Heimatzeitung Main Echo lesen.

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Gibt es heute Abend in der zweiten Handball-Bundesliga für den TV Großwallstadt die Punkte fünf und sechs auf der Habenseite? Einige sprechen bereits von einem Spitzenspiel, wenn der Erstliga-Absteiger TuS Nettelstedt-Lübbecke heute um 19.30 Uhr in Elsenfeld gastiert.

In der Tat startete die Mannschaft von Trainer Igor Vori sensationell in die neue Saison. Erst gab es einen Heimsieg gegen Eisenach, dann setzte der TVG mit dem Auswärtserfolg in Nordhorn-Lingen noch einen drauf. 

Die Gäste gewannen erst auswärts in Hagen und dann daheim gegen Coburg. Beide stehen mit 4:0 Punkten derzeit auf Platz vier und fünf der Tabelle. Es ist also in der Tat für ein Spitzenspiel angerichtet. Auch wenn mit dem Erstliga-Absteiger TuS N-Lübbecke ein weiterer Titelaspirant nach Großwallstadt kommt, so ist der Konkurrenz spätestens jetzt klar, dass die Unterfranken nicht mehr unterschätzt werden dürfen.

Die TuS-Mannschaft musste nach dem Aufstieg 2020/21 die erste Liga nach nur einer Saison wieder verlassen. Neu-Trainer Michael Haaß hat die gleiche Aufgabe wie TVG -Coach Igor Vori: beide müssen die neu formierten Mannschaften zu einer Einheit entwickeln, damit diese sich in der stark besetzten zweiten Liga beweisen können.

Die Gäste machte vor allem mit der Verpflichtung von Torhüter Nikolas Katsigiannis auf sich aufmerksam und auch die Rückkehr von Jo Gerrit Genz ließ aufhorchen. Neuzugang Sven Weßeling spielt groß auf und die Flügelzange Tom Skroblien und Peter Strosack muss in Schach gehalten werden, will der TVG den dritten Sieg in Folge einfahren.

Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams war in der Saison 2020/21. Dort kam es zu einem Unentschieden in der Hinrunde (21:21), das Rückspiel entschied Nettelstedt-Lübbecke deutlich mit 31:25 für sich. Es wird also spannend.

 

Das Bild, das TVG-Kapitän Florian Eisenträger zeigt, hat uns der TVG zur Verfügung gestellt. Dankeschön hierfür.

 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball-Liga gab es am vergangenen Wochenende ein paar Überraschungen. Die HSG Hanau spielte groß auf und gewann gegen einen der Titelfavoriten TuS Dansenberg. Mit 36:19 gewann die Mannschaft von Trainer Hannes Geist und der Sieg war auch in dieser Höhe verdient. Der TV Kirchzell hatte Zweitliga-Absteiger TuS Ferndorf am Rande einer Niederlage. Am Ende reichte es beim 26:30 nicht ganz. Die HSG Rodgau Nieder-Roden kam mit einer 22:25-Niederlage aus Friesenheim-Hochdorf zurück.

 

Einen Traumstart erwischte die HSG Hanau und gewann gegen den TuS 04 KL-Dansenberg mit 36:19 (15:13). Nach einer spielstarken und konsequenten zweiten Hälfte hat das Team von Trainer Hannes Geist nun bereits 4:0 Punkten auf dem Konto. Dass sich beide Mannschaften nichts schenken würden, davon zeugte bereits das letzte Pflichtspiel-Aufeinandertreffen mit dem TuS bei der Aufstiegsrunde zur 2. Liga im Mai 2021. Damals lieferten sich beide Teams ein kampfbetontes und auf die eigene Abwehr fokussiertes Spiel. Diesmal kam es hingegen anders. Hanau spielte gerade im zweiten Abschnitt der Partie mutig nach vorne, ließ kaum Chancen liegen und belohnte sich einmal mehr mit einer couragierten Mannschaftsleistung, während dem TuS Dansenberg nur wenig gelang.

Die von HSG-Trainer Hannes Geist hochgelobte TuS-Offensive um Jan Claussen, Gunnar Dietrich und Sebastian Bösing kam gegen die zweikampfstarke 6:0-Deckung der Hausherren überhaupt nicht auf Touren und scheiterte gerade im zweiten Spielabschnitt immer und immer wieder am glänzend aufgelegten Can Adanir im Tor – oder an den eigenen Nerven. Elf technische Fehler und 15 Fehlwürfe zählte TuS-Coach Frank Müller alleine in den letzten 30 Minuten. „Can Adanir muss man hier und heute auf jeden Fall herausheben“, sagte Hannes Geist nach dem Spiel, der wie auch gegen Gummersbach II sein Team optimal auf den Gegner eingestellt hatte. „Ich bin extrem erleichtert, dass wir gewonnen haben und hier vor heimischer Kulisse solch ein Handballfest hatten. Ich hoffe, dass wir den einen oder anderen begeistern konnte, in zwei Wochen wiederzukommen.“

Die HSG Hanau im Spiel gegen Dansenberg. Das Foto hat uns die HSG zur Verfügung gestellt.

Bis zur Halbzeit ein Spiel Augenhöhe

Dansenberg legte zunächst vor, ehe Hanau umstellte. Beim 8:8 war Dansenberg mit den Hausherren gleichauf, bevor sich Hanau zweimal unter Mithilfe von Can Adanir in der Abwehr den Ball erkämpfte und durch einen Doppelschlag von Dennis Gerst auf 11:9 (22.) stellte. Kurz vor der Pause lies der TuS noch einmal seine Klasse aufblitzen, als Spielmacher Claussen mit einem No-Look-Pass seinen Kreisläufer Bösing bediente, der das zwischenzeitliche 13:14 erzielte. Ein sehenswerter Treffer von der Außenposition durch Bergold sicherte die 15:13-Halbzeitführung für die Grimmstädter. 

Im zweiten Durchgang blieb Hanau weiterhin das spielbestimmende Team, während bei den Gästen nun scheinbar alle Nerven blank lagen. Bedingt durch zahlreiche technische Fehler des Gegners legte die Geist-Sieben einen Sturmlauf hin. Dem 17:13 von Luca Braun in der 32. Minute ließ nach einer Parade von Can Adanir der Außenspieler Dennis Gerst das 20:13 per Tempogegenstoß folgen (35.). Während der Hanauer Keeper seinen Kasten nun gänzlich vernagelte, blieb die HSG auch im Deckungsverbund hellwach. Der ebenfalls stark aufspielende Gerst unterband die zweite Welle des Gegners mit einem sehenswerten Steal und traf zur ersten 10-Tore-Führung für die Hausherren. Geist wechselte durch, gab jedem Akteur seine Spielanteile und diese hielten das Tempo hoch. Unschön wurde es noch gegen Ende, als Felix Dettinger den völlig blanken Robin Marquardt im Wurf abräumte und dafür berechtigterweise die Rote Karte sah. Den Schlusspunkt setzte Rivic mit dem 36:19 für die Grimmstädter. „Mich freut es extrem für die Jungs, denn sie arbeiten Woche für Woche extrem hart im Kraftraum und auf der Platte für diesen Erfolg“, erklärte Hannes Geist. „In der zweiten Hälfte haben wir uns in einen Rausch gespielt, alles was wir probiert haben hat immer funktioniert.“

 

Starker Kampfgeist des TV Kirchzell wurde nicht belohnt

Es war Handball vom Feinsten, was beide Mannschaften am Samstagabend in der Miltenberger Sporthalle vor 300 begeistert mitgehenden Zuschauern zeigten. Am Ende war der Topfavorit und Absteiger aus Liga zwei, TuS Ferndorf, in einem spannenden und kampfbetonten Spiel einen Tick besser. Mit 30:26 entführte die Mannschaft von Trainer Robert Andersson beide Punkte aus Miltenberg, doch der TVK braucht sich keinesfalls zu grämen oder zu verstecken. Was die Mannschaft des Trainer-Duos Alex Hauptmann und Andi Kunz gezeigt hat, war richtig gut und darauf lässt sich aufbauen.

Daher sagte auch Alex Hauptmann nach dem Spiel: „Wir waren wirklich mit dem Spiel zufrieden. Ferndorf hat eine individuelle Klasse mit einem überragenden Halblinken und Halbrechten und wir müssen uns keinesfalls über die Niederlage ärgern.“ In der Tat war es beim Gast eine Zwei-Mann-Show, denn Neuzugang und Linkshänder Marvin Mundus und der 1.95 Meter große Niklas Diebel waren nie zu halten und erzielten von den insgesamt 30 Toren zusammen 21! Das ist eine richtige Hausnummer.

Beide Mannschaften waren überragend auf den Gegner eingestellt, legten von Beginn an ein höllisches Tempo vor und bis zum 2:2 war noch nichts passiert. Die Hausherren versuchten beim 4:2 und 5:3 die ersten Ausreißversuche, aber der TuS blieb gelassen und stellte innerhalb vier Minuten auf 7:5 um. Die Kirchzeller ließen sich nicht nervös machen, zeigten einmal mehr ihre kämpferischen Qualitäten und vor allem ein sehr gutes Rückzugsverhalten. Das war bei diesem Tempo auch nötig. In der 15. Minute hieß es 8:8. Bis dahin verwandelte Tom Spieß schon zwei Strafwürfe sicher, vergeigte aber den nächsten. Tim Häufglöckner machte es danach besser (9:9) und sorgte in der Folge mit zwei tollen Treffern für das 11:11. „In der wichtigen Phase vor der Pause erlaubten wir uns ein paar einfache Fehler zu viel“, sagte Alex Hauptmann. Der TuS bestrafte dies sofort und zog auf drei Treffer davon (15:12). Zwar verkürzte Joshua Osifo auf 13:15, aber der bärenstarke Niklas Diebel sorgte mit einem Kracher für den 16:13-Pausenstand aus Sicht der Gäste.

Nach dem Wechsel schickte TuS-Trainer Andersson zunächst Tim Hottgenroth ins Tor, der TVK hatte Anwurf und ehe sich der Gegner versah, sorgten einmal Osifo und zweimal der agile Leon David vom Kreis für das 16:16. Bis zum 18:18 blieb die Partie ausgeglichen. Der TVK wechselte durch, um jedem seine Verschnaufpause zu geben. Vor allem auf halbrechts spielten Spieß, Osifo, Heinrich oder Meyer-Ricks abwechselnd. Zwei Tore von Diebel und eins von Mundus sorgten erneut für eine Drei-Tore-Führung der Gäste. Kirchzell nahm die Auszeit, hielt dagegen, kam aber nicht mehr näher als zwei Tore heran (20:22, 21:23). Zwei Minuten vor Schluss stand es dann 24:28 und Jan Blank gelangen vom Kreis noch zwei schöne Treffer. Doch es reichte nicht mehr. Zu stark und routiniert agierte Ferndorf zum Schluss. Wenn es vom Rückraum nicht klappte, spielte der TuS eben mehr über den Kreis und Mattis Michel erzielte auch den 30:26-Endstand für sein Team. „In Halbzeit zwei hatten wir ein paar einfache Ballverluste und noch einen verworfenen Siebenmeter. Es war auch sehr schwer, gegen den starken Diebel zu verteidigen. Aber wir haben ein gutes Spiel gemacht und sind trotz der Niederlage zufrieden“, so Hauptmann. Sein Gegenüber Robert Andersson meinte: „Wir haben uns auf ein intensives Spiel vorbereitet, wussten um die Kampfkraft von Kirchzell und sind stolz auf unseren Sieg.“

 

 Unnötige 22:25-Auswärts-Niederlage der Baggerseepiraten

So richtig konnte es nach dem Abpfiff der gut leitenden Unparteiischen im Lager der Rodgauer keiner glauben.  Mit drei Toren Unterschied verlor die HSG letztendlich bei der mHSG Friesenheim-Hochdorf II eine Begegnung, in der es mehr als genug Chancen gab, das Blatt zu wenden. Passend zum einmal mehr nicht funktionierenden Livestream erwischten auch die Jungs von Trainer Jan Redmann im Angriff einen rabenschwarzen Tag. Von Beginn an wurden reihenweise beste Chancen vergeben, darunter drei Siebenmeter.  Auch aus dem gebundenen Spiel heraus war der HLZ-Keeper kaum zu überwinden, was dazu führte, dass die Rodgauer nach einer Viertelstunde gerade einmal drei magere Treffer erzielt hatten. Da die HSG-Defensive aber recht sicher stand, konnte sich keines der beiden Teams entscheidend absetzen. Im Gegensatz zur letzten Woche mussten die Baggerseepiraten aber kontinuierlich einem Rückstand hinterherlaufen. Und immer wenn sich die Gelegenheit bot, den Ausgleich zu erzielen, wurde diese versemmelt. Hinzu kam, dass meistens bei mHSG-Torhüter Roco Peribonio Schluss war.

Wer nach Wiederanpfiff gehofft hatte, dass sich das Bild in der zweiten Halbzeit ändern würde, sah sich getäuscht. Immer wieder liefen die Spielzüge nach dem gleichen Muster ab. Den Rodgauern gelang es zwar in schöner Regelmäßigkeit, eine freie Wurfchance herauszuarbeiten, aber allzu oft standen Pfosten, Latte oder besagter Peribonio im Weg. Die Hochdorfer hingegen fanden immer wieder eine Lücke im Abwehrverbund, die sie eiskalt und mit hoher Effektivität ausnutzten. Letztmalig bot sich beim 22:23 kurz vor dem Ende die Chance, das Spiel zu drehen, doch die wurde erneut vertändelt. „Das war ein gebrauchter Tag für uns, so viele freie Chancen haben wir noch nie liegen lassen. Die Niederlage war absolut überflüssig, aber Jammern hilft nicht weiter. Wir müssen das schnell aus den Köpfen kriegen, denn in den kommenden Wochen warten zahlreiche hochkarätige Gegner“, so ein sichtlich frustrierter Jan Redmann im Anschluss an die Partie.

 

Die weiteren Ergebnisse:

HG Saarlouis – VfL Gummersbach II 28:26, VTV Mundenheim – HSG Pohlheim 30:28, HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II – TSG Haßloch 23:24, DJK Waldbüttelbrunn – TV Gelnhausen 25:30.

 

 Den Artikel über den TV Kirchzell hab ich auch für meine Heimatzeitung Main Echo geschrieben und ist dort zu lesen.

 

 

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

Einen Auftakt nach Maß in die neue Saison erwischte Handball-Zweitligist TV Großwallstadt. Zwei Spiele – zwei Siege. Handballherz was willst du mehr!

Der TV Großwallstadt hat am vergangenen Spieltag gegen die favorisierte HSG Nordhorn-Lingen den ersten Auswärtserfolg erzielt und steht nach dem zweiten Spieltag mit 4:0 Punkten aktuell auf Platz vier der Tabelle. Damit hatte wohl niemand gerechnet.

Vor allem der Gastgeber war überrascht, welche eindrucksvolle Defensivarbeit die Gäste an den Tag legten. Auch wenn Innenblockverteidiger Povilas Babarskas bereits nach fünf Minuten Spielzeit das Parkett mit einer Roten Karte verlassen musste, ließ sich der TVG davon nicht abschrecken, sondern agierte in der Defensive absolut souverän und effektiv, so dass die Hausherren erst in der achten Spielminute den ersten Treffer per Siebenmeter erzielten. Auch im weiteren Spielverlauf produzierte die HSG zu viele technische Fehler und hatte große Schwierigkeiten, das unterfränkische Bollwerk zu durchbrechen. Sollte dies doch einmal gelingen, war der an diesem Abend erneut überragend agierende Torhüter Jan-Steffen Minerva zur Stelle. Er war der Fels in der Brandung.

Dass die 8:4-Führung der Gäste zu diesem Zeitpunkt nicht schon höher ausfiel, lag vor allem daran, dass der TVG im Angriff leider oft zu statisch agierte und somit viele Torchancen liegen ließ. Mit 7:9 ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel nutzte der Gastgeber einige Ungenauigkeiten im Abschluss des TVG und erzielte den Ausgleichstreffer zum 9:9. Doch die Abwehrarbeit der Gäste sorgte dafür wieder in Führung zu gehen und als Frieder Bandlow in der 51. Spielminute das 19:15 erzielte, keimten erste Hoffnungen auf einen Auswärtssieg auf. Die Schützlinge von Igor Vori ließen sich fortan den Vorsprung nicht mehr nehmen und gewannen verdient mit 22:17 die Abwehrschlacht in der Grafschaft Bentheim.

Für den Trainer des Gastgebers, Daniel Kubes, waren vor allem die letzten fünf Sekunden des Spiels bezeichnend: „Wir können innerhalb weniger Sekunden drei Abschlüsse nacheinander nicht im gegnerischen Tor unterbringen. Das spiegelt heute den gesamten Spielverlauf sehr gut wider.“ TVG-Trainer Igor Vori zeigte sich nach dem Spiel sehr stolz auf sein Team: „Auch wenn es heute vielleicht nicht das attraktivste Spiel für die Zuschauer war, da es aus der Defensive gewonnen wurde, muss ich meinen Jungs ein riesen Kompliment machen. Die 5:1-Abwehr hat über den gesamten Spielverlauf super funktioniert, es war eine eindrucksvolle Präsentation meiner Mannschaft, eine klasse Teamleistung.“

Unser Bild, das uns der TVG dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat, zeigt Dino Corak – eine der Stützen des TVG.

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In der dritten Handball-Liga geht es am Wochenende nahtlos weiter mit dem Punktesammeln.

Am ersten Spieltag der neuen Saison musste der TV Kirchzell eine bittere Niederlage hinnehmen. Mit 32:33 verloren die Schützlinge des Trainer-Duos Alex Hauptmann/Andi Kunz bei der TSG Haßloch. Doch diese Partie ist abgehakt, denn viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht. Bereits am heutigen Samstag um 19.30 Uhr steht ein absolutes Highlight an und einer der absoluten Topfavoriten der Staffel Süd-West gibt in Miltenberg seine Visitenkarte ab. Zweitliga-Absteiger TuS Ferndorf ist zu Gast beim TV Kirchzell und Alex Hauptmann sagt: „Das wird mit Sicherheit ein heißer Tanz! Zwar hatte Ferndorf nach dem Abstieg viele Abgänge zu verzeichnen. Aber die wollen sicher wieder sofort aufsteigen und haben ihre Form ja auch schon am ersten Spieltag gezeigt.“ Gegen den Aufsteiger VTV Mundenheim setzte sich Ferndorf mit 31:21 durch und will diesen Schwung mit nach Miltenberg nehmen.

Großer Umbruch beim Gegner

Nach dem Abstieg hat es beim TuS einen großen Umbruch in der Mannschaft gegeben. Auf der Trainerbank blieb mit Robert Andersson und Jannis Michel zwar alles beim Alten. Aber die Abgänge der Publikumslieblinge und Leistungsträger Andreas Bornemann, Rutger ten Velde, die Schneider-Brüder sowie Abwehrchef Branimir Koloper, der als Trainer nach Saarlouis ging, wiegen schwer. Auch Oleksandr Kasai, Simon Strakeljahn, der jetzt beim TV Großwallstadt spielt, Kim Voss-Fels oder Torhüter Rottschäfer verließen den Verein. Nichtsdestotrotz hat sich Ferndorf auch wieder gut verstärkt und mit zum Beispiel Alexander Reimann vom Bundesliga-Aufsteiger Hamm, Gabriel da Rocha Viana aus Gummersbach, Kreisläufer Rene Mihaljevic aus Emsdetten oder dem ehemaligen Jugendnationalspieler Paul Schikora gut „eingekauft“. Nicht zu vergessen Marvin Mundus, der aus Nettelstedt-Lübbecke kam und zum Einstand gleich einmal acht Tore erzielte. Mit Rückraumspieler Marko Karaula (Kreuzbandriss) und Valentino Duvancic am Kreis hat der TuS-Trainer zwei Rekonvaleszenten, auf die er derzeit noch verzichten muss.

Stabile Abwehr

Ferndorf spielt mit einer stabilen 6-0-Abwehr, ist auf der Torhüter-Position gut besetzt und für Kirchzell wird diese Begegnung gleich im ersten Heimspiel eine große Herausforderung werden. Der Gegner ist auch aus dem Positions-Angriff heraus sehr gefährlich, aber der TVK ist an den Erfahrungen der letzten Saison gewachsen und Alex Hauptmann sagt: „Die knüppelharte Abstiegsrunde hat uns stärker gemacht und Erfahrungen sammeln lassen. Wir werden mit viel Leidenschaft an die Aufgabe herangehen, wollen unsere Fehler abstellen und alles probieren, um das Spiel für uns zu entscheiden. Wichtig ist, dass unsere Zuschauer da sind und uns den Rücken stärken.“   

 

HSG Hanau empfängt Dansenberg

Zum Auftakt heute Abend in eigener Halle haben die Grimmstädter den TuS 04 Kaiserlautern-Dansenberg zu Gast. HSG-Coach Hannes Geist war nach dem Auftaktspiel gegen den VfL Gummersbach in der vergangenen Woche rundum zufrieden mit der Leistung seines jungen Teams. Mit dem TuS KL-Dansenberg kommt direkt der nächste schwere Brocken.

„Für mich ist der TuS einer der Favoriten auf die Plätze für die Aufstiegsrunde in dieser Saison“, sagt Hannes Geist vor der anstehenden Heimpremiere. „Da kommt reichlich Bundesligaerfahrung auf uns zu.“ Die Mannschaft von Trainer Frank Müller, zuletzt noch Co-Trainer bei den Eulen Ludwigshafen, verfügt über reichlich Qualität. In diesem Sommer sorgte der Aufstiegsrundenteilnehmer von 2021 mit einem echten Transfercoup für Aufsehen, denn Müller brachte seinen Kapitän und Rückraumspieler Gunnar Dietrich aus Friesenheim mit. Mit Sebastian Bösing steht zudem der vielleicht beste Kreisläufer der dritten Liga im Aufgebot der Rheinland-Pfälzer, auf deren Spielmacher-Position bereits seit vielen Jahren Jan Claussen erfolgreich die Fäden zieht. Zum Auftakt der Saison triumphierte der TuS beim 26:22-Arbeitssieg gegen das HLZ Friesenheim/Hochdorf II.

„Wir müssen vorne gute Lösungen gegen ihren massiven Innenblock finden, der auch sehr gut eingespielt ist. Ich erwarte von meiner Mannschaft, dass sie dort mit sehr viel Kreativität herangeht“, so Coach Hannes Geist. „Ich denke, dass unsere Jungs Lust darauf haben diese Aufgabe anzunehmen. In unserer Abwehr wollen wir das Kreisläuferspiel unterbinden und versuchen die individuelle Qualität eines Claussen oder Jonas Dambach weitestgehend aus dem Spiel zu nehmen.“ Anwurf ist um 19.30 Uhr.

 

HSG Rodgau Nieder-Roden auswärts gefordert

Nach dem gelungenen Saisonauftakt vor heimischem Publikum gehen die Rodgauer Handballer am kommenden Sonntag auswärts auf Kaperfahrt. Mit der mHSG Friesenheim/Hochdorf II treffen die Jungs von Trainer Redmann auf einen sehr unangenehmen Gegner. Im letzten Jahr schafften die Hausherren den Klassenerhalt und setzten sich dabei unter anderem gegen die Falken aus Groß-Bieberau durch. Ähnlich wie bei den Rodgauern gab es auch in Hochdorf dann einen relativ großen personellen Umbruch. Zahlreiche Spieler haben die Mannschaft verlassen, zum größten Teil wurden sie durch talentierte Eigengewächse ersetzt. So ist dann auch das realistische Ziel von Trainer Gabriel Schmiedt der erneute Klassenerhalt. Zum Auftakt beim hoch gehandeltenTuS Dansenberg gelang das über weite Strecken. Am Ende einer spannenden Partie unterlag man zwar mit 22:26, trotzdem war man im Lager der HLZ´ler zufrieden mit dem Auftritt.

Gute Stimmung im Rodgau

Bei den Baggerseepiraten könnte die Stimmung kaum besser sein, lediglich die Knieverletzung von Niklas Geck sorgte für einen kleinen Dämpfer. „Wir wissen noch nicht genau wie lange Niklas ausfällt, aber es scheint nichts Schlimmes zu sein“, so Trainer Jan Redmann, der bis auf den weiterhin verletzten Lars Spiess ansonsten personell aus dem Vollen schöpfen kann. Wie wichtig ein ausgeglichen besetzter Kader ist, war am vergangenen Samstag wieder offensichtlich. Die Rodgauer wechselten ohne Qualitätsverlust durch, hatten dadurch verschiedene Spielertypen auf dem Feld, während den Gästen aus Waldbüttelbrunn am Ende sichtbar die Puste ausging. Das ist auch die Devise für die Auswärtshürde in Hochdorf: „Wir werden das Tempo hochhalten, denn wir sind jetzt in der Lage über 60 Minuten Vollgas zu gehen“, so Jan Redmann. Und sein Kapitän Marco Rhein, der hinter der stabilen Deckung gewohnt stark hielt, ergänzt: „Alle sind heiß auf das Spiel, wir wollen unbedingt nachlegen“. Anwurf ist um 17 Uhr.

 

Weiter spielen:

HG Saarlouis – VfL Gummersbach II, VTV Mundenheim – HSG Pohlheim, HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II – TSG Haßloch, DJK Waldbüttelbrunn – TV Gelnhausen (Sonntag, 16 Uhr).

 

Das Bild zeigt Torhüter Tobias Jörg vom TV Kirchzell.

Den Kirchzell Artikel könnt Ihr auch in meiner Heimatzeitung Main Echo lesen.